MarienkäferJedes Kind kennt die Käfer mit dem typisch roten Panzer und den schwarzen Punkten. Marienkäfer erfreuen aber auch passionierte Hobbygärtner, die in den kleinen Krabblern einen natürlichen Fressfeind von Pflanzenläusen und -milben sehen. Was nur wenige wissen: Ein Großteil der Nützlinge verbringt den Winter über in Kältestarre. Dass sich die Käfer dabei in Häuser und Wohnungen verirren, ist nicht auszuschließen. Mit einfachen Mitteln kann man den Marienkäfern bei ihrer Überwinterung helfen.

Nützlinge im Garten

Marienkäfer sind unentbehrliche Helfer im Garten. Die flugfähigen Käfer haben einen schier unbändigen Hunger. Bereits im Larvenstadium
vertilgen die Insekten insgesamt bis zu 3000 Spinnmilben und Blattläuse. Auch im Erwachsenenalter halten sich die Nützlinge nicht zurück und verspeisen zwischen 50 und 100 Schädlinge pro Tag. Dieser unersättliche Appetit macht sich bei der Läusepopulation im Garten rasch bemerkbar. Positiv für den Gärtner, negativ für die schadhaften Insekten. Coccinellidae, so lautet der lateinische Name der Käfer, sind eine Bereicherung für jeden Nutz- und Ziergarten. Damit sich die bis zu 8 mm großen Insekten wohlfühlen, müssen ein paar Vorkehrungen getroffen werden:
  • Bieten Sie den Käfern viele Versteckmöglichkeiten an
  • Ein naturnaher Garten mit Mischkultur ist optimal
  • Hohe Grasbüschel und Steinhaufen werden bevorzugt angeflogen
Die Nahrungsquelle in Form von kleinen Schädlingen sollte ebenfalls vorhanden sein. Verzichten Sie auf den Einsatz von Insektiziden aus dem Fachhandel. Diese Mittel wirken nur temporär, speziell Schild- und Blattläuse werden gegen diese Produkte schnell resistent und vererben diese Eigenschaft auf ihre Nachkommen. Neben den schadhaften Insekten setzt die Chemiekeule in vielen Fällen auch nützlichen Gartenbewohnern, wie beispielsweise Marienkäfern und Schlupfwespen zu. Aus diesem Grund ist es ratsam, Blattläuse und Co. mit natürlichen Mitteln und Fressfeinden zu bekämpfen.

Überwinterungshilfen

Marienkäfer kommen in zig verschiedenen Variationen vor. Neben den klassisch roten Vertretern mit ihren schwarzen Punkten sind auch Arten ohne die dunklen Flecken unterwegs. Farbschläge in Gelb und Schwarz sind keine Seltenheit, werden von den Menschen aber nicht sofort der Gattung "Coccinellidae" zugeordnet. Über 70 verschiedene Arten sind allein in Deutschland anzutreffen. Ein Großteil davon wandert kurz vor Wintereinbruch nicht in wärmere Regionen ab, sondern sucht sich in unseren Breitengarden einen geschützten Platz zum Überwintern. Folgende Orte sind geeignet, um in Kältestarre unbeschadet die eisige Jahreszeit zu verbringen:
  • Nischen in Stein- und Mauernischen
  • Welke Laubhaufen
  • Insektenhotels
  • Dachsparren
Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Marienkäfer sind nicht wählerisch bei der Wahl des Winterquartiers. Wer sich die Mühe macht und sich im Winter auf die Suche begibt, wird viele der nützlichen Insekten in Hohlräumen und Spalten antreffen. Passionierte Gärtner können den kleinen Glückskäfern helfen, indem sie einen Großteil der Aufräumarbeiten auf das warme Frühjahr verlegen. Lassen Sie die abgefallenen Blätter von den Bäumen auf den Rasen liegen. Erst wenn die Temperaturen wieder steigen, kann das Laub das Wachstum von Moos im Gras fördern. Das gleiche Prinzip gilt für den radikalen Rückschnitt verwelkter Pflanzenteile. Schneiden Sie diese stattdessen im Frühjahr zurück. In der Zwischenzeit dient das Material Insekten als Schlafplatz für den Winter.
Marienkäfer
Marienkäfer haben eine Besonderheit:
Ein großer Teil überwintert in Gruppen. Viele Menschen sind erstaunt, wenn sie im herbstlichen Garten eine komplette Käfer-Population antreffen. In diesem Fall ist es ratsam, die kleinen Tierchen ungestört ruhen zu lassen. Dies trifft speziell auf Harmonia axyridis zu, den Harlekin-Marienkäfer, der seit einigen Jahren durch seine Vermehrungsfreudigkeit heimische Käfer-Arten verdrängt. Ebenso wie seine Artverwandten tragen diese Nützlinge zur Beseitigung von Schädlingen bei.

Tipp: Zum Schutz vor einer Marienkäfer-Plage im Haus haben sich Fliegengitter an den Fenstern und Balkontüren bewährt.

Erste Hilfe im Winter

Für viele Menschen drängt sich die Frage auf, wie sie mit einem Marienkäfer im Winter verfahren sollen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die kleinen Krabbler auf der Suche nach dem passenden Ruhequartier sich in unsere Wohnräume verirren. Die Wärme und das Licht verhindern, dass die Käfer in ihre lebensnotwendige Kältestarre verfallen.
  • Der schnelle Wechsel von warm nach extrem kalt führt zum Tod der Insekten
  • Setzen Sie die Marienkäfer in einen kühlen Raum mit Zugang nach draußen
  • Ein Schuppen, der Keller oder ein Wintergarten haben sich dafür bewährt
Auch bei der Überwinterung im Haus können bei den Pflanzen Blattläuse auftreten. Trockene Raumluft und aktive Heizquellen führen zu einem Befall von Spinnmilben. Wenn Sie einen Marienkäfer in Ihrem Zuhause auffinden, können Sie den tierischen Helfer in der Nähe der Gewächse aussetzen. Der Hunger des Insekts ist, wie bereits erwähnt, immens und die Läuse helfen dem Coccinellidae dabei, seine Reserven für den Winter aufzufüllen. Nach getaner Arbeit ist ein Laubbett in einem frostsicheren, kalten Raum sinnvoll.

Im Notfall gibt es die Möglichkeit, die gepunkteten Zeitgenossen mit Wasser und Futter zu versorgen. Im Handel sind spezielle Aufzucht-Sets für Marienkäferlarven erhältlich. Als Futter sind sterilisierte Mehlmotteneier enthalten, die sich auch adulte Käfer schmecken lassen. Alternativ: Pürieren Sie Fleisch und vermischen Sie es mit im Wasser gelöstem Zucker. Aufgrund der Körpergröße sollte die Menge gering sein. Mithilfe einer Pipette kann man einen Tropfen davon dem Marienkäfer vorsetzen.
Marienkäfer
Die Maßnahme ist dafür geeignet, geschwächte Insekten fit für den Winter zu machen. Natürlich lässt sich anhand des äußeren körperlichen Zustands nicht erkennen, in welcher Verfassung der nützliche Gartenbewohner ist. Diese Methode richtet jedoch keinen Schaden an und bietet den Marienkäfer einen optimalen Start für die Überwinterung.

Tipp: Neben Insektenhotels kann man spezielle Marienkäfer-Häuschen zum Schutz der Insekten basteln und im Garten aufhängen.

Fazit
Marienkäfer sind nützlich und es ist sinnvoll, ihnen wirkungsvoll beim Winterschlaf unter die Flügel zu greifen. Besonders Versteckmöglichkeiten im Garten, beispielsweise in Form von eines Insektenhotels oder welkem Laub, werden von den beliebten Insekten bevorzugt angenommen. Trifft man Marienkäfer in den warmen Wohnräumen an, kann man sie mit einfachen Tricks fit für die kalte Jahreszeit machen. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwachen die Tiere zum Leben und nehmen sich wirkungsvoll Blattlaus- und Milbenpopulationen an.Übrigens: das Zusammenleben mit Hunderten von Zeitgenossen hat noch einen weiteren Vorteil. Neben dem Erhalt von Wärme, die für das Überwintern der Marienkäfer so wichtig ist, können die Tiere im Frühjahr auch schneller einen Partner finden und für Nachwuchs sorgen. Nach einem ausgedehnten Winterschlaf ist dies für die Tiere ein Kinderspiel.