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Wespen, auch wenn wir sie nicht mögen, gehören zu den Nützlingen. Es gibt mehrere hundert Arten, von denen jedoch nur 11 Staaten bilden. In Deutschland sind es in der Regel die Gemeine und die Deutsche Wespe, die uns in der warmen Jahreszeit zu schaffen machen. Denn Gegrilltes oder Süßspeisen schmecken auch den Wespen.

Wespennest

Das Wespennest ist die Heimat der staatenbildenden Arten. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Insekten ihr "Haus" gegenüber Angriffen und Eindringlingen verteidigen, denn schließlich entwickeln sich dort auch die Jungköniginnen, die im kommenden Jahr für das Überleben der Art sorgen. Der Baubeginn eines Wespennestes erfolgt im Frühjahr durch die Königin. Sie baut an einer geeigneten Stelle ungefähr zehn bis zwanzig Waben, aus denen bald die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Sie bauen das Nest weiter aus und versorgen die Larven. So wächst das Volk im Laufe des Sommers auf drei- bis viertausend Wespen heran. Und diese werden dann im Spätsommer zur Plage, weil sie auf der Suche nach Süßem sind. Werden die Temperaturen kühler, stirbt das ganze Volk bis auf die Jungkönigin, die sich im Frühjahr wieder auf Suche nach einem geeigneten Platz für das Nest macht.

Standorte

Wespen mögen es möglichst trocken und dunkel. In der freien Natur ist das beispielsweise ein hohler Baumstamm. Im Wohnbereich des Menschen sind aus der Wespenkönigin folgende Orte optimal für den Nestbau:
  • Dachböden
  • Schuppen
  • Zwischenwände
  • Regenrinnen
  • Hauswände
  • Verwinkelungen unter dem Dach
  • Rollladenkästen
  • Deshalb unterscheidet der Fachmann auch zwischen:
  • freihängenden Wespennestern
  • Wespennestern unter dem Dach bzw. im Dachboden
  • Wespennestern im Rollladenkasten

Entfernen

Haben Sie ein Wespennest in Hausnähe entdeckt, dann dürfen Sie es auf keinen Fall selbst entfernen oder gar vernichten, denn Wespen stehen in Deutschland unter Schutz. Außerdem ist Gefahr, die von einem aggressiven Wespenvolk ausgeht - schließlich geht es um ihr zu Hause -, nicht zu unterschätzen. Deswegen sollten Sie auch
  • nicht im Wespennest herumstochern
  • nicht versuchen, die Einfluglöcher zu verstopfen
  • nicht mit Rauch oder ähnlichem versuchen, die Wespen zu vertreiben
  • nicht versuchen, die Wespen zu vergiften
verlassenes WespennestDa Wespen in Deutschland unter Schutz stehen, wird im Fall der Fälle das Volk in erster Linie umgesiedelt und
nicht vernichtet. Dies allerdings nur, wenn eine objektive Gefährdung vorliegt. Das meint, dass für Kinder, Allergiker oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine Gefahr besteht. Ist dies der Fall können Sie eine Genehmigung bei der Naturschutzbehörde beantragen. Das Nest kann also erst entfernt werden, wenn dies bewilligt worden ist.

Tipp: "Gefahr in Verzug" ist die Ausnahme, ein Nest sofort entfernen zu lassen. Dafür müssen Sie jedoch triftige Gründe nachweisen.

Hilfe anfordern

Zum eigenen Schutz sollten Sie das Wespennest nicht selbst entfernen, sondern professionelle Hilfe anfordern. Wenn Sie jetzt an die Feuerwehr denken, liegen Sie falsch, denn sie ist nur in Ausnahmefällen für das Entfernen von Wespennestern zuständig. Dazu gehören:
  • akute Gefährdung des Menschen auf öffentlichen Flächen
  • Krankenhäuser, Altenheime und Kindertagesstätten
Für die Umsiedlung bzw. das Entfernen von Wespennestern im privaten Bereich sind ein Imker, ein Kammerjäger oder eine Naturschutzorganisation die richtigen Ansprechpartner. Diese verfügen über die fachgerechte Ausrüstung und können mit den Insekten auch richtig umgehen. Die Feuerwehr hilft im privaten Bereich nur, wenn das Nest nachweislich so schnell wie möglich entfernt werden muss, und es keine Alternative, wie zum Beispiel einen professionellen Schädlingsbekämpfer, gibt. Eine weitere Voraussetzung für den Feuerwehreinsatz ist, dass die Wespen bis zum Eintreffen eines Fachmannes nicht in Schach gehalten werden können.

Tipp: Da viele Schädlingsbekämpfer jedoch einen 24/7-Notfalldienst anbieten, entfällt "Unerreichbarkeit" in der Regel als Grund für den Feuerwehreinsatz.

Kosten

Die Kosten für das Entfernen des Wespennestes hängen von verschiedenen Faktoren ab:
  • Größe des Nestes
  • Lage des Nestes (schwer oder leicht zugänglich)
  • Aufwand für die Entfernung
Als Richtwert werden Kosten zwischen 130 bis 350 Euro (Schädlingsbekämpfer) und ungefähr 100 Euro für die Umsiedlung durch eine Umweltschutzorganisation angegeben. Muss bei schwer zugänglichen Stellen ein Dachdecker hinzugezogen werden, dann erhöhen sich die Kosten. Reicht eine Leiter nicht aus, um an das Nest zu gelangen, dann fallen auch weitere Kosten an, wie zum Beispiel für Hubsteiger.

Tipp: Bei Mietobjekten muss in der Regel der Vermieter die Kosten für das Entfernen des Wespennestes übernehmen. Daher sollten Sie ihn unverzüglich informieren, wenn Sie ein Wespennest entdeckt haben.