Ein Teich, etwas Futter und vielleicht ab und an frisches Wasser - mehr benötigen Goldfische nicht, oder? Die Haltung ist tatsächlich sehr einfach, jedoch beachten viele dennoch nicht die geringen Ansprüche der Kaltwasserfische und verkürzen damit deren Lebenserwartung erheblich. Mit dem richtigen Wissen gelingt es aber, dass die Tiere bis zu 25 Jahre alt werden und ebenso Beobachter verzaubern.

Standort

Bei der Anlegung des Gartenteiches für die Goldfische sollte in erster Linie der Standort beziehungsweise die Lage überdacht und sehr bewusst gewählt werden. Der Gartenteich darf nicht in der direkten Sonne liegen, sollte so groß wie möglich sein und zu etwa einem Drittel beschattet werden. Zugleich ist es aber unpraktisch, wenn er direkt neben großen Gewächs steht, dessen Laub oder Nadeln das Wasser verunreinigen könnten.

Günstig ist daher ein Platz nahe einer Mauer oder im näheren Umkreis von aber nicht direkt unter Bäumen, Büschen oder Hecken und mit ausreichendem Abstand zu Gewächsen, die viel Laub abwerfen oder Vögeln als Nistplatz dienen. Es sollte zudem beachtet werden, dass am Teich
gelegentlich Pflegemaßnahmen nötig werden und dafür entsprechend viel freier Platz am Rand benötigt wird.

Teich

So groß wie möglich, so tief wie möglich - das ist die "Faustregel". Ab einer Tiefe von 1,5m können die Fische den Winter im Teich verbringen. Die Wassermenge macht aber auch die Pflege leichter, da eine gesunde Balance und entsprechende Wasserwerte einfacher herzustellen und einzuhalten sind. Wer es sich wirklich einfach bei der Haltung von Goldfischen machen will, gestaltet den Gartenteich sehr tief und groß. Zudem ist auf die folgenden Faktoren zu achten:
  • Natürlicher Bodengrund, wie Erde oder Kies, für das Gründeln der Goldfische einbringen
  • Wasserpflanzen für verschiedene Tiefen, als Nahrung, Schutz und Schattenspender einsetzen
  • Verschiedene Ebenen schaffen
  • Auf Beschattung von wenigstens eine Drittel der Oberfläche achten
Wenn der Teich durch Steine, Pflanzen und verschiedene Ebenen abwechslungsreich gestaltet wird, können sich die Goldfische selbst für die aktuelle Wohlfühlzone entscheiden und wenn nötig auch Schutz suchen.

Tipp: Faustregel für die Teichgröße und den Besatz sind zwei Fische auf einen Kubikmeter Wasser.

Wasser und Temperatur

GoldfischeGoldfische und hier vor allem Züchtungen für den Teich, sind sehr robust und haben große Toleranzbereiche - auch in Hinblick auf das Wasser. Natürlich kann einfach Leitungswasser in den Teich gegeben werden. Hier besteht aber die Gefahr, dass einzelne oder auch alle Werte außerhalb der Toleranzbereiche fallen und die Fische Schaden nehmen.

Besser ist es, im Vorfeld eine Wasseranalyse mit Selbsttest durchzuführen oder mit einer Wasserprobe im Zoofachhandel durchführen zu lassen. Anschließend können die einzelnen Werte entsprechend eingestellt werden. Optimal sind für Goldfische:
  • Temperaturen zwischen 18 und 24°C im Sommer und 6 und 14°C im Winter
  • pH-Wert zwischen 7 und 8
  • Gesamthärte 12 bis 18°d
  • Carbonathärte 10 bis 14°d
  • Ammonium weniger als 0,1 mg/l
  • Nitrit weniger als 0,1 mg/l
  • Nitrat weniger als 25 mg/l
  • Kohlendioxid weniger als 20 mg/l
Bei den Temperaturen gibt es nicht nur zwischen Sommer und Winter Unterschiede, sondern auch zwischen den Goldfischarten. Zuchtformen mit Schleierschwanz, Löwenkopf oder verkürzten Flossen sind meist wärmebedürftiger und brauchen selbst im Winter Mindesttemperaturen von 12 oder 15°C. Sie sind daher nur bedingt für die Haltung im Gartenteich geeignet.

Schutz

Bei der Haltung von Goldfischen im Gartenteich sind verschiedene Schutzmaßnahmen wichtig. Zum einen vor anderen Tieren, zum anderen vor Verschmutzungen und dem vollständigen Zufrieren der Wasseroberfläche. Katzen und Fischreiher können in den Goldfischen ein willkommenes Mahl sehen. Netze schaffen zwar Abhilfe, sind aber optisch nicht gerade ansprechend und stellen zudem ein Risiko für Vögel dar, da sie sich in ihnen verfangen können. Figuren von Fischreihern sollen derlei Besucher vom Gartenteich fernhalten.

Gegen Katzen helfen einerseits ein kleiner, flacher Uferbereich und eine große Wasserfläche sowie andererseits großblättrige Wasserpflanzen,
die einen Sichtschutz bieten. Gegen Verschmutzungen helfen ein Filter und das - im Optimalfall tägliche - Entnehmen von Laub, Zweigen und Halmen. Wenigstens einmal wöchentlich sollte ein Köcher zum Einsatz kommen, um eingefallene Fremdkörper zu entfernen.

Füttern

Goldfische gründeln am Boden und filtern dabei Nährstoffe aus dem Grund, sie ernähren sich von Wasserpflanzen und Wasserorganismen. Zieren nur wenige Goldfische den Gartenteich und ist dieser artgerecht eingerichtet, müssen sie also nicht einmal täglich gefüttert werden. Je mehr Tiere vorhanden sind und je karger der Gartenteich, desto wichtiger wird die Zufütterung jedoch.
Gartenteich mit Seerose
Der Fachhandel bietet entsprechende Futtermittel in Form von Flocken, Granulat und Pellets, die speziell auf Goldfische abgestimmt sind. Die Versorgung ist in dieser Hinsicht also einfach. Wichtig ist zudem aber auch, wie oft und wie gefüttert wird. Hierbei kommt es darauf an, dass:
  • Möglichst kleine Mengen verfüttert werden, damit die Reste nicht die Wasserqualität beeinflussen
  • Gezielt zu füttern, also beispielsweise mit einem Futterring
  • In Etappen zu füttern, damit keine Reste übrigbleiben
  • Überschüssiges Futter, das nach wenigen Minuten nicht gefressen wurde, möglichst zu entfernen
Tipp: Um ein Gefühl für die richtige Menge zu bekommen, sollte anfangs jeweils nur eine kleine Menge gegeben werden. Die Maßnahme wird wiederholt, bis die Goldfische Futter übriglassen. Wer einen Löffel als Orientierung benutzt und mitzählt, kann sich dieses Aufwand später sparen.

Filtern

Durch Wasserpflanzen und Mikroorganismen kommt es zu einem selbstreinigenden Effekt im Gartenteich. Dieser reicht aber nicht immer aus, um Fischkot und Futterreste zu zersetzen, die Wasserqualität im Toleranzbereich der Goldfische zu halten und Algen vorzubeugen. Sicherer ist es daher, einen Filter in den Gartenteich zu integrieren. Wichtig ist bei der Auswahl, die Eignung für den Außenbereich und die Auslegung für das Wasservolumen des Gartenteiches. Empfehlenswert ist die mögliche Zuschaltung von UV-Licht, das Algen bei der Filterung abtötet. Das mag unnötig aufwendig klingen, erleichtert den Aufwand aber tatsächlich. Die Zugabe von weiteren Zusätzen und das manuelle Entfernen der Algen werden durch die anfängliche Investition in einen passenden Filter reduziert.

Tipp: Wenn der Filter für eine größere Wasserkapazität gewählt wird, als der Teich tatsächlich aufweist, muss er nicht Tag und Nacht betrieben werden. Es reicht dann in der Regel, ihn nur nachts oder nur tagsüber laufen zu lassen. Eine Zeitschaltuhr erleichtert diesen Aufwand ebenfalls.

Reinigen

Die manuelle Reinigung sollte beim Gartenteich nicht vernachlässigt werden - unabhängig davon, ob Goldfische Einzug halten sollen oder nicht. Wichtig ist dabei:
  • Das Entfernen von Laub, Zweigen und anderen abgestorbenen Pflanzenteilen, beispielsweise durch einen Köcher
  • Das Entfernen von Algen, auch von den Wasserpflanzen
  • Absaugen von Mulm und Schlamm mit einem Mulmsauger

Krankheiten

Typische Krankheiten bei Goldfischen sind Verletzungen der Schwimmblase und Pilzerkrankungen. Zu einer Verletzung der Schwimmblase kann es kommen, wenn der Goldfisch während des Transports Schaden nimmt, Luft schluckt oder von Bakterien infiziert ist. Es ist dem Tier dann nicht mehr möglich, die Schwimmhöhe und Richtung wirklich zu kontrollieren. Das erschwert unter anderem die Futteraufnahme.

Die Genesung ist möglich aber nicht in jedem Fall wahrscheinlich. Als Hilfe und Behandlung können einerseits entsprechende Medikamente eingesetzt und andererseits die Fütterung angepasst werden. Flocken bleiben eher an der Oberfläche, Granulat sinkt schneller in mittlere Bereiche, Futtertabletten sind ideal für Fische, die sich nur noch am Boden befinden.
Bei Pilzinfektionen sollten spezielle Fungizide aus dem Fachhandel zum Einsatz kommen. Bemerkbar machen sich derartige Infektionen in erster Linie durch den Verlust von Schuppen und die Ausbildung von pilzigen Belägen auf der Haut.

Tipp: Um die Medikamente im Anschluss der Behandlung aus dem Wasser zu entfernen, können Filtereinlagen mit Aktivkohle zum Einsatz kommen.

Vermehrung

Goldfische
Zu der Vermehrung der Goldfische müssen Menschen bei anderweitig optimalen Haltungsbedingungen nichts mehr besteuern. Denn diese sind die besten Voraussetzungen dafür, dass aus einer kleinen Gruppe Goldfische ein ganzer Schwarm wird. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Fische ausreichend Platz haben. Beim ersten Besatz sollte also wirklich gerechnet werden. Nicht mehr als zwei Goldfische pro Kubikmeter Wasser.

In einem entsprechend eingerichteten Gartenteich mit Schutz, Futter und Filter muss also kein gesonderter Aufwand betrieben werden, um die Vermehrung zu begünstigen. Sollte es mit dem Nachwuchs nicht funktionieren, lohnt sich ein Blick auf Haltungsbedingungen. Werden diese wie beschrieben angepasst und steht genug Platz zur Verfügung, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein kleiner Schwarm im Teich bilden kann.

Tipp: Goldfische sind anfangs nicht orange oder gelblich, sondern nahezu schwarz. Dadurch sind sie optisch im Wasser besser vor Feinden geschützt aber auch schwieriger zu erkennen.

Überwintern

Wie erwähnt, können Goldfische aber einer Teichtiefe von 1,5 m im Winter im Freien belassen werden. Noch tiefer ist besser. Wichtig ist zudem aber auch, dass die Wasseroberfläche nicht komplett zufriert. Bei den entscheidenden Faktoren handelt es sich um:
  • Komplettes Zufrieren durch Styropor oder spezielle Kunststoffkugeln verhindern
  • Fütterung einstellen, sobald die Temperatur unter 8°C sinkt
  • Filter abschalten, um warmes nicht mit kaltem Wasser zu vermischen
  • Fische unter 8°C besser ins Haus bringen
Sollte ein Überwintern im Freien aufgrund der Teichtiefe oder Temperatur nicht möglich sein, müssen die Goldfische nach drinnen verbracht werden. Ein Kübel, eine Tonne oder ein Aquarium in einem frostfreien Raum müssen vorhanden sein. Filter, Sauerstoff oder Fütterung sind nicht von Nöten. Es sollte aber wie bereits im Teich eine möglichst große Wassermenge gegeben sein. Zudem sollten die Fische regelmäßig kontrolliert werden, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und verendete Exemplare aus dem Wasser entfernen zu können.