Kois gehören zu den beliebten Zierfischen, die im Naturteich eine ruhige und ausgeglichene Atmosphäre erzeugen. Damit diese positive Energie nicht gestört wird, ist die richtige Haltung von großer Bedeutung. Falsche Fütterung und ungeeignete Lebensbedingungen führen zum Ausbruch von Krankheiten.

Krankheitsanzeichen

Kois sind gesellige Karpfenfische, die in Gruppen gehalten werden. Dabei hängt die Anzahl der Tiere in einem Becken von der Teichgröße ab. Sie ist von großer Bedeutung für die Gesundheit, denn falsche Haltungsbedingungen können verschiedene Erkrankungen hervorrufen. Aber auch neu eingesetzte Fische können unbemerkt Bakterien, Viren oder Parasiten einschleppen. Häufig sind Erkrankungen an einem veränderten Verhalten der Kois erkennbar.
  • ständiger Aufenthalt am Frischwassereinlauf
  • Ausgrenzung aus dem Fischschwarm
  • ruckhaftes Schwimmen
  • schreckhaftes Verhalten
  • Aufenthalt an der Wasseroberfläche
  • Springen aus dem Wasser
Tipp: Kois können ein körpereigenes Schutzsystem aufbauen, wenn sich Parasiten im Wasser befinden. Verfüttern Sie hochwertige
Nahrung und achten Sie auf eine optimale Gewässerqualität.

Ichthyophthirius

IchthyophthiriusSie ist eine der häufigsten Koikrankheiten. Ichthyophthirius multifilis ist ein einzelliger Parasit, der durch befallene Fische verbreitet wird. Die Wimperntierchen setzen sich auf den Schleimhäuten an verdeckten Teilen des Körpers fest. Sie siedeln sich unter Kiemendeckeln an, wo sie sich rasch vermehren und über den gesamten Körper ausbreiten. Erste Anzeichen eines Parasitenbefalls können Verhaltensauffälligkeiten sein. Fische scheuern sich an Steinen, um sich von den Parasiten zu befreien. Sie reagieren mit Flossenklemmen. Während die mikroskopisch kleinen Tierchen an verdeckten Körperstellen sitzen, können sie nicht direkt bekämpft werden. Die frei im Wasser schwimmenden Parasiten werden mit dem Wirkstoff Malachitgrünoxalat abgetötet.

Krankheitsbild
Eine Erkrankung wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt, wenn die Parasiten weiße Pünktchen auf Flossen und Schuppen hinterlassen. Im unbehandelten Krankheitsverlauf entstehen weißlich bis gelbliche Flecken, die sich über den gesamten Körper ausdehnen. Wenn mehr als ein Drittel der Schleimhäute geschädigt wurde, stirbt der Fisch.
  • alle Kois können an Ichthyophthirius erkranken
  • betroffene Fische müssen in Quarantäne behandelt werden
  • Parasiten vermehren sich meist unentdeckt und rasend schnell

Costia oder Ichthyobodo

Ichthyobodo necator - Costia neatrixDiese Krankheit wird durch den weit verbreiteten Parasit Ichthyobodo necator hervorgerufen. Dieser ist auch unter dem Namen Costia neatrix bekannt, der mittlerweile als veraltet gilt. Eine Diagnose im Anfangsstadium ist in vielen Fällen schwer möglich, da die Parasiten an verdeckten Körperstellen leben und sich nicht immer über den gesamten Körper ausbreiten. Mit Schaukelbewegungen versuchen sich die Fische vom Parasiten zu entfernen. Die Anzeichen werden deutlicher, je weiter sich die Krankheitserreger ausbreiten. Sie verursachen blutunterlaufene Flecken an Kopf und auf der Haut. Teilweise sind die Stellen durch Schleim verdickt. Es kann sich ein dünner Belag bilden, der den Körper schleierartig überzieht.

Behandlungsmaßnahmen
Bei den ersten Anzeichen ist ein schnelles Handeln notwendig, um die Krankheit zu heilen. Die Parasiten werden mit Medikamenten abgetötet. Ein Präparat mit dem Wirkstoff Acriflavin wird im Wasser gelöst. Außerdem sollte dem Wasser Sauerstoff zugeführt werden. Der Fisch sollte in Quarantäne gesetzt werden. Eine Erhöhung der Wassertemperatur auf 30 Grad Celsius ist nur bei Warmwasserfischen möglich. Wird die Krankheit nicht behandelt, zerstören die Parasiten die Schleimhäute. Sie lassen den Fisch fetzenartig auflösen.
  • Kois in Winterteichen sind häufiger betroffen
  • Parasiten breiten sich nicht zwangsläufig auf alle Fische im Teich aus
  • Ichthyobodo-Parasiten überdauern trocken
  • können durch verunreinigte Kescher erneut ins Wasser gelangen

Karpfenläuse

Argulus foliacaeus ist eine einheimische Art, die zur Ordnung der Krebse gehört. Der Parasit wird bis zu 13 Millimeter lang und besitzt Saugnäpfe und Widerhaken, mit denen er sich in der Fischhaut
verankert. Er sticht mit seinen Mundwerkzeugen in das Gewebe und injiziert ein blutungsförderndes Gift. Das Zellgewebe rund um die Einstichstelle zersetzt sich, sodass weitere Viren und Bakterien in den Fischorganismus gelangen können.
Karpfenlaus - Argulus foliacaeus
Eine Übertragung von weiteren Krankheitserregern kann beim Blutsaugen der Karpfenläuse stattfinden. Als Folgeerkrankungen treten häufig Frühlingsvirämie oder Koi-Herpesviren auf. Die Parasiten werden mit Hilfe von Medikamenten bekämpft, die dem Wasser beigemischt werden.
  • hochwertige Futtermischungen stärken die Gesundheit
  • vitale Fische erholen sich schneller von einem Befall
  • Gewässer sollten regelmäßig beobachtet werden
  • gelegentlich können Vögel Karpfenläuse verbreiten

Schwimmblasenentzündung

Diese Erkrankung wird von Sporozoen hervorgerufen. Diese Sporentierchen leben parasitisch und siedeln sich im Magen-Darm-Trakt oder in der Leibeshöhle an. Nach einer Infektion zeigt der Koi Verhaltensauffälligkeiten. Seine Aktivität ist drastisch reduziert. Er liegt seitlich auf dem Teichboden oder treibt in dieser Stellung unter der Wasseroberfläche.

Eine frühzeitige Erkennung erhöht die Chancen auf vollständige Heilung. Die betroffenen Kois werden mit einem Koikescher eingefangen und in ein Becken mit warmem und gut durchlüftetem Wasser gesetzt. Das Becken sollte flachgründig sein. Hier sollten die Fische verbleiben, bis sie sich auskuriert haben.
  • junge Kois sind anfälliger
  • größtes Infektionsrisiko im ersten Lebensjahr
  • Fische erholen sich in geeigneter Umgebung ohne Medikamente

Infektiöse Bauchwassersucht (IBW)

Verschiedene Ursachen führen zum Ausbruch dieser Erkrankung. Sie kann hervorgerufen werden, wenn ein Koi Viren und Bakterien über das Wasser oder die Nahrung aufnimmt. Sie gelangen in den Magen-Darmtrakt und verändern den Kot. Erste Anzeichen sind blutunterlaufene und abstehende Schuppen, sodass der Koi aussieht wie ein ausgetrockneter Tannenzapfen. Der gesamte Körper ist geschwollen, sodass die Augen deutlich hervorstehen. Dem Fisch fällt das Atmen schwer. Er schwimmt träge im Wasser und versucht mit Mühe, seine Lage zu stabilisieren. Eine Erkrankung endet meist innerhalb von zwei Tagen tödlich, denn im Laufe der Krankheit löst sich die Darmschleimhaut auf und wird mit ausgeschieden.
  • typisch sind Glotzaugen
  • schleimig weißer Kot
  • Entzündungen des Afters
  • Bläschenbildung unter der Haut
Die Infektionskrankheit ist in hohem Maße ansteckend. Der betroffene Koi sollte schnellstmöglich in Quarantäne gesetzt und mit Antibiotika behandelt werden. Ein Behandlungserfolg ist umso wahrscheinlicher, je früher die Erkrankung bemerkt wird. Im späten Stadium können die inneren Organe bereits stark geschädigt sein.
  • Bakterienerkrankung tritt häufig als Folgekrankheit auf
  • geschwächte Kois sind anfälliger
  • Bakterien können in verunreinigter Nahrung vorhanden sein

Erythrodermatitis

ErythrodermatitisDiese infektiöse Bakterienerkrankung tritt unter schlechten Haltungsbedingungen auf. Sie äußert sich durch glattrandige oder weiß umrandete Geschwüre oder Löcher auf der Haut. Die Geschwüre sind oft tiefrot gefärbt. Sobald die Krankheit bemerkt wird, sollte der Fisch mit Antibiotika oder Sulfonamid behandelt werden. In frühem Krankheitsstadium kann die Infektion geheilt werden. Wenn die Bakterien bis zur Leibeshöhle vorgedrungen sind, ist eine Heilung in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Unbehandelt endet eine Erkrankung tödlich.
  • Bakterien befallen hauptsächlich schuppenlose Koi-Arten
  • Erkrankung tritt nur bei Haltungsfehler auf
  • verbesserte Haltungsbedingungen dämmen die Krankheit ein

Frühlingsvirämie

Diese Erkrankung ist die akute Form der infektiösen Bauchwassersucht. Im Gegensatz zur IBW wird die Frühlingsvirämie durch Viren ausgelöst. Betroffene Kois zeigen unkoordinierte Schwimmbewegungen. Sie leiden unter Atemnot und Blutungen unter der Haut, die zu dunklen Verfärbungen führen. Der Bauch ist aufgebläht, wodurch sich der After nach außen stülpt. Lange Kotstränge können ein Anzeichen für eine Infektion sein. Der Krankheitsverlauf kann durch eine Erhöhung der Temperatur gestoppt werden. Große Temperaturschwankungen im Wasser sollten vorbeugend vermieden
werden.
  • Kois aller Altersstufen sind gefährdet
  • Krankheit ist hoch ansteckend
  • steigende Wassertemperaturen im Frühjahr begünstigen eine Virusausbreitung
  • keine Infektionen bei Wassertemperaturen über 20 Grad Celsius

Koi-Seuche

Diese umgangssprachliche Bezeichnung beschreibt eine Erkrankung, die durch Herpesviren ausgelöst wird. Diese werden durch infizierte Kois eingeschleppt, die gesund wirken. Nicht jeder Fisch, der den Virus in sich trägt, erkrankt an Koi-Seuche. Die Viren werden mit Urin, Kot, Kiemen- und Hautschleim ausgeschieden und gelangen über das Wasser in andere Organismen. Sie setzen sich in Milz, Nieren und Kiemen fest, wo sie sich vermehren. Wenn die Erkrankung ausgebrochen ist, zeigen sich vordergründig Hautveränderungen. Es kann zu Verfärbungen an Flossen und Kiemen sowie zu einer erhöhten Schleimbildung kommen.
  • Kois können in jedem Alter erkranken
  • Viren können ein Leben lang im Organismus verweilen
  • Krankheitsbilder treten oft bei Temperaturen über 16 Grad Celsius auf

Gasblasenkrankheit

Wird der Teich mit frischem Wasser befüllt oder von direkter Sonne bestrahlt kann sich der Gasgehalt im Wasser stark erhöhen. Übersteigt die Gaskonzentration des Wassers den Gehalt in der Luft, entsteht ein Diffusionsungleichgewicht. Ein durch Sauerstoff übersättigtes Milieu führt bei Kois häufig zur Bildung von Gasblasen im Fischkörper. Sie können unter den Schuppen entstehen, sodass diese vom Körper abstehen. Bilden sich Gasbläschen hinter den Augen, können diese aus den Augenhöhlen herausgedrückt werden. Hier besteht die Gefahr einer Erblindung. Wenn die Blasen in den Blutgefäßen des Herzens entstehen, bricht der Kreislauf zusammen und der Fisch stirbt.

Betroffene Kois sollten direkt in neutrales Wasser gesetzt werden. Ist das nicht möglich, sollte das Wasser im betroffenen Becken schnellstmöglich ausgetauscht werden. Der Gasüberschuss kann auch mit Hilfe starker Wasserbewegungen reduziert werden.
  • alle Fische unabhängig vom Alter sind gefährdet
  • Erkrankung kann unterschiedliche Schadbilder verursachen
  • keine Behandlung mit Medikamenten möglich
Tipp: Überprüfen Sie die Gaskonzentration mit einem Sauerstoff Messgerät.