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Schleierschwanz-Goldfisch im Teich: Haltung, Zucht und Überwintern

Träumen Sie davon, dass malerische Schleierschwanz-Goldfische im Gartenteich ihre Bahnen ziehen? Dann machen Sie sich hier vertraut mit wichtigen Kriterien für die richtige Haltung. Die prächtigen Zierfische sind aufgrund ihres Körperbaus deutlich wärmebedürftiger und weniger robust, als klassische Goldfische. Dieser Ratgeber beschäftigt sich detailliert mit allen Aspekten, von den idealen Rahmenbedingungen im Teich über die erfolgreiche Zucht bis hin zur geglückten Überwinterung.

Video-Tipp

Der perfekte Teich

– Prämissen für ideale Rahmenbedingungen-

Hätte der Schleierschwanz-Goldfisch ein Mitspracherecht, würde er für die Haltung im Gartenteich plädieren. Wenn hier die Rahmenbedingungen stimmen, fühlt sich der hübsche Zierfisch das ganze Jahr hindurch gut aufgehoben. Maßgeblichen Beitrag leisten hierzu Teichgröße, Wasserqualität, Temperatur, Pflanzenbesatz und Sauerstoffversorgung. Alle wichtigen Prämissen für eine erfolgreiche Teichhaltung von Schleierschwanz-Goldfischen fasst die folgende Übersicht zusammen:

  • Standort: sonnig bis halbschattig, mit etwa 30 Prozent der Wasserfläche im Schatten
  • Mindeste Teichgröße: 1000 Liter
  • Mindesttiefe: 100 bis 150 Zentimeter
  • Wasserqualität: pH-Wert 6,5 bis 8, 3, Nitratgehalt maximal 25 mg/l, Härtegrad 10 bis 12 dH
  • Temperatur: 4 bis 22 Grad Celsius
  • Bodensubstrat: lockeres Gemisch aus Sand und feinem Kies
  • Ausstattung: Filteranlage und Luftpumpe für sauberes, sauerstoffreiches Wasser

Bitte bedenken Sie bei der Anschaffung von Schleierschwanz-Goldfischen, dass es sich um typische Schwarmfische handelt. In Einsamkeit bestehen selbst bei perfekten Rahmenbedingungen nur geringe Überlebenschancen. Setzen Sie daher 4 bis 5 der Zierfische ein. Je mehr Volumen ein Teich zu bieten hat, desto größer darf die Fisch-Gesellschaft sein. Ein übermäßiger Fischbesatz darf gleichwohl nicht entstehen, um Krankheiten und Stress vorzubeugen. Die konkrete Berechnung der richtigen Balance zwischen Teichvolumen und Anzahl der Fische wird unter Experten heftig und kontrovers diskutiert. Aus Sicht der Praxis ist festzuhalten, dass für einen Schleierschwanz-Goldfisch mit einer Endgröße von 25 cm zwischen 80 und 100 Liter Teichwasser zur Verfügung stehen sollten.

Für das Wohlbefinden der Fische und das biologische Gleichgewicht im Teich sind Wasserpflanzen unverzichtbar. Teichpflanzen entziehen dem Wasser überschüssige Nährstoffe und dienen den schwimmenden Bewohnern als begehrter Rückzugsort. Ideal ist ein ausgewogener Mix aus Unterwasser- und Schwimmpflanzen. Hoch im Kurs stehen Rohrkolben (Typha), Wassermimosen (Aeschynomene fluitans), Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes), Quellmoos (Fontinalis antipyretica) und Seerosen (Nymphaea).

Tipp:

In Zoohandlungen angebotene Schleierschwanz-Goldfische zum günstigen Preis sind in der Regel keine reinrassigen Ryukin, Rotkäppchen, Tosakin oder Veilteil. Das hat den Vorteil, dass sie weniger empfindlich sind, als hochgezüchtete Schleierschwänze und für die Anforderungen einer Teich-Haltung besser gewappnet sind.

Gekonnt einsetzen

– Tipps für die Willkommen-Zeremonie –

Schleierschwanz-Goldfische sind empfindliche Wesen, die sensibel auf plötzliche Veränderungen reagieren. Nehmen Sie daher bitte ein wenig Zeit, um Ihre schwimmenden Gartenbewohner angemessen willkommen zu heißen. Beste Zeit, um Zierfische im Teich einzusetzen, ist der Frühling. Auf diese Weise steht ihnen ausreichend Zeit zur Verfügung für die Akklimatisierung bis zum Winter.

  • Erst einsetzen ab einer Wassertemperatur von 15 Grad Celsius
  • Den Transportbeutel mitsamt Wasser und Fisch am Teichrand ins Wasser setzen
  • Nach 45 bis 60 Minuten den Beutel öffnen und einige Handvoll Teichwasser einfüllen
  • Den Beutel wieder verschließen und nochmals 30 Minuten im Wasser belassen
Schleierschwanz - Goldfisch

Zu guter Letzt öffnen Sie den Beutel und entlassen den neuen Teichbewohner in die Freiheit. Dieser Eingewöhnungsprozess reduziert erheblich den Stress für einen Schleierschwanz-Goldfisch. Als Alternative füllen Sie den Fisch mit Transportwasser in einen großen Eimer. Schöpfen Sie in den folgenden Stunden sukzessive Teichwasser in den Behälter. Nach 2 bis 3 Stunden ist der Gewöhnungsprozess abgeschlossen und der Fisch siedelt um in den Teich.

Ernährung

– So füttern Sie richtig –

Schleierschwanz-Goldfische sind Allesfresser und werden scheinbar niemals satt. Das birgt die Gefahr, dass Anfänger ihre Teichfische zu oft und in zu großen Mengen füttern. Die Zierfische werden daraufhin übergewichtig, was die Lebenserwartung deutlich verkürzt. Fettleibigkeit macht Fische so schwerfällig und behäbig, dass Katzen und Reiher leichtes Spiel haben. Fernerhin sinken Futterreste auf den Boden, zersetzen sich und beeinträchtigen die Wasserqualität erheblich. So füttern Sie mit Sachverstand:

  • Ausschließlich füttern bei Temperaturen oberhalb von 10 Grad Celsius
  • Abwechslungsreich ernähren mit einem Wechsel aus Trockenfutter, Frostfutter und Lebendfutter
  • Grüne Blätter von Feldsalat oder Löwenzahn als Ergänzungsnahrung und Ablenkung von Teichpflanzen
  • Erbsen, Mais und ungesalzene Kartoffeln in kleinen Mengen als leicht verdauliche Diät
  • Besser in 2 bis 3 kleinen Portionen über den Tag verteilt, als einmalig die gesamte Tagesration
  • Idealerweise einen Fastentag pro Woche einhalten

Große Teichanlagen bieten Fischen zusätzliche Anflugnahrung in Form von Insekten, die ins Wasser fallen oder Stechmückenlarven, die auf der Oberfläche schwimmen. Die natürliche Nahrung deckt vor allem im Sommer bei weitem nicht den Energiebedarf der quirligen Zierfische ab. Trockenfutter aus der Zoohandlung stellt daher einen wesentlichen Bestandteil der Ernährung dar. Erwerben Sie bitte gezielt versiegeltes, lichtdicht verpacktes Fischfutter in kleinen Mengen. Sobald eine Packung geöffnet ist, zersetzen sich die darin befindlichen Vitamine und Nährstoffe innerhalb kurzer Zeit. Dieser Prozess macht das Futter schon weit vor dem aufgedruckten Verfallsdatum unbrauchbar für Ihre wertvollen Zierfische. Lassen Sie daher Großpackungen links liegen, auch wenn der günstige Preis noch so verlockend ist.

Lebendfutter, wie weiße, rote und schwarze Mückenlarven, können Sie in gut sortierten Fachhandel gefroren oder getrocknet das ganze Jahr hindurch erwerben. Darüber hinaus besteht die Option, sich während der Sommermonate selbst auf die Jagd zu begeben. Fündig werden Sie in stehenden Gewässern, Regentonnen und großen Gießkannen.

Wasserflöhe

– Premium-Futter für Jung und Alt –

Empfehlenswert für die erfolgreiche Haltung von Schleierschwanz-Goldfischen und die Zucht von Jungfischen ist die Fütterung mit Wasserflöhen. Ihre Zierfische erhalten auf diesem Weg ein qualitativ hochwertiges und natürliches Lebendfutter, das sich perfekt eignet als Ergänzung zu Trockenfutter. Reich an Ballaststoffen und mit geringem Nährstoffgehalt profitieren Goldfische jeden Alters von dieser Nahrung, da eine Überfütterung kaum möglich ist. Flöhe, die nicht verspeist werden, leben weiter und werden erst später vertilgt. Im Gegensatz dazu enthalten getrocknete oder eingefrorene Wasserflöhe kaum noch Vitamine und sinken als Abfall auf den Teichboden, wenn sie nicht gefressen werden.

Vornehmlich die Wasserfloh-Art Daphnia pulex können Sie einfach und unkompliziert in Wassereimern oder Tümpeln züchten. Das hat den Vorteil, dass Sie genau wissen, dass Sie Ihren Schleierschwanz-Goldfischen garantiert parasitenfreie Nahrung zur Verfügung stellen. Füttern Sie Wasserflöhe mit Algen, kommen Ihren Fischen über diesen Weg wichtige Enzyme und Bakterien zugute, was vor allem in der Zucht von Jungfischen von Vorteil ist.

Tipp:

Ein Schleierschwanz-Goldfisch kann bis zu 30 cm groß werden. Die geringe Größe von Jungfischen im Aquarium einer Zoohandlung täuscht über die stattlichen Ausmaße hinweg, die adulte Fische erreichen können.

Zucht

– Kriterien für eine erfolgreiche Vermehrung –

Wo Schleierschwanz-Goldfische sich gut aufgehoben fühlen, hat im Frühling die Familienplanung oberste Priorität. Der Laich befindet sich zumeist knapp unter der Wasseroberfläche, wo sie an der Teichfolie oder an Wasserpflanzen klebt. Nach einer Woche schlüpfen silbrig-schwarze, glänzende Jungfische von 1 bis 2 mm Größe. Bis der Nachwuchs sich als Schleierschwanz-Goldfisch zu erkennen gibt, ziehen bis zu 12 Monate ins Land. So lange dauert es, bis sich die leuchtenden Farben, formschönen Flossen und der prächtige Schwanz entwickeln. Die dunkle Tarnfarbe trägt während dieser Zeit maßgeblich dazu bei, dass die Winzlinge so lange überleben.

Schleierschwanz - Goldfisch

Das größte Problem in der Zucht von Schleierschwanz-Goldfischen ist der Kannibalismus. Erwachsene Fische haben keine Skrupel, die Jungfische zu vertilgen, selbst wenn es sich um den eigenen Nachwuchs handelt. Indem Sie den Schleierschwanz-Kindergarten dem Zugriff der adulten Fische entziehen, lösen Sie das Problem. Die folgenden Optionen garantieren für einen erfolgreichen Verlauf der Vermehrung:

  • Schon beim Bau der Teichanlage einen separaten, seichten, dicht bewachsenen Bereich für Jungfische anlegen
  • Jungfische unmittelbar nach dem Schlüpfen umsetzen in ein separates Becken
  • Den Schleierschwanz-Nachwuchs ins Haus umsiedeln und in einem Aquarium pflegen

Züchten Sie Jungfische in einem Becken oder Aquarium so lange heran, bis sie eine Größe von mindestens 4 cm erreicht haben. Mit dieser Körpergröße können Sie den Nachwuchs wieder einsetzen in den Teich, ohne dass die Jungfische gefräßigen Artgenossen zum Opfer fallen.

Überwintern

– So funktioniert es –

Eine Mindesttiefe von 100 bis 150 cm ist das wichtigste Kriterium für eine ganzjährige Haltung von Schleierschwanz-Goldfischen im Teich. Wenn im Winter an der Wasseroberfläche die Temperaturen auf den Gefrierpunkt sinken und sich Eis bildet, herrscht am Teichgrund immer noch eine Temperatur von 4 bis 5 Grad Celsius. Konnten sich die Fische über einen Zeitraum von 6 Monaten im Wasser akklimatisieren, stellt sich ihr Organismus auf die geänderten Bedingungen problemlos ein.

Die erfolgreiche Überwinterung nimmt bereits im Herbst seinen Anfang. Schützen Sie den Teich mit einem Netz vor herabfallenden Laub oder keschern Sie die Blätter täglich ab. Auf diesem Weg beugen Sie den gefürchteten Faulgasen wirksam vor, von denen unter einer winterlichen Eisdecke die größte Gefahr ausgeht. Schneiden Sie zudem mehrjährige Teich- und Wasserpflanzen rechtzeitig zurück. Die Halme von Ziergräsern am Ufer binden Sie mit einer Schnur zu einem Schopf zusammen, da für diese Pflanzen der Rückschnitt erst im Frühjahr auf dem Programm steht. So können sich einzelne Blätter nicht lösen und auf den Teichboden sinken. Mit den folgenden Maßnahmen geleiten Sie Ihre Zierfische unbeschadet durch die kalte Jahreszeit:

  • Nicht mehr füttern ab Temperaturen von unter 10 Grad Celsius
  • Teichpumpe ausbauen und frostfrei einräumen
  • Einen Ozonisator auf den Teichgrund setzen für eine permanente Sauerstoffversorgung
  • Auf der Wasseroberfläche einen Eisfreihalter platzieren

Dreh- und Angelpunkt für eine erfolgreiche Überwinterung ist, dass die Wasseroberfläche nicht vollständig zufriert. Mit einem Eisfreihalter sollte ein kleines Luftloch dafür sorgen, dass Faulgase abziehen können. Schon ein einfacher Styroporring mit Deckel aus gasdurchlässigem, schwimmfähigem Material erfüllt diese Aufgabe zufriedenstellend. Hochwertigere Geräte sind ausgestattet mit einer Niedervoltheizung, damit die Öffnung eisfrei bleibt. Sollte sich in einem strengen Winter dennoch einmal die Eisdecke lückenlos schließen, schlagen Sie bitte kein Loch hinein. Die am Teichgrund ruhenden Schleierschwanz-Goldfische werden abrupt aus ihrem Winterschlaf gerissen und könnten einen Kreislaufzusammenbruch erleiden. Besser ist, Sie schmelzen ganz sanft mit heißem Wasser eine neue Öffnung in die Eisdecke.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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