Wenige Wasserlinsen (Lemna) sind für einen Teich kein Problem, anders verhält es sich, wenn sie die gesamte Wasserfläche bedecken. Sie nehmen den anderen Pflanzen dann das Licht weg.

Die Entengrütze

Der Name "Entengrütze" leitet sich von der Vorliebe der Enten ab, die die Linsen gern fressen. Es handelt sich dabei um Schwimmpflanzen mit sehr kleinen Wurzeln. Sie können sich bei günstigen Bedingungen sehr schnell vermehren. Sie bilden wenige, je nach Art nur milimetergroße Blätter aus, bevor sie sich teilen. Bei einem großen Nährstoffangebot haben die Pflanzen in kürzester Zeit den gesamten Gartenteich erobert. Die Wasserlinse ist winterhart, auch wenn sie im Herbst zu Boden sinkt. Sie erscheint im Frühjahr wieder an der Teichoberfläche.

Woher die Linsen kommen

Meist ist die Ursache für den Befall mit den Wasserpflanzen gar nicht so einfach herauszufinden. In Frage kommende Möglichkeiten:

  • Einschleppung durch Wasserpflanzen oder Lebendfutter für die Fische
  • wildes Wassergeflügel bringt die Linsen mit
  • Eintrag durch andere Gewässer, sofern der Gartenteich einen natürlichen Zulauf
    hat

Positive Eigenschaften

Wasserlinsen sind in erster Linie nützlich. Sie verbrauchen Nährstoffe des Teiches, die sonst eine vermehrte Algenbildung fördern würden und erhöhen damit die Wasserqualität. Wenn der Wasserlinsenteppich größer wird, beschattet er die Wasserfläche und kann so ebenfalls die Algenbildung verringern. Außerdem schützt eine Schwimmpflanzendecke die Wasserbewohner, insbesondere Jungfische, vor Räubern.

Hinweis: Neben Enten mögen auch verschiedene Fischarten Entengrütze als Futter. Es handelt sich also um ein beliebtes Zusatzfutter.

Negative Eigenschaften

Eine einzelne Wasserlinse ist niemals schädlich. Ein Wasserlinsenteppich birgt zwar ebenfalls keine direkten Gefahren, verändert die Wasserqualität jedoch erheblich. Je mehr Linsen im Gartenteich schwimmen, desto dunkler wird dieser. Andere Pflanzen werden nicht nur verdrängt, sie können sogar absterben. Dadurch bilden sich noch mehr Nährstoffe im Wasser und die Linsen vermehren sich noch schneller.

Wasserlinsen - Entengrütze - Lemna

[Petr Filippov (Don Pedro28), Lemna turionifera, bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 3.0]

Entfernung der Entengrütze

Für die Entfernung der Wasserlinse / Entengrütze gibt es folgende erfolgsversprechende Methoden.

Abschöpfen

Die einfachste Methode, die Linsen aus dem Gartenteich zu bekommen, ist das Abfischen mit dem Kescher. Damit werden große Mengen der Schwimmpflanzen auf einmal entfernt. Der Nachteil dieser Maßnahme liegt darin, dass sie nicht besonders nachhaltig ist. Es bleiben immer einzelne Linsen übrig, zum Beispiel zwischen den Stängeln anderer Wasserpflanzen. Diese vermehren sich sofort wieder und nach einigen Tagen ist die Wasserfläche erneut mit den Pflanzen bedeckt.

Abgefischte Linsen entsorgen

Enten sind nicht die einzigen Tiere, die Wasserlinsen mögen. Hühner fressen sie ebenfalls gern. Alternativ können die Wasserpflanzen auf dem Kompost entsorgt werden, für den Hausmüll sind sie zu schade.

Hinweis: Auch wenn es ungewöhnlich klingt, so sind die Linsen essbar. Man kann sie zum Beispiel im Salat essen.

Vorbeugen

Die wichtigste Maßnahme setzt schon ein, bevor die Wasserlinse zur Plage werden kann.

  • Fische nur bedarfsgerecht füttern
  • besser etwas hungrig halten
  • viele Wasserpflanzen in den Gartenteich
    pflanzen
  • Falllaub entfernen oder gleich verhindern, dass es in den Teich fallen kann
  • Schlamm regelmäßig entfernen
  • keine nährstoffreiche Erde für Wasserpflanzen nutzen
  • nicht düngen oder nur direkt an der betroffenen Pflanze

Fische einsetzen

Wer die Linsen nicht selbst entfernen möchte und genug Platz im Teich hat, kann verschiedene Fische einsetzen, die die Linsen dezimieren. Zu beachten ist dabei, dass die Fische nicht zu viel gefüttert werden, es würde sonst der gegenteilige Effekt eintreten. Außerdem dürfen nur Fische eingesetzt werden, die für den Teich geeignet sind und sich mit den übrigen Bewohnern gut vertragen. Gründelnde Fische haben den Nachteil, dass das Wasser trüb wird und sich auch nicht durch irgendwelche Maßnahmen klären lässt. Sie wirbeln den Bodengrund immer wieder auf.

Andere Wasserpflanzen einsetzen

Da das hauptsächliche Problem in den vielen Nährstoffen liegt, die zur Verfügung stehen, müssen diese entfernt werden, um die Linsen loszuwerden. Dies geschieht am besten durch den Einsatz anderer, schnell wüchsiger Wasserpflanzen. Gut geeignet sind größere Schwimmpflanzen, die sich, sollten sie sich zu stark vermehren, viel leichter entfernen lassen als die Wasserlinsen. Stängelpflanzen eignen sich nicht so gut, weil zwischen den einzelnen Stängeln die Wasserlinsen schlecht herausgefangen werden können.

Wasserbewegung

Ein Bachlauf dürfte in den meisten Gärten unmöglich zu realisieren sein, trotzdem ist Wasserbewegung eine gute Möglichkeit, die Linsen im Wachstum zu stören. Sie halten sich mit Vorliebe in ruhigen Gewässern auf. Schon für kleine Teiche gibt es geeignete Wasserspiele, die die Oberfläche immer in Bewegung halten.