Feucht- oder Nassraum - gibt es zwischen diesen überhaupt Unterschiede oder beschreiben die Begriffe vielleicht sogar das Gleiche? Diese Frage stellt sich wohl jeder einmal, wenn er im Baumarkt auf Produkte mit Bezeichnungen wie "feuchtraumgeeignet" stößt oder sich mit dem Renovieren von Bad und Co. befasst. Tatsächlich gibt es entscheidende Unterschiede zwischen Nass- und
Feuchtraum. Hier werden sie erklärt.

Feuchtraum: Definition und Eigenschaften

Feuchträume sind Räume, in denen häufiger eine hohe Luftfeuchtigkeit besteht.

Der Begriff lässt sich am besten am Beispiel des Badezimmers erklären:

Durch das Duschen und Baden gelangt eine größere Menge Wasserdampf in die Luft beziehungsweise wird die Luftfeuchtigkeit erhöht. Die warme, feuchte Luft schlägt sich an den kühleren Wänden nieder und kondensiert hier. Hierdurch kann es zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung an Boden, Wänden und Decke kommen - wenn keine geeigneten Mittel und Materialien eingesetzt werden.

Tipp: Daher werden Bäder in der Regel gefliest.

Auch bei Steckdosen und elektronischen Geräten muss auf die Eignung geachtet werden. Sie müssen zum einen auf die Verwendung in Feuchträumen ausgelegt und wassergeschützt sein. Zum anderen müssen sie einen FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter) aufweisen.

Nassraum: Definition und Eigenschaften

Ein gutes Beispiel für die Nassräume im privaten
Bereich sind begehbare beziehungsweise ebenerdige Duschen. Denn in ihnen ist nicht nur die Luftfeuchtigkeit durch Wasserdampf erhöht, sondern zumindest der Boden kommt auch regelmäßig in direkten Kontakt mit fließendem Wasser. Ein weiterer gebräuchlicher Begriff für die Nassräume lautet "Nasszellen".

Weil Wasser in flüssiger Form Kontakt zu Wänden und Boden hat, muss laut DIN 18195 Teil 1 Punkt 3.33 ein Abfluss vorhanden sein. Weiterhin sind die folgenden Faktoren entscheidend:
  • Bodengefälle: Damit das Wasser schnell abfließen kann, muss der Boden zu dem Abfluss hin abfallen.
  • Steckdosen, Schalter und elektronische Geräte: Auf diese muss in der Nasszelle verzichtet werden.
  • Lampen: Lampen benötigen einen 100-prozentigen Spritzwasserschutz. Die Schalter für die Lampen müssen zudem außerhalb des Nassraums liegen.
  • Türen: Selbst Feuchtraumtüren reichen nicht aus, stattdessen müssen spezielle Türen für Nassräume verwendet werden.
Welche elektronischen Installationen erlaubt sind und wo diese angebracht werden dürfen, ist in DIN VDE 0100-701 vorgeschrieben.

Unterschied auf einen Blick

Feuchtraum & Nassraum DefintionDer bedeutendste Unterschied zwischen Feuchträumen und Nassräumen ist, dass Feuchträume lediglich gegen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit geschützt werden müssen - Nassräume hingegen auch gegen Spritzwasser und fließendes Wasser.

Dadurch wird es wichtig, nicht nur alles so zu schützen, dass es durch Feuchtigkeit und Nässe keinen Schaden nehmen kann. Sondern auch, dass es keinen Schaden erzeugen kann - wie beispielsweise ein ungeeignetes Elektrogerät, dass Kontakt zum Wasser hat.

Um diesen sicheren Zustand herzustellen, sollten die geltenden Vorschriften für Feucht- und Nassräume bei Bau, Ausstattung und Renovierung berücksichtigt werden. Für elektrische Installationen finden sich diese in der DIN-VDE-Norm 0100-701:2008-10. Für Baumaterialien und notwendige Abdichtungen in DIN

18151-5.