Um beim Hausbau Geld zu sparen entscheiden sich einige Bauherren dazu, die Abwasserleitungen selbstständig zu verlegen. Die Art der Rohre, das Gefälle, in dem sie verlegt werden, sowie die Winkel und die Verbindungen müssen jedoch einigen Anforderungen genügen. Worauf es dabei ankommt, wie die Rohre verlegt und verbunden werden müssen, erfahren interessierte Heimwerker im Folgenden.

HT- oder KG-Abwasserrohr - die Unterschiede

Abwasserrohre finden sich in verschiedenen Ausführungen. Zum einen die HT-Rohre (Hochtemperaturrohre). Sie sind grau und bestehen aus dem Kunststoff PP (Polypropylen) und sind für die Abwasserleitungen innerhalb des Hauses ausgelegt. Sie können Durchmesser
von 40, 50, 75 und 110 Millimeter aufweisen, wobei die verschiedenen Durchmesser auf verschiedene Verwendungszwecke ausgelegt sind.
Für das Waschbecken reicht beispielsweise eine Durchmesser von 40 Millimetern. Für das WC müssen es hingegen 110 Millimeter sein.

Die KG-Rohre (Kanalgrundrohre) sind orangebraun und auf die Abwasserableitung draußen ausgelegt. Sie verbinden die Leitungen des Hauses also mit der Kanalisation. KG-Rohre werden im Erdreich verlegt und sind mit Durchmessern von 110 und 125 Millimetern erhältlich. Für das Anschließen des Hauses an die Kanalisation kommen also nur die KG-Rohre infrage.

Verstärkte KG-Rohre als Sonderform

Für gewöhnlich sind sie nicht orangebraun, sondern grün und auf das Einsetzen in Bereichen mit hoher Belastung ausgelegt. Sie kommen beispielsweise unter Stellen zum Einsatz, auf dem häufiger Autos geparkt werden. Bei der Auswahl und Planung sollte stärker belastete Stellen auf dem Grundstück also ebenfalls berücksichtigt werden.

Planung und Voraussetzungen

Vor dem Verlegen der Abwasserleitung muss zunächst der Verlauf geplant werden. Welche Rohre eingesetzt werden, hängt zum einen von den örtlichen Vorschriften und zum andere von Gegebenheiten ab. Um Fehler zu vermeiden sollten Laien und Hobbyhandwerker sich über die geltenden Vorschriften im Vorfeld informieren.

Generell gelten jedoch die folgenden Punkte:

Grabentiefe
Das Abwasserrohr wird in einer Tiefe von 100 Zentimetern verlegt. Der Graben muss also eine entsprechende Tiefe aufweisen. Eine Ausnahme stellen stärker belastete Bereiche dar, auf denen beispielsweise viel Verkehr fährt. Hier müssen die Gräben 150 Zentimeter tief sein.

Gefälle
Die Rohre müssen mit einem Gefälle von ein bis zwei Prozent verlegt werden. Das heißt auf ein Meter Rohrlänge muss ein Gefälle von ein bis zwei Zentimetern eingeplant werden. Bei einer insgesamten Verlegelänge von 50 Metern muss also ein Gefälle von 50 bis 100 Zentimetern gegeben sein. Auch das muss beim
Anlegen des Grabens berücksichtigt werden.

Füllmaterial
Zum Schutz der Rohre müssen sie auf Sand verlegt und zunächst auch mit Sand bedeckt werden. Diese Maßnahme sorgt einerseits dafür, dass Kies und spitze Steine keine Schäden an den Abwasserrohren erzeugen können. Zudem sorgt die Sandschicht für eine bessere Druckverteilung.

Winkel
Für Richtungsänderungen dürfen ausschließlich Bögen mit einem Winkel zwischen 15 und 45 Grad verwendet werden. Für Abzweigungen können nur Bögen mit 45 Grad eingesetzt werden.

Belastung
Werden die Abwasserleitungen unter einem Parkplatz oder einer anderen stärker belasten Stelle verlegt, müssen verstärkte KG-Rohre eingesetzt werden. Für andere Bereiche reichen die normalen KG-Rohre jedoch aus.

Vorbereitung

Damit sich die Abwasserrohre im Anschluss problemlos verlegen lassen, ist nach der Planung die entsprechende Vorbereitung erforderlich. Zu dieser gehören die folgenden Schritte:

1. Graben ausheben und dabei das notwendige Gefälle berücksichtigen. Der Graben sollte so breit sein, dass das Rohr darin problemlos mittig ausgerichtet werden kann.

2. Steine und Wurzeln aus dem Graben entfernen.

3. Die Erde im Graben verdichten.

Um sicherzustellen, dass das Gefälle richtig angelegt ist, sollte nach dem Verdichten der Erde noch einmal genau nachgemessen werden.

Tipp: Aufgrund der erforderlichen Grabentiefe ist es sehr aufwendig, ihn per Hand auszuheben. Es lohnt sich daher, einen Minibagger zu mieten.

Abwasserrohre verlegen

KG-Rohre verlegen - Abwasserrohr orangeWenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, gestaltet sich das anschließende Verlegen und Verbinden der Rohre vergleichsweise einfach. Es müssen lediglich die folgenden Schritte berücksichtigt werden:

1. Den Boden des Grabens mit einer zehn Zentimeter dicken Sandschicht bedecken. Diese dient dem Schutz des Bodens.

2. Die Verlegung beginnt am tiefsten Punkte des Gefälles, sodass die Muffen entgegen der Fließrichtung des Abwassers zeigen.

3. Das erste Rohr wird eingelegt und mit dem zweiten Rohr verbunden, indem es in die Verbindung eingeschoben wird. Dabei ist es hilfreich, ein entsprechendes Gleitmittel zu verwenden, da es das Gleiten über die Gummidichtung erleichtert. Mit Rohrschellen werden die beiden Rohre aneinander befestigt.

4. Die Rohre werden mittig in dem Graben ausgerichtet und bis zu einer Grabenhöhe von jeweils 30 Zentimetern mit Sand abgedeckt.

5. Die Sandschicht wird verdichtet - allerdings nur per Hand. Keinesfalls sollten hier schwere Geräte zum Einsatz kommen, da die Rohre hierdurch Schaden nehmen könnten.

6. Die Erde wird schichtweise aufgetragen und ebenso wie der Sand per Hand verdichtet. Erst ab einem Meter über dem Rohr darf ein entsprechendes Gerät zu Verdichtung verwendet werden.

Rohre zuschneiden

Für die Abwasserleitung außen kann es notwendig sein, einzelne Abwasserrohre zu kürzen. Da die Kanten der Originalrohre außen und innen abgeschrägt sind, um das Gleiten in die Muffe zu erleichtern, gehört zu dem angepassten Kürzen jedoch mehr als das Absägen.

1. Die Rohre werden abgemessen und die Schnittkanten markiert. Damit ein gerader Schnitt erfolgen kann, sollte mit einem Lineal und einem Stift mehrere Markierungen auf dem Rohr abgemessen und gesetzt und erst im Anschluss miteinander verbunden werden.

2. Das Rohr wird auf einen Tisch aufgelegt, sodass das überschüssige Rohrstück über den Tisch hinausragt.

3. Mit einer Säge wird das Rohr an der markierten Stelle gekürzt.

4. Die Schnittkante wird mit einer Feile innen und außen angeschrägt.

5. Mit Sandpapier werden die Schnittkanten geglättet, damit es nicht zu Beschädigungen an der Gummidichtung des Verbindungsteils kommt.

Auch nach dem Zuschneiden, Feilen und Glätten sollte bei den Verbindungen Gleitmittel eingesetzt werden, um das Einschieben in die Verbindungselemente des Rohrsystems zu
erleichtern.