Wer ein altes Möbel vom Speicher oder vom Flohmarkt für seine Wohnung wiederbeleben möchte, muss meist auch den Lack erneuern. Denn der alte Anstrich ist fehlerhaft oder entspricht so gar nicht dem eigenen Geschmack. Einfach geht es, wenn die Möbel vor dem Streichen nicht erst noch aufwendig angeschliffen werden müssen. Wie das alte Möbel in neuem Glanz erstrahlen kann, wird im folgenden Artikel erklärt.

Essigreiniger nutzen

Wer bereits lackiertes Holz ohne Schleifen überlackieren möchte, der muss allerdings einige andere Schritte beachten, damit der neue Anstrich auch auf dem alten Lack hält. In der Regel wird abgeschliffen, doch es geht auch ohne Schleifen. Wichtig bei den Möbeln ist, dass auch diese je nach Größe auseinandergebaut werden sollten. Ein alter Holzstuhl ist oft geleimt und sollte daher in seiner Form verbleiben,
doch Schränke oder Kommoden sollten auseinander gebaut werden. Vor allem Knöpfe und Griffe werden in der Regel vor der Arbeit entfernt. Dann wird wie folgt vorgegangen:
  • alle Rückstände müssen entfernt werden
  • hierzu gehören vor allem Staub
  • aber auch Fett, das sich bildet, wenn das Möbel angefasst wird
  • für das Abwaschen verdünnten Essig oder Essigreiniger nutzen
  • gründlich abwaschen
  • bei starken Flecken mehrmals
  • alle bearbeiteten Teile gut trocknen lassen
Alternativ zu Essig kann auch Waschbenzin, Anlauger oder Seifenlauge genutzt werden. Sind die zu streichenden Holzteile alle gut getrocknet, kann die gewünschte Farbe aufgetragen werden.

Tipp: Wird lackiertes Holz bearbeitet, dann sollte vorab an einer kleinen, nicht einsehbaren Stelle getestet werden, ob der Lack oder auch die Kreidefarbe vom Holz vertragen wird, und wie das Ergebnis aussieht. Bei großen Möbeln bietet sich hierfür auch die Rückseite an, die später an der Wand steht. Dann kann auch über eine größere Fläche getestet werden.

Kreidefarbe für den Shabby Chic

Möbel mit Kreidefarbe streichenWer den Shabby Chic mag, der kann hierfür gut alte Möbel verwenden ohne diese vorher zu schleifen. Gerade bei sehr großen Möbeln, wie Schränken oder Regalen kann das Anschleifen sehr umständlich sein. Ein Anschleifen ist jedoch in der Regel bei lackiertem Holz wichtig, damit die Farbe richtig hält. Wird jedoch Kreidefarbe verwendet, dann kann das Schleifen entfallen. Hierbei wird wie folgt vorgegangen:
  • Kreidefarbe ist ähnlich wie Kalkfarbe
  • wird in verschiedenen Farben als Pulver angeboten
  • muss gemäß Anweisung mit Wasser gemischt werden
  • die Möbel vorab mit Spülmittel und Wasser entfetten und säubern
  • gut trockenreiben
  • Boden mit Zeitungen auslegen
  • dient zum Schutz vor heruntertropfender Farbe
  • Kalkfarbe auftragen
  • hierzu Pinsel nutzen
  • Konsistenz der Flüssigkeit ist ähnlich normalen Holzlacken
Wird die Kreidefarbe auf einem Möbel aufgetragen, dann ist diese im nassen Zustand deutlich dunkler, als meist gewünscht. Trocknet die Farbe dann jedoch ab, wird sie heller und entspricht dem ausgesuchten Farbton. Als Abschluss wird dann noch mit Holzwachs übergestrichen. Da die Kreidefarbe sich hierdurch an manchen Stellen wieder löst,
entsteht der faszinierende Shabby Chic.

Tipp: Werden die Holzmöbel nicht angeschliffen, muss die Farbe in der Regel zwei- bis sogar dreimal aufgetragen werden, bis sie deckt und der alte Ton vom Holz nicht mehr durchscheint.

Furnierte Möbel streichen

Möbel mit Furnier bestehen nicht aus Massivholz, das lackiert wurde, sondern aus Pressspan mit einer leichten Echtholzschicht. Diese Holzschicht ist in der Regel nur wenige Millimeter dünn und muss daher besonders vorsichtig behandelt werden. Auch Furnierte Möbel, die nicht stark beschädigt sind, können ohne ein Abschleifen lackiert werden. Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • mit Anlauger oder Waschbenzin abwischen
  • da es sich hierbei um giftige Substanzen handelt, im Freien arbeiten
  • in einem Innenraum für genügend Belüftung sorgen
  • gut trocknen lassen
  • Oberfläche spachteln, wenn sich Risse oder Schadstellen hierauf befinden
  • danach wieder gründlich mit Waschbenzin oder speziellem Fettlöser reinigen
  • wieder gut trocknen lassen
  • mit einem imprägnierten Tuch abwischen
  • alles abkleben, was nicht lackiert werden soll
  • spezielle Grundierung für furnierte Möbel aufstreichen
  • auf Herstellerangaben wegen der Trocknung achten
Nachdem die Grundierung gut durchgetrocknet ist, wird der gewünschte Lack aufgetragen. Hierbei eignen sich in der Regel Acryllacke auf Wasserbasis. Diese müssen nun dünn in zwei bis drei Arbeitsschritten aufgetragen werden. Zwischen den einzelnen Schritten muss der Lack gut trocknen. Zum Schluss erfolgt noch ein Anstrich mit einem Klarlack als Schutzschicht.

Tipp: Gerade, wenn das Furnier auf den Möbeln nicht geschliffen werden soll, ist es hilfreich, eine Grundierung aufzutragen, damit der Lack später besser hält. Ansonsten kann es passieren, dass dieser schnell wieder abblättert und reißt.

Offenporige Farbe nutzen

Gerade bei bisher unbehandelten Möbeln, bei denen das Holz bislang nicht lackiert wurde, eignet sich eine offenporige Farbe. Hierbei handelt es sich um unterhaltsleichte Farben, bei denen vorab nichts geschliffen wurde. Wird daher ein Möbel, wie ein Schrank, eine Kommode, ein Tisch oder Stuhl selbst gebaut und unlackiertes Holz verwendet, dann kann die offenporige Farbe genutzt werden. Die Vorteile und das Auftragen werden kurz wie folgt erklärt:
  • offenporige Farben sind unterhaltsleichte Farben
  • diese bilden keinen dichten Film auf dem Holz
  • das Holz kann atmen
  • arbeitet das Holz, blättert die Farbe dennoch nicht ab
  • Farbe kann direkt auf das unbehandelte Holz gegeben werden
  • für einen erneuten Anstrich wird keine weitere Vorarbeit nötig
  • offenporige Farbe kann auch dann wieder sofort aufgestrichen werden
  • kann jedoch nicht auf bereits lackiertem Holz verwendet werden
  • zwei Anstriche reichen
  • Grundfarbe ist nicht erforderlich
Offenporige Farben sind in vielen verschiedenen Farbtönen erhältlich und für unbehandeltes oder bereits mit einer offenporigen Farbe gestrichenes Holz perfekt, um ohne große Mühen das Holz zu streichen. Der Vorteil hierbei ist auch, dass die dekorative Holzstruktur weiter zum Vorschein kommt und nicht überlackiert wird.

Tipp: Die offenporige Farbe hat vor allem den Vorteil, dass sie auch gut für Gegenstände, die im Freien stehen, genutzt werden kann. So ist sie vor allem für einen Zaun oder einen Sichtschutz auch besonders gut geeignet. Bei Möbeln kann dieser Vorteil zum Beispiel für Gartenmöbel wie eine freistehende Bank oder Holzmöbel auf der Terrasse gut genutzt werden.

Gut erhaltene Möbel aufbereiten

Sind die alten Möbel noch gut erhalten und sollen nur aufgearbeitet werden, dann kann dies auch mit speziellen Produkten aus dem Fachhandel ohne schleifen gemacht werden. So können die folgenden Mittel genutzt werden, damit die alten Möbel im eigenen Wohnraum wieder dekorativ aussehen:
  • Möbelreinigungsflüssigkeit
  • verschiedene Tinkturen von hell bis dunkel erhältlich
  • Möbel vor und nach dem Auftragen mit Polierwolle bearbeiten
  • Möbelpoliturlack
  • nach dem Reinigen mit weichem Tuch auftragen
  • gibt es auch als speziellen Schellack-Auffrischer für ganz alte Möbel
  • Pflegepolitur für unschönen Lack

Abschleifen bei großen Beschädigungen

Holz abschleifenManchmal geht es aber auch nicht ohne Abschleifen. Denn sind die Holzteile am Möbel bereits sehr geschädigt, dann muss abgeschliffen werden. Auch wer keinen Shabby Chic wünscht, sondern das Möbel ganz in einer Farbe durchlackieren möchte, kommt in der Regel nicht um das Ab- oder zumindest Anschleifen herum. Denn auf den geschliffenen Flächen hält die Farbe besser und es kommt nicht zu dem Effekt, dass die Farbe an manchen Stellen dünner
erscheint.