Mineralputz ist eine wunderbare Option zum Verputzen von Innen- und Außenwänden, denn er bringt einige Vorteile mit sich. Darunter unter anderem die hohe Wasseraufnahmefähigkeit und die Atmungsaktivität. Beides kann eine positive Auswirkung auf das Raumklima haben. Dazu bietet er zusätzlich eine große Vielfalt an Dekorationsmöglichkeiten und lässt sich häufig überstreichen, um Räumen oder Fassade eine neue Optik zu verleihen.

Vorteile

Der Mineralputz hat zahlreiche Vorzüge. Darunter:
  • atmungsaktiv
  • feuchtigkeitsbeständig
  • aufnahmefähig
  • dämmend und isolierend gegen Wärme
  • vergleichsweise kostengünstig
  • vielfältig in den
    Gestaltungsmöglichkeiten
  • mehrfach überstreichbar
  • frei von Konservierungsstoffen und Lösemittel
  • einfach aufzutragen
  • positiver Einfluss auf die Raumakustik
Der eindeutige Vorzug des Mineralputzes liegt darin, dass er ein angenehmes Raumklima begünstigen kann. Weder gibt er gefährliche Stoffe an die Raumluft ab, noch führt er zu einer Stauung von Feuchtigkeit. Da er Feuchtigkeit aufnehmen und langsam wieder abgeben kann, reguliert er das Raumklima gewissermaßen. Das kann sich enorm auf das Wohlbefinden auswirken. Hinzu kommt noch, dass Mineralputze eine gute Dämmwirkung aufweisen. Aufgrund ihrer großen Poren kann sehr viel warme Luft gehalten werden. Das isoliert zum einen gegen die Kälte von außen, begünstigt jedoch auch die Verdunstung aufgenommener Feuchtigkeit.

Auswahl

Es gibt eine recht große Auswahl verschiedener Mineralputze. Grundlegend bestehen sie jedoch immer aus drei Basis-Komponenten: Bindemittel, Beimischung (mineralisch) und Zusatzstoffe für spezielle Funktionen. Bei diesen kann es sich um die folgenden Substanzen handeln:
  • Bindemittel, wie beispielsweise Lehm, Zement, Kalk-Zement, gebrannter Ton, Baukalk, Gips
  • Mineralische Beimischungen, wie Natursteinmehl, Sand oder Granulate
  • Zusatzstoffe für spezielle Funktionen, wie Luftporenbilder für verbesserte Wärmedämmung, Haftverbesserer für das Verputzen auf schwierigen Untergründen, Erstarrungsbeeinflusser oder Dichtungsmittel bei Bindemittel-Beimischung-Kombinationen, die zusätzlich beeinflusst werden müssen

Anrühren

Im Gegensatz zu beispielsweise Silikon-Harz-Putzen, werden Mineralputze meist in Trockenmasse angeboten und müssen angerührt und vergleichsweise zügig verbraucht werden. Das ist ein potentieller Nachteil, denn es bedeutet etwas mehr Aufwand und erfordert eine verhältnismäßig gute Planung beim Verputzen.

Abstimmung

Damit der Putz eine gute Haftung hat und seine gesamten Vorzüge zeigen kann, müssen die Wände entsprechend vorbereitet werden. Spachtelmasse, Tiefgrund und Putzgrund bereiten das Mauerwerk vor und sorgen für optimale Ergebnisse.
Putz an der Wand

Neben den vorbereitenden Maßnahmen an sich, muss bei der Auswahl der einzelnen Produkte genau hingeschaut werden. Die besten Resultate lassen sich nur erreichen, wenn die einzelnen Grundierungen auf den Mineralputz abgestimmt sind. Es empfiehlt sich beim Neubau, zunächst den gewünschten Putz auszuwählen und die hierzu passenden Grundierungen zu erwerben. Bei Renovierungen ist das natürlich nicht möglich. In diesen Fällen sollte bestimmt werden, welche Grundierungen bereits vorhanden sind und welche Putzarten dazu passen.

Auftragen

Zum Auftragen des Putzes sollten die folgenden Schritte berücksichtigt werden. Bei diesen handelt es sich um:

1. Untergrund vorbereiten:
Der Untergrund sollte sauber, trocken und frei von Schäden sein. Risse und Löcher müssen also im Vorfeld mit Spachtelmasse ausgeglichen werden. Danach ist ein erneutes Abtrocknen erforderlich. Bei saugfähigen Untergründen sollte zudem ein Tiefgrund aufgebracht werden.

2. Putzgrund
Der Putzgrund gehört streng genommen noch zur Vorbereitung der Wand. Er sorgt dafür, dass im Anschluss ein sehr ebenes und gleichmäßiges Ergebnis erzielt werden kann. Allerdings ist er meist nur dann von Nöten, wenn Innenwände dekorativ verputzt werden sollen oder Streichputz aufgetragen werden soll. In anderen Fällen kann darauf problemlos verzichtet werden.

3. Abdeckarbeiten
Das Umfeld und empfindliche Elemente sollten abgeklebt werden, um einen versehentlichen Auftrag des Putzes zu verhindern. Fenster- und Türrahmen, Sockelleisten müssen geschützt werden. Für den Schutz des Bodens empfiehlt sich das Auslegen einer dicken Plane.

4. Anrühren
Der Mineralputz wird mit Wasser angerührt. Dabei sollte dringend auf die Angaben des Herstellers geachtet werden. Für kleinere Mengen reicht der Einsatz einer Bohrmaschine mit Rühraufsatz. Bei größeren zu verputzenden Flächen - die vor allem im Außenbereich zu finden sind - kann jedoch auch ein Betonmischer sinnvoller sein.

5. Auftragen
Mit einer Maurerkelle wird der Putz aufgetragen und glatt gestrichen. Er kann zusätzlich auch noch abgezogen werden, um eine besonders ebene Fläche zu erzielen. Hierbei können unter anderem auch Putzleisten als Basis helfen. Denn Putzleisten können den Auftrag des Putzes deutlich vereinfachen und beispielsweise auch dem Ausgleich von unebenen oder schiefen Wänden dienen. Sie dienen nicht zuletzt als Auflageflächen für einen Abzieher. Mit diesem lassen sich Überschüsse sehr einfach entfernen und Dellen fallen auch ohne Nachmessen sofort auf.

6. Dekoration
Bei Dekor-Putzen kommt nach dem Auftrag noch das Einfügen der Strukturierung hinzu. Das kann durch spezielle Rollen, Nagelbretter, Filzbrettern oder einen Pinsel erfolgen.

Tipp: Bei größeren Flächen sollte wenigstens zu Zweit gearbeitet werden, um den Putz zügig auftragen und glätten zu können. Anderenfalls könnte die Trocknung das Verputzen erschweren.

Mineralputze streichen

Beim Streichen des Mineralputzes muss nur auf wenige Punkte geachtet werden. Bei diesen handelt es sich um:
  • Säuberung der Oberfläche: Feuchtigkeit, Staub und andere haftmindernde Substanzen sollten dringend entfernt werden. Am besten wird die Wand gründlich abgesaugt und gegebenenfalls auch mit passenden Reinigungsmitteln behandelt.
  • Auswahl der passenden Farbe: Die Farbe muss dafür geeignet sein, direkt auf Putz aufgetragen zu werden. Zudem sollte sie sich natürlich abhängig von der Wand für den Außen- oder Innenbereich eignen.
  • Utensilien: Sehr stark strukturierter Putz hat hohe Spitzen und tiefe Poren. Daher wird hier eine hochflorige Malerrolle benötigt.
Tipp: Als Alternative zum Streichen kann auch der Putz direkt eingefärbt werden.

Kosten

Ab 4 Euro sollten für ein bis drei Quadratmeter verputzter Wand gerechnet werden. Hierzu kommen natürlich noch die Kosten für Utensilien und eventuell andere vorbereitende Mittel, wie Tiefengrund und Spachtelmasse. Für ein professionelles Verputzen der Wände, samt Vorbereitung und Abdeckarbeiten, sollten jedoch etwa 20 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Wer selbst verputzt und streicht, kann also erhebliche Summen
einsparen.