Kräutersalz selber zu machen hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen können Garten- und Wildkräuter damit haltbar gemacht und ihr Aroma konserviert werden. Zum anderen ist die Mischung ein wunderbares Geschenk und zugleich eine praktische Erleichterung bei der Zubereitung von Fisch, Fleisch und Gemüse. Beim Herstellen sollte jedoch auf einige Punkte geachtet werden, damit das Ergebnis Nase und Gaumen überzeugt.

Frisch oder getrocknet?

Es können sowohl frische als auch getrocknete Garten- und Wildkräuter verwendet werden. Erfahrungsgemäß wird das Salz-Kräuter-Gemisch jedoch deutlich aromatischer, wenn die Kräuter zusammen mit dem Salz im Backofen getrocknet werden. Um ein ähnliches Ergebnis mit trockenen Kräutern zu erzielen, sollte das Gemisch längere Zeit "durchziehen" dürfen, bevor es in der Küche verwendet wird.

Salzarten

Für das Herstellen von Kräutersalz muss zunächst eine Salzart ausgewählt werden. Drei gebräuchliche Arten sind:

Meersalz

Meersalz wird aus Meerwasser gewonnen und ist verhältnismäßig mild. Daher eignet es sich hervorragend für die Herstellung von Kräuter-Salz-Mischungen. Allerdings ist Meersalz auch relativ "feucht", das heißt, es hat eine recht hohe Restfeuchte.

Werden frische Kräuter verwendet und diese zusammen mit dem Salz im Backofen getrocknet, ist das allerdings kein Problem.

Fleur de Sel

Auch hierbei handelt es sich um Meersalz. Dieses spezielle Salz wird jedoch von Hand geerntet beziehungsweise abgebaut und ist daher exklusiver. Dadurch eignet es sich wunderbar für alle, die sich selbst kulinarisch verwöhnen wollen oder anderen ein hochwertiges und selbstgemachtes Geschenk machen möchten.

Steinsalz

Im Grunde ist auch Steinsalz eine Art Meersalz. Es hat sich allerdings unter der Erde abgelagert und ist daher auch intensiver im Geschmack. Für Kräutersalz kann das Steinsalz ebenfalls verwendet werden. Empfehlenswert sind dann allerdings frische Kräuter mit einem kräftigen Aroma. Anderenfalls könnte der intensive Salzgeschmack die Noten der Kräuter überlagern.

Mischverhältnis

Kräutersalz selber machenBeim Mischverhältnis zwischen Salz und Kräutern gilt: Erlaubt ist, was gefällt. Üblich sind aber Verhältnisse zwischen 4:1 und 2:1. Das heißt, dass vier bis zwei Anteile Salz auf einen Teil Kräuter kommen. Zu beachten ist bei frischen Kräutern jedoch, dass diese nach dem Trocknen im Backofen ein deutlich geringeres Volumen und weniger Gewicht aufweisen. Im frischen Zustand sollte die Menge daher verdoppelt werden. Bei bereits getrockneten Kräutern lässt sich das gewünschte Mischverhältnis hingegen leichter herstellen.

Benötigte Utensilien

Traditionell werden Salz und Kräuter in einem Mörser mit einem Stößel zerkleinert und miteinander vermischt. Gerade bei größeren Mengen ist das jedoch recht anstrengend. Alternativ kann daher ein Mixer eingesetzt werden, der leistungsstark und fein genug arbeitet, um sowohl Kräuter als auch Salz zu zerkleinern. Generell werden die folgenden Utensilien benötigt:

  • Mörser und Stößel oder leistungsstarker Mixer
  • Wiegemesser oder scharfes Hackmesser
  • gut schließende Gefäße, beispielsweise Einmachgläser
  • Backofen, Backblech und Backpapier für frische Kräuter
  • Kunststoffbeutel, beispielsweise ein Gefrierbeutel mit Verschluss oder ein Stoffsäckchen
  • gegebenenfalls ein Trichter

Grundrezept für Kräutersalz

Das Herstellen der Kräuter-Salz-Mischung funktioniert immer nach dem gleichen Prinzip. Der einzige Unterschied besteht darin, ob es sich um frische oder getrocknete Kräuter handelt.

Frische Kräuter

Bei frischen Kräutern gestaltet sich das Vorgehen wie folgt:

1. Kräuter waschen, das Wasser abschütteln und sie zum Trocknen auf ein sauberes Tuch legen.

2. Wenn die Kräuter gut abgetrocknet sind, die Blätter von den Stielen abzupfen. Bei feinstieligen Kräutern wie Dill oder Koriander können die Stiele mitverarbeitet werden. Die Kräuter werden lediglich klein gehackt.

3. Kräuter und Salz in einen Mörser oder Mixer geben. In dem Mörser Salz und Kräuter mit dem Stößel gründlich zerstoßen und vermischen. In dem Mixer für wenige Minuten alles fein zerkleinern.

4. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Kräuter-Salz-Mischung gleichmäßig darauf verteilen.

5. Im Backofen bei 50°C für etwa eine Stunde trocknen lassen. Dabei das Gemisch immer wieder mit einer Gabel oder einem Löffel leicht bewegen und verteilen.

6. Durch die Restfeuchtigkeit von Kräutern und Salz kann es dazu kommen, dass die Mischung während des Trocknens verklumpt und wieder größere Stücke entstehen. Nach dem Abkühlen des Kräutersalzes sollte es daher in einen Beutel gegeben und kurz durchgewalkt werden, um Klumpen zu zerkleinern.

7. Mithilfe eines Trichters oder eines Löffels das Salz in passende Gefäße

füllen. Durch getrocknete Kräuterblüten oder einige Reiskörner kann die Streufähigkeit des Kräutersalzes erhalten bleiben.

Kühl und trocken gelagert kann sich das Salz für mehrere Monate halten.

Getrocknete Kräuter

Sind die Kräuter bereits getrocknet, ist das Herstellen des Salzes deutlich einfacher und nimmt weniger Zeit in Anspruch. Nötig sind lediglich die folgenden Schritte:

1. Kräuter und Salz im gewünschten Mischverhältnis in einen Mörser oder einen Mixer geben, zerkleinern und vermischen.

2. Bei einer hohen Restfeuchte des Salzes die Mischung kurz in den Backofen geben und wie oben beschrieben trocknen.

3. Das Salzgemisch in Gefäße füllen und für einige Wochen durchziehen lassen, damit sich die Aromen auch auf das Salz übertragen.

Tipp: Das Kräuter-Salz-Gemisch sollte dunkel und kühl gelagert und in den ersten Tagen auf Kondensation kontrolliert werden. Dann kann es sich mehrere Monate problemlos halten. Auf jeden Fall so lange, dass die nächste Kräuterernte ansteht, bevor sich das Salz dem Ende neigt.

Geeignete Kräuter

Bärlauch für KräutersalzHier gibt es keinerlei Einschränkungen, Garten- und Wildkräuter wie Bärlauch können problemlos verwendet werden. Zudem können dem Salz auch weitere Gewürze zugegeben werden, um eine fertige Gewürzmischung zuzubereiten. Beim Kochen kann das viel Zeit sparen.  Geeignete Kräuter sind unter anderem:

  • Bärlauch
  • Basilikum
  • Currykraut
  • Dill
  • Kerbel
  • Koriander
  • Kresse
  • Lavendel
  • Liebstöckel
  • Oregano
  • Petersilie
  • Pfefferminze
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schnittlauch und Schnittknoblauch
  • Thymian
  • Zitronenmelisse

Als Gewürze eignen sich unter anderem:

  • Anis
  • Chili
  • Knoblauch
  • Paprika
  • Pfeffer
  • Vanille
  • Zimt

Mediterranes Kräutersalz

Mediterrane Gewürzmischungen passen sowohl zu Fisch, Meeresfrüchten, Fleisch und Gemüse. Selbst Käse und Antipasti können damit eingelegt werden. Geeignete Kräuter sind:

  • Rosmarin
  • Oregano
  • Basilikum
  • Thymian
  • Salbei

Für eine mediterrane Kräuter-Salz-Mischung werden wahlweise zwei bis drei Bund der Kräuter mit 500 Gramm Meersalz kombiniert oder aber jeweils mehrere Stängel von drei bis fünf der Kräuter zerkleinert und mit dem Salz gemixt oder gemörsert. Zusätzlich können weitere Kräuter und Gewürze in kleiner Menge beigegeben werden. So beispielsweise Petersilie, Paprika, Peperoni, Pfeffer oder Chili.

Kräutersalz für Fisch

Ein beliebtes Gewürz für Fisch ist das bereits erwähnte mediterrane Kräuter-Salz. Alternativ kann aber auch eine eigene Mischung angefertigt werden. Geeignete Kräuter sind:

  • Dill
  • Petersilie
  • Schnittlauch oder Schnittknoblauch

Je ein Bund gemischt mit 200 Gramm Meersalz und etwas Pfeffer verleiht dem Fisch eine sanfte Kräuternote und Würze, ohne den Geschmack des frischen Fischs zu überdecken.

Kräutersalz für Fleisch

Bei Fleisch muss natürlich ein Unterschied gemacht werden, da sich zahlreiche verschiedene Sorten finden. Bereits zwischen Hühnchen und Rind sollte daher bei der Würze unterschieden werden. Noch größere geschmackliche Differenzen finden sich beispielsweise zwischen Hühnchen und Känguru oder Strauß und Ziege. Daher kann für Fleisch auch kein pauschales Rezept gegeben werden. Wiederum gilt aber, dass erlaubt ist, was schmeckt und gefällt.

Rind

  • 500 Gramm Salz
  • Knoblauch, Schnittknoblauch oder Schnittlauch
  • Petersilie
  • Oregano
  • Majoran
  • Thymian

Besonders aromatische Ergebnisse lassen sich erreichen, wenn jeweils ein ganzes Bund verwendet wird. Wer ein leichteres Kräutersalz selber machen möchte, kann jedoch auch nur etwa die Hälfte davon verwenden. Das gilt auch für die folgenden Kräutersalz-Rezepte für Fleisch.

Geflügel

Bei Hähnchenfleisch ist die Palette der Kräuter deutlich umfassender. Zu den geeigneten Würzpflanzen gehören:

  • Basilikum
  • Estragon
  • Fenchel
  • Lorbeer
  • Majoran
  • Oregano
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Thymian

Die Kräuter können einzeln auf bis zu 500 Gramm Salz gegeben oder auch miteinander kombiniert werden. Dazu passt zudem eine Zitronennote. Hierzu kann dem Salz entweder etwas abgeriebene Zitronenschale beigegeben oder aber etwas Zitronensaft direkt auf das Fleisch gegeben werden.

Schweinefleisch

  • Basilikum
  • Petersilie
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schnittlauch

Tipp: Das Kräutersalz sollte jeweils beschriftet und alle Zutaten aufgelistet werden.

Ideal ist es zudem, das Herstellungsdatum und das Mischungsverhältnis anzugeben. Hierdurch kann eine besonders gelungene Mischung sehr einfach wieder zubereitet werden.

Kräutersalz für Gemüse

Kräutersalz mit ChilliWie auch beim Fleisch gibt es beim Gemüse ebenfalls erhebliche Unterschiede zwischen den passenden Kräutern und dem gewünschten Geschmack. Daher kann wiederum keine pauschale Antwort oder ein allgemein passendes Rezept gegeben werden. Die folgende Kombination eignet sich jedoch für eine Vielzahl von Gemüsesorten:

  • 500 Gramm Salz
  • 1 Bund Petersilie
  • Schnittlauch oder Knoblauch
  • Paprika
  • je ein Stängel Rosmarin, Oregano und Thymian

Zum Abschmecken können zusätzlich Lavendel und Salbei verwendet werden.

Kräutersalz für Eintöpfe

Eintöpfe sind ein typisches und wärmendes Essen für die kalte Jahreszeit. Eine fertige Gewürzmischung kann sich daher als durchaus praktisch erweisen.

  • 200 Gramm Salz
  • ein Bund Petersilie
  • ein halbes bis ein ganzes Bund Liebstöckel, je nach gewünschter Intensität
  • bei Bohneneintopf zusätzlich ein Bund Bohnenkraut
  • nach Geschmack Beifuß, Kerbel oder Majoran

Tipp: Bevor die Kräutermischung zusammengestellt wird, sollten die einzelnen Kräuter in den Speisen getestet werden. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Zusammenstellung auch wirklich den eigenen Geschmack trifft.

Kräutersalz für Süßspeisen

Salz in süßen Speisen? Das mag zunächst ungewöhnlich erscheinen, aber tatsächlich wird sowohl beim Backen als auch bei anderen Süßspeisen eine Prise Salz zugegeben, um eine angenehme Süße zu erzeugen. Dennoch sollte die Hauptzutat natürlich nicht Salz, sondern Zucker sein. Der aromatisierte Zucker mit einer Prise Salz kann beispielsweise aus den folgenden Zutaten bestellen:

  • 500 Gramm Zucker
  • ein Bund Pfefferminze oder Zitronenmelisse
  • das Mark einer Vanilleschote

Die Zutaten werden wie im Grundrezept beschrieben miteinander vermischt und zubereitet. Die Mischung eignet sich unter anderem für Eis, Creme-Speisen und Fruchtsalat.

Tipp: Für einen kulinarisch extravaganten Hauch kann auch Lavendel verwendet werden. Besonders dekorativ wird die Mischung, wenn neben dem Kraut auch trockene Blüten des Lavendels verwendet werden.