Der Aprikosenbaum trägt die botanische Bezeichnung Prunus armeniaca und stammt ursprünglich aus China, von dort hat sich dieser in der ganzen Welt verbreitet. Das Gehölz ist relativ pflegeleicht, aber gedeiht nur mit den richtigen Standortbedingungen gut. Aufgrund der kühleren Temperaturen in den heimischen Gärten, eignet sich speziell eine Lage mit südlicher Ausrichtung und vielen Sonnenstunden. Der empfindliche Aprikosenbaum ist im Winter auf zusätzlichen Schutz angewiesen.

Standort

Der Aprikosenbaum hat seinen Ursprung in warmen Ländern, deshalb verträgt das Gehölz die hiesigen, oft kalten Temperaturen nicht besonders gut. Das Gewächs ist auch als Marillenbaum bekannt und wird vor allem in den warmen Regionen am Mittelmeer angebaut. Deshalb ist die Pflanze auf die richtige Auswahl des Standortes angewiesen und braucht außerdem zusätzliche Schutzmaßnahmen. Der Anbau ist auch in Gebieten möglich, die nördlicher liegen, zum Beispiel in einem geschützten Tal mit einem milden Klima. Je wärmer der Standort ist, desto reichhaltiger fällt die Ernte der süßen Früchte
aus. Das Gewächs ist sehr empfindlich gegen spät einsetzende Fröste, weil es schon früh mit den ersten potenten Sonnenstrahlen im Frühling austreibt. In dieser Zeit sollte der Aprikosenbaum deshalb einen Sonnenschutz erhalten, um den Austrieb und die Blüte zu verzögern.
  • Bevorzugt warme Standorte mit vielen Sonnenstunden
  • Optimal ist ein vor schlechtem Wetter geschützter Südhang
  • Gedeiht besonders gut in den hiesigen Weinanbaugebieten
  • Verträgt keine anhaltenden Zugwinde
  • Abstand zum Haus sollte mindestens 4-6 m betragen
  • In kühleren und bergigen Lagen besser im Kübel kultivieren
  • Eignet sich auch als Spalierobst an südlicher Hauswand

Pflanzsubstrat

Neben dem Standort spielt auch das Pflanzsubstrat eine wichtige Rolle, damit der Aprikosenbaum eine gute Ernte ausbildet. Wenn die Böden extrem lehmig und tonhaltig sind, dann stauen diese das Regen- und Gießwasser und schädigen dadurch den empfindlichen Baum. Außerdem ist eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Wurzeln wichtig, damit sich das Gehölz oberflächlich gut entwickeln kann. Stets nasse Lehmerde erdrückt auf Dauer die sensiblen Wurzeln. Deshalb sollte eine Drainage angelegt werden, um den Boden wasserdurchlässiger zu machen.
  • Ideal sind leichte Erdböden, mit sandigen Anteilen
  • pH-Wert des Bodens sollte neutral sein, um 7 herum
  • Auf gute Durchlässigkeit achten
  • Lehmige Böden regelmäßig auflockern
  • Drainage unterhalb des Wurzelballens anlegen
  • Optimal ist das Einarbeiten von grobem Kies oder Schotter

Pflanzen

Aprikose - Marille - Prunus armeniacaBeim Pflanzen des Aprikosenbaums sollte das Exemplar nicht älter als ein Jahr sein. Deutlich ältere Bäume lassen sich nur schwer verpflanzen und vertragen diesen Prozess sehr schlecht. Idealerweise wird die Jungpflanze im Container gekauft, sodass sich das Wurzelsystem ausreichend entwickeln konnte. Diese Bäumchen sind deutlich robuster und gewöhnen sich schnell und problemlos an ihren neuen Standort. Außerdem lassen sich diese fast zu jeder Jahreszeit einpflanzen. Dagegen sollten wurzelnackte Aprikosenbäume ausschließlich in dem Zeitraum von Oktober bis April im Garten ausgesetzt werden. Um zum Ende des Sommers mit einer Ernte rechnen zu können, bietet sich das Anpflanzen zum Frühlingsanfang an, damit der Baum ausreichend Zeit für die Ausbildung der Blüte hat.
  • Nach dem letzten starken Winterfrost pflanzen
  • Günstiger Zeitpunkt ist im Frühling, ab März
  • Erdboden gründlich auflockern
  • Alte Wurzeln, größere Steine und Unkraut entfernen
  • Wurzelballen vorsichtig auseinander ziehen
  • Ins Wasserbad stellen, damit sich die Wurzeln vollsaugen können
  • Unterhalb der Wurzeln Drainage anlegen
  • Pflanzloch doppelt so groß wie Wurzelballen ausheben
  • Pflanzstelle zu einem Drittel mit Kompost anreichern
  • Dazu noch Hornspäne untermischen
  • Jungpflanze in der Mitte aufrecht platzieren
  • Beim Eingraben die Pflanzerde zwischendurch gut andrücken
  • Veredelungsstelle etwa 5 cm über dem Erdboden stehen lassen
  • Danach reichlich angießen

Gießen & Düngen

Als Obstbaum gedeiht der Prunus armeniaca vor allem in einem trockenen und warmen Klima, welches von gelegentlichen Regengüssen unterbrochen wird. Anhaltende Nässe verträgt der Aprikosenbaum gar nicht gut und reagiert darauf mit herabfallenden Blättern und einem Ausbleiben der Blüte und der Früchte. Deshalb ist das Gießen und Düngen in den heimischen Gefilden besonders wichtig, genauso wie der Schutz vor schlechtem Wetter. Außerdem bietet sich das Anlegen einer wärmenden Mulchschicht an, auf diese Weise lässt sich auch der Wasserhaushalt besser in einem gesunden Gleichgewicht erhalten. Normalerweise reichen die vorherrschenden Regenfälle komplett aus, vor allem bei älteren Exemplaren mit tiefen Wurzeln. Wenn es zu einer längeren Trockenphase in den heißen Sommermonaten kommt, dann sind speziell noch junge Pflanzen auf zusätzliche Wassergaben angewiesen.
  • Pflanzsubstrat nur mäßig feucht halten
  • Nur bei längerer Trockenheit wässern
  • Bei heißen Sommerphasen häufiger gießen
  • Erst wässern, wenn Erdoberfläche angetrocknet ist
  • Verträgt Kalk nicht gut, weder in der Erde noch im Gießwasser
  • Ideal ist gesammeltes Regenwasser
  • Leitungswasser vor dem Gießen entkalken
  • Von März bis Juli alle 4 Wochen düngen
  • Optimal sind organische Düngemittel
  • Im Frühling kann Blaukorn verabreicht werden
  • Mulchschicht aus Rindenmulch, Laub oder Rasenschnitt auslegen
Tipp: Wenn der Aprikosenbaum im Kübel kultiviert wird, dann ist der Wasserbedarf generell größer und das Gewächs auf zusätzliche Wassergaben dringend angewiesen.

Schneiden

Aprikose - Marille - Prunus armeniacaGenauso wie andere Obstbäume auch, muss der Aprikosenbaum beschnitten werden. Nur auf diese Weise lässt sich garantieren, dass die Blätter, Blüten und Früchte ausreichend Sonnenstrahlen erhalten und die
Luftzirkulation nicht blockiert ist. Starke Rückschnitte sind nicht notwendig, vielmehr sollte die Krone vorsichtig ausgelichtet werden, um das Gewächs nicht zu sehr zu schwächen. Der beste Zeitpunkt für das Beschneiden ist direkt nach der Ernte, auf diese Weise hat der Baum genügend Zeit, um sich vor den ersten Frostnächten zu erholen. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, angebrochene und verletzte Zweige zu entfernen. Diese entstehen oft durch Wetterschäden oder werden von Tieren angeknabbert. Solche Verletzungen stellen eine Gefahr für Infektionen dar. Für den Rückschnitt sollte nur qualitativ hochwertiges Schneidwerkzeug verwendet werden, um die Äste nicht unnötig zu quetschen.
  • In den ersten beiden Jahren Konkurrenztriebe zum Leittrieb entfernen
  • Jährlich das gesamte Totholz beseitigen
  • Zu sehr nach innen wachsende Triebe abschneiden
  • Senkrecht ausgerichtete Äste kappen, die sogenannten Wasserschosse
  • Immer knapp oberhalb von einem nach außen gerichteten Auge abschneiden
  • Schnitt generell leicht schräg ansetzen
  • Scharfes und desinfiziertes Schneidwerkzeug verwenden
  • Besenförmige Austriebe am Fuß des Gehölzes entfernen
  • Größere Schnittwunden vorsorglich mit Baumharz behandeln

Überwintern

Zwar ist der Aprikosenbaum extrem winterhart, jedoch sind Frosttemperaturen gefährlich für die Blüten. Diese treiben oft schon sehr früh zum Winterende oder Frühlingsanfang aus und überleben Temperaturwerte unterhalb des Gefrierpunktes nicht. Aus diesem Grund sind spät einsetzende Fröste eine große Gefahr für die Ernte. Extrem kalte Temperaturen während der Wintermonate fügen dem Marillenbaum keinen Schaden zu, aber eine intensiv strahlende Wintersonne ist schädlich. Das Gehölz bildet eine glänzende Rinde aus, die durch zu starke Sonnenstrahlen in Kombination mit Minusgraden unansehnliche Risse ausbildet. Deshalb sollte der Stamm im Winter eine geeignete Schutzmaßnahme erhalten, um diesen Makel zu verhindern. Wenn in den Wintermonaten nur wenig Schnee oder Regen fällt, dann ist das Gewächs auf zusätzliche Wassergaben angewiesen.
  • Übersteht Minusgrade bis zu -30° C
  • Zum Frühlingsanfang beschatten, damit Blüte nicht zu früh ausreibt
  • Bei Spätfrösten Zweige mit schützendem Vlies umhüllen
  • Im Wurzelbereich Mulchfolie, Laub oder Stroh als Wärmeschutz auslegen
  • Holzlatten schräg an den Stamm lehnen, um Schäden an Rinde zu verhindern
  • Während Trockenheit ohne Schnee und Regen ab und zu gießen
  • Kübelpflanzen ziehen vor den ersten Frösten in helles und frostfreies Winterquartier um
  • Gelegentlich gießen, aber erst wenn oberste Erdschicht trocken ist
  • Periodisch auf Krankheiten und Schädlinge untersuchen

Krankheiten & Schädlinge

Aprikose - Marille - Prunus armeniacaWenn das Immunsystem des Aprikosenbaums angeschlagen ist, dann stellen sich häufig Krankheiten und Schädlinge ein. Die Ursache kann langanhaltende Staunässe sein, genauso wie fehlende Schutzmaßnahmen im Winter und zum Frühlingsanfang. Je besser die Standortbedingungen und der Winterschutz sind, desto widerstandsfähiger ist das Gewächs. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle, welche das ganze Jahr über erfolgen sollte.
  • Angefressene und löcherige Blätter und Früchte deuten auf Frostspanner hin
  • Raupen des Schmetterlings per Hand absammeln
  • Hilfreich sind Präparate mit Bacillus-Thuringiensis
  • Verfärbte und blasige Blätter sind Zeichen für Kräuselkrankheit
  • Pilz führt zum Absterben der Früchte und Blätter
  • Mit kupferhaltigem Spritzmittel bekämpfen, schon ab Januar
  • Im Extremfall alle betroffenen Äste, Blätter und Früchte komplett beseitigen
  • Schrotschuss-Krankheit ruft runde Blattflecken und Löcher hervor
  • Fungizide bei feuchten Wetterlagen ausbringen
  • Biologisch unbedenkliche Präparate verwenden
  • Dazu gehören Kupfer, Netzschwefel, Stulln und Tonerde
  • Bakterienbrand verursacht braune Flecken am Blätterrand
  • Mit Stammweißen vorbeugen
  • Frühzeitig kupferhaltige Lösungen spritzen