Spinnenlilien, bot. Lycoris, bilden eine eigene Pflanzengattung in der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Derzeit werden der Gattung 12 verschiedene Arten zugerechnet. Die Heimat der Pflanzen ist China und Japan, wo sie im niedrigen Bergland oder an Feldrändern wachsen. Nicht zu verwechseln sind Spinnenlilien mit der Pflanzengattung Schönhäutchen (Hymenocallis), die am amerikanischen Kontinent beheimatet ist, sich aber in der Pflege deutlich von Lycoris unterscheidet.

Besonderheiten

Eine besondere Eigenschaft von Lycoris ist, dass sie im Sommer und im Winter eine Ruhepause einlegt. So dürfen Sie sich nicht wundern, wenn die Pflanzen während des Sommers keinerlei Blüten oder Blätter entwickeln, denn der erste Blütenstängel kommt erst gegen Ende
August und erst danach wachsen die Blätter, die der Spinnenlilie während des Winters als Nährstofflieferant dienen. Im kommenden Sommer verliert die Pflanze die Blätter, bis gegen Ende des Sommers wieder neue gebildet werden.

Tipp: Je nach Art blüht Lycoris im Frühling bis in den Frühherbst. Allerdings blühen die Pflanzen nicht regelmäßig.

Standort

Spinnenlilien lieben zwar die Sonne, jedoch kann pralle Sonneneinstrahlung im Sommer zu Verbrennungen führen. Da die Pflanzen eine Temperatur von 27 Grad Celsius und mehr nur schlecht vertragen, brauchen Sie einen sonnigen Standort mit etwas Schatten während der Mittagszeit. An südlichen Lagen empfiehlt sich ein halbschattiges Plätzchen. In Regionen mit eher trockenen Pflanzen passt Lycoris gut in Steingärten oder in sonnige Rabatte. Ist Gegenden, wo häufiger mit feuchten Sommern zu rechnen ist, sollten Sie Spinnenlilien nicht auspflanzen, sondern besser als Kübelpflanzen halten.

Tipp: Damit Regen und Wind die langen Blütendolden nicht abbrechen, sollte der Standort windgeschützt sein.

Substrat

Das optimale Substrat für die Spinnenlilie ist trocken, locker, durchlässig und humusreich. In der Kübelkultur braucht die Pflanze eine Mischung aus:
  • Blumenerde
  • Torf
  • Sand
Wird Lycoris im Garten ausgepflanzt, dann sollte das Erdreich frisch und locker sein. Außerdem sollten Sie Kompost in den Boden einarbeiten.

Pflanzen

Spinnenlilie - Lycoris roseaSpinnenlilien kommen am besten zur Geltung, wenn sie in einer Gruppe von mindestens drei Exemplaren gepflanzt werden. Daher muss v.a. in der Kübelkultur darauf geachtet werden, dass der Topf eine ausreichende Größe besitzt:
  • Pflanzabstand: 10 bis 15 Zentimeter
  • Pflanztiefe: Zwiebelspitze knapp unter die Erdoberfläche setzen
Die Pflanzzeit der Spinnenlilien ist im Herbst. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:
  • Erde auflockern
  • Pflanzloch ausheben
  • Knolle mit der Spitze nach oben in das Pflanzloch setzen
  • Pflanzloch mit Erde auffüllen
  • vorsichtig
    angießen
Tipp: Um Staunässe zu vermeiden, sollten Sie in der Kübelkultur am Boden des Pflanzgefäßes eine Drainageschicht aus Tonscherben und/oder Kies anlegen.

Pflege

In der Pflege sind die Spinnenlilien mäßig anspruchsvoll. Wichtig ist, dass die Pflanzen regelmäßig gegossen werden, damit das Substrat nicht vollständig austrocknet. Düngergaben versorgen die asiatische Schönheit mit wichtigen Nährstoffen. Und im Winter müssen die Pflanzen vor Frost geschützt werden.

Gießen

Spinnenlilien bevorzugen ein trockenes Erdreich. Dies soll aber nicht heißen, dass sie längere Trockenperioden ohne Wassergaben überstehen. Deshalb sollten Sie die Pflanzen regelmäßig gießen und darauf achten, dass sie ausreichend Wasser bekommen, und der Boden immer leicht feucht ist. Am besten gießen Sie Lycoris, wenn die die oberste Erdschicht leicht angetrocknet ist.

Während der Ruhephasen im Sommer und Winter werden die Wassergaben reduziert. Allerdings darf das Substrat auch in diesen Zeiten nicht vollständig austrocknen. Die Ruhephase beginnt, wenn die Blätter vollständig verwelkt sind.

Tipp: In der Kübelkultur sollten Sie die Wassergaben reduzieren, wenn die Blätter beginnen, gelb zu werden.

Düngen

Die Gabe von Dünger richtet sich nach dem jeweiligen Stadium der Pflanze. Nach dem Kalender ergeben sich daraus folgende Zeiten, in welchen gedüngt wird:
  • nach der Blüte bis zum vollen Einzug des Herbstes, bevorzugt Kali-Dünger
  • im zeitigen Frühjahr, bevorzugt Stickstoffdünger
  • Während der Ruhephasen im Sommer und im Winter wird nicht gedüngt.
Tipp: Düngen Sie Lycoris nicht sofort nach dem Einpflanzen, sondern warten Sie ungefähr vier Wochen bis zur ersten Düngergabe.

Schneiden

Da die Blätter der Spinnenlilie wertvolle Nährstofflieferanten für die Pflanze während der Ruhephase sind, dürfen sie nicht entfernt werden. Der Blütenstängel wird jedoch, nachdem die Blüten verblüht sind, abgeschnitten.

Vermehren

Spinnenlilien werden durch Teilung vermehrt. Da sich in der Regel jedes Jahr eine neue Zwiebelknollen bildet, kann beim Vermehren auf diese natürliche Art zurückgegriffen werden. Der ideale Zeitpunkt für die Teilung ist im Herbst nach der Blüte. Haben Sie die Zwiebeln geerntet, dann werden sie mit der Spitze nach oben in einen Topf mit einer Mischung aus Sand, Torf und Blumenerde gesetzt. Dort verbringen sie die kalte Jahreszeit.

Tipp: Das Einwurzeln der jungen Zwiebeln kann ein bis zwei Jahre dauern. Deshalb kann es sein, dass die neuen Spinnenlilien erst im dritten Jahr die ersten Blüten entwickeln.

Überwintern

Spinnlilien sind nur bedingt frosthart. Je nach Sorte vertragen sie Minusgrade mehr oder weniger gut. Temperaturen bis minus 15 Grad Celsius vertragen die Lycoris aurea, Lycoris radiata und Lycoris squamigera. Trotzdem sollten Sie die Pflanzen bzw. die Zwiebeln vor Frost schützen.

Überwintern im
Beet

Spinnenlilie - Lycoris aureaEine Überwinterung im Freien ist grundsätzlich möglich, birgt jedoch die Gefahr, dass Lycoris den deutschen Winter trotz Frost- und Kälteschutz nicht übersteht. Folgende Maßnahmen sind in jedem Fall unerlässlich:
  • Beet mit Reisig und Laub abdecken
  • alternativ einige Lagen Fleecetuch
Tipp: Voraussetzung für die Überwinterung im Beet ist ein stark wasserdurchlässiger Boden.

Überwintern auf Balkon oder Terrasse

Soll Lycoris auf Balkon oder Terrasse überwintern, dann braucht sie einen Standort, der die Pflanzen vor Wind, Kälte, Regen oder Schnee schützt, wie zum Beispiel an einer Hauswand. Denn diese gibt gespeicherte Wärme an die Pflanzen ab. Außerdem müssen Zwiebel und Wurzeln vor dem Eindringen der Kälte geschützt werden:
  • Topf mit einem Kälteschutzvlies ummanteln
  • gegen die Kälte von unten Topf auf ein Holzbrett oder eine Styroporplatte stellen
  • Substrat vor Kälte und Nässe von oben schützen

Überwintern im Inneren

Wer sicher gehen will, dass Kälte und Frost den Spinnenlilien nicht schaden, sollte die Pflanzen drinnen überwintern. Bei Kübelpflanzen sollte das Winterquartier folgende Eigenschaften haben:
  • frostfrei
  • hell
Die Freiluftsaison für Kübelpflanzen beginnt, wenn keine starken und dauerhaften Nachtfröste mehr zu erwarten sind.