Oleander ist auch in den hiesigen Breitengraden sehr beliebt. Aufgrund seiner nur bedingten Winterhärte ist es jedoch ratsam, den blühenden Strauch in einem Kübel zu kultivieren. So kann er pflegeleicht den Sommer auf Terrasse, Balkon oder auch im Garten verbringen, über den Winter kann die Pflanze im Gefäß an einen geschützten Ort verbracht werden.

Pflege

Der Oleander ist recht pflegeleicht, wenn er die richtigen Bedingungen erhält und ist dann auch eine dankbare Pflanze, die dies mit einer reichhaltigen Blüte über die gesamten Sommermonate belohnt.

Standort

Aufgrund seiner Herkunft aus dem Mittelmeerraum, ist der Oleander an die pralle Sonne gewöhnt und wünscht sich so auch auf Terrasse, Balkon oder im Garten einen vollsonnigen Standort. Doch auch mit einem hellen Standort im Halbschatten kommt die Pflanze noch gut zurecht. Ideal ist es, wenn der Oleander vor Regen geschützt unter einem Dachvorsprung einen Platz erhält. So sind die folgenden Standorte ideal für die dekorative Pflanze:
  • im Vorgarten neben der Haustüre
  • auf einer sonnigen, überdachten Terrasse
  • auf einem Südbalkon, der ebenfalls ein Dach besitzt
  • im Garten in einer sonnigen Ecke
  • heller, frostfreier Platz im Winter
  • es eignen sich Hausflur oder Wintergarten
  • nach dem Winterquartier langsam an Sonne gewöhnen
  • die ersten Wochen ist daher Halbschatten ideal
Tipp: Der Umzug aus dem Winterquartier sollte aufgrund der Eisheiligen erst Mitte Mai erfolgen, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

Substrat & Boden

Der Oleander besitzt einen hohen Nährstoffbedarf und daher ist die im Handel erhältliche Blumenerde für Kübelpflanzen gut geeignet. Auch Gartenerde, die mit Kompost untergemischt wurde, ist ideal für das Gedeihen der dekorativen Pflanze. Zudem sollte der Boden recht kalkhaltig sein.

Düngen

OleanderOleander benötigt viel Dünger, um seine wunderschönen Blüten im Sommer in der ganzen Pracht zu zeigen. Daher ist es sinnvoll, ab dem frühen Frühjahr, wenn er noch im Winterquartier steht, bereits mit dem Düngen zu beginnen. Die folgenden Dünger sind für die Pflanze gut geeignet:
  • Flüssigdünger für blühende Pflanzen
  • alle zwei bis
    drei Wochen düngen
  • mit dem Gießwasser geben
  • eignet sich vor allem für im Kübel kultivierte Pflanzen
  • Langzeitdünger für blühende Pflanzen
  • hierzu Stäbchen nutzen, die einfach in die Erde gesteckt werden
  • diese geben regelmäßig Dünger ab
  • für den Austausch auf die Herstellerangaben achten
  • regelmäßig Kalk zugeben
  • ab Herbst vor dem Umzug ins Winterquartier, Düngung einstellen
Natürlich eignet sich auch Kompost zum Düngen von Oleander, wurde dieser allerdings im Kübel kultiviert, dann ist die Düngergabe von Kompost nicht ganz einfach. Doch beim regelmäßigen Umtopfen kann durchaus auch Kompost zur frischen Erde untergemischt werden.

Tipp: Der Oleander mag es kalkhaltig. Daher sollte auch regelmäßig Kalk der Erde untergemischt werden. Hilfreich ist es auch, mit kalkhaltigem Wasser zu gießen. Daher sollte bei dieser Pflanze auf aufgefangenes Regenwasser verzichtet werden, welches in der Regel kaum bis gar keinen Kalk enthält.

Gießen

Während seiner Hauptvegetationszeit im Sommer benötigt der Oleander viel Wasser. Pflanzen die im Kübel kultiviert wurden und in der prallen Sonne stehen, trocknen schneller aus, als Kübelpflanzen im Schatten oder Pflanzen im Gartenbeet. Daher ist es wichtig, dass die Pflanze vor allem in den heißen Monaten viel Wasser erhält. Hierzu sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • während großer Hitze gerne morgens und abends gießen
  • Wasser darf auch im Auffangteller stehen bleiben
  • im Frühling und Herbst alle zwei bis drei Tage gießen
  • immer nur von unten direkt an die Wurzeln
Tipp: Wenn Kübelpflanzen einen Platz unter einem Dach haben, aber auch ohne den Schutz von oben, erhalten diese nicht genügend Wasser, wenn es regnet. Denn oft gelangt das Regenwasser nicht bis an die Erde im Kübel. Daher müssen auch die Oleanderpflanzen im Kübel während einer Regenperiode auf genügend Wasser und eine feuchte Erde kontrolliert und gegebenenfalls zugegossen werden.

Pflanzen

OleanderIdealerweise wird der Oleander aufgrund seiner nur bedingten Winterhärte in einem Kübel kultiviert. Je nach Größe der Pflanze wird die Gefäßgröße gewählt. Dann wird
wie folgt vorgegangen:
  • Drainage anlegen
  • hierzu Kiesel oder Blähton auf das Abflussloch geben
  • Pflanzenvlies auflegen
  • Blumenerde oder Gartenerde mit Kompost zur Hälfte einfüllen
  • Oleander einsetzen
  • restliche Erde einfüllen und gut andrücken
  • ausreichend gießen
  • Kübel an gewünschten Standort verbringen
Tipp: Ein Oleander im Kübel kultiviert kann zu jeder Zeit eingepflanzt werden. Jedoch ist das Frühjahr hierfür immer noch die beste Zeit.

Schneiden

Der Oleander sollte nur wenig und sehr vorsichtig geschnitten werden. Denn die neuen Blüten für das nächste Jahr werden schon vor der Überwinterung gebildet. Werden nun die Triebe alle entfernt, dann wird die Pflanze im nächsten Jahr zwar wieder austreiben, aber eine Blüte wird sie nicht tragen. Daher sollte beim Schneiden auf das Folgende geachtet werden, damit die Pflanze in jedem Jahr wieder in voller Blüte steht:
  • Verblühtes vorsichtig abzupfen
  • so wird die Bildung neuer Blüten gefördert
  • nur wenn Oleander aus Form geraten ist, schneiden
  • direkt nach der ersten Blüte einen Schnitt vornehmen
  • jedes Jahr wenige Triebe direkt über dem Bodenansatz kappen
  • so wächst der Oleander schön dicht
  • niemals im Herbst einen radikalen Schnitt vornehmen
  • eine scharfe Astschere oder - säge nutzen
  • Werkzeug immer desinfizieren
Wenn der Oleander geschnitten wird, aber auch beim Abzupfen der verwelkten Blüten ist es ratsam, die Hände mit Handschuhen zu schützen und auch lange Kleidung zu tragen. Denn die Pflanze ist in allen Teilen giftig und es kann bei einem Rückschnitt Pflanzsaft austreten, bei dem vermieden werden sollte, dass dieser die Haut berührt.

Tipp: Das genutzte Werkzeug sollte immer scharf und desinfiziert sein. Hierzu die Schere oder Säge gut säubern und mit reinem Alkohol aus der Apotheke desinfizieren. Ist das Schneidewerkzeug unsauber oder unscharf, können leichter Bakterien oder Viren in die Pflanze eindringen diese insgesamt schädigen.

Vermehren

OleanderDer Oleander kann ganz einfach über Stecklinge vermehrt werden. Hierzu können die nach der Blüte geschnittenen Triebe genutzt werden. Bei der Nutzung von Stecklingen sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • untere Blätter entfernen
  • in ein Glas mit Wasser stellen
  • an einen warmen und hellen Platz stellen
  • volle Sonneneinstrahlung vermeiden
  • nach einiger Zeit bilden sich Wurzeln
  • dann in Kübel einpflanzen
  • ab Herbst in einen hellen kühlen frostfreien Raum
  • im Frühling nicht in die pralle Sonne stellen
  • ab Frühling regelmäßig düngen und gießen
Wer einen Oleander aus Stecklingen zieht, kann nach zwei bis drei Jahren mit einer dichten Blüte bei der schnellwachsenden Pflanze rechnen.

Tipp: Bei einer jungen Oleanderpflanze aus einem Steckling sollte in dem ersten Jahr darauf geachtet werden, dass diese keinesfalls den ersten Nachtfrösten im Herbst ausgesetzt wird.

Überwintern

Der Oleander ist nur bedingt winterhart, das heißt, leichten Frost kann die Pflanze vertragen, sollte jedoch in den hiesigen Breitengraden besser geschützt werden. So sind vor allem die Triebe gefährdet, wenn es kalt wird. Sterben diese aufgrund von Frost ab, dann treibt die Pflanze im nächsten
Jahr zwar wieder neu aus, eine Blüte bleibt jedoch aus, da sich die Knospen bereits vor dem Winter an den Trieben bilden. Daher sollte der Oleander wie folgt überwintert werden:
  • die immergrüne Pflanze benötigt einen hellen Standort
  • dieser sollte im Winter nicht zu warm sein
  • eine Ecke im beheizten Wohnzimmer ist daher nicht geeignet
  • ein heller Hausflur oder helles Treppenhaus ist ideal
  • auch ein unbeheizter Wintergarten geeignet
  • Oleander ist auch im Winter aufgrund seiner Blätter dekorativ
  • vor dem ersten Frost im Herbst umstellen
  • vor dem Einzug auf Schädlinge kontrollieren
  • alte Blüten entfernen
  • im Winterquartier nur mäßig gießen
Im Winter sind kühle Temperaturen bis zu 15° Celsius ideal für die Pflanze. Je dunkler der Raum, desto kühler dürfen auch die Temperaturen sein. Ideale Überwinterungstemperaturen liegen jedoch zwischen 2° und 10° Celsius, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Pflanze von Schildläusen befallen wird.

Tipp: Wer keinen geeigneten Platz für ein Winterquartier findet, kann den Kübel auch auf Styropor stellen, die gesamte Pflanze samt Kübel in Pflanzenvlies einpacken und in eine geschützte Ecke auf Terrasse oder Balkon stellen. Leichte Fröste bis -5° Celsius übersteht der Oleander auch ungeschützt.

Umtopfen

OleanderDer Oleander sollte regelmäßig, spätestens alle zwei bis drei Jahre, umgetopft werden. Dies hängt nicht nur mit seinem Größenwachstum zusammen, auf diese Weise erhält die Pflanze im Kübel auch ein frisches Substrat. Der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen ist, wenn die Pflanze aus dem Winterquartier wieder nach draußen umzieht. Beim Umtopfen sollte das Folgende beachtet werden:
  • neues, etwas größeres Pflanzgefäß wählen
  • den Oleander vorsichtig dem alten Kübel entnehmen
  • neuen Topf mit Drainage vorbereiten
  • frische Erde zur Hälfte einfüllen
  • Wurzeln von alter Erde befreien
  • Wurzelballen kurz in Wasser tauchen
  • dann in neuen Kübel einsetzen
  • restliche Erde einfüllen und andrücken
  • ausreichend wässern
Tipp: Je nachdem, wie groß die Pflanze ist, ist es hilfreich, die Arbeit zu zweit durchzuführen. So kann der Eine den Kübel festhalten, während der Andere die Pflanze vorsichtig entnimmt. Auch bei dieser Arbeit sollten aufgrund der Giftigkeit der Pflanze Handschuhe und lange Kleidung getragen werden.

Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Es gibt leider auch einige Fehler in der Pflege, die dem Oleander schaden könnten. So kann er unter Kalkmangel leiden, was mit blassen Blättern angezeigt wird. Diese entstehen aber auch, wenn zu wenig Dünger gegeben wird und der Pflanze dadurch Nährstoffe fehlen. Werden hingegen im Sommer die Blätter gelb und fallen ab, dann ist dies kein Grund zur Sorge, denn hierbei handelt es sich hierbei um den natürlichen Blattabwurf beim Wechsel der Blätter. Braune Ränder am Blattrand entstehen, wenn der Oleander im Frühjahr direkt nach der Überwinterung in der prallen Sonne steht. Doch auch hier wachsen neue Blätter schnell nach. An Schädlingen sind die folgenden bekannt:
  • wird gerne von Schildläusen befallen
  • vor allem im Winterquartier
  • regelmäßig auf Insekten überprüfen
  • bei Befall abwaschen
  • eventuell Standort wechseln
  • Insektizide nutzen