Orchidaceae phalaenopsis - OrchideenAllein in Europa werden über die niederländischen Vermarkter jährlich etwa 34 Millionen Stück dieser exotischen Gewächse abgesetzt - Tendenz stark steigend. Für Katzen können diese oder andere Orchideen im schlimmsten Fall jedoch den Tod bedeuten.

Katzen knabbern gern an Pflanzen

Katzen sind immens neugierig - und probieren gern einmal einen Happen von dieser Zimmerpflanze, einen Bissen von jener. Freigänger streifen mit Vorliebe durch den Garten und sind dabei nicht nur auf der Suche nach unvorsichtigen Vögeln oder Mäusen, sondern knabbern von Zeit zu Zeit auch mal ein wenig am Gras oder an anderen Gewächsen. Dieses Verhalten ist vollkommen normal und lässt sich den Stubentigern auch nicht abtrainieren.

Weshalb Katzenbesitzer auf die Unbedenklichkeit der Zimmerpflanzen achten sollten

So mancher Katzenbesitzer glaubt, sein Tier wüsste selbst sehr genau,
welche Pflanzen giftig seien und welche nicht. Das allerdings ist ein Trugschluss, denn woher sollte ein domestiziertes Haustier um die Giftigkeit bzw. Ungiftigkeit bestimmter Pflanzen wissen?

Dieses Wissen ist auch bei Katzen nicht angeboren, sondern wird den Kitten von ihren Müttern beigebracht - es handelt sich also um ein erlerntes Verhalten, welches jedoch vor allem bei Wohnungskatzen so gut wie gar nicht mehr vorhanden ist. Kein Wunder also, dass sich in den Wartezimmern der Tierärzte so viele Fälle von Vergiftungen durch Zimmerpflanzen und anderen für Katzen ungeeigneten Substanzen sammeln.

Problematische Zimmerpflanzen katzensicher aufstellen

Wer seiner Katze ein solches Schicksal ersparen möchte, sollte seine Wohnung katzensicher gestalten. Dazu gehört natürlich, auf für Katzen giftige Zimmerpflanzen zu verzichten - oder aber, diese zumindest unerreichbar für die Samtpfoten aufzustellen. Für diesen Zweck eignen sich Blumenampeln sehr gut, die frei von der Decke hängen und in deren Nähe sich keinerlei Mobiliar befindet.

Viele Orchideenarten lassen sich hervorragend auf diese Weise kultivieren, beispielsweise aufgepflanzt auf einem Stück Holz. Stühle, Sessel oder Regale dürfen sich jedoch nicht darunter oder daneben befinden, da die Katze ansonsten durch einen beherzten Sprung trotzdem zur Pflanze gelangen kann. Auch hohe Schränke oder Regale oder ein abgeschlossener, für die Tiere unzugänglicher Raum eignen sich gut für problematische Zimmerpflanzen.

Tipp: Das Anknabbern von Zimmerpflanzen lässt sich teilweise - jedoch niemals gänzlich! - unterbinden, indem Sie Ihrer Katze immer einen Topf mit frischem Katzengras anbieten. Das Tier braucht auch als eigentlich reiner Fleischfresser dieses Grünzeug, um seinen Bedarf an essenziellen Nährstoffen (wie beispielsweise Folsäure) sowie Ballaststoffen zu decken. Außerdem dient das Katzengras als Hilfe, um beim Putzen verschluckte Haare leichter wieder hervor würgen zu können.

Viele Orchideen verursachen bei Katzen Magen-Darm-Probleme

Die meisten Orchideen gelten sowohl für den Menschen als auch für Katzen grundsätzlich als unproblematisch und damit ungiftig. Allerdings häufen sich die Fälle, in denen die Stubentiger mit eindeutigen Vergiftungserscheinungen nach dem Anknabbern einer Zimmerorchidee in der Tierarztpraxis landen. Weshalb das so ist und welche Stoffe der Pflanze für diese Symptome genau verantwortlich sind, konnte die Wissenschaft bislang noch nicht erklären.
Orchidaceae dendrobium
Tatsache ist jedoch, dass manche Katzen sehr empfindlich reagieren, während andere liebend gerne an den Orchideen naschen und überhaupt keine Probleme damit zu haben scheinen. Zu welcher Gruppe Ihre Katze gehört, lässt sich erst sagen, wenn die Orchidee bereits daran glauben musste. Aufmerksam werden sollten Sie auf jeden Fall bei diesen Symptomen:
  • Katze entwickelt Durchfall und / oder Erbrechen
  • Schleimhäute insbesondere im
    Rachenraum sind rot und gereizt
  • Katze ist krank und wirkt schwächlich, antriebslos
  • Tier versteckt sich, will nicht wie sonst spielen
  • Augen wirken trübe, matt
Suchen Sie in diesen Fällen vorsichtshalber einen Tierarzt auf und nehmen Sie den mutmaßlichen Übeltäter, die angeknabberte Orchidee, am besten mitsamt der Artbeschreibung (sofern noch vorhanden) gleich mit. Anhand dieser kann der Veterinär entscheiden, welche Behandlung und welches eventuell notwendige Gegengift angezeigt sein dürfte.

Vorsicht bei diesen giftigen Orchideenarten

Weltweit gibt es etwa 30.000 verschiedene Orchideenarten, von denen manche giftig und andere - für die meisten Katzen jedenfalls - vollkommen harmlos sind. Auf jeden Fall giftig und daher für einen Katzenhaushalt ungeeignet sind diese beliebten Zimmerorchideen:
  • Vanille-Orchidee (Vanilla planifolia) und ihre Hybriden
  • Schwielen-Orchidee (Oncidium cebolleta) und ihre Sorten
  • sowie die beliebte Schmetterlings-Orchidee (Phalaenopsis)
Die genannten Arten sollten für Wohnungskatzen unzugänglich gehalten bzw. grundsätzlich aus einer Katzenwohnung entfernt werden.

Vanille-Orchidee (Vanilla planifolia)
Der Vanille-Orchidee verdanken wir die Echte bzw. Bourbon-Vanille, die aus den Samenschoten dieser südamerikanischen Orchideenart gewonnen wird. Allerdings kann der Kontakt mit der Pflanze, beispielsweise durch den Verzehr einzelner Pflanzenteile bzw. sogar durch den Kontakt mit dem Pflanzensaft Vergiftungssymptome wie Ausschläge, Übelkeit und allgemeines Unwohlsein auftreten. Dies gilt sogar dann, wenn die eigentlich als Gewürz oder sogar Heilmittel bekannten Schoten bzw. deren Inhalt verzehrt wird - nicht nur Menschen, sondern auch Katzen können eine Allergie auf bestimmte Lebensmittel entwickeln und darauf mit Ausschlägen und / oder Schwellungen der Schleimhäute reagieren.

Schwielen-Orchidee (Oncidium cebolleta)
Oncidien und deren Verwandte kommen hauptsächlich aus den Nebelwäldern und Berghängen Südamerikas. Dort werden sie aufgrund der vielen gelben Blüten "Lluvia de Oro" genannt, was so viel wie "Goldregen" bedeutet. Sie sind in ihrer Heimat an kühle Temperaturen gewöhnt, weshalb sie bei uns auch als Kalthausorchideen bekannt sind. Oncidien sind durch die meist langen Blätter und die kräftigen Bulben leicht zu erkennen. Die Blüten sind sehr variationsreich, bunt und bizarr geformt. Der Verzehr dieser Orchideenart und ihrer Blüten führt beim Menschen zu Halluzinationen. Auch Katzen können ähnlichen Wirkungen sowie den typischen Vergiftungserscheinungen unterliegen.

Schmetterlings-Orchidee (Phalaenopsis)
Die arten- und sortenreiche Gattung der Phalaenopsis ist die wohl populärste Orchideengattung der Welt. Zurzeit hält sie sogar einen Rekord: Sie gilt als die meistverkaufte Topfpflanze weltweit. Diese Orchideen gelten nicht nur als sehr pflegeleicht, sie sind außerdem sehr blühfreudig und haben eine lange Blütezeit. Katzenbesitzer sollten jedoch auf die Haltung einer Schmetterlingsorchidee verzichten, denn diese (und ihre zahlreichen Hybriden, die beispielsweise mit der nahe verwandten Gattung Doritis entstehen) gelten als schwach giftig. An ihrem Genuss wird Ihre Katze nicht gleich sterben, allerdings kann dem Tier je nach Konstitution recht unwohl und ein teurer Tierarztbesuch notwendig werden.

Auch der Garten sollte für Freigänger katzensicher gestaltet werden

orchidaceae orchideen oncidiumNeben den zahlreichen Zimmerorchideen sollten auch Gartenfreunde mit Freigänger-Katzen genauestens darauf achten, was eigentlich in ihrem Garten wächst. Nicht nur exotische Gewächse, auch heimische Orchideen wie die folgenden können den Vierbeinern zum Verhängnis werden:
  • Gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus)
  • Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)
  • Brand-Knabenkraut (Orchis ustulata)
  • Waldhyazinthe (Platanthera
    bifolia)
Gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus)
Der wunderschöne Gelbe Frauenschuh gehört wahrscheinlich zu den schönsten heimischen Orchideen. Die Pflanze wird manchmal auch im Topf angeboten, gedeiht jedoch als Zimmerpflanze eher selten. So schön diese Orchidee auch ist, sie enthält giftige und betäubende Inhaltsstoffe wie Cypripedin und einige Chinone. Sollten Sie den Gelben Frauenschuh in der freien Natur finden, so lassen Sie ihn unbedingt stehen. Das sehr seltene Gewächs steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Knabenkräuter
In Europa gibt es rund 40 verschiedene Arten von Knabenkräutern, die entweder zur Gattung Dactylorhiza oder Orchis gehören und aufgrund ihrer engen Verwandtschaft untereinander häufig Hybriden, ergo Kreuzungen, bilden. Auch diese einheimischen Orchideen stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und dürfen daher nicht gepflückt oder anderweitig beseitigt werden. Früher wurden manche Arten als Heilkräuter gegen Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt, können jedoch bei Katzen genau solche Problematiken heraufbeschwören.

Waldhyazinthe (Platanthera bifolia)
Es gibt zahlreiche Arten von Hyazinthen, von denen so manche in kultivierter Form auch im heimischen Garten zu finden sind. Allerdings ist der so hübsch anzusehende Frühjahrsblüher nicht nur für den Menschen, sondern auch für Katzen giftig und kann in erster Linie Hautreizungen und Schwellungen der Schleimhäute verursachen. Sollte die Katze zu viel gefressen haben, sind auch Symptome wie Durchfall und Erbrechen möglich.

Fazit
Nur wenige der als Zimmerpflanzen kultivierten Orchideen sind tatsächlich für Katzen giftig. Aus derzeit noch unbekannten Gründen jedoch reagieren trotzdem viele Samtpfoten trotzdem mit typischen Vergiftungserscheinungen wie Schleimhaut- und Rachenreizungen sowie Durchfall und Erbrechen nach dem Anknabbern von Pflanzenteilen. Aus diesem Grund sollten alle Orchideen für Katzen unerreichbar kultiviert werden.