Rosenschädlinge haben die Eigenschaft, dass sie oft schwer zu erkennen sind, denn nur wenige der gefräßigen Plagegeister haben eine stattliche Größe. Hinzu kommt, dass sie sich auch im Aussehen nur wenig voneinander unterscheiden. Daher führt das Erkennen des Schadbildes oft einfacher zum Ziel. Denn nicht jeder Schädling führt sogleich zum Totalausfall oder muss mit voller Härte bekämpft werden.

Wer ist schädlich?

Rosenschädlinge sind zumeist Fluginsekten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass oft die adulten Insekten, seien es Käfer oder Falter, nicht die eigentlichen Schädlinge sind, sondern ihre Nachkommen, denn diesen dienen die Pflanzen als Ernährung in der Kinderstube. Die Gefahr lauert jedoch von zwei Seiten. Zum einen vom Nachwuchs, der spätestens im Folgejahr geschlechtsreif ist und von den adulten Insekten, die sich die Pflanzen als Wirte für den Nachwuchs ausgesucht haben. Daher empfiehlt es sich, auf beide Generationen zu achten, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, damit es erst gar nicht zur Eiablage kommt. Bei dieser Form der Abwehr helfen in der Regel natürliche Fressfeinde am besten, da sie im Garten für ein natürliches Gleichgewicht sorgen.

Auftreten der Rosenschädlinge

Die Verbreitung der verschiedenen Schädlinge ist unterschiedlich. Manche treten bundesweit, manche wiederum nur regional auf. Insgesamt ist jedoch festzustellen, dass sie Schädlinge sich geographisch ausbreiten, nicht zuletzt durch die steigenden Temperaturen. Nach dem Kalender ist mit Rosenschädlingen ab dem Frühjahr zu rechnen. Da einige der Rosenschädlinge auch zwei oder mehr Generationen pro Jahr entwickeln, kann sich die Gefahr bis in den Herbst (September, Oktober) hineinziehen. Daher sollten Sie die Rosen bis in den Herbst regelmäßig auf Schädlingsbefall kontrollieren, v.a., wenn es sich nicht um den ersten Befall handelt.

Schneidewerkzeug und Entsorgung

Bei vielen Rosenschädlingen reicht es oft aus, wenn sie mechanisch entfernt oder die befallenen Pflanzenteile abgeschnitten werden. Allerdings sollten Sie diese nicht im Kompost entsorgen, denn mancher Nachwuchs entwickelt sich dort prächtig weiter. Besser ist es, wenn Sie den Abfall im Hausmüll entsorgen.Um die Gefahr einer Übertragung möglichst auszuschließen, sollten Sie stets auf die Sauberkeit des Schneidewerkzeugs achten. Daher es eine Reinigung, auch zwischen dem Schneiden, empfehlenswert, auch wenn es auf den ersten Blick mühsam erscheint.

Deformationen, Blattfraß, Gallen

Diese Gruppe umfasst Schädlinge, die Sie am äußeren Erscheinungsbild der Rosen erkennen können. So

werden die Rosenblätter angefressen oder die Knospen werden geschädigt. Gallen werden oft als Geschwulste bezeichnet, da sie anstelle von Knospen wachsen oder auf Blättern bzw. Trieben sitzen. Sie dienen manchen Insekten als Kinderstuben, d.h., der Nachwuchs befindet sich im Inneren der Gallen in mehr oder weniger vielen Kammern.

Blattschneiderbienen (Megachile)

Blattschneiderbienen - MegachileSchaden:

  • Kreisförmig bis oval Fraßstellen an den Blatträndern
  • lokaler Blattverlust
  • Abgeschnittenes Material dient den Bienen zur Herstellung von Brutplätzen
  • Brutplätze nicht an der Rose (bis in einer Entfernung von 100 Metern möglich)
  • Ernährung des Nachwuchses nicht von der Rose

Maßnahmen:

  • Schaden eher gering
  • Keine Maßnahmen notwendig

Hinweis: Wenn Sie hier auf Maßnahmen verzichten, helfen Sie diesen Wildbienen, die im Aussehen der normalen Honigbiene ähneln, aber keine Staaten bilden.

Gemeine Rosengallwespe (Diplolepis rosae)

Gemeine Rosengallwespe - Diplolepis rosaeDie Gemeine Rosengallwespe gehört zur Familie der Gallwespen (Cynipidae).

Schaden:

  • Gallen, auch Rosenapfel, Bedeguare oder Schlafapfel genannt
  • kugelförmige Geschwulste statt Rosenknospen am mittleren oder oberen Triebende
  • fünf bis zehn Zentimeter Durchmesser
  • viele gefärbte moos- bis haarige Auswüchse (grünlich, gelblich rötlich)
  • Kammern der Rosengalle dienen der Larvenentwicklung

Maßnahme:

  • mit einem Schnitt entfernen

Gemeiner Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Rosenkäfer - Cetonia aurataSynonyme: Rosenkäfer, Goldglänzender Rosenkäfer

Schaden:

  • Blütenfraß

Hinweis: Diese Käferart ist in Deutschland geschützt. Allerdings richtet er auch keinen großen Schaden an.

Goldafter (Euproctis chrysorrhoea)

Goldafter (Euproctis chrysorrhoea)Schaden:

  • Eiablage
    auf der Unterseite der Blätter
  • rund 250 Stück pro Gelege
  • längliches Gelege: 2 x 0,5 Zentimeter
  • mit goldgelber Afterwolle abgedeckt
  • Gelege eher unscheinbar
  • im äußeren, oberen Kronenbereich zu finden
  • Raupen schlüpfen nach zwei Wochen
  • Schabefraß an der Blattoberseite
  • geben Spinnfänden ab
  • zusammen mit anderen Blättern: faustgroßes Nest
  • nach der Überwinterung: Fraß an Knospen, dann Blättern (Kahlfraß)
  • Verpuppung im Juni an Blatt oder Stamm

Hinweis: Die Haare der Eigelege und der Raupen führen beim Menschen zu Hautreaktionen.

Maßnahmen:

  • entfernen der Gespinste im Winter

Kleiner Rosenkäfer (Phyllopertha horticola)

Kleiner Rosenkäfer - Phyllopertha horticolaSynonyme: Gartenlaubkäfer, Junikäfer

Schaden:

  • Fraßspuren an Blättern und Rosenblüten
  • Ende Mai bis Ende Juni

Maßnahmen:

  • Käfer einsammeln

Rosenblattgallmücke (Wachtliella rosarum)

Schaden:

  • Fiederblätter der Rose längs der Mittelrippe zusammengefaltet
  • Gallen zunächst grünlich, später rotbräunlich
  • an oberen Trieben bzw. Blattetagen zu finden
  • im Inneren: beinlose Larven der Rosenblattgallmücke
  • Eiablage im späten Frühjahr an der Mittelachse der Blätter

Maßnahmen:

  • absammeln der Blätter

Rosenblattrollwespe (Blennocampa phyllocolpa oder Blennocampa pusilla)

Blattrollwespen (Blennocampinae) gehören zur Familie der Echten Blattwespen (Tenthredinidae). Sie werden oft mit den Rollwespen (Tiphiidae) namentlich verwechselt, es besteht jedoch keine Verwandtschaft zwischen den Hautflüglern. Innerhalb der Echten Blattwespen gibt es verschiedene Unterfamilien, wie zum Beispiel die Blattrollwespen (Blennocampinae).

Schaden:

  • einrollte Blätter
  • durch Eiablage des Weibchens der Rosenblattrollwespe an den Blatträndern
  • Schlüpfzeit der Larven: zwischen April und Juni

Maßnahmen:

  • befallene Blätter sofort entfernen und im Hausmüll entsorgen

Rosenblütenstecher (Mecorhis ungarica)

Rosenblütenstecher - Mecorhis ungaricaSynonyme: Knospenstecher, Himbeerblütenstecher

Schaden:

  • angeschnittener Stiel unter halb der Knospe
  • Weibchen legen in jede Knospe ein Ei
  • Larven ernähren sich vom Inneren der Knospe
  • neue Generation im Juni und Juli: fressen noch an den Blättern

Maßnahmen:

  • herunterhängende bzw. herabgefallene Knospen verbrennen oder gesichert im Hausmüll entsorgen

Rosenbürstenwespe (Arge rosae; Arge ochropus)

Rosenbürstenwespe - Arge rosae - Arge ochropusSynonyme: Gelbe Fliege, Nähfliege

Schaden:

  • Eiablage an der Spitze der Rosentriebe
  • 15-20 Stück in einer Reihe
  • nahtähnliche Struktur (Name!)
  • Stellen verbräunen
  • sich krümmende Triebe
  • Larven fressen Blätter (vom Blattrand zur Mittelrippe)

Maßnahmen:

  • Larven mechanisch entfernen
  • Triebspitzen mit
    Gelegen abschneiden

Rosenflohkäfer (Luperomorpha xanthodera)

Rosenflohkäfer - Luperomorpha xanthoderaSynonyme: Flohkäfer

Schaden:

  • erwachsene Käfer: Pollen und Nektar, Blütenfraß
  • Larven im Wurzelwerk der Pflanzen (wird vermutet)

Maßnahmen:

  • in der Regel keine Bekämpfung notwendig

Pfeileule (Acronica psi; Arconycta psi; Apatele psi)

Pfeileule - Acronica psi - Arconycta psi - Apatele psiSchaden:

  • Blattfraß der Raupen

Maßnahmen:

  • mechanisches Entfernen der Raupen

Schwarze Rosenblattwespe (Endelomyia aethiops; Caliora aethiops)

Schwarze Rosenblattwespe (Endelomyia aethiops; Caliora aethiops)Die Pflanzenwespe gehört auch zu den Echten Blattwespen, genauer zur Unterfamilie der Heterarthrinae.

Synonyme: Rosenblattwespe

Schaden:

  • Schabefraßstellen an den Blatträndern und Blattoberseiten
  • "Löcher" in den Rosenblättern
  • Blätter werden "skelettiert"
  • Befall ab Mai oder Juni erkennbar
  • besonders gefährdete Rosen: Feld-Rose (Rosa arvensis), Hunds-Rose (Rosa canina)

Maßnahmen:

  • befallene Blätter und Triebe sofort entfernen und im Hausmüll entsorgen

Minierfraß

Unter dem sog. Minierfraß ist ein Schadbild zu verstehen, dass sich im Inneren der Triebe befindet. Denn in diesem Fall frisst der Nachwuchs nicht äußerlich, sondern "bohrt" Fraßgänge in die Triebe. Diese sog. Miniergänge sind äußerlich gar nicht so leicht zu erkennen. Aber oft ist die Einstiegsstelle ein gutes Anzeichen für den Befall.

Abwärtsteigender Rosentriebbohrer (Ardis brunniventis)

Schadbild:

  • kurze Miniergänge an der Triebspitze
  • bis zu 5 Zentimeter lang
  • Triebspitze knickt ab und stirbt

Aufwärtssteigender Rosentriebbohrer (Blennocampa elongatula)

  • Miniergänge in Richtung Triebspitze
  • bis zu 10 Zentimeter lang
  • Einbohrloch häufig unter einem Stachel
  • Kotkrümel am Einbohrloch
  • Eiablage ab April

Bekämpfen:

  • Befallen Triebe bis ins gesunde Holz abschneiden

Rosenminiermotte (Coptotriche angusticollella; Emmetia angusticollella, Tischeria angusticollella)

Schadbild:

  • Blattoberseite: hell gefärbte Platzminen
  • z.T.: ganzes Blatt betroffen
  • innerhalb der Mine: hellgefärbte Larve
  • im Gegenlicht gut erkennbar

Bekämpfen:

  • befallene Blätter entfernen

Rosenprachtkäfer (Agrilus cuprescens)

Rosenprachtkäfer - Agrilus cuprescensSchadbild:

  • minierende Larven in den Trieben von Rosen
  • Verfärbung der Triebe
  • spindelförmiges Anschwellen der Triebe
  • Risse an der Oberfläche
  • Triebe brechen (ab)
  • reduzierter Austrieb oder kompletter Ausfall
  • eingetrocknete Knospen
  • Käfer schlüpft im Juni, Fraßschäden (vernachlässigbar)

Bekämpfen:

  • Rückschnitt befallener Triebe