FledermausblumeEinen Hauch von Exotik holt sich jeder Hobbygärtner ins Haus, wenn er sich für die Anschaffung der Fledermausblume entscheidet. Die mehrjährige krautige Pflanze, die ursprünglich in den Subtropen und Tropen Südostasiens beheimatet ist, erreicht Wuchshöhen von bis zu 110cm. Doch erst die Gestalt, die mit ihren braunvioletten Blüten und den langen Bartfäden an eine Fledermaus erinnert, lässt das Gewächs zu einem echten Hingucker werden. Die Kultivierung der Pflanze gestaltet sich problemlos, so dass sich auch Anfänger an der Fledermausblume versuchen können. Wer dann noch auf die richtige Gießmenge achtet, wird viel Freude an dem imposanten Gewächs haben.

Standort

Damit sich die Fledermausblume wohlfühlt, sollte sie einen optimalen und an ihre speziellen Bedürfnisse angepassten Standort erhalten. Das Gewächs bevorzugt halbschattige Bereiche, die sowohl eine hohe Temperatur als auch eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen; so wächst die Fledermausblume bei durchschnittlich 24°C besonders gut. Die Feuchtigkeit in der Luft sollte mindestens 80% betragen. Um diese  zu erhöhen, hat es sich bewährt, die Pflanze immer wieder mit Wasser
einzusprühen; auch ein Zimmerbrunnen, in der Nähe der Fledermausblume aufgestellt, verschafft ebenfalls schnell Abhilfe bei trockener Luft. Der optimale Standort für die Pflanze sollte zudem feucht, jedoch keinesfalls nass sein. Insgesamt bevorzugt das Gewächs helle, sonnendurchflutete Standorte, die andererseits jedoch nicht der prallen Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein dürfen.
Als mögliche Standorte innerhalb des Hauses bieten sich aufgrund der genannten Ansprüche mehrere Möglichkeiten an, zum Beispiel:
  • ein klimatisiertes Terrarium,
  • ein heller und beheizter Wintergarten sowie
  • ein feuchtwarmes Gewächshaus.
Tipp: Nicht zuletzt stellt auch die klassische Pflanzenvitrine eine gute Möglichkeit dar, die Fledermausblume fachgerecht unterzubringen. Hierbei handelt es sich um ein besonderes Gewächshaus, das aus diversen Steckelementen zusammengesetzt ist und aus Plexiglaskomponenten besteht.
 
Keinesfalls darf die Pflanze als klassisches Zimmergewächs gehalten werden - wohingegen während des Sommers eine Auspflanzung in die heimische Grünanlage durchaus versucht werden kann. Soll die Fledermausblume während der warmen Jahreszeit im Garten kultiviert werden, bietet sie sich als Unterpflanzung für Bäume oder hohe Farne an. Im Sommer ist zudem eine Kultivierung auf der Terrasse oder auf dem Balkon möglich; hier fühlt sich das Gewächs in einer geschützten warmen Ecke im Halbschatten wohl.
    

Substrat

Neben dem optimalen Standort ist auch ein geeignetes Substrat für die erfolgreiche Kultivierung der Fledermausblume wichtig. Junge Pflanzen werden in nährstoffreiche, torfhaltige Erde gepflanzt; es ist möglich, herkömmliche Blumenerde mit Torf und Gartenerde zu mischen. Auch Orchideenerde verfügt über alle Eigenschaften, die wichtig für ein gesundes Wachstum sind.
Tipp: Es hat sich bewährt, die Erde zusätzlich mit etwas Sand aufzulockern.

Gießen und Düngen

Während der Vegetationsphase der Fledermausblume - also zwischen Mai und September - benötigt das Gewächs einerseits viel Wasser, darf jedoch andererseits keinesfalls der Staunässe ausgesetzt werden. Wichtig ist, dass der Wurzelballen zu keiner Zeit austrocknet, aber die Erde stets mäßig durchfeuchtet wird; andernfalls droht schnell Wurzelfäulnis, die der gesamten Pflanze schadet. Zum Gießen wird ausschließlich kalkarmes, temperiertes Wasser verwendet; beim anschließenden Gießvorgang sind folgende Punkte zu beachten:
  • Zuerst wird das Substrat gegossen.
  • Eine kleine Portion Gießwasser wird in die Krone gegeben.
  • Zum Schluss werden die Blattachseln mit Wasser benetzt.
FledermausblumeUm Staunässe zu vermeiden, sollte der Topf über eine Drainagesystem verfügen und zusätzlich mit einem Untersetzer ausgestattet sein. Dieser wird spätestens 20 Minuten nach dem Gießen vollständig entleert. Doch der Untersetzer kann zusätzlich auch als Luftbefeuchter verwendet werden; in diesem Fall wird das Gefäß mit Kieselsteinen befüllt - und das nach dem Gießen gesammelte Wasser nicht ausgeschüttet. Die Kiesel verhindern die Entstehung von Staunässe und sorgen durch die gezielte Verdunstung gleichzeitig für eine Erhöhung der Luftfeuchte. Während im Sommer regelmäßig und reichlich gegossen wird, kann die Wassermenge im Winter reduziert werden.
Neben der adäquaten Wasserversorgung ist auch das gezielte Düngen wichtig, damit es der Fledermausblume gutgeht. Hierbei werden folgende Aspekte beachtet:
  • nur während der Sommermonate düngen
  • Düngung erfolgt im Abstand von 2-3 Wochen
  • Nährstoffgabe erfolgt mit Orchideendünger oder herkömmlichem Blumendünger

Vermehrung und Anzucht

Die Vermehrung der Fledermausblume wird häufig im Zuge des Umtopfens vorgenommen, denn das Gewächs kann ganz einfach durch eine spezielle Teilung vervielfältigt werden. Besonders gut eignet sich für diesen Vorgang das zeitige Frühjahr. Dann wird die überwinterte Wurzel zerschnitten, so dass mindestens zwei Teile entstehen, wobei jedes Segment über mindestens zwei Knospen verfügen muss. Die einzelnen Teilstücke können im Anschluss in einen eigenen Kübel gepflanzt werden, der zuvor mit frischem Substrat gefüllt wurde. Dabei werden die Pflanzen so eingesetzt, dass jeweils noch ein kleines Stück der Wurzel zu sehen ist; auf diese Weise kann effektiv einer Wurzelfäulnis entgegengewirkt werden.

Neben der Teilung der Fledermausblume steht auch die gezielte Aussaat mit Samen für die Vervielfältigung zur Verfügung. Die Anzucht mit Hilfe des Saatgutes kann prinzipiell ganzjährig erfolgen; es ist lediglich auf die optimalen Umgebungsbedingungen zu achten. Für die Anzucht werden folgende Utensilien benötigt:
  • Zimmergewächshaus
  • alternativ: beheizbare Saatschale
  • Anzuchterde
  • frisches
    Saatgut
Bei der Anzucht sollte man nach folgenden Schritten vorgehen:
1. Anzuchtgefäß mit nährstoffarmer Erde füllen (Kokosfasern oder ein Gemisch aus Sand und Torf)
2. Substrat mit Wasser anfeuchten
3. Saatgut aufstreuen und behutsam andrücken
4. durchsichtige Plastikfolie über das Anzuchtset stülpen
5. nicht vollsonnigen und hellen Platz wählen
6. Temperaturen von rund 25°C sicherstellen
7. Saatgut in den kommenden 6 Wochen feuchthalten und zwischendurch lüften
Fledermausblume    
Nach und nach entwickeln sich zunächst Keimblätter und anschließend auch die ersten Laubblätter, die optisch gut von den Keimblättern zu unterscheiden sind. Je nachdem wie schnell sich die Pflanze entwickelt, kann das Anzuchtgefäß sehr schnell zu klein werden; dann ist ein gezieltes Pikieren notwendig, damit sich die jungen Fledermausblumen nicht gegenseitig Platz wegnehmen. Dabei werden nur die größten und kräftigsten Exemplare in ein größeres Gefäß umgetopft; als Substrat dient weiterhin eine nährstoffarme Erde.

Auf diese Weise werden die Wurzeln besonders kräftig. Der Boden des Gefäßes sollte zusätzlich mit einer dünnen Schicht Gartenkompost bedeckt sein. Ein weiteres Umtopfen wird erst vorgenommen, wenn der Topf vollständig durchwurzelt ist; jetzt kann der Hobbygärtner auf nährstoffreichere Erde zurückgreifen, zum Beispiel Blumenerde oder Orchideenerde.

Pflege

Zur Pflege auch der erwachsenen Fledermausblume gehört das Umtopfen. Weil ausgewachsene Pflanzen jedoch recht langsam wachsen, ist diese Maßnahme in der Regel nur alle zwei bis drei Jahre erforderlich. Das Umtopfen wird im Idealfall im zeitigen Frühjahr vorgenommen, und zwar kurz vor Beenden der Winterruhe. Der neue Kübel misst nur einige Zentimeter mehr als das alte Gefäß; verhindert ein Wasserablauf die Entstehung von Staunässe. Unter den Bodenabzug sollte eine Drainage ausgelegt werden, die beispielsweise aus Blähton oder einer Tonscherbe bestehen kann. Beim Umtopfen sollten folgende Aspekte beachtet werden:
  • Beim Austopfen wird das Gewächs auf Beschädigungen untersucht.
  • Kranke und faule Stellen sind mit einem Messer zu entfernen.
  • Die Pflanze wird vorsichtig in das neue Gefäß eingesetzt und angedrückt.
  • Während der ersten Tage ist ein Einsprühen mit Wasser sinnvoll.

Überwintern

Fledermausblumen sind nicht winterhart und vertragen keine Temperaturen unter 5°C; deshalb sollte das Gewächs rechtzeitig vor Beginn des ersten Frostes ins Haus geholt werden. Grundsätzlich kann die Fledermausblume warm und kalt überwintert werden. Bei einer kalten Überwinterung sind folgende Umgebungsbedingungen wichtig:
  • Temperaturen um 10 °C
  • wenig gießen
  • Wurzelballen darf nicht komplett austrocknen
  • oberirdische Teile der Pflanze entfernen
Erst wenn die Pflanze beginnt neu auszutreiben, sind wieder höhere Temperaturen erforderlich; auch die Gießmenge wird dann nach und nach erhöht. Wer hingegen auch in der kalten Jahreszeit auf Blätter und Blüten nicht verzichten möchte, entscheidet sich für die warme Überwinterung. Dann muss der gewählte Standort ausreichend hell sein und eine insgesamt höhere Durchschnittstemperatur aufweisen; bei 15 bis 18°C fühlt sich die Fledermausblume bei der warmen Überwinterung wohl.
Fledermausblume
Allerdings ist es nicht erforderlich, für eine permanent hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen wie im Sommer. Da die Pflanze ihr Wachstum  auch bei der warmen Überwinterung einstellt, ist auch der Wasserbedarf entsprechend niedrig, wenngleich häufiger gegossen werden muss als in einem kalten Winterquartier. Bei beiden Überwinterungsvarianten darf nicht zusätzlich gedüngt werden.

Manchmal beobachtet der Hobbygärtner, dass die Blätter und Blüten der Fledermausblume während der Phase der Überwinterung zu welken beginnen. In diesem Fall besteht kein Grund zur Besorgnis, denn dieser natürliche Vorgang. Im kommenden Frühjahr wird es zu einem erneuten Austrieb kommen.

Schadbild Wurzelfäule

Insgesamt präsentiert sich die Fledermausblume sehr robust, so dass nur selten Schädlinge auftreten. Allerdings können Pflegefehler dazu führen, dass die Pflanze krank wird; insbesondere das Gießverhalten entscheidet maßgeblich darüber, ob das Gewächs gesund bleibt. Vor allem bei Übernässung reagiert die Fledermausblume mit Symptomen: Wer vergisst, angesammeltes Wasser im Untersetzer wegzuschütten oder wenn das Gewächs permanent mit viel Feuchtigkeit versorgt wird, besteht die Gefahr, dass die Wurzeln allmählich faulen.

Was tun bei trockenen Blättern?

Doch auch eine zu trockene Haltung kann zu Problemen führen: Sobald die Substratoberfläche durchgetrocknet ist, verlieren auch die Blätter an Spannkraft. Doch wenn die Fledermausblume dann zügig mit Wasser versorgt wird, erholt sie sich schnell wieder. Insgesamt bedarf es ein wenig Fingerspitzengefühl, um beim Gießen das richtige Maß zu finden.

Entwarnung bei Verfärbung der Blätter

Wenn sich Blätter nicht nur schlaff anfühlen, sondern auch verfärben, werden Hobbygärtner meist schnell in Alarmbereitschaft versetzt. Doch dieser Vorgang muss nicht zwingend auf eine Krankheit hindeuten; gegen Ende der Wachstumsperiode beginnen die Blätter der Fledermausblume manchmal damit, sich gelblich-braun zu verfärben. Das ist aber in den meisten Fällen ein Zeichen dafür, dass sich das Gewächs während der kalten Jahreszeit in ihren Wurzelbereich zurückzieht.

Um diesen natürlichen Prozess zu unterstützen, können sämtliche oberirdischen Pflanzenteile entfernt werden. Dann wird das Gewächs in die Winterruhe geschickt. Wer im Rahmen einer warmen Überwinterung nicht auf die Blätter und Blüten des Gewächses verzichten möchte, sprüht die Pflanze regelmäßig mit kalkarmem Wasser ab.

Doch ganz egal, für welche Maßnahme man sich entscheidet: Im kommenden Frühjahr kann sich der Hobbygärtner in jedem Fall wieder auf einen neuen Austrieb und damit über die volle Pflanzenpracht der Fledermausblume erfreuen!