In vielen hiesigen Haushalten stehen Orchideen, wobei es sich hierbei meist um die Sorte Phalaenopsis handelt, die vor allem in den vielen Baumärkten und Discountern angeboten wird. Doch wer sich ein wenig mit Orchideen auskennt weiß, dass es hier um die 20.000 Arten gibt. Um ein besseres Bild über die bei Kennern ebenfalls beliebten verschiedenen Sorten zu geben, wurde diese kurze Liste erstellt.

Brassia

Orchideenarten BrassiaDie bizarren Blüten dieser Orchideenart lassen den Betrachter dieser Pflanze oft nicht sofort an eine Orchidee denken. Denn ihr Aussehen ist mit den langgezogenen Blütenblättern und den recht bizarr anmutenden Blüten doch sehr ungewöhnlich für eine Orchidee. In den hiesigen Breitengraden ist die Brassia aufgrund ihres spinnenartigen Aussehens auch als Spinnenorchidee bekannt. Bei dieser Art handelt es sich um eine Aufsitzerpflanze, so dass die folgende Pflege empfohlen wird:
  • heller und warmer Standort
  • keine direkte Sonne
  • ursprünglich in der Karibik beheimatet
  • auch in Mexiko, Guatemala oder Honduras
  • benötigt viel frische Luft
  • ohne Zugluft
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • Aufsitzerpflanze, benötigt keine Erde
  • auf Ast mit Moos bewachsen, setzen
  • kann mit Kletterhilfe sehr hoch wachsen
Die Brassia zeichnet sich dadurch aus, dass die Blütenstände traubig und die langen Blätter glatt und in der Spitze stumpf verlaufend sind. Die Blüten sind gelb, hellgrün oder weiß mit einer Lippe, die einer Zunge ähnelt.

Tipp: Bei allen Orchideenarten ist es wichtig, dass nach dem Neuaustrieb die Ruhezeiten eingehalten werden, in denen die Pflanzen an einen kühleren Ort verbracht, nicht gedüngt und nur mäßig gegossen werden. Die Orchideen könnten ansonsten sehr empfindlich reagieren.

Burrageara Nelly Isler

Die Burrageara ist keine natürliche Art der Orchideen, sie wurde aus Kreuzungen zwischen verschiedenen Orchideenarten, darunter auch Oncidium und Miltonia hervorgebracht. Der Name stammt daher auch von Albert C: Burrage ab, der sich als erster mit diesen Kreuzungen beschäftigte. Das Erscheinungsbild und die Pflege der Burrageara Nelly Isler im Folgenden erklärt:
  • rot leuchtende Blüten mit gelber Mitte
  • verströmen einen angenehmen rosenähnlichen Duft
  • Blütenstängel werden bis 60 cm hoch
  • eine einzelne Blüte wird etwa fünf Zentimeter groß
  • die Blüte ist an keine bestimmte Zeit gebunden
  • verwelkte Stängel abschneiden
  • es folgt sofort ein neuer Blütenstängel
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • heller, warmer Standort
Die Burrageara Nelly Isler ist gut für die Zimmerkultur geeignet, darf im warmen Sommer jedoch auch ins Freie an einen geschützten Standort ziehen. Gerade die unterschiedlichen Temperaturen zwischen Tag und Nacht bekommen der Pflanze ganz gut. Regelmäßiges Eintauchen der Wurzeln ist sinnvoller, als zu gießen, zudem sollte die
Orchidee auch regelmäßig eingesprüht werden. Direkte Sonneneinstrahlung sollte trotz des hellen Standorts vermieden werden.

Cambria

Orchidaceae cambria - OrchideeDie Cambria Orchidee ist keine natürlich entstandene Art, sondern sie ist das Ergebnis von Züchtungen. So liegen der Cambria viele verschiedene Orchideengattungen zugrunde, so dass sie auch des Öfteren als kosmopolitischer Globetrotter bezeichnet wird. Erstmals wurde diese Art im Jahr 1931 "geboren", es handelt sich hierbei um eine sehr junge Orchideensorte. Die Cambria ist in der Pflege recht einfach, das Aussehen markant:
  • Blüten rot mit Kontrastfarbe
  • Blütenstängel werden bis zu 60 cm hoch
  • wird von grünen, lanzettenartigen Blättern umrahmt
  • kann durchgängig bei Zimmertemperatur kultiviert werden
  • etwa 25° Celsius sind ideal
  • im Winter gerne auch etwas kühler
  • kann im Sommer ins Freie
  • an jedem Standort vor Sonne schützen
  • regelmäßig besprühen
  • regelmäßig gießen und düngen
Tipp: Die Cambria ist sehr pflegeleicht und eignet sich aufgrund ihrer Unkompliziertheit vor allem auch für Orchideenanfänger.

Cattleya

Orchideenarten CattleyaDie Gattung der Cattleya kommt ursprünglich aus Südamerika und hier überwiegend aus Süd- und Ostbrasilien sowie den Anden. Hier leben diese Orchideen als Aufsetzerpflanzen auf Felsen oder Bäumen. Die Art kann bis zu 90 cm hoch werden und sollte daher mit einer Rankhilfe gestützt werden. Die farbenprächtigen und auffallenden Blüten faszinieren jeden Orchideenliebhaber. Die Pflanze besitzt die folgenden Merkmale und bei der Pflege sollte Folgendes beachtet werden:
  • große Blüten
  • mit ovalen Kelchblättern
  • breitere Kronblätter
  • dreilappige ausgefranste Lippe
  • gefleckt in Braun, Weiß, Grün, Gelb oder Rot
  • Unterschied zwischen ein- und zweiblättrigen Pflanzen
  • Blüte zwischen Januar und März
  • Standort hell, warm ohne direkte Sonne
  • im Sommer auch geschützt im Freien
  • regelmäßig tauchen und düngen
Während der Wachstumsphase sollte die Orchidee warm stehen, ausreichend Wasser und Dünger erhalten. Während der Ruhephase nur mäßige Wassergaben, da die Pflanze dann kälter steht. Auf Dünger sollte in dieser Zeit vollständig verzichtet werden.

Cymbidium

Der Name dieser Orchideenart stammt aus dem griechischen und wird von dem Wort kymbós abgeleitet, was übersetzt so viel heißt wie Kahn oder flaches Boot. Der Name beschreibt daher das Aussehen von Cymbidium schon recht gut, denn in der kräftigen Lippe kann mit etwas Fantasie wirklich ein kleines Schiff erkannt werden. Die Gattung Cymbidium stammt ursprünglich aus Indien, Thailand, Vietnam oder Birma. Auch in Australien wurden diese Orchideenarten bereits gefunden. Bei fachkundigen
Orchideensammlern sind diese Sorten sehr beliebt:
  • Blütezeit von Herbst bis Frühling
  • Blüten halten sehr lange
  • sind als Schnittblumen beliebt
  • verströmen einen angenehmen Duft
  • Rosa, Gelb, Grün, Weiß oder Rot
  • vielblütige, aufrechte, 40 cm lange Triebe
  • verkraften nächtliche Temperaturschwankungen von 20° Celsius
  • daher im Sommer für Außen gut geeignet
  • benötigt keine ausgeprägte Ruhephase
  • regelmäßig düngen und wässern
Tipp: Cymbidium Orchideen wünschen eine hohe Luftfeuchtigkeit sowie einen hellen Standort. Daher sind sie ideal in einem hellen Badezimmer zu kultivieren.

Frauenschuh

Frauenschuh orchidee - PaphiopedilumIhren wissenschaftlichen Namen Paphiopedilum trägt die Orchideenart Frauenschuh zu Ehren der Aphrodite, die in der Nähe der heutigen zypriotischen Stadt Paphos aus dem Meer gestiegen ist. Dennoch liegt die Heimat dieser Sorte fern von Zypern in Thailand, China, Malaysia, Indonesien und auf den Philippinen. Den deutschen Namen hingegen verdankt diese Art vor allem ihrem Aussehen. Denn die Blüten erinnern an einen Schuh, der hinten offen und vorne geschlossen ist. Da der Frauenschuh vor allem an seinen ursprünglichen Standorten Schatten gewohnt ist, darf er nicht der Sonne ausgesetzt werden und ein Nordfenster wird in der Wohnung bevorzugt. Weitere Merkmale und Pflegehinweise wie folgt:
  • mehrblütig
  • aus Rhizomen werden neue Sprossen gebildet
  • Blütenknospen am Ende eines Triebes
  • verschiedene Arten erhältlich
  • unterscheiden sich durch drei Blätterarten
  • gefleckt
  • grün und schmal
  • grün und breit
  • alle Arten müssen anders gepflegt werden
  • bei Kauf im Handel nachfragen
Die Besonderheit bei dieser Orchideenart ist vor allem, dass sie Erde benötigt, um zu wachsen. Anders als bei den anderen Orchideensorten, die entweder Orchideensubstrat wünschen oder als Aufsetzerpflanzen kultiviert werden, ist der Frauenschuh eine Orchidee, die einen Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,0 und 6,5 benötigt.

Tipp: Die Orchideensorte Frauenschuh ist zwar sehr beliebt in den hiesigen Breitengraden, dennoch muss darauf hingewiesen werden, dass die Pflanze leicht giftig ist und bereits eine Kontaktallergie auslösen kann.

Ludisia

Die Sorte Ludisia breitet sich, wie der Frauenschuh, ebenfalls über Rhizome aus und sollte daher gleichfalls in Erde kultiviert werden. Sie entfaltet sich so, wie dies bei vielen Bodendeckern der Fall. Ursprünglich ist diese Orchideenart in Hinterindien, Südchina und den Philippinen zu Hause. Im Schatten großer Bäume wächst Ludisia hier am besten. So sollte auch im heimischen Wohnzimmer ein eher schattiger Platz für diese Orchideenart gewählt werden. Auch ohne Blüten handelt es sich hierbei um eine dekorative Zierpflanze. Die Ludisia besitzt vor allem diese weiteren Merkmale und benötigt die folgende Pflege:
  • intensive Färbung der Blätter
  • Sonneneinstrahlung bleicht diese aus
  • dennoch heller Standort
  • benötigt keine typische Ruhezeiten
  • liebt ganzjährigen warmen Standort
  • Gießen und Tunken gleichermaßen erlaubt
  • normale Blumenerde mit Sand gemischt
  • regelmäßig düngen
  • kann einfach vermehrt werden
Tipp: Um genügend Licht an die Orchideenwurzeln zu lassen, kann auch ein durchsichtiges Gefäß gewählt werden. Dies verbessert den Stoffwechsel der Pflanzen.

Masdevallia

Orchideenarten MasdevalliaDie Orchideen dieser Art gehören in den hiesigen Breitengraden noch zu den Exoten, was jedoch eigentlich schade ist. Denn mit ihren spektakulären Blüten ziehen sie oft bewundernde Blicke auf sich. Dennoch sind diese Sorten nicht für Anfänger geeignet, denn sie benötigen in der Pflege einiges Fingerspitzengefühl und Erfahrung im Umgang. Die Masdevallia ist ursprünglich in den Anden und Mexiko beheimatet. Sie bevorzugt vor allem die hohen Lagen über 2000 Metern und wächst hier auf Gestein oder Bäumen. Daher handelt es sich hierbei auch um eine Aufsetzerpflanze, die im Wohnzimmer kultiviert auch keinen Topf mit Erde benötigt. Vor allem durch die folgenden Merkmale und die Pflege zeichnet sich diese Art aus:
  • rund-ovale Form der Blätter
  • Blüten dreieckig
    geformt
  • 50 cm hohe Stängel als Ähre
  • auch einzelne Blüten sind normal
  • Farben zwischen Rot, Violett, Pastellrot, Orange und Gelb
  • besitzen keine Ruhezeit, Blüte über das Jahr verteilt
  • kühler Standort ohne direkte Sonne
  • im Sommer im Freien
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • nur Regenwasser verwenden
Je kälter die Masdevallia steht, desto weniger muss sie gegossen oder getaucht werden. Um die gewünschte hohe Luftfeuchtigkeit zu erhalten, kann sie neben dem Aufstellen eines Luftbefeuchters auch täglich eingesprüht werden.

Tipp: Um bei Aufsetzerpflanzen die Austrocknung der Wurzeln zu verhindern, werden diese Idealerweise mit Sphagnummoos umwickelt, das gute Feuchtigkeitspeicher-Qualitäten besitzt.

Oncidium

Diese Aufsetzerpflanze kommt ebenfalls, wie viele andere auch, ursprünglich aus den hohen Lagen Mittel- und Südamerikas. Gerade die feuchten Regenwälder werden hier von der Orchideengattung Oncidium bevorzugt. Dennoch muss diese Gattung noch in zwei Kategorien eingeteilt werden, denn die einen mögen es wärmer, die anderen eher kälter. Dies sollte direkt beim Kauf im gut sortierten Fachhandel abgeklärt werden. Die bizarren Blüten begeistern viele Orchideenkenner, die Pflege ist wie folgt zu empfehlen:
  • nach dem griechischen Wort onkos = Wulst oder Schwiele
  • Wulst am Lippengrund der Blüten
  • verzweigte Blütenstängel mit vielen Blüten
  • wachsen unterhalb der Pseudobulbe heraus
  • Blütenfarbe meist braun oder gelb
  • kalkunverträglich
  • nur mit Regenwasser gießen
  • Standort hell ohne direkte Sonne
  • benötigt Orchideenerde
  • regelmäßig wässern und düngen
Tipp: Unter einer Pseudobulbe, ein Begriff der öfters im Zusammenhang mit Orchideen auftritt, handelt es sich um einzelne Stämmchen, aus denen die Blätter entspringen.

Phalaenopsis

Orchidaceae phalaenopsis - OrchideenWie bereits in der Einleitung erwähnt, handelt es sich bei dieser Gattung um die weitverbreitetste und bekannte Art. Meist beginnen Einsteiger mit dieser Orchideensorte. Der griechische Name setzt sich hier aus Nachtfalter (phalaina) und Aussehen (opsis) zusammen, was diese Orchidee bereits gut beschreibt. In der Pflege muss, wie bei jeder anderen Orchidee auch, aber ebenfalls einiges beachtet werden. Aussehen und Pflegehinweise:
  • lederartige Beschaffenheit
  • Blütenstände zwischen den Blättern
  • ebenfalls direkt an der Blattachse
  • Blüte aus drei Kron- und drei Kelchblättern
  • im Zentrum das Staubblatt
  • immer spezielle Orchideenerde nutzen
  • regelmäßig mit Wasser von oben besprühen
  • alle ein bis zwei Wochen Wurzelballen in Wasser tauchen
  • Standort warm und hell
  • im Winter kühler
Tipp: Fast alle Orchideenarten wünschen sich einen sehr lockeren Boden, die Wurzeln dürfen nicht in die Erde gepresst werden. Wird keine Orchideenerde aus dem Handel genutzt, eignet sich auch grobstrukturiertes Rindensubstrat.

Zygopetalum

Orchideenarten Zygopetalum maculatumDie Orchideenart Zygopetalum ist eine Herausforderung. Denn sie hebt sich nicht nur im Aussehen von den anderen Orchideen ab, auch bei der Pflege sind ein hoher Aufwand und spezielle Anforderungen zu erwarten. Ursprünglich wächst diese Gattung in den Regenwäldern Brasiliens. Da diese Pflanzen sehr pilzanfällig sind, sollten sie nicht direkt besprüht werden. Besser ist es, sie in einem feuchten Raum oder sogar in einer Vitrine mit der nötigen Luftfeuchtigkeit zu kultivieren. Zudem verträgt diese Orchideenart auch keinerlei Sonneneinstrahlung und reagiert hierauf empfindlicher als andere Orchideensorten. Weitere Merkmale und Pflegehinweise:
  • Blüten meist Lila oder Blau
  • verschiedene Sorten mit kleinen oder großen Blüten
  • blaue Orchideen sehr selten
  • Sprossen wachsen aus Seitenachsen
  • Blütenstände bis zu 60 cm lang
  • aufrecht oder auch hängend
  • bildet recht dicke Wurzeln
  • Standort leicht dunkel
  • in Vitrine auf genügend Luftzufuhr achten
  • regelmäßig düngen und gießen
Tipp: Die Sorten der Zygopetalum werden trotz der umfangreichen Pflege in den letzten Jahren immer beliebter in den hiesigen Breitengraden.