Aloe vera gehört zur Familie der Liliengewächse und ist vor allem durch ihre positiven Eigenschaften als Heilpflanze bekannt. Das sukkulente Gewächs lässt sich durch drei verschiedene Methoden vermehren, wobei die Erfolgsaussichten stark variieren können. Außerdem unterscheiden sich dabei der Arbeitsaufwand und die Dauer, bis eine gut durchwurzelte Jungpflanze entsteht. Für eine rasche und einfache Vermehrung sind die Kindel der Mutterpflanze perfekt geeignet.

Aussaat

Die Aufzucht mit der Hilfe von Samen dauert deutlich länger als das Vermehren durch Ableger. Wer jedoch eine ganz bestimmte und seltene Sorte der Aloe vera züchte möchte, für den ist diese Methode gut geeignet. Im Prinzip ist die

Aussaat das ganze Jahr über möglich, jedoch gibt es bestimmte Jahreszeiten und Klimabedingungen in denen die Vermehrung durch Samen besser funktioniert. Für den Keimprozess sind milde Temperaturwerte optimal, direkte Sonneneinstrahlung und Hitze sind zu vermeiden. Um die Keimung zu fördern, lasse sich die Anzuchtgefäße zu kleinen Gewächshaus umfunktionieren. Dafür einfach eine durchsichtige Folie über den Topf stülpen. Allerdings muss das Gefäß täglich gelüftet werden, ansonsten kann sich Schimmel bilden. Sobald die jungen Pflänzchen kräftig heranwachsen und die Keimlinge etwa zwei Finger hoch sind, werden diese pikiert und einzeln in verschiedene Töpfe eingesetzt.
  • Samen sind im Fachhandel und Gartencenter erhältlich
  • Für extrem seltene Exemplare bietet sich der Versandhandel an
  • Eigene Ernte ist ebenfalls möglich
  • Ideal ist Aussaat im Frühling wegen besserer Lichtverhältnisse
  • Samen der Aloe vera sind Lichtkeimer
  • Brauchen sehr hellen und warmen Platz zum Keimen
  • Als Substrat ist Anzuchterde optimal geeignet
  • Alternativ ist auch Gemisch aus Sand und Erde möglich
  • Samen locker über das Substrat streuen
  • Aussaat mäßig feucht halten, darf nicht austrocknen
  • Staunässe ist unbedingt zu verhindern
  • Nach einigen Wochen zeigen sich Keimlinge

Vermehrung durch Kindel

Die einfachste und beliebteste Methode um Aloe vera zu vermehren sind die Ableger, welche auch als Kindel bezeichnet werden. Diese Sprossen treiben seitlich am Stamm aus, allerdings erst, wenn die Mutterpflanze etwa drei Jahre alt ist. Bei noch sehr jungen Pflanzen ist diese Methode zur Vermehrung deshalb in den Anfangsjahren nicht möglich. Vor dem Abtrennen der Kindel ist darauf zu achten, dass diese schon ihre eigenen Wurzelansätze formiert haben. Dadurch vereinfacht sich die Fortpflanzung erheblich. Um sich ein genaues Bild vom Wachstumsfortschritt der Ableger zu machen, wird die gesamte Mutterpflanze ganz aus dem Topf genommen und dann das passende Kindel entfernt. Aloe vera ist eine sehr genügsame Pflanze und darf nicht zu viel gegossen werden. Es

sollte immer nur so viel Gießwasser verabreicht werden, dass das Substrat nicht gänzlich austrocknet.
  • Kindel vorsichtig von der Mutterpflanze abtrennen
  • Ableger sollten mindestens 5 cm lang sein
  • Nur scharfes und desinfiziertes Schneidwerkzeug verwenden
  • Verletzungen weiterer Pflanzenteile unbedingt vermeiden
  • Schnittstellen einige Tage an der Luft trocknen lassen
  • Setzlinge in eigenen Behälter umpflanzen
  • In leicht feuchtes Sukkulenten Substrat einsetzen
  • An warmen und hellen Standort stellen
  • Direktes Sonnenlicht jedoch vermeiden

Tipp: Mit den ersten Gießeinheiten sollte nach dem Umpflanzen etwa eine Woche gewartet werden. Im Anschluss wird die junge Aloe vera dann wie gewohnt gegossen und gepflegt.

Mit Stecklingen vermehren

Aloe vera - BlattstecklingWenn die Pflanze noch nicht alt genug ist oder sehr lange braucht, um Kindel auszubilden, lässt sich die Aloe vera auch durch Stecklinge aus den gut ausgebildeten Blättern vermehren. Generell lässt sich die Stecklingsvermehrung zu jeder Jahreszeit durchführen, der Erfolg hängt jedoch zum großen Teil von den Temperaturwerten ab. Zu beachten ist, dass die Blätter der Aloe vera aufgrund ihres extrem wasserreichen Gewebes sehr anfällig für Fäulniserscheinungen sind. Um die Mutterpflanze nicht unnötig zu verletzen, dürfen nur scharfe und saubere Messer zum Abtrennen benutzt werden. Ansonsten kommt es zu Quetschungen, welche anschließend anfangen zu faulen. Der Topf für den Steckling sollte nicht zu groß sein. Die junge Aloe vera wird erst in ihren endgültigen Topf umgesetzt, wenn das Anzuchtgefäß gut durchwurzelt ist.

  • Idealerweise in der Wachstumszeit im Frühling durchführen
  • Ausreichend großes und außen wachsendes Blatt abschneiden
  • Dann Blatt in mehrere und gleich große Stücke teilen
  • Schnittflächen für einige Tage antrocknen lassen
  • Dann Stecklinge in sandige und leicht feuchte Erde pflanzen
  • Etwa 1-2 cm tief ins Substrat stecken und leicht andrücken
  • Blattstück sollte aufrecht stehen
  • Mit erster Gießeinheit bis zur Wurzelbildung warten
  • Danach Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass halten
  • Optimal für die Stecklinge ist heller und warmer Standort
  • Vor zu viel Sonnen schützen

Hinweis: Als Steckling lässt sich auch nur die obere Hälfte eines Blatt verwenden, dann müssen aber längere Exemplare an stützenden Stäben befestigt werden, damit diese nicht umfallen.

Jungpflanzen pflegen

Aloe vera ist eine Wüstenpflanze und kann einige Zeit auch ohne Wasser auskommen. Trockenheit wird besser ausgehalten als zu

viele Gießeinheiten, da das Gewächs sehr gut Flüssigkeit ansammeln kann. Allerdings können die kleinen Jungpflanzen am Anfang nur wenig Wasser speichern und würden durch Staunässe unnötig leiden. Darüber hinaus tendiert die Aloe vera zu Pilzbildung und Fäulnis. Außerdem vertragen die jungen Stecklinge zu Beginn nicht viel Sonnenlicht, bis diese ihr Wurzelsystem komplett ausgebildet haben. Wenn die Stecklinge anfangen Wurzeln zu schlagen, trocknen diese aus und beginnen etwas zu schrumpfen. Wird die gleiche Größe beibehalten und die Konsistenz immer weicher, dann faulen die Blattstücke. Für die Anzucht ist die Auswahl der richtigen Erde extrem wichtig, dadurch lassen sich Fäulniserscheinungen verhindern. Lehmige und humusreiche Erde ist für die Sukkulenten nicht geeignet, diese brauchen ein mageres Substrat.
  • In der Anfangszeit ist eher dunkler Standort ideal
  • Erst nach der Wurzelbildung an hellen und sonnigen Platz umsiedeln
  • Jungpflanzen nicht von oben gießen, nur von der Seite
  • Generell ist sparsames Gießen anzuraten
  • Staunässe kann größere Schäden anrichten
  • Dagegen wird vorübergehende Trockenheit gut vertragen
  • Ideal ist sandige Kakteenerde für die Anzucht
  • Faulende Stecklinge wurzeln nicht, müssen entfernt werden
  • Wurzelbildung lässt sich durch Wurzelhormon anregen
  • Alternativ Honig, Weidenwasser oder Zimt verabreichen