Das Edellieschen ist sowohl im Garten als auch als Zimmerpflanze ein lohnenswertes Gewächs. Je nachdem wie der Gärtner es in Szene setzt, zieht es allein stehend alle Blicke auf sich oder imponiert mit Unterstützung bunter Blumen in einem ansehnlichen Pflanzenmeer. Als Entlohnung für die schöne Optik, beansprucht es jedoch ein paar Pflegemaßnahmen.

Impatiens Neuguinea - Steckbrief

  • Pflanzengattung: Springkrautgewächse
  • Zuchtform des Fleißigen Lieschens
  • auffallend hoher Wuchs, große Blüten und schmale Blätter
  • wird bis zu 40 cm hoch
  • nicht winterhart
  • bei gewissenhafter Pflege mehrjährig
  • Topf- oder Balkonkastenpflanze
  • Blütenfarbe: weiß, rosa, oder rot, seltener violett
  • Blütezeit: Juni bis Oktober

Standort

Impatiens Neuguinea bevorzugt helle ´Standorte. Eine zu schattige Lage bestraft das Gewächs mit einen kümmerlichen Wuchs. Andersherum sollte das Gewächs nie der prallen Mittagssonne ausgesetzt sein. Das Verbrennen der Blätter und Blüten wäre die Folge. Idealer Weise erreichen die

Strahlen der Morgen- und Abendsonne das Edellieschen. Der Standort unter einem Dachvorsprung eignet demnach besonders gut. Dieser bietet gleichzeitigen Schutz vor Regen. Wie gut die Pflanze Niederschläge verträgt ist letztendlich sortenabhängig. Die Züchtung Impatiens Neuguinea gilt diesbezüglich als sehr robust.

Etwas anspruchsloser erweist sich die Pflanze hinsichtlich des Substrats. Mit herkömmlicher Blumenerde zeigt sie sich bereits genügsam. Humos, locker und vor allem durchlässig sollte diese allerdings sein, denn Staunässe bedeutet sogleich das Eingehen des Edellieschens. Hier gilt es, das gesunde Mittelmaß zwischen einem stetig feuchten, aber niemals zu nassem Boden zu finden.

Kultivierungsmöglichkeiten

Die Möglichkeiten, das Edellieschen ansehnlich in Szene zu setzen, sind vielfältig:

  • als Farbakzent im Beet
  • in Tuffs
  • als Grabschmuck
  • zur Umrandung
  • an Gehölzrändern
  • im Kübel unter einem Dachvorsprung
  • im Topf auf der Fensterbank

Pflanznachbarn

Margeriten als Pflanznachbarn für Edellieschen (Impetiens neuguinea)Die Farbvielfalt des Edellieschens lässt sich wunderbar mit anderen blühenden Gewächsen kombinieren, sofern diese dieselben Standortansprüche stellen:

  • Blaukissen
  • Elfensporn
  • Funkien
  • Husarenknopf
  • Knollenbegonien
  • Margeriten
  • Verbenen
  • Wandelröschen

Gießen

Nachdem der Gärtner das Edellieschen gepflanzt hat, bedarf dieses nur einer mäßigen Wassergabe. Erst später steigt die Notwendigkeit. Dann ist darauf zu achten, das Substrat stets feucht zu halten. Feucht meint in diesem Fall, dass die Erde nicht austrocknen, sich aber niemals Staunässe bilden darf. Darüber hinaus gießt der Gärtner ausschließlich die Erde, nicht aber über die Blätter. Am besten eignet sich abgefangenes Regenwasser. Ab September bedarf Impatiens Neuguinea eine Erholungspause, die eine reduzierte Wassergabe beinhaltet.

Tipp: Handelt es sich um eine Beetpflanze, erspart einen Mulchschicht dem Gärtner viel Arbeitsaufwand. Diese schützt den Boden auch bei starker Sonneneinstrahlung vor dem Austrocknen und verringert auf diese Weise die nötige Wassermenge.

Düngen

Um die Blüte zu fördern, ist eine Düngergabe sinnvoll. Handelsüblicher Dünger ist dafür vollkommen ausreichend. Die Gabe erfolgt alle zwei Wochen während der Wachstumsphase und im Winter im Abstand von sechs Wochen.

Schneiden

Bei dem recht kleinwüchsigen Edellieschen zielt der Rückschnitt natürlich nicht auf die Wachstumshemmung ab. Ganz im Gegenteil, mit dem gezielten Einkürzen der Blätter erzeugt der Gärtner einen buschigeren Wuchs. Indem er verwelkte Blüten entfernt, besitzt die Pflanze mehr Energie, die sie in die Bildung des neuen Laubes investieren kann. Sich neu bildende Fruchtkapseln sind allein für die Vermehrung interessant. Ist diese nicht vorgesehen, gehören sie unmittelbar entfernt. Ebenso kommt es vor, dass Blüten an den Blättern verkleben. Auch diese sollte der Gärtner gewissenhaft abzupfen, da andernfalls ein erhöhtes Risiko besteht, das Impatiens Neuguinea an Grauschimmel

erkrankt.

Vermehren

Edellieschen - Impatiens neuguineaAngesichts der schönen Erscheinung ist es kein Wunder, wenn der Wunsch nach mehreren Edellieschen besteht. Welch ein Glück, dass dafür kein Kostenaufwand entsteht, ist die Vermehrung doch ganz einfach. Dem Gärtner stehen sogar mehrere Methoden zur Auswahl. Zum einen ist eine Aussaat der selbst gewonnenen Samen denkbar. Besonders simpel ist aber vor allem die Vermehrung durch Stecklinge.

Vermehrung über Stecklinge

  • Stecklinge im Spätsommer schneiden
  • geeignet sind junge, noch nicht verholzte Triebe
  • Länge 5-8 cm
  • Knospen und Blattansätze entfernen
  • Torf und Sand mischen
  • Substrat in Anzuchttöpfe füllen
  • Folie über die Töpfe spannen und kleine Luftlöcher hinein piksen (verhindert die Wasserverdunstung)
  • Triebe nach zwei bis vier Wochen umtopfen
  • nach sechs Wochen erstmalig düngen
  • ab Mitte Mai ins Freie setzen

Vermehrung über Aussaat

  • zwischen Mai und August die Samen aus der Mutterpflanze ernten
  • an einem luftigen, trockenen Ort trocknen
  • Samen bis in den März des Folgejahres an einem lichtgeschützten Ort aufbewahren
  • Anzuchttöpfe mit nährstoffarmer Erde vorbereiten
  • Samen leicht hineindrücken
  • Substrat mit Wasser aus einer Sprühflasche befeuchten
  • Anzuchttöpfe an einem hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung lagern
  • optimal sind Temperaturen von 22°C
  • Triebe mit einer Länge von 3-4 cm pikieren
  • für den neuen Topf herkömmliche Blumenerde verwenden
  • Edellieschen nach den Eisheiligen ins Freie pflanzen

Achtung
Es ist anzuraten, die Frucht bei der Ernte mit einer Hand zu umschließen, da Springkräuter wie Impatiens Neuguinea ihre Samen bei Berührung explosionsartig davon schleudern. Das Saatgut verteilt sich in einem Umkreis bis zu vier Metern unkontrolliert im Garten und lässt neue Pflanzen an ungewünschten Stellen aus dem Boden wachsen.

Hinweis: Wussten Sie schon, dass die Stecklingsvermehrung der Mutterpflanze gleicht, während bei der Aussaat eine ganz andere Blütenfarbe erscheinen kann?

Überwintern

Edellieschen - Impatiens neuguineaDa Impatiens Neuguinea nicht winterhart ist, sind nur Zimmerpflanzen mehrjährig. Indem er Freiland Pflanzen noch vor dem ersten Frost ausgräbt und ins Haus oder einen warmen Wintergarten verlagert, gelingt es dem Gärtner jedoch auch jene Exemplare zu überwintern. Das Winterquartier sollte hell, aber nicht zu sonnig sein. Temperaturen von 15-18°C sind ideal. Zum Überwintern gießt der Gärtner Impatiens Neuguinea erst wieder, wenn die oberste Substratschicht getrocknet ist. Die Düngergabe reduziert sich auf einmal im Monat.

Krankheiten und Schädlinge

Als Zuchtform ist Impatiens Neuguinea robuster gegen Krankheiten als die Ursprungspflanze, das Fleißige Lieschen. Ganz gefeit vor Parasiten ist das Gewächs jedoch nicht. Zu den häufigsten Schädlingen zählen:

Spinnmilben

Bedingungen, die einen Spinnmilben Befall fördern:

  • trockene Raumluft
  • treten vor allem im Herbst und Winter auf

Symptome

  • spinnenwebenartige Fäden auf den Blättern (werden beim Besprühen der Pflanze mit Wasser sichtbar)
  • helle Sprenkelung auf der Blattoberseite
  • später hell verfärbte Blätter
  • vertrocknete Blätter

Maßnahmen

  • Luftfeuchtigkeit erhöhen
  • Edellieschen nicht in Heizungsnähe stellen
  • Pflanze regelmäßig mit Wasser besprühen
  • Rapsöl-Lösungen
  • Neem-Lösungen

Thripse

Bedingungen, die einen Thripse Befall fördern:

  • kommen vor allem in geschlossenen Räumen vor
  • niedrige Luftfeuchtigkeit

Hinweis: Haben sich Thripse erst einmal auf Impatiens Neuguinea niedergelassen, vermehren sie sich in Windeseile. Zwar wird das Edellieschen nicht eingehen, dennoch verursachen die Schädlinge große optische Schäden. Nicht selten kommen auch Menschen mit den Tierchen in Kontakt. Hier besteht jedoch kein Gesundheitsrisiko.

Symptome

  • nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen (Körpergröße < 1mm)
  • silber-graue Flecken auf den Blättern, vereinzelt auch auf den Blüten
  • braune Pflanzenteile im fortgeschrittenen Stadium
  • deformierte Blätter

Achtung: Thripse sind leicht mit den Spinnmilben zu verwechseln. Ein klarer Befund ist jedoch zwingend nötig, da beide Schädlinge eine andere Behandlung erfordern.

Maßnahmen

  • Seifenlauge
  • die Pflanze für ein paar Tage an die frische Luft stellen
  • Raubmilben oder Florfliegen auf die Pflanze setzen (natürliche Fressfeinde)

Hinweis: Der Einsatz von Fungiziden führt auf Dauer zur Resistenz der Schädlinge.

Blattläuse

BlattläuseBedingungen, die einen Blattlaus Befall fördern:

  • ein warmer, trockener oder auch sehr feuchter Standort
  • oftmals auch ohne ungünstige Bedingungen

Symptome

  • mit bloßem Auge sichtbar
  • grüne, schwarze, weiße, gelbe oder rote Tierchen an der Pflanze
  • meistens am Blattstiel und der Blattunterseite anzutreffen
  • verkrüppelte oder zusammengerollte Blätter
  • Honigtau (klebriger Film auf den Blättern)

Maßnahmen

  • Pflanze mit Wasserstrahl abspritzen
  • manuelle Entfernung
  • Nützlinge (z.B. Marienkäfer)
  • Neemöl
  • Brennnesseljauche
  • Sud aus Ackerschachtelhalm
  • Wasser-Spülmittel-Lösung

Achtung: Zwar muss eine Behandlung bei Auftreten der Symptome möglichst schnell und effektiv erfolgen, chemiebelastete Fungizide sind jedoch auf keinen Fall das Mittel der Wahl. Auch selbst hergestellte Hausmittel zeigen Erfolg, wenn auch sie Wirkung erst nach mehreren Anwendungen eintritt.


Sollten die Hausmittel aufgrund eines sehr starken Befalls keine Besserung hervorrufen, erkundigt sich der Gärtner am besten nach biologischen Spritzmitteln im

Fachhandel.