Das Fensterblatt trägt die botanische Bezeichnung Monstera deliciosa und hat sich hierzulande als beliebte Zimmerpflanze etabliert. Deshalb besteht oft der Wunsch nach weiteren Pflanzen, welche sich durch Ableger schnell und einfach vermehren lassen. Das Gewächs bildet ausgeprägte Luftwurzeln aus, welche sehr lang werden. Außerdem sind die großen und teilweise durchbrochenen Blattstrukturen extrem auffällig und geben dem Fensterblatt eine unverwechselbare Note.

Kopfstecklinge

Der Einsatz von Kopfstecklingen ist eine einfache und schnelle Methode, um das Fensterblatt durch Ableger zu vermehren. Da es sich dabei um eine vegetative Reproduktion handelt, wachsen im Anschluss sortenreine Jungpflanzen heran. Damit der Kopfsteckling

erfolgreich neue Wurzeln schlagen kann, muss ein passender Ableger ausgesucht und der Schnitt vorsichtig durchgeführt werden. Wenn es hierbei zu Quetschungen und Verletzungen kommt, dann leiden sowohl die Mutterpflanze als auch der Steckling darunter.

  • Adäquater Steckling muss bereits 2 Blätter und 2 Luftwurzeln ausgebildet haben
  • Ableger mit scharfem und desinfiziertem Schneidewerkzeug abtrennen
  • Schnitt ca. 0,5-1,0 cm unterhalb der Luftwurzel ansetzen
  • Schnittstelle mindestens 1 Stunde lang austrocknen lassen
  • Nur frische Ableger zum Vermehren verwenden
  • Ableger zusammen mit Luftwurzeln in Gefäß einsetzen
  • Pflanzsubstrat behutsam andrücken

Stammstecklinge

Wenn Stammstecklinge als Ableger vom Fensterblatt zum Einsatz kommen, dann werden einzelne Stücke vom Stamm der Pflanze verwendet. Dabei können für das Vermehren gleich mehrere Stecklinge zur selben Zeit genutzt werden. Als Stammstecklinge werden bestimmte Teile der Sprossachse bezeichnet, welche noch nicht verholzt sind. Die benötigten Bereiche der Monstera sollten noch keine Blätter ausgebildet haben, aber mehrere und bisher ruhende Blattknospen beinhalten. Die sogenannten Vegetationspunkte sind wichtig für das erfolgreiche Vermehren mit dieser Methode. Die dafür erforderlichen Stücke werden am Stamm auf der korrekten Höhe abgeschnitten, wobei die Größe des Stammstückes die anschließende Menge der Stammstecklinge bestimmt. Die Aufzucht der Stammstecklinge ist relativ unkompliziert, wenn der Schnitt richtig angesetzt wird. Innerhalb von einigen Wochen entwickeln sich aus den ruhenden Knospen sowohl neue Wurzeln als auch Blätter.

  • Stammstück zwischen zwei noch ruhenden Knospen abschneiden
  • Dann größeres Stammsegment in kleinere Stücke aufteilen
  • Jedes Teilstück muss einige Vegetationspunkte aufweisen
  • Einzelne Stammstücke gerade auf die Anzuchterde legen
  • Im Anschluss leicht andrücken
  • Vegetationspunkte müssen nach oben zeigen

Anzuchttopf

Um die Ableger der Monstera mit Erfolg zu vermehren sind geeignete Anzuchttöpfe erforderlich, welche mit einem Anzuchtsubstrat gefüllt werden. Wenn mehrere Stecklinge gleichzeitig abgetrennt

wurden, dann sollte jeder davon in ein eigenes Gefäß eingesetzt werden. Um das Wurzelschlagen zu unterstützen, bietet sich das Errichten einer transparenten Haube über dem Ableger an. In der Anfangszeit sind die richtigen Pflegemaßnahmen sehr wichtig, damit sich die jungen Pflanzen gesund entwickeln können. Wenn die Bewurzelung der Ableger erfolgreich war, dann bildet das kleine Fensterblatt neue Austriebe. Zu diesem Zeitpunkt muss die Abdeckung komplett entfernt und das Pflänzchen ganz normal wie ein erwachsenes Exemplar gepflegt werden.

  • Ideal ist Gemisch aus Erde und Sand
  • Alternativ Substrat mit Kokosfasern möglich
  • Mit Klarsichtfolie oder durchsichtiger Plastiktüte abdecken
  • Holzstäbchen als Abstandhalter errichten
  • Folie darf Blätter nicht berühren
  • Am halbschattigen Fensterplatz aufstellen
  • Auf warme, aber nicht zu heiße Temperaturwerte achten
  • Direkte Sonnenbestrahlung und Mittagshitze vermeiden
  • Anzuchterde ohne Unterbrechung leicht feucht halten
  • Nur mit kalkfreiem Wasser oder Regenwasser gießen

Tipp: Die Abdeckung sollte zwischendurch für einen kurzen Zeitraum entfernt werden, damit der Ableger belüftet wird. Ansonsten unterstützt das Fehlen einer Belüftung das Aufkommen von schädlichem Schimmel.

Abmoosen

Monstera - FensterblattEine andere Methode für das Vermehren des Fensterblatts durch Ableger ist das Abmoosen, ein Begriff aus der Gartenfachsprache. Bei diesem Verfahren wird die Rinde an einer bestimmten Stelle am Stamm eingeschnitten, alternativ ist auch ein Schnitt am Haupttrieb möglich. Im Anschluss ist permanent zu verhindern, dass sich die Schnittstelle schließt. Allerdings kann es einige Zeit dauern, bis sich an der Schnittstelle genügend Wurzeln ausgebildet haben. Das Bewurzeln findet meistens nach ein paar Wochen oder im Extremfall sogar erst nach Monaten statt. Wenn es soweit ist, dann wird der anvisierte Bereich unterhalb der Schnittstelle von der Mutterpflanze abgeschnitten. Direkt danach lässt sich der Ableger wie gewohnt einpflanzen.

  • Schnitt unterhalb vom Blattknoten ansetzen
  • Schnittstelle mit kleinem Holzstäbchen einklemmen
  • Einsatz von Streichholz ist ebenfalls möglich
  • Schnittstelle mit saugfähigem Material bedecken
  • Ideal ist feuchte Erde oder Torfmoos
  • Dann vorsichtig mit Folie umwickeln
  • Folie oben und unten gut verschließen
  • Material unter der Folie den ganzen Zeitraum über feucht halten

Pflege & Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt für das Vermehren des Fensterblatts durch Ableger ist zu Beginn der Vegetationsperiode. Während dieser Phase beginnt die Monstera nach der Winterruhe erneut mit dem Wachstum, sodass sich beim Ableger Blätter und Wurzeln schnell ausbilden können. Die Vermehrung durch Kopf- und Stammstecklinge lässt sich gleichzeitig mit einem Rückschnitt der Pflanze durchführen. Das immergrüne Gewächs stammt ursprünglich aus den Tropenwäldern der Karibik und Südamerika. Dort wächst es unterhalb der großen Bäume und ist deshalb halbschattige Standortbedingungen gewöhnt. Aus diesem Grund kommt das Fensterblatt mit prallem Sonnenlicht und starker Mittagshitze nicht zurecht. Außerdem ist die Pflanze auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Monstera wächst als Kletterpflanze schnell in die Höhe und braucht deswegen nach oben hin ein ausreichendes Platzangebot. Aufgrund seiner Wuchsform bildet das Fensterblatt recht biegsame Luftwurzeln aus. Trotz der flexiblen Eigenschaften können die Luftwurzeln leicht abbrechen.

  • Ideal ist das Vermehren durch Ableger im Frühling
  • Anzucht im Pflanzgefäß möglich
  • Luftwurzeln müssen mit Erde bedeckt sein
  • Ableger können alternativ auch im Wasserglas anwurzeln
  • Luftwurzeln müssen dann im Wasser stehen
  • Im Anschluss direkt einpflanzen
  • Gewächs freut sich über zusätzliche Stütze im Topf
  • Blätter brauchen viel Feuchtigkeit
  • Optimal ist der Einsatz von Regenwasser
  • Luftwurzeln vorsichtig behandeln, um Abbrechen zu verhindern

Tipp: Ableger und neu herangezogene Jungpflanzen aus kleiner Entfernung mit kalkfreiem Wasser aus einer Sprühflasche bestäuben. Ergänzend die Blätter einzeln mit einem leicht angefeuchteten Schwamm

benetzen.