Eine Yucca in der Wohnung ist toll, mehrere sind auf jeden Fall besser. Wer sich mit diesen tollen Pflanzen einen kleinen Palmengarten aufbauen möchte, tut gut daran, die vorhandenen einfach zu vermehren. Das funktioniert ausgesprochen gut und ist geradezu kinderleicht. Ableger und Stecklinge spielen dabei die zentralen Rollen. Über sie lässt sich relativ schnell die Anzahl der Pflanzen enorm erhöhen.

Yucca elephantipes

Eigentlich ist diese Pflanze gar keine Palme, sondern ein Spargelgewächs. Dennoch weist sie in ihrer Form zweifellos Eigenarten auf, die nun mal nicht nur bei uns in Deutschland als palmenartig eingestuft werden. Ihr exotischer Touch hat wohl mit dazu geführt, dass sie sich in den letzten 30 Jahren zu einer der beliebtesten Zimmerpflanzen entwickelt

hat. Dabei spielte und spielt sicherlich auch eine Rolle, dass das Spargelgewächs relativ unkompliziert und anspruchslos ist. Das gilt auch für die Vermehrung der Pflanze, die in den allermeisten Fällen nicht über Samen erfolgt, sondern über Ableger und Stecklinge, die einfach in die Erde oder ins Wasser gestellt werden.

Tipp 1: Die Vermehrung durch Samen ist natürlich auch möglich, jedoch dauert es sehr lange, bis die Pflanze tatsächlich erstmals Samen ausbildet. Meist kann man den Samen erst nach mehreren in herkömmliche Anzuchterde stecken.

Vermehrung allgemein

Grundsätzlich ist dieses Gewächs sehr vermehrungsfreudig. Praktisch alle Teile der Pflanze eignen sich dafür, daraus ein neues Exemplar zu ziehen. Am häufigsten kommen dafür in Frage:

  • Stamm bzw. Teile des Stamms
  • einzelne Triebe
  • Wurzelableger
  • durch Teilung der Pflanze

Yucca Palme - PalmlilieBei letzterem handelt es sich um einen Sonderfall, der allerdings große Wirkung zeigen kann. Sinnvoll ist eine Teilung allerdings nur, wenn das gesamte Gewächs relativ üppig und vor allem vollkommen gesund ist. Ansonsten besteht die große Gefahr, dass beide Pflanzenstück nach der Teilung nicht überleben. Absolut ungefährlich sind die Vermehrungsmethoden Stamm, Triebe und Wurzelableger.

Tipp 2: Eine Vermehrung über einen Teil des Stammes bietet sich vor allem dann an, wenn die Pflanze gekürzt und der obere Teil des Stammes abgesägt werden muss. Dann reicht es, den abgetrennten Teil in feuchtes Erdreich (Anzuchterde) zu stecken und auf das Anwurzeln abzuwarten.

Ableger

Im Wurzelbereich bildet die vermeintliche Palme regelmäßig zahlreiche Ableger aus. Diese lassen sich hervorragend dafür nutzen, um daraus neue Pflanzen zu ziehen. So geht man dabei am besten vor:

  • Ablegerpflanzenteil sehr vorsichtig frei legen
  • dabei bis zum dem Punkt vordringen, an dem es mit der Mutterpflanze verbunden ist
  • direkt an der Verbindung mit einem scharfen Messer abschneiden
  • das Pflanzenteil umgehend aus der Erde nehmen
  • das frei gelegte Areal wieder mit Erde befüllen
  • den frei gelegten Setzling in einen Topf mit Anzuchterde
    stecken
  • sofort gut wässern und anschließend regelmäßig gießen
  • warten bis sich mehr Wurzeln ausbilden, dann eventuell umtopfen

Die Anzuchterde sollte möglichst nährstoffreich sein, um der neuen Pflanzen von Anfang an genügend Energie zu bieten. Darüber hinaus ist eine ausreichende Wasserversorgung von großer Bedeutung. Allerdings darf es dabei unter keinen Umständen zu Staunässe kommen, da diese die empfindlichen Wurzeln schädigen würde. Nachdem das Pflanzenteil angewachsen ist, kann es in einen größeren Topf mit Blumen- oder spezielle Palmenerde umgetopft werden.

Tipp 3: Um Staunässe zuverlässig zu verhindern, sollte es schon im Anzuchttopf eine Sandschicht bzw. eine Drainageschicht geben, die das Ablaufen des Wassers erleichtert.

Stecklinge

Um aus Stecklingen eine neue Yucca-Palme ziehen zu können, greift man auf bestimmte Pflanzenteile zurück. Am besten eignen sich dafür die Seitentriebe der bereits vorhandenen Pflanze. Alternativ kann man freilich auch auf Teilstück des Stammes zurückgreifen. Die Gewinnung einer neuen Pflanze über einen Stammteil dauert in der Regel aber deutlich länger.

Tipp 4: Bei einem Steckling aus dem Stamm muss das Teilstück zwischen fünf und zehn Zentimeter lang sein. Es sollte mit einem scharfen und sauberen Messer seitlich aus dem Stamm geschnitten werden.

Die sicherste und effektivste Stecklingsvermehrung ist zweifellos die über vorhandenen Seitentriebe. Der große Vorteil dabei: Die Triebe haben bereits komplett ausgebildete Blätter, was nach dem Einpflanzen das schnelle Wurzelwachstum begünstigt. So sollte man ganz allgemein dabei vorgehen:

  • Trieb am Stamm mit einem scharfen und sauberen Messer abschneiden
  • Steckling dann in eine Mischung aus Anzuchterde und Sand stecken
  • sofort intensiv wässern, dabei jedoch keine Staunässe erzeugen
  • Steckling mit einer transparenten Folie abdecken (Treibhauseffekt)
  • Folie nach rund vier Wochen entfernen und Steckling umpflanzen

Yucca Palme - PalmlilieWichtig ist, den Steckling mit der Schnittfläche in das vorbereitete Erdreich zu stecken. Die Schnittstelle am Stamm der Mutterpflanze muss je nach Größe unter Umständen versiegelt bzw. geschlossen werden. Die Abdeckung durch die Folie führt dazu, dass unter ihr die Luftfeuchtigkeit ansteigt, was wiederum gut für das Wurzelwachstum ist.

Tipp 5: Alternativ zu einer Folie kann auch eine abgeschnittene Plastikflasche verwendet werden, die über den Steckling gestülpt wird. Dadurch entsteht ebenfalls der gewünschte Treibhauseffekt.

Rahmenbedingungen

Wer seine Yucca-Palme vermehren möchte, sollte von Anfang an auf die richtigen Rahmenbedingungen achten. Auf diese Weise wird der Erfolg deutlich erhöht und es besteht die Gewähr, dass gesunde und starke neue Pflanzen entstehen. Diese Rahmen- bzw. Standortbedingungen entsprechen in etwa denen, die auch eine ausgewachsene Pflanze dieser Art benötigt. Von besonderer Bedeutung

ist dabei ein möglichst heller Standort. Jedoch sollte es dort auf keinen Fall zu einer direkten Sonneneinstrahlung kommen. Auch die pralle Mittagssonne muss vermieden werden. Darüber hinaus spielt die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle. Sie sollte sehr hoch sein.

Erzielen lässt sich das unter anderem, indem die Pflanze regelmäßig mit frischem, kalkarmem Wasser besprüht wird. Unter Umständen hilft es immer auch, von Zeit zu Zeit eine neue Folienabdeckung anzubringen. Ist die jeweilige Anzuchterde nährstoffreich, müssen in den ersten Wochen für Ableger und Stecklinge keine zusätzlichen Düngergaben erfolgen. Gegossen wird immer vorsichtig direkt im Bereich der Wurzeln.

Tipp 6: Direkt nach dem Anwurzeln sollte die junge Pflanze auch einigermaßen windgeschützt stehen Dies kann auch im Freien geschehen.

Werkzeuge

Um Ableger oder Stecklinge gewinnen zu können, sollten nur möglichst scharfe Werkzeuge benutzt werden. Vor allem eignen sich dafür Messer mit und ohne Zahnung.

Tipp 7: Die Klingen der Werkzeuge müssen absolut sauber sein, um über die Schnittwunde keine Keime in die Mutterpflanze einzubringen.Der nötige Schnitt sollte nach Möglichkeit schnell und in einem Zug erfolgen. Sekundenlanges Rumsäbeln am Ableger gilt es zu vermeiden. Ist die Schnittwunde an der Mutterpflanze besonders groß oder sondert sie viel Pflanzensaft ab, muss sie verschlossen werden.

Tipp 8: Zum Verschließen von Pflanzenwunden nutzt man am besten speziellen Harz, die es im Fachhandel zu kaufen gibt.