Der Siebenschläfer gehört zweifelsfrei mit zu den lästigsten Schädlingen, die man sich im Haus einfangen kann. Er nistet mit Vorliebe auf dem Dachboden und richtet dort nicht selten erhebliche Schäden an. Vor allem aber nervt es, wenn die nachtaktiven Tiere einen um den Schlaf bringen. Im Gegensatz zu anderen Schädlingen dürfen Siebenschläfer nicht getötet werden. Man muss sie anders loswerden.

Siebenschläfer

Der Siebenschläfer ist ein nachtaktives Nagetier, das in der Größe einer Maus und in der Form einem Eichhörnchen ähnelt. Er kann bis zu neun Jahren alt werden und ist problemlos in der Lage, Wände und Bäume zu erklimmen. In der freien Natur schläft und nistet er mit Vorliebe in Baumlöchern. In Wohngebieten scheinen ihn Dachböden und Dachstühle magisch anzuziehen. Sie bieten tagsüber während er schläft jede Menge Schutz. Außerdem ist es dort relativ warm und die
nächste Futterquelle nicht weit entfernt. Durch seine nächtlichen Wanderungen kann es zu erheblichen Lärmbelästigungen kommen. Außerdem entstehen durch Kot und Urin Geruchsbelästigungen. Hat ein Siebenschläfer erst einmal einen Dachboden als seinen Lebensraum auserkoren, ist er daraus nur mehr sehr schwer zu vertreiben. Seinen Namen soll er übrigens von dem Umstand haben, dass er rund sieben Monate Winterschlaf hält.

Schutz

Siebenschläfer gelten in nahezu allen westeuropäischen Ländern als bedrohte Tierart. Sie sind deshalb besonders geschützt und dürfen nicht einfach getötet werden. Um einen einzelnen Siebenschläfer oder auch eine Siebenschläfer Familie wieder loszuwerden, dürfen deshalb auch kein Gift oder Fallen verwendet werden, bei denen die Tiere zu Schaden kommen könnten. Das unterscheidet sie ganz erheblich von anderen Schädlingen im Haus wie etwa Mäusen oder Ratten. Es erschwert aber vor allem die Bekämpfung. Die einzig legale und wirklich funktionierende Methode, einen Siebenschläfer aus dem Haus zu bringen, ist der Lebendfang und das anschließende Verbringen in einen anderen Lebensraum.

Hausmittel

Gilt es einen Siebenschläfer zu vertreiben, sucht man gerne auch nach bewährten Hausmitteln, mit denen sich das bewerkstelligen lässt. Wer sich bei Bekannten umhört oder sich im Internet informiert, wird diesbezüglich auf zahlreiche Tipps stoßen. So wird beispielsweise empfohlen, den Dachboden zeitweise mit lauter Musik oder allgemein mit durchdringenden Tönen zu beschallen. Auch penetrante Gerüche sollen helfen, damit das Tier das Weite sucht. Die Wahrheit hinter all diesen Tipps ist jedoch: Sie wirken nicht wirklich zuverlässig und vor allem nicht nachhaltig. Ein Siebenschläfer, der sich beispielsweise von lauter Musik hat vertreiben lassen, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zurückkehren, sobald es wieder still ist. Im Übrigen scheinen auch Ultraschallgeräte, wie sie etwa bei der Marderbekämpfung eingesetzt werden, den Siebenschläfer nicht zu beeindrucken.

Kammerjäger

SiebenschläferBei einem Schädlingsbefall im Haus oder in der Wohnung rufen viele Menschen den Kammerjäger. Als Profi weiß er ganz genau, was er tun muss, um den ungeliebten Hausgäste den Garaus zu machen. In der Regel kommen dabei dann Gifte zum Einsatz. Da der Siebenschläfer aber nicht getötet werden darf, kann auch ein professioneller Schädlingsbekämpfer nur bedingt weiterhelfen. Auch ihm bleibt nichts anderes übrig, als das Tier lebend zu fangen. Das aber braucht Geduld und kostet jede Menge Zeit - Zeit, die natürlich auch bezahlt werden muss. Zwar ist eine Beratung
durch einen Kammerjäger sicherlich nicht verkehrt. Man tut aber gut daran, die eigentliche Fangaktion selbst durchzuziehen.

Lebendfalle

Das wichtigste Hilfsmittel, um einen Siebenschläfer fangen zu können, ist die sogenannte Lebendfalle. Im Gegensatz zu einer klassischen Mause- oder Rattenfalle wird das Tier hier nicht getötet, sondern lediglich eingesperrt. Wenn die Falle zuschnappt, kann es zwar zu erheblichen Stressreaktionen beim gefangenen Siebenschläfer kommen, er wird jedoch definitiv überleben. Im Prinzip handelt es sich bei einer derartigen Lebendfalle um einen Käfig, der über einen speziellen Mechanismus verfügt. Löst der Siebenschläfer diesen Mechanismus durch das Betreten des Käfigs aus, wird die Falle verschlossen und ihm der Weg nach draußen zuverlässig versperrt. Spezielle Fallen für Siebenschläfer gibt es nicht. man greift deshalb am besten auf Lebendfallen für Mäuse oder Ratten aus einen stabilen Drahtgeflecht zurück. Diese sind im Handel ab zehn Euro zu bekommen.

Köder

Natürlich braucht es auch ein Lockmittel, also einen Köder, der den Siebenschläfer überhaupt erst dazu bringt, die Falle zu betreten. Man sollte sich nicht täuschen: Siebenschläfer sind intelligente Tiere, die ihr Revier genau kennen. Steht plötzlich ein neues Teil darin, wird dieses zunächst höchst misstrauisch beäugt. Es braucht da schon gute Argumente, um die Tiere dazu zu bringen, im wahrsten Sinne des Wortes in die Fall zu gehen. Ein Leckerbissen ist genauso ein Argument. Frische Apfelschnitten üben beispielsweise eine große Anziehungskraft auf die kleinen Nager aus. Bewährt hat sich darüber hinaus auch eine spezielle Mischung, die man sehr leicht selbst herstellen kann. Dazu benötigt man folgende Zutaten:
  • Erdnussbutter
  • nicht in Alkohol getränkte Rosinen
  • feine oder grobe Haferflocken
  • etwas Wasser
Die Zutaten werden in einer Schüssel mit einem sauberen Löffel verrührt und aus der Masse dann lockere Klümpchen geformt. Diese Klümpchen wiederum platziert man dann im Käfig. Vor allem die Erdnussbutter verströmt dabei einen Geruch, der Siebenschläfern das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt und sie anlockt.

Tipp: Der Köder sollte nach Möglichkeit nicht angefasst werden, da der fremde menschliche Geruch die Tiere abschrecken könnte. Am besten, man hantiert mit einem Löffel bzw. einer Gabel.

Aufstellen

SiebenschläferBevor es an das Aufstellen der Falle bzw. der Fallen geht, tut man gut daran, erst einmal zu lokalisieren, wo genau sich der Siebenschläfer eingenistet hat. Auch macht es Sinn, festzustellen, ob es sich lediglich um ein oder um mehrere Tiere handelt. In der Regel fühlen sich Siebenschläfer auf dem Dachboden pudelwohl. Anhand von Kot- und Nagespuren lässt sich relativ leicht feststellen, ob dort ein Tier haust. Man wird es tagsüber allerdings nicht zu Gesicht bekommen. Ist sicher, dass ein Siebenschläfer den Dachboden besiedelt hat, kann die Falle aufgestellt werden. Je nach Größe des Dachbodens sollte über mehrere Fallen nachgedacht werden. Wo genau die Falle platziert wird, ist relativ egal. Der Geruch des Köders wird den Siebenschläfer zwangsläufig anlocken.

Fangen

Das Fangen eines Siebenschläfers lässt sich durchaus mit der Jagd vergleichen. Und das bedeutet vor allem: Geduld haben. Es kann durchaus einige Tage dauern, bis eins der Tiere tatsächlich in die Falle tappt. Siebenschläfer sind nicht nur klug, sondern auch misstrauisch. Sie
müssen sich erst einmal daran gewöhnen, dass da ein neues Element in ihrem Revier steht. Unter Umständen muss deshalb auch der Köder ein- oder zweimal erneuert werden. Auf jeden Fall ist die tägliche Kontrolle Pflicht. Diese führt man am besten morgens durch, da Siebenschläfer nachtaktiv sind und tagsüber schlafen.

Verbringen / Aussetzen

Ist der Siebenschläfer endlich in die Falle getappt und gefangen, muss er in einen anderen Lebensraum verbracht werden. Es reicht dabei nicht aus, ihn im Garten oder in einem benachbarten Wald auszusetzen. Die Tiere haben einen ausgezeichneten Orientierungssinn und würden umgehend den Weg zurück antreten. Die Entfernung spielt deshalb eine große Rolle. Eine Entfernung von etwa fünf Kilometern stellt für den Siebenschläfer kein Problem dar. Auch 20 Kilometer soll das eine oder andere Tier schon bewältigt haben. Am besten ist es deshalb, man fährt den gefangenen Nager so weit wie möglich weg und setzt ihn dann in der freien Natur aus. Um auf der sicheren Seite zu sein, sind Hindernisse wie etwa ein Berg oder ein Fluss empfehlenswert.

Vorbeugen

Wenn sich ein Siebenschläfer einen Dachboden als sein Revier ausgesucht hat, dann gab es für ihn dafür gute Gründe. Diese Gründe können aber auch andere Siebenschläfer dazu verleiten, den Dachboden zu besiedeln. Um das zu verhindern, sollte man vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um sich nicht den nächsten ungebetenen Gast unters Dach zu holen. Siebenschläfer gelangen in der Regel über die Belüftungsöffnungen im Giebel oder über beschädigte Dachteile in den Dachstuhl. Diese Zugänge sollten daher unbedingt verschlossen werden.
Zwar ist es nicht empfehlenswert, die Belüftung abzudichten. Allerdings kann sie beispielsweise mit einem stabilen Gitter versehen werden und so den Zugang verhindern.