Braune, rissige Flecke an jungen Birnenfrüchte deuten auf einen Befall mit dem Schorfpilz hin. Ähnliche Pilzkrankheiten gibt es an Äpfeln, Kirschen und anderen Obstsorten. Wenig befallene Früchte sind zwar essbar, aber unansehnlich und nicht lange haltbar. Ein junger Baum kann bei starkem Befall Schaden nehmen, weshalb es sinnvoll ist, den Pilz zu bekämpfen.

Wie Birnenschorf sich verbreitet

Wie andere Pilze, bildet Birnenschorf ein Myzel und vermehrt sich mithilfe von Sporen. Da diese sehr sehr klein sind und nicht auffallen, können sie sich überall befinden. Vor allem in abgefallenen Birnenlaub. Die Sporen werden durch Wind übertragen, können aber auch mit Pflanzenmaterial verbreitet werden. Das Myzel überwintert am Birnenbaum, hauptsächlich an den Triebspitzen. Ein Aufleben des Birnenschorfes ist vor allem bei feuchter Witterung im Frühjahr zu befürchten. Aktiv wird der Pilz ab 15 Grad. Ab 25 Grad wird es ihm zu warm, weshalb er in heißen, trockenen Sommern nicht gut gedeiht.

Hinweis: Eine besondere Rolle spielt die so genannte Blattnässezeit. Sie gibt an, wie lange ein Blatt nass sein muss, damit optimale Bedingungen für

eine Pilzinfektion vorhanden sind. Beim Birnenschorf beträgt sie 9 bis 11 Stunden.

Kennzeichen des Schorfpilzes

Anzeichen für eine Infektion können an Blättern, Früchten und Trieben erkannt werden. Gewöhnlich treten die ersten Symptome nach 2 bis 3 Wochen auf. Grundsätzlich kann der Pilz jederzeit am Baum auftreten, solange neue Triebe und Blätter gebildet werden.

Blätter

Es bilden sich Flecken, die im späteren Stadium durch ihre dunkle Farbe auffallen. Sie werden bis zu einem Zentimeter groß. Stark befallene Blätter verkümmern.

Früchte

Befällt der Schorfpilz die Früchte, bilden sich braune oder schwarzbraune Flecken. Die Haut reißt an diesen Stellen ein und verkorkt. Von den verschorften Flecken auf den Früchten hat der Schorfpilz seinen Namen. Junge, stark beeinträchtige Früchte verkrüppeln und fallen unreif vom Baum. Gelangen Früchte mit Schorfflecken zur Reife, sind sie zwar essbar, sind aufgrund der Hautverletzungen jedoch nicht zur Lagerung geeignet. Sie sind anfälliger für andere Krankheiten oder Schädlinge.

Triebe

An Birnen sind vor

allem neu wachsende Triebe gefährdet. Es bilden sich braune oder schwarze Flecken, die sich rasch ausweiten und die Rinde des Triebes aufreißen lassen. Deshalb wird die Erkrankung als Zweig-Grind bezeichnet. In diesen Trieben überwintert der Pilz.

Andere Birnenkrankheiten mit ähnlichen Symptomen

  • Monilla-Fruchtfäule: verfärbt die Früchte insgesamt braun, sie folgt oft auf den Schorfpilz, da sie über Hautverletzungen in die Früchte eindringt
  • Monilla-Spitzendürre: selten an Birnen, bringt Triebe von der Spitze her zum Absterben, befällt auch Blüten
  • Birnengitterrost: ebenfalls ein Pilz, überwintert an Wacholder, befällt nur Blätter, Flecken gelblich bis dunkelorange
  • Bakterienbrand: selten, von Bakterien hervorgerufen, lässt Triebspitzen und Blüten absterben, ist der ganze Baum befallen, sieht er aus wie verbrannt

Birnenschädlinge, die ähnliche Schäden hervorrufen

  • Birnengallmücke: Früchte bleiben klein, wachsen ungleichmäßig und werden schwarz, bevor sie abfallen
  • Birnenpockenmibe: befällt nur die Blätter, es bilden sich pockenähnliche Flecken, die schwarzbraun gefärbt sein können

Birnenschorf behandeln

Entfernen Sie befallenes Laub und Früchte vom Baum und geben Sie sie nicht in den Kompost. Befallene Triebe schneiden Sie bis ins gesunde Holz zurück. Lassen Sie das Laub im Herbst nicht unter den Birnbäumen liegen. Ist davon auszugehen, dass die Rotte im Kompost heiß genug wird, kann das Laub dort entsorgt werden, geben Sie es ansonsten in den Bio- oder Restmüll. Damit sich keine Sporen vom Kompost aus verbreiten

können, wird das Laub dort mit anderen Gartenabfällen abgedeckt.

Hinweis: Verwendete Gartenschere unbedingt vor und nach der Behandlung desinfizieren.

Birnenschorf am Blatt - Venturia pyrinaAuszüge aus Pflanzen können gegen den Schorf hilfreich sein oder zumindest den Birnbaum stärken. Sie werden vor der Blüte und danach in regelmäßigen Abständen gespritzt.

Folgende Pflanzen können Sie ausprobieren:

  • Schachtelhalm
  • Birkenblätter
  • Efeu
  • Basilikum

Hinweise zu Kupfer und Schwefel

Kupfer und Schwefel töten Pilze ab und sind daher teilweise als Pflanzenschutzmittel zugelassen. Dies gilt sogar für den Bioanbau. Im heimischen Garten ist die Anwendung beider Mittel jedoch problematisch. Kupfer kann sich im Boden anreichen und mit Schwefel muss sehr vorsichtig umgegangen werden. Er kann auch den Baum selbst schädigen.

Vorbeugung

Dem Schorf lässt sich am besten vorbeugen, indem Sie resistente oder tolerante Sorten pflanzen. Allerdings ist die Auswahl an Birnensorten noch nicht so groß.

Beispiele:

  • Gellert
  • Conference
  • Peters Birne
  • Alexander Lucas

Suchen Sie für Ihre Birne einen optimalen Standort. Je kräftiger und gesünder der Baum wächst, umso weniger anfällig ist er für Erkrankungen. Der richtige Pflanzabstand zu anderen Gehölzen sorgt für eine gute Luftzirkulation, die die Blätter nach Regen rasch abtrocknen lässt.

Tipp: Dazu trägt auch ein regelmäßiger Schnitt bei, der die Krone locker und offen hält.