Ob Gurken im Gewächshaus oder im Freiland gezogen werden, die Pflanzen sind anfällig für Krankheiten und verzeihen Pflegefehler nur schwer. Sowohl für die betroffene Gurke selbst als auch für andere und folgende Gewächse ist die Gurkenwelke eine besonders ernsthafte Gefahr. Denn die Pilzinfektion ist hartnäckig und kann in Form von Sporen lange Zeit überleben. Das richtige Vorgehen ist daher entscheidend.

Gurkenwelke erkennen

Zu Beginn der Gurkenwelke wirken die Blätter tagsüber welk. In der Nacht erholen sie sich jedoch wieder. Daher ist es zunächst schwierig, die Krankheit zu erkennen. Offensichtlich wird sie erst, wenn nicht nur die Blätter, sondern auch die Triebe und Stängel welken und sich nicht mehr über Nacht erholen.

In der Folge sterben zunächst einzelne Triebe und schließlich die ganze Pflanze ab. Abgesehen von den welken Blättern und dem fortschreitenden Absterben gibt es für die Pilzinfektion keine weiteren Anzeichen. Auch das erschwert eine frühzeitige Erkennung, wodurch sich die Krankheit unbemerkt auf weitere Pflanzen ausbreiten kann.

Behandlung

Die Gurkenwelke kann leider nicht behandelt werden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und das Risiko für erneute Infektionen zu reduzieren, muss die betroffene Gurkenpflanze umgehend entfernt werden. Sie darf zudem nicht über den Kompost entsorgt werden, sondern gehört möglichst luftdicht verpackt in den Hausmüll. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich die Sporen weiter in der Umgebung verteilen können. Wurde die Gurke im
Gewächshaus kultiviert, sollte sie am besten noch im Gewächshaus vorsichtig zerkleinert und in einen Beutel verpackt werden. In der Folge sollten die Pflanzen in der Umgebung der befallenen Pflanze genau beobachtet und bei Anzeichen der Gurkenwelke ebenfalls entfernt und vernichtet werden. Wichtig ist auch, die Erde zu wechseln. Die Sporen der Pilzinfektion können sich auch im Substrat befinden und im folgenden Jahr für erneute Infektionen mit der Gurkenwelke sorgen.

Tipp: Wer die Erde wiederverwenden und nicht vollständig entsorgen möchte, kann sie portionsweise im Ofen auf 150 bis 200 °C erhitzen. Durch diese Behandlung werden die Pilzsporen abgetötet.

Risiko für Gurkenwelke

Das Risiko für die Gurkenwelke wird erhöht, wenn die Pflanze geschwächt ist. Einer der häufigsten Gründe dafür liegt in Pflegefehlern oder ungünstigen Bedingungen am Standort. Dazu gehören:
  • Zugluft
  • kaltes Gießwasser
  • Staunässe
  • zu dichtes Substrat
  • kalter Boden
  • wiederholte Kultur am gleichen Standort
  • zu dunkler Standort
  • pralle Mittagssonne beziehungsweise fehlender Schutz
Auch starke Temperaturschwankungen können die Widerstandskraft der Gurke schwächen und damit das Risiko für Krankheiten - nicht nur für die Gurkenwelke - erhöhen. Eine entsprechende Vorbeugung kann also erfolgen, indem die Kultur der Gurke entsprechend angepasst wird. Zwar gibt es auch dann keinen garantierten Schutz vor Krankheiten, das Risiko dafür
ist jedoch deutlich geringer.

Vorbeugung

GurkenZur Vorbeugung der Gurkenwelke oder wenn diese bereits ausgebrochen ist, sollten die Kulturbedingungen genau betrachtet werden. Die folgenden Faktoren sind also wichtig für die Widerstandskraft aber auch für ein starkes Wachstum und einen hohen Ertrag.

Standort
Der Pflanzplatz sollte hell und geschützt sein. Zugluft, enorme Temperaturschwankungen und kalter Boden sind für die Gurke ungeeignet. Ebenso ist aber pralle Mittagssonne ungünstig. Ideal ist ein leicht beschatteter Standort - beispielsweise hinter einer größeren Pflanze. Auch die Nähe zu Wänden und Mauern kann als Schutz geeignet sein. Im Gewächshaus sollte hingegen auf eine ausreichende und bei Wetterumschwüngen rechtzeitige Belüftung geachtet werden.

Boden
Da die Gurke keine Staunässe verträgt, sollte auf ein durchlässiges Substrat und einen gesicherten Wasserabfluss geachtet werden. Wird die Pflanze im Kübel kultiviert, kann eine Drainage-Schicht am Boden des Pflanzgefäßes eingebracht werden.

Sonnenschutz
Auch an anderweitig geschützten Standorten kann die Gurke zu viel Sonne abbekommen. Lässt sich eine Beschattung am Mittag nicht sichern, können Beschattungsnetze zum Einsatz kommen. Diese verhindern eine starke Verdunstung über die Blätter, Verbrennungen und Trockenheitsschäden. Zudem reduzieren sie die notwendige Wassermenge und den Aufwand beim Gießen.

Gießen
Die Gurke benötigt relativ viel Wasser und sollte möglichst stetig leicht feucht gehalten werden. Beim Gießen sollte aber auch darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht zu kalt ist. Das kalte Wasser könnte zum einen zu Temperaturschwankungen führen und dadurch die Pflanze schwächen. Zum anderen können die Gurken dadurch bitter im Geschmack werden. Sinnvoll ist es daher, das Gießwasser wahlweise nicht zu kalt aus der Leitung zu entnehmen oder aber es vor dem Wässern der Gurken zunächst für einige Stunden abstehen zu lassen. Hierdurch kann es sich der Raumtemperatur annähern, sodass es während des Gießens nicht zu abrupten Temperaturschwankungen kommt.

Temperaturschwankungen
Über 30°C am Tag, um die zehn Grad Celsius in der Nacht - derartige Temperaturschwankungen sind im Sommer keine Seltenheit, setzen der Gurkenpflanze aber zu. Ein geschützter Standort kann extreme Unterschiede bereits etwas abfangen. Im Gewächshaus sollte vor anstehenden Wetterumschwüngen bereits frühzeitig gelüftet werden. In Gewächshaus und Freiland kann zudem durch das Ausbreiten von Folie und das Aufbringen von Rindenmulch auf die Erde ein Schutz genutzt werden, der Temperaturschwankungen abfängt.

Standortwechsel
Da sich Gurken sehr anfällig für Krankheiten zeigen, können in ihrem Umfeld und dem Substrat mit der Zeit vermehrt Keime, wie beispielsweise die Sporen der Gurkenwelke, finden. Aus diesem Grund sollte der Standort der Gurkenpflanze jedes Jahr gewechselt werden. Ratsam ist eine Pause von drei bis vier Jahren, bevor die Gurke wieder am selben Standort kultiviert wird.

Widerstandsfähige Sorten

GurkenEine weitere vorbeugende Maßnahme gegen die Gurkenwelke und andere Krankheiten ist es, widerstandsfähige Sorten zu wählen. Eine sinnvolle Wahl sind alle Gurkenpflanzen, die auf einer Kürbisunterlage veredelt wurden. Dabei wird ein Gurkentrieb auf einem bewurzelten Kürbistrieb fixiert, sodass die Schnittstellen miteinander verwachsen können. Diese Maßnahme macht die Gurkenpflanze unter anderem widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten und bakterielle Infektionen. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Veredelungsstelle stets oberhalb der Erde liegt. Wird sie zu feucht gehalten oder hat direkten Kontakt zum Substrat, könnte auch die Schnittstelle des Gurkenpflanzenstamms wieder Wurzeln ausbilden. Die Widerstandskraft der Kürbisunterlage ist damit hinfällig. Zudem können sich Fäulnis und konkurrierende Triebe bilden.

Tipp: Die Veredelungsstelle ist durch eine Verdickung und eine Art Narbe am unteren Ende des Pflanzenstamms zu erkennen. Mit der Zeit und zunehmendem Wachstum wird diese Stelle jedoch unauffälliger. Ein lockeres Bändchen oder eine farbliche Markierung können dabei helfen, keine Erde über dem Bereich anzuhäufeln und diese auch nicht durch Wassergaben nass zu halten.