Der Walnussbaum bietet mit seinem prachtvollen Blattkleid im Sommer einen echten Hingucker. Er spendet nicht nur Schatten, sondern belohnt Pflanzenliebhaber mit einer üppigen Walnuss-Ernte. Voraussetzung ist allerdings ein gesundes Wachstum. Er zählt zwar zu den robustesten Baumarten, aber dennoch können ihm einige Schädlinge und Krankheiten das Leben schwer machen. Welche das sind und wie sie zu bekämpfen sind, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Der Echte Walnussbaum oder auch Gemeiner Walnussbaum sowie im Volksmund kurz Walnussbaum genannt, ist im gesunden Zustand ein kräftiges und robustes Exemplar. Er besitzt einen natürlichen Abwehrorganismus, der ihn umfangreich vor Krankheiten und zahlreichen Schädlingen schützt. Doch einen 100 prozentigen Schutz gibt es bei Pflanzen nie, sodass auch der Juglans regia betroffen sein kann.
Zu Beginn einer jeden Erkrankung sowie eines Schädlingsbefall fährt er alle Kräfte dagegen auf. Doch sollte der Krankheitsverlauf nicht gestoppt werden und Schädlinge können sich ungehindert vermehren sowie ihm die Lebensenergie entziehen, bleibt oftmals nicht nur die Nussernte aus, sondern der Walnussbaum kann in eine lebensbedrohliche Gefahr geraten.

Tipp: Aus den genannten Gründen sollte deshalb dieses robuste Walnussgewächs regelmäßig nach möglichen Erkrankungen und Schädlingen untersucht werden, damit Sie schnell handeln können und Schlimmeres durch eine Bekämpfung verhindern - in manchen Fällen gibt es leider keine effektiv wirkende Bekämpfung.

Walnussbaum-Krankheiten

Hier die typischen Krankeiten welche einen Walnussbaum befallen können:

Kirschblatt-Rollvirus

Der Kirschblatt-Rollvirus ist auch unter dem Namen Walnuss-Blackline-Krankheit bekannt. Dabei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die langsam voranschreitet und vor allem bei geschwächten Bäumen zum Absterben führen kann.

Walnuss Kirschblatt-Rollvirus

Erkennen

  • Gelbe Linienmuster und gelbe Flecken auf den Blättern und Früchten
  • Früchte und Blätter fallen ab
  • Schwarze Linienbildungen auf Verholzungen
  • Es bildet sich totes Gewebe an den veredelten Ästen
  • Geäst vertrocknet
  • Es bilden sich keine neuen Triebe mehr

Bekämpfung

Eine effektiv wirkende Bekämpfung ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht bekannt. Der Virus verbreitet sich so schnell im Inneren, dass selbst ein Abschneiden betroffener Stellen bei ersten erkennbaren Anzeichen bereits zu spät ist.

Echter Mehltau (Erysiphaceae)

Insbesondere in trockenen Monaten und im warmen Sommer ist der Walnussbaum anfällig für Echten Mehltau. Im Gegensatz zu dem Falschen Mehltau, der ausschließlich das feuchte Klima bevorzugt, wird der Echte Mehltau auch als

"Schönwetterpilz" bezeichnet, wobei auch Feuchte ihn nicht abschreckt. Bei dem Echten Mehltau handelt es sich um einen Scheinpilz, der bei rascher Behandlung gut in den Griff zu bekommen ist. Als Scheinpilz wird der bezeichnet, weil er optisch ein entsprechendes Bild hinterlässt, aber eher mit den Braun- und Kieselalgen verwandt ist.

Erkennen
  • Im Anfangsstadium ausschließlich weißer, klebriger Pilzbelag auf den Blattoberseiten
  • Im späteren Krankheitsverlauf weißer Pilzteppich auch auf den Blattunterseiten zu sehen
  • Er wandert anschließend auf alle grünen Pflanzenteile über
  • Belag wird mit der Zeit bräunlich bis gräulich
  • Verkümmerte Fruchtstände
  • Manche Blätter drehen die Seitenkanten nach hoch
  • Blätter vertrocknen und fallen ab
  • Bleibt Echter Mehltau unbehandelt, kann er bis in den Baumstamm vordringen und diesen absterben lassen

Bekämpfung

Zur Bekämpfung von echtem Mehltau an Walnussbäumen stehen verschiedene Methoden zur Auswahl, die sich allesamt mit einer effektiven Wirkung bewiesen haben.

Seifenlauge

  • Je nach Größe des Befalls und des Baums entsprechende Menge Wasser stark mit Seife verlaugen
  • Als Seife eignen sich ausschließlich solche ohne chemische Zusatzstoffe
  • Seifenlauge in eine Spitzpumpe einfüllen
  • Blattwerk tropfnass mit der Seifenlauge einsprühen
  • Darauf achten, dass alle Pflanzenteile von jeder Seite bespritzt werden
  • Sind die weißen Pilzteppiche nach fünf bis sechs Tagen nicht verschwunden, Vorgang wiederholen
  • Nicht bei praller Sonne oder in der heißen Mittagssonne spritzen
  • Es ist ein trockener Tag zum Spritzen zu wählen - optimal ist es, wenn weitere trockene Tage folgen, damit die Seifenlaugen wirken kann und nicht durch Regen abgeschwemmt wird

Pflanzenschutzmittel

Ein Pflanzenschutzmittel gegen Echten Mehltau ist in jedem Fachhandel erhältlich. Hier sollten Sie darauf achten, dass Nachtschwefel oder andere organische Wirkstoffe beinhaltet sind. Wenn Sie vor der Blüte den Walnussbaum damit jedes Jahr besprühen, halten Sie den Echten Mehltau fern. Hat sich dieser bereits auf dem Baum breit gemacht, ist ein Pflanzenschutzmittel eine Möglichkeit der Bekämpfung. Auch wenn es sich im organische Inhaltsstoffe handelt, ist eine Behandlung bei bestehendem Fruchtstand weniger ratsam, da die Flüssigkeit in das Fruchtinnere gelangen und ein Verzehr der Früchte nicht empfehlenswert ist. Die Seifenlauge hingegen kann unbedenklich eingesetzt werden.

Pilzinfektion

kranker Walnussbaum

Es gibt unzählige Pilzarten, die sich jedes Jahr in Gärten niederlassen. Manche sind hartnäckiger zu bekämpfen und zeigen sich mit starken und teils lebensbedrohlichen Schadbildern, während andere nur wenig Auswirkungen auf den

Walnussbaum haben. Aber in jedem Fall sollten Sie reagieren, denn eine genaue Identifizierung, um welchen Pilz es sich handelt, ist fast unmöglich. Ein Experte kann Ihnen Vorort sicher weiterhelfen, aber eine sofortige Bekämpfung löst das Problem auch ohne den Pilz namentlich zu kennen. In der Regel zeigen Walnussbäume bei einem Pilzbefall mehr oder weniger die gleichen Symptome.

Typische Merkmale eines Pilzbefalls
  • Braune sowie gräulich bräune Blattverfärbungen
  • Eingerollte und/oder verkrüppelte Blätter
  • Blätter trocknen und fallen vermehrt ab
  • Wachstumsstörungen
  • Neue Triebe bleiben aus oder wachsen sehr dünn
  • Dünnen Grünzweige hängen kraftlos herunter
  • Vielfach Schmierbelege auf den Blättern und/oder an den grünen Ästen
  • Bäume lichten sich zunehmend
  • Fruchtstände bleiben aus, entwickeln sich nicht richtig oder fallen unreif ab

Bekämpfung

Fungizide

Am schnellsten und wirksamsten sind in der Regel Fungizide, die speziell für den Einsatz zur Pilzbehandlung im Fachhandel zum Kauf bereitstehen. Empfehlenswert sind ist es, hier ausschließlich auf biologische Produkte zurückzugreifen. Die meisten von ihnen sorgen dafür, dass die vorhandenen Früchte trotz Spritzbehandlung weiterhin für den Verzehr geeignet bleiben. Zudem ist die Behandlung mit Bio-Fungiziden umweltschonend. Bei dem Einsatz von chemischen Produkten müssen Sie bei den Walnüssen mit einer Schadstoffbelastung rechnen. Inwieweit diese beim Verzehr der Walnüsse Ihre Gesundheit gefährden könnten, hängt von den jeweiligen Inhaltsstoffen und Dosierungen ab. Zu berücksichtigen ist zudem, dass chemische Fungizide auch für Insekten giftig sind und sollten deshalb immer nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen angewendet werden - oder eben darauf verzichten und nur ein Bio-Fungizid zur Pilzbekämpfung benutzen.

Ausnahme Baumpilzbefall

Neben den winzigen Pilzsporenbefall verschiedener Pilzarten, kann auch ein Baumpilzbefall vorkommen. Dieser ist weitaus öfter zu beobachten. Es bilden sich richtige Pilzschwämme meist am Baumstamm. Diese sind nicht immer essbar und nicht immer schädlich für den Walnussbaum. Dennoch sollten Sie aktiv werden.

  • Sobald Sie erste Spuren eines möglichen Baumpilzbefalls vermuten, sollten sie diese abtragen, damit sich der Pilz nicht ausbreitet
  • Mit einem scharfen Messer Rinde/Holz einritzen
  • Zeigt sich grünes Gewebe, kann eine Bekämpfung noch wirken
  • Ist das Innengewebe vertrocknet beziehungsweise schimmert gelblich-grün, ist der Pilz bereits im Inneren
  • In dem Fall ist eine Bekämpfung mit herkömmlichen Maßnahmen nicht möglich
  • Es empfiehlt sich einen Experten gegebenenfalls vom Pflanzenschutzamt, hinzuzuziehen
  • Dieser kann explizit beurteilen, was zu tun ist beziehungsweise eine Fällung notwendig wird

Bakterienbefall

Immer wieder zeigen sich bei Walnussbäumen Bakterienbefälle, die im schlimmsten Fall sogar große, kräftige Bäume absterben lassen. In der Regel kommt es zu einer Bakterienübertragung durch die Verwendung infizierter Schnittwerkzeuge und große Schnittwunden, die Bakterien den Eintritt ins Bauminnere ermöglichen.

Erkennen

Meist bilden sich infolge einer bakteriellen Infektion Wucherungen an Ästen oder dem Stamm. Diese können immens groß werden und vor allem am Stamm Löcher entstehen lassen. Der sogenannte Baumkrebs resultiert in der Regel aus einem Bakterienbefall.

Bekämpfen

In vielen Fällen ist es ausreichend, die Wucherungen großflächig auszuschneiden. Hängen sie an einem Ast, ist dieser soweit zurückzuschneiden, bis im Inneren frisches Grün zum Vorschein kommt. Dies ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass der Bereich (noch) gesund ist. Anschließend sind die Schnittstellen mit Kohlenasche oder speziellem Harz zum Wundverschluss bei Pflanzen zu bedecken. Auf diese Weise können keine neuen Bakterien eindringen.

TIPP: Achten Sie beim Baumschnitt immer auf desinfiziertes Schneidewerkzeug. Schneiden Sie nur an trockenen Tagen und verschließen Sie zur Vermeidung eines Bakterienbefalls stets größere Schnittflächen.

Walnussbaum-Schädlinge

Mit diesen Schädlingen ist am Walnussbaum zu

rechnen:

Blattläuse

schwarze Blattläuse

Schäden durch Blattläuse sind nur dann zu erwarten, wenn sich ein umfangreicher Befall bemerkbar macht und sich die Blätter stark einrollen. Ansonsten kommt der Julians regia gut zurecht.

Erkennen

Um Blattläuse zu erkennen, müssten Sie ziemlich nah an die Blätter kommen, da die kleinen nur wenige Millimeter großen, braunen, schwarzen oder grünlichen Tierchen kaum zu sehen sind. An folgenden Anzeichen können Sie sich orientieren:

  • Klebriger Belag auf den Blättern (Honigtau)
  • Eingerollte und teils verkrüppelte Blätter
  • Gelbe Blätter
  • Blätter vertrocknen und fallen ab
  • Meist Kolonien vor allem an Neutrieben zu sehen

Bekämpfen

  • Bei überschaubarem Befall betroffene Zweige bis in den gesunden Bereich abschneiden
  • Anschließend Baum mit starkem Druck abspritzen (schwemmt noch vorhandene Tiere herunter)
  • Bei starkem, großflächigen Befall stark konzentrierte Seifenlauge herstellen
  • Pro zehn Liter Seifenlauge circa 500 Milliliter Rapsöl hinzufügen (verklebt die Atemwegsorgane der Blattläuse)
  • Baum tropfnass einsprühen
  • Nach circa drei Tagen Vorgang wiederholen

Raupen

Gern machen Sie Blausieb- Weidenbohr- sowie Schmetterlingsraupen an Walnussbäumen zu schaffen. Vor allem Blausiebraupen hinterlassen nicht selten ein massives Schadbild. Sie besitzen einen gelblich-weißen bis zu sechs Zentimeter großen Körper, auf dem sich sogenannte Punktwarzen befinden. Haben sie sich in das Innere von Ästen und Stämmen hineingefressen, bilden sie dort wie ein hohles Tunnelsystem.

Bekämpfung

Wichtig ist bei einer Bekämpfung, dass Sie diese frühzeitig vornehmen, bevor sich die Raupen ins Bauminnere vorgearbeitet haben. Sind sie dort erst einmal angekommen, erreichen Sie diese nicht mehr und eine Bekämpfung ist unmöglich.

Absammeln

Wenn es nicht zu viele Raupen sind und der Walnussbaum noch nicht sehr hoch, können Sie die Raupen per Hand absammeln. Eine andere Variante ist das Herunterschütteln. Dazu legen Sie eine Folie auf den Boden und schütteln entweder den noch kleinen Baum oder arbeiten sich von Ast zu Ast mit beispielsweise einem Besen vor. Die auf die Folie gefallenen Raupen können Sie dann im Hausmüll entsorgen.

Schneiden

Handelt es sich um einen leichten Befall im frühen Stadium und die Raupen befinden sich auf den Ästen, können Sie diese durch ein Abschneiden der betroffenen Äste vom Walnussbaum entfernen. Bei hochgewachsenen Exemplaren ist eine Teleskop-Astschere vorteilhaft.

Neemöl

Im Handel sind Neemöl Pflanzenprodukte erhältlich, mit denen Sie Raupen auf Walnussbäumen effektiv bekämpfen können. Damit sprühen Sie den Baum oder nur die betroffenen Pflanzenteile ein. Das Neemöl setzt sich in den Atemwege der Raupen fest, die in der Folge ersticken.

Walnussbaum Marienkäfer

Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa)

Die Walnussfruchtfliege ist nicht das direkte Problem, sondern die Maden. Ab ungefähr Juli/August legen sie ihre Eier in die Fruchtschalen ab. Dadurch hinterlassen sie schwarze Punkte auf den grünen Fruchtschalen. Die Maden dringen durch die Fruchtwände hindurch und verspeisen diese. Ein deutliches Merkmal ist eine weiche, feuchte Frucht, die mehr oder minder in weiteren Verlauf austrocknet. Weil sie nur in das Fruchtfleisch eindringen, können die Walnüsse noch verzehrt werden, sofern sie nicht vollständig vertrocknet sind. Dazu müssen Sie lediglich das schwarze Fruchtfleisch von der Nuss entfernen.

Bekämpfung

Abgefallene Walnüsse täglich aufsammeln und entweder sofort die Nuss herausnehmen oder sie entsorgen. Auf diese Weise wird die Verpuppung verhindert und die Walnussfruchtfliege vermehrt sich nicht. Kirschfruchtfliegenfallen können in der Baumkrone aufgehangen und sollten täglich ausgewechselt beziehungsweise gesäubert werden. Wenn Sie ab Juni ein engmaschiges Netz um den Walnussbaum legen, hindern Sie zudem Walnussfruchtfliegen daran, in das Geäst zu gelangen, um dort ihre Eier in den Fruchtschalen abzulegen.