Hat ein Marder Einzug gehalten, muss mit vielen unschönen Überraschungen gerechnet werden. Durchgenagte Leitungen und Bremsen, Kot und Urin auf dem Dachboden, zerlegte Beutetiere im Garten - die Liste lässt sich noch lange fortsetzen. Damit das Schadenmaß begrenzt werden kann, sollte schnell gehandelt werden. Was Marder nicht mögen oder sogar hassen verraten wir hier.

Marder erkennen

Für ein gezieltes Vertreiben der Marder ist es entscheidend, die Anzeichen für einen Befall zu erkennen. Die flinken Tiere selbst lassen sich nur selten "auf frischer Tat" ertappen. Sind sie eingezogen, finden sich jedoch typische Hinweise auf ihre Anwesenheit. Dabei handelt es sich unter anderem um:

Das Nest
Das Nest besteht aus weichen Materialien, wie Federn, Stoffstreifen und beispielsweise Polsterfüllungen. Aber auch Heu und Stroh können sich darin finden.

Markierungen
Die Tiere markieren ihr Revier umfassend mit Kot und Urin. Vor allem im Sommer oder in warmen Räumen, kann das eine erhebliche Geruchsbelastung darstellen. Der Kot ist mit bloßem Auge sichtbar, Urinflecken können hingegen durch entsprechende UV-Lampen sichtbar gemacht werden. Dies ist wichtig, um sie später gezielt behandeln und entfernen zu können.

Futterreste
Die Beutetiere des Marders frisst er meist in der Nähe des Nestes, wodurch sich hier auch die Überreste finden. Knochen, Krallen, Zähne, Federn und Fell können auffallen. Ebenso wie bei den Markierungen kann durch die Reste ein intensiver Geruch auftreten. Vor allem bei Fleischresten muss mit einem intensiven Verwesungsgeruch gerechnet werden.

Bevorzugte Lebensräume

SteinmarderUm die unerwünschten Mitbewohner gezielt abschrecken und vertreiben zu können, müssen neben der Lebensweise auch die bevorzugten Lebensräume der Marder bekannt sein. Zu diesen gehören:

Ruhige Räume im Haus
Selten genutzte und ruhige Räume im Haus zählen zu den beliebten Unterkünften der Marder. Vor allem Dachböden aber auch Keller, Abstellräume und Garagen werden von den hundeähnlichen Raubtieren gerne als Unterschlupf genutzt. Die

Räume sind umso beliebter, je ruhiger und dunkler sie sind. Ein Dachboden mit vielen Kartons und Kisten, der nur selten von Menschen aufgesucht wird, ist daher für die kleinen Tiere ideal.

Garten
Holzstapel an der Hauswand, Gartenhäuschen, Geräteschuppen - auch der Garten bietet einige potenzielle Versteckmöglichkeiten und Lebensräume für die wilden Verwandten der Frettchen. Wird der Garten nicht täglich aufgesucht und ist daher insgesamt ruhig, steigt das Risiko dafür, dass er zur Behausung von Marderfamilien wird.

Autos
In Autos lassen sich die Raubtiere zwar nicht auf Dauer nieder, dennoch bieten sie Schutz und Wärme und sind daher bei Mardern beliebt. Das kann für die Fahrer teuer oder aber sogar gefährlich werden, denn Marderschäden an Bremsen und Leitungen sind keine Seltenheit. Um Marder aus Lager- und Wohnräumen oder dem Garten zu vertreiben, sollten diese Bereiche als Lebensräume für die Tiere abschreckend gestaltet werden.

Kontrollen und Ordnung

Da sich die kleinen Raubtiere am wohlsten fühlen, wenn sie von Menschen und Haustieren ungestört sind, können bereits regelmäßige Kontrollen dabei helfen, einen Befall schnellstmöglich zu erkennen und die Tiere zu vertreiben. Die folgenden Tipps sind einfach aber wirkungsvoll:

  • wenigstens einmal wöchentlich ansonsten ungenutzte Räume kontrollieren
  • Licht anschalten und den Raum lüften
  • dunkle Ecken und Nischen mit einer Taschenlampe ausleuchten
  • Abstellkammern und andere Lagerflächen möglichst gut ordnen, dadurch finden die Tiere weniger Verstecke

Ideal ist es zudem, wenn während der Kontrollen auch gleich noch Geräusche zur Abschreckung erzeugt werden.

Geräusche

BaummarderDa von den Mardern ruhige Bereiche bevorzugt werden, die selten von Menschen und Haustieren frequentiert werden, kann "lärmen" regelrecht abschreckend wirken. Auch hierfür bieten sich wieder einfache Maßnahmen an:

  • Musik abspielen
  • im Garten regelmäßig häckseln, den Rasen mähen oder Haustiere und Kinder spielen lassen
  • aufgenommene Tiergeräusche von Katzen oder
    Hunden abspielen
  • am Auto Abwehr-Systeme anbringen (lassen), die entweder in regelmäßigen Abständen oder durch einen Bewegungsmelder hochfrequente Geräusche abgeben

Helligkeit

Als dämmerungs- beziehungsweise nachaktive Tiere scheuen Marder das Licht. Da sie vor allem helle und grelle Lichtquellen nicht mögen, lassen sich diese wunderbar zur Abschreckung einsetzen.

  • in ansonsten ungenutzten Räumen regelmäßig das Licht einschalten
  • Zeitschaltuhren verwenden, um abends das Licht brennen zu lassen
  • Bewegungsmelder verwenden, durch die das Licht erst bei Aktivität der Tiere angeht
  • dunkle Ecken mit einer Taschenlampe ausleuchten

Auf diese Weise werden die Raubtiere immer wieder ertappt, wenn sie sich häuslich einrichten wollen und dadurch vertrieben. Die Verwendung von Licht beziehungsweise Lampen kann sich auch wunderbar für den Garten und sonstige Außenbereiche eignen. Großer Aufwand muss dafür nicht betrieben werden. Einfache Leuchten mit einem Bewegungsmelder können nahezu überall angebracht und über Batterien betrieben werden. Dadurch lässt sich beispielsweise auch das Auto vor Marderschäden schützen und der Garten kann für die Tiere unattraktiv gestaltet werden.

Bewegungen

Marder sind scheu und flink und lassen sich daher vergleichsweise schnell durch Bewegungen vertreiben, denn dahinter vermuten sie schnell eine Gefahr. Zudem hassen sie Unruhe. Wiederum reichen einfache Änderungen aus, um sich Bewegungen zunutze zu machen und die Tiere damit zu vertreiben.

Umräumen
Beim Umräumen anderenfalls selten genutzter Bereiche fallen einerseits bereits die ersten Spuren der Tiere auf. Zum anderen wird der Bereich für die Tiere unattraktiver. Es muss natürlich nicht wirklich umgeräumt werden, das Schieben und kurze Anheben von größeren Gegenständen und das Laufen in dem Räumen reicht in der Regel bereits aus.

Kinder und Haustiere
Das Spielen von Kindern und Haustieren ist eine ideale Abschreckung sowohl in Wohnräumen als auch im Garten. Wer weder Kinder noch Haustiere hat, kann sich bei einem Marderbefall mit entsprechendem Besuch aushelfen.

Auto bewegen
Wird das Auto selten genutzt und steht dazu noch im Freien, kann es schnell zum Opfer von Marderschäden werden. Besser ist es, zumindest den Motor anzuschalten und gegebenenfalls ein paar Meter zu rollen oder vor allem abends und morgens Türen zu öffnen und zu schließen. Durch diese Bewegungen wird das Auto unattraktiver für die Tiere.

Putzen und Aufräumen
In Innenbereichen können bereits einfaches Putzen und Aufräumen dabei helfen, den Raum für die Tiere abschreckend zu gestalten. Staubsaugen, der Einsatz von Putzmitteln mit Lavendel-Duft sowie das Vermeiden von unübersichtlichen Ecken bringt zum einen Bewegung in das Zimmer. Zum anderen werden auch Geräusche und Gerüche verwendet, um die hundeähnlichen Raubtiere fernzuhalten.

Gerüche und Duft

Lavendel gegen MarderVerschiedene Gerüche aber auch spezielle Düfte werden von Mardern als abschreckend empfunden und lassen sich daher gezielt zum Vertreiben der Tiere einsetzen. Diese Mittel eignen sich sowohl für den Außen- als auch den Innenbereich und für den Schutz des

Autos:

Katzen
Benutzte Katzenstreu, ausgebürstetes Fell sowie Kot können verwendet werden. Die Duftmarken der Katzen wirken als Markierung von Fressfeinden und sorgen bei Mardern dafür, dass sie das Weite suchen.

Hunde
Ebenso wie bei Katzen können auch die Duft-Marken von Hunden eine abschreckende Wirkung erzielen. Wer selbst keine Hunde hält, kann sich beispielsweise Hundehalter einladen oder aber bei befreundeten Haltern um "Duftproben" bitten. Wiederum sind ausgebürstetes Fell, Liegedecken aber auch Kot gut geeignet, um die Raubtiere abzuschrecken.

Bären
Diese Maßnahme mag ungewöhnlich erscheinen, eignet sich erfahrungsgemäß aber hervorragend zur Vertreibung von Mardern. Bärenurin und Fell kann verwendet werden, um die Raubtiere abzuschrecken. Bärenurin kann im Handel erworben werden, da der Geruch auch zur Vergrämung von anderen Wildtieren eingesetzt wird. Unbehandeltes Fell kann gegebenenfalls im Zoo erhältlich sein. Hier lohnt es sich, nachzufragen.

Kräuter
Der Duft von Kräutern, wie Lavendel und Citronella soll die kleinen Raubtiere fernhalten. Der Vorteil an dieser Methode ist, dass der Duft beziehungsweise Geruch für menschliche Nasen durchaus angenehm ist. Zudem können die Lavendel und Co. frisch gepflanzt im Garten, auf der Fensterbank aber auch getrocknet und ausgestreut im Haus oder am Auto verwendet werden können.

Spezialsprays
Spezielle Fernhaltesprays verwenden ebenfalls Duftstoffe und Gemische daraus, um abschreckend zu wirken. Sie wirken sofort und mit geringem Aufwand und können sowohl drinnen als auch draußen zum Einsatz kommen.

Futterquellen beseitigen

Neben ruhigen, dunklen Plätzen wirken auch nahegelegene Futterquellen anziehend. Dazu zählen Essensreste im Müll aber auch Vogelnester. Die folgenden Tipps können dabei helfen, diese unzugänglich zu gestalten:

  • Bäume gegen Katzen und Marder schützen, beispielsweise mit einem Stachelring am Stamm
  • Vogeltränken, Futterhäuschen und Nistkästen in sicherer Höhe aufhängen und vor kletternden Tiere schützen
  • Mülltonnen einbruchsicher gestalten

Wasser

Speziell für den Garten können sich Sprinkleranlagen mit Bewegungsmelder eignen. Diese können beispielsweise auch auf Wegen und rund um das Auto eingesetzt werden und gehen nur dann an, wenn ein Tier durch den Sensor des Bewegungsmelders läuft. Der Vorteil hieran ist, dass zugleich auch die Pflanzen gegossen werden. Der Nachteil ist, dass auch potenziell nützliche Tiere hierdurch vertrieben werden können und gegebenenfalls - zumindest anfangs - viel Wasser verschwendet wird. Für den punktuellen Einsatz eignet sich Wasser aber durchaus, da die Raubtiere die Nässe hassen.

Tipps für das Auto

SteinmarderDamit das Auto keinen Marderschaden davonträgt, sollte es gut geschützt werden. Eine Möglichkeit ist die (nachträgliche) Installation eines Schutzsystems, dass für Marderohren abschreckende Töne erzeugt. Eine weitere Möglichkeit ist ein Gitter oder eine spezielle Schutzmatte unter der Motorhaube. Da es die Tiere nicht mögen, sich auf Gittern und metallenen Untergründen zu bewegen, wird ein Eindringen in den Motorraum durch die Matten oder Gitter vermieden.