Pflasterarbeiten im Garten selbst ausführen

Pflasterarbeiten Im Garten selbst ausführen Pflastern: eine aufwändige Arbeit, die nicht jedem liegtZu einem schönen Garten gehören auch befestigte Wege. Ob geschwungen oder gerade, aus einfachem Waschbeton oder schönen Basaltköpfen, helfen sie nicht nur, trockenen Fußes durch den Garten zu kommen, sondern setzen auch optische Akzente.

Wer hat nicht schon einmal neidvoll in einen Garten mit einem schönen, gepflasterten Weg geschielt? Denn Handwerker sind teuer und einen Weg pflastern zu lassen, geht schnell in die Tausende - wenn man den Auftrag fremd vergibt. Man

kann Pflasterarbeiten aber auch selbst erledigen. Was es beim Pflasterbau zu beachten gibt, welche Materialien Sie brauchen und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Pflasterarbeiten: bevor es losgeht, in den Baumarkt

Nicht alles, was Sie zum Pflastern Ihrer Terrasse oder Ihres Weges benötigen, müssen Sie  gleich käuflich erwerben. Die meisten Maschinen und Werkzeuge können im Baumarkt oder Baumaschinenhandel gemietet werden. Was Sie für das Anlegen eines Weges unbedingt brauchen:
  • Eimer, Spaten, Schaufel, Harke, also Geräte, die jeder Gartenbesitzer ohnehin hat
  • eine Schubkarre
  • Wasserwaage und Abziehleiste
  • Rüttler oder Stampfer (im Baumarkt leihen)
  • Steinschneider
  • Gummihammer (zum Festklopfen der Steine, andere Hämmer würden Spuren hinterlassen)
  • Beton
  • und natürlich: Sand bzw. Kies und Steine oder Betonplatten! (zu den Mengen später mehr)
Hey ho, hey ho...

Genau, das Arbeitslied der 7 Zwerge, die mit Spitzhacke bewaffnet in den Berg fahren. So tief müssen Sie nicht graben, um ihren Weg anzulegen. Aber ein bisschen Tiefbau müssen Sie schon betreiben. Markieren Sie vorm Buddeln genau den Verlauf des Weges mit einer Schnur. Je nach Verwendung des Weges muss ein entsprechender Unterbau eingebracht werden. Handelt es sich um einen reinen Gehweg, reichen 15-20 cm Kies unter den Steinen aus. Soll der Weg auch befahren werden, müssen es schon 30-40 cm sein. Dementsprechend tief muss das Gelände auch vorher ausgekoffert werden. Eine Zugabe je nach Mächtigkeit der Steine versteht sich von selbst. Beachten Sie bei Pflasterarbeiten von Terrassen und auch von Einfahrten, dass ein leichtes Gefälle im Pflasterbau Überschwemmungen im angrenzenden Wohnzimmer oder auf dem Weg verhindern. 5% Neigung dürfen es schon sein.

Schritt für Schritt, Stein für Stein

Was passiert dann? Beginnen Sie die Pflasterarbeiten wie ein Puzzle: am Rand. Setzen Sie zunächst die Randsteine eben an den Boden angepasst am Weg ein. Damit nichts verrutscht, werden die Randsteine in einem Sand-Zement-Gemisch eingesetzt. Nehmen Sie sich zum Einsetzen der Steine eine Richtschnur und die Wasserwaage zu Hilfe. Korrigiert werden kann nur, solange der Beton noch nicht ausgehärtet ist. Also möglichst nach jedem Stein gucken, ob er auch da sitzt, wo er hin soll. Vermeiden Sie Abstände zwischen den Randsteinen.

Nun geht's an die erste Lage Kies: 15-20 cm dürfen's schon sein, glatt ziehen und festrütteln. Das Rütteln wird nicht immer gemacht, es verhindert aber, dass das Pflaster beim nächsten Regen gleich absackt. Wird hier beim Pflasterbau sorgfältig gearbeitet, erspart das viel Arbeiten hinterher. Abgesackte Pflaster müssen sonst wieder aufgenommen und neu verlegt werden. Auf die erste Lage Kies kommt dann der Verlegesand. Dieser wird abermals glattgezogen und anschließend verdichtet.

Wasserwaage, Gummihammer und ein gutes Auge - die wichtigsten Zutaten bei PflasterarbeitenIn den Verlegesand werden jetzt nämlich

endlich die  Steine oder
Platten eingelegt. Bei Platten sind die Pflasterarbeiten recht einfach. Zunächst die Platte am Rand ausrichten und mit dem Gummihammer festklopfen. Reihe für Reihe nun versetzt anlegen, wie beim Laminat. So wird nicht auf Stoß gearbeitet und die Optik leidet nicht unter langen Fugen.

Der Pflasterbau mit Steinen kann schon anspruchsvoll werden. Hat man sich ein extravagantes Muster ausgesucht, müssen nach diesem auch die Pflasterarbeiten ausgerichtet werden. Speziell Sterne oder Kreuze können zur echten Herausforderung werden. Einfacher ist es natürlich mit einfarbigen Steinen ohne Musterverlauf. Sie können ebenso wie die Platten in Reihen versetzt gelegt werden, auch das gibt dann schon ein schönes, gleichmäßiges Muster.

Liegt alles dort, wo es hin sollte, wird noch einmal gerüttelt. Die Steine versinken dabei circa 2 cm tief im Boden. Damit die Fugen zwischen den Platten gefüllt werden, wird feinkörniger Sand zunächst eingefegt, dann eingeschlämmt (stimmt, fehlt in der Liste oben, Gießkanne oder Wasserschlauch). Dabei darauf achten, dass der Sand ein- und nicht wieder ausgewaschen wird.

Und was kostet das Selbstpflastern?

Nehmen wir einmal an, als ambitionierte Laien, wollen wir einen kleinen Weg von 5 Metern Länge vom Haus zum Gartenpavillon bauen. Dieser soll 1 m breit werden, da hier kein Begegnungsverkehr zu erwarten ist. Also die Beispielrechnung (ohne Gewähr) für 1 m x 5 m = 5 qm:
  1. für die erste Lage Kies: 5qm x 0,15m = 0,75 Kubikmeter
  2. für den Verlegesand: 5qm x 0,05m = 0,25 Kubikmeter
  3. Randsteine: gibt es natürlich in verschiedenen Ausführungen; bei 1 Meter Länge pro Seite 5, also insgesamt 10 Stück
  4. Pflaster: abhängig von der Dicke der Randsteine, bei 8 cm Dicke bleiben noch 84 cm vom Weg übrig, also: 5m x 0,84 m = 4,2 qm, rechnen Sie aber wie beim Fliesen legen etwas Verschnitt mit ein.

Das Ganze mit aktuellen Preisen versehen:
  • Kies, Körnung 0/32, 0,75 Kubikmeter ~ 1,2 t = ca. 7 Euro
  • Verlegesand, Körnung 0/5 ~0,38 t = ca. 3 Euro
  • Schlämmsand:  ca. 4 Euro
  • Pflastersteine: Rechteckpflaster, braun, 11,75 Euro/qm bei 4,5 qm = 53 Euro
  • Randsteine: pro Stück. 2-3 Euro = 20-30 Euro für den Weg
  • Sack Garten und Landschaftsbaubeton: 6,75 Euro
Macht zusammen ungefähr 105 Euro für das Material. Hinzu kommen noch die Mietpreise für Rüttler und sonstiges Werkzeuge. Wohl dem, der  Anhänger und Kiesgrube zur Verfügung hat, denn die Lieferpauschalen stehen bei diesen Mengen in keinem Verhältnis zum Materialpreis.

Wen jetzt noch nicht der Mut zum Pflasterbau verlassen hat, der kann nun auch ausrechnen, was er für seine Pflasterarbeiten benötigt. Den anderen sei gesagt, dass der Pflasterbau gar nicht so schwierig ist, wie er sich hier und da anhören mag. Es gibt aber natürlich Spezialisten, die sich gerne auch Ihrer Pflasterarbeiten annehmen.

Handwerkerleistungen sind Facharbeit und in der Regel besser als Eigenleistungen Handwerkerpreise für Pflasterarbeiten

Grundsätzlich kommt es bei der Kalkulation der Kosten von Pflasterarbeiten bzw. beim Pflasterbau darauf an, ob nur die reine Arbeitszeit abgerechnet wird oder ob der Betrieb auch das Material zur Verfügung stellt und natürlich auch mit berechnet. Die Handwerkerpreise liegen bei 16 bei 20 Euro pro Quadratmeter für die Verlegung von Natursteinen und Kleinpflaster. Bei der Verlegung von Betonsteinen ist mit einem Preis von sechs bis 12 Euro zu rechnen. Hierbei ist nur der reine Preis der Verlegung, ohne das Material, einbezogen. Zudem wird meist für die Unterkonstruktion für die Arbeit inklusive Material 200 bis 350 Euro fällig. Zu diesen Kosten kommt natürlich noch der Preis für die Materialien. Einfache Betonsteine beispielsweise kosten zwischen 8 und 20 Euro pro Quadratmeter, hochwertige Betonsteine schlagen mit 17 bis 32 Euro zu Buche.

Betonwerkstein ist als industrielles Massenprodukt bei Beachtung der reinen Erstellungskosten im unteren Preissegment anzusetzen. Hochverdichteter Betonwerkstein ist jedoch nicht so preiswert und liegt teilweise sogar über den Preisen für Natursteine.

Die Kosten für Natursteine sind u.a. vom Format, von der Gewinnung und Verarbeitungsfähigkeit sowie insbesondere vom Geschick des Verkäufers abhängig. Nachteilig am Natursteinmarkt ist die mangelnde Transparenz, denn aus dem Preis eines Natursteins kann keine Qualität abgeleitet werden. Somit muss eine Einzelbetrachtung der technischen Daten unter Berücksichtigung des Anforderungsprofils und des persönlichen Geschmacks vorgenommen werden. Die Kosten für Natursteine beim Pflasterbau variieren somit zwischen 14 und 80 Euro pro Quadratmeter.

Wichtig ist es, bei einem Kostenvoranschlag zu schauen, welche Arbeiten im Detail ausgeführt werden. Hohe Preise verursachen oft Leistungen von sämtlichen Einfassungsvarianten wie Kantensteine, Bordsteine, Basamentzeilen und Natursteineinfassung.

Zusätzliche Flächenentsiegelung

Einige Handwerksbetriebe bieten eine Flächenentsiegelung an. Hierbei werden zwei Pflastervarianten unterschieden: dem offenporigen Pflastersteinen und den offenfugigen Pflastersteinen. Durch den Stein oder durch die Fugen kann das anfallende Regenwasser zurück an den natürlichen Wasserkreislauf gegeben werden. Die Kosten für diese Steine bzw. die Verlegeart sind meist wesentlich höher als bei einem herkömmlichen Pflaster, was an den besonderen Ansprüchen an die Tragschicht und das Pflastermaterial liegt. Jedoch amortisiert sich eine solche Investition in den Pflasterbau bzw. Pflasterarbeiten meist schon in wenigen Jahren durch die Einsparung von Abwassergebühren.
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