Platten (Steinplatten) richtig verlegen

Platten (Steinplatten) richtig verlegen Steinplatten können auch einzeln auf einem Kiesuntergrund verlegt werdenSteinplatten sind dekorativ, nahezu unverwüstlich und lassen sich (von ihrem Gewicht abgesehen) ausgesprochen leicht verlegen. Allerdings verlangt die Vorbereitung des Untergrunds nach akribischem Arbeiten, da die Steinplatten sonst uneben liegen und sich zudem Staunässe auf oder unter den Platten bilden könnte. Außerdem hat die Beschaffenheit des Untergrunds Auswirkungen auf die Arten, auf die die Platten verlegt werden können.

Anforderungen an den Platten-Untergrund

Der Untergrund, auf dem die Steinplatten verlegt werden sollen,

muss fest, glatt und frostfrei sein. Zudem muss er entweder ein gewisses Gefälle aufweisen, aus Materialien bestehen, durch die Wasser versickern kann, oder eine spezielle Dränage besitzen. Ein möglicher Untergrund kann dabei Beton sein. Allerdings verlangt ein Betonuntergrund nach einem Gefälle von mindestens 1,5 Prozent einen eigenen Abfluss und/oder einem Dränagesystem. Außerdem ist der Bau eines Betonuntergrundes schon aufgrund seines Materials sehr kostspielig. Ferner kann es für Laien eine wahre Herausforderung sein, je nach Größe der Betonfläche für ein optimales Gefälle zu sorgen. Hinzu kommt, dass bei einem Betonuntergrund, dessen Abfluss an die Kanalisation angeschlossen ist oder dessen Gefälle in Richtung einer öffentlichen Fläche herabfällt, Abwassergebühren zu entrichten sind.

Andererseits sind Betonuntergründe ideal, um die Steinplatten mithilfe von sogenannten Plattenlagern zu verlegen, was wohl die schnellste und einfachste Verlegevariante überhaupt ist. Zudem hat diese Variante den Vorteil, dass die Platten bei Bedarf mindestens ebenso schnell und einfach wieder entfernt werden können. Der Nachteil ist jedoch, dass eine Steinfläche, die mithilfe der besagten Plattenlagern gebildet wurde, in der Regel keine allzu hohen Belastungen aushält, da sich unter den Platten Hohlräume befinden. Eine weitere Verlegeart, die sich bei Betonuntergründen anbieten und vor allem bei Natursteinplatten häufig Verwendung findet, ist, die Platten vergleichbar mit Fliesen fest in einer Mörtelmasse zu verlegen und ihre Zwischenräume abschließend mit Fugenmasse zu versehen, wobei diese Art der Verlegung letztendlich auch bei der gängigsten Untergrundvariante möglich ist.

Die gängigste Untergrundvariante

Bei der gängigsten Untergrundvariante liegen die Steinplatten gewissermaßen auf einem Bett aus grobem Kies und feinem Splitt. Um einen solchen Untergrund herzustellen, muss über die gesamte Fläche, auf der später die Platten liegen sollen, eine Grube entweder von Hand mit einer Schaufel oder aber mit einem gemieteten Kleinbagger ausgehoben werden. Die Tiefe der Grube richtet sich dabei nach der angestrebten Füllhöhe, welche sich wiederum direkt nach der zu erwartenden Belastung richtet. Für Parkplätze und Einfahrten gilt dabei eine Tiefe von gut 40 cm als angemessen. Wenn die Plattenfläche aber bis zum Haus reichen soll, sollte die Grube jedoch um weitere 30 cm tiefer ausgehoben werden, da der fertige Boden mindestens die besagten 30 cm unter der Obergrenze der Sperrschicht liegen muss.

Natursteinplatten vom Großhandel werden in Paletten geliefertBevor mit dem Aushub der Grube begonnen wird, empfiehlt es sich, die genauen Ausmaße mit Eckpfosten und Schnüren abzustecken. Falls die Fläche ein Gefälle aufweisen soll, kann an den Pfosten noch eine Richtschnur dem Gefälle entsprechend befestigt werden. Dann wird eine Schicht Schotter oder grober Kies mit einer Körnungsgröße von 0/40 in die Grube gefüllt und mit einem Rüttler, der bei dem nächstgelegenen Baumarkt gemietet werden kann, der

Richtschnur entlang verdichtet. Falls der Platz später sehr stark belastet wird, sollte die erste Schicht eine Dicke von mindestens 20 cm haben.

Um den ungefähren Bedarf an Schotter bzw. Kies zu ermitteln, muss lediglich die Länge der Fläche mit der Breite und dann mit 20 cm multipliziert werden. Auf die verdichtete Schotterschicht werden wiederum Kanthölzer oder T-Schienen mit einer Höhe von 5 bis 10 cm gelegt, an denen entlang die nächste Schicht, die aus Feinkies, Splitt mit einer Körnung von 0/5 oder Sand bestehen kann, mit einer Richtlatte abgezogen wird. Optional können die Seiten der Grube vor dem Einbringen der Füllung und dem Auflegen der Steinplatten mit Randsteinen, Mörtel oder dergleichen befestigt werden. Je nach Beschaffenheit der angrenzenden Flächen kann es zudem sinnvoll sein, ein Entwässerungssystem zu
installieren. Im Übrigen ist noch anzumerken, dass die hier beschriebene Untergrundvariante selbstverständlich auch auf einer Betonplatte aufgebracht werden kann, um so sehr einfach und relativ kostengünstig einen deutlich höheren Untergrund für die Steinplatten zu erhalten.      

Werkzeug- und Materialbedarf beim Verlegen von Platten
  • Bagger (optional)
  • Schaufel
  • Schubkarren
  • Richtlatte
  • Rüttler
  • Eckpfosten
  • Richtschnur
  • grober Kies/Schotter
  • feiner Kies/Split/Sand
Verlegearbeiten - was ist zu beachten?

Auch wenn Steinplatten nicht zwingend mit einem parallelen Fugenverlauf verlegt werden müssen, wäre es für Laien aber doch empfehlenswert, zumal sie sich beim Verlegen einfach an einer gespannten Richtschnur orientieren könnten. Außerdem können Fugenkreuze, die eine konstante Fugenbreite respektive einen gleichbleibenden Plattenabstand gewährleisten, verwendet werden. Die Fugenbreite sollte sich nach der Größe der Steinplatten richten. Dabei gilt, dass je größer eine Steinplatte ist, desto breiter sollte auch die Fuge sein. Außerdem empfiehlt es sich, immer mit ganzen Platten zu beginnen, da auf diese Weise höchstens zum Außenbereich hin Platten auf Maß mit einem Winkelschleifer mit Diamanttrennscheibe zerteilt werden müssen.

Platten in loser Verlegung - Vor- und Nachteile sollten abgewogen werdenUm Platten zu zerteilen, wird besagter Schleifer zunächst auf der Unterseite und dann auf der Vorderseite entlang geführt. Damit es nicht zu Verunreinigungen durch den Schleifstaub kommt, sollte die Steinplatte vor und nach dem Durchtrennen gewässert werden. In Hinsicht auf die akkurate Verlegung von Platten, die nicht mit Mörtel befestigt oder auf Plattenlagern gelagert werden sollen, kann es helfen, die Fugen einer jeden Platte direkt nach dem Verlegen mit Füll- respektive Fugensand zu verfüllen, da sie so stabiler liegen und somit nicht mehr versehentlich beim weiteren Arbeiten verschoben werden können. Wobei anzumerken ist, dass viele Experten vom Verfüllen abkommen sind, da Regenwasser so direkt durch die Fugen ablaufen kann.

Fazit: Verlegen von Steinplatten - für Heimwerker kein Problem

Das Verlegen von Steinplatten ist eine Aufgabe, die an sich jeder geschickte Heimwerker ohne Probleme bewältigen kann. Allerdings sollte schon bei der Vorbereitung des Untergrundes so gewissenhaft wie möglich gearbeitet werden, da sich kleinste Fehler erst beim Verlegen der Platten bemerkbar machen könnten, sich dann aber nur noch sehr schwer beheben ließen.
  • Beim aufwändigeren Zuschneiden von harten und großen Platten ist es ratsam, eine Schneidemaschine zu verwenden. Diese kann man im Baustoffhandel gegen eine geringe Gebühr ausleihen. Wichtig dabei ist, dass man unbedingt Handschuhe, Gehörschutz und Schutzbrille trägt.
  • Wichtig ist, dass man die Platten erst direkt vor dem Einsetzen anpasst. Damit wird vermieden, dass man Platten verschneidet.
  • Sollte dies dennoch passieren und die Platten waren nicht zu teuer, kann man diese zerschlagen und für den nächsten Weg als Schotter verwenden. Somit bleibt keine verschnittene Platte ungenutzt.
  • Die Platten werden ähnlich dem Pflaster verlegt. Nachdem man die sandige Oberfläche nochmals begradigt hat, legt man die Platten und verfestigt sie mit einigen Gummihammerstößen.
  • Zwischen die einzelnen Platten werden kleine Holzkeile gelegt, um eine gleichmäßige Fugenstärke zu erreichen. Nachdem die Platten auf den Sandboden verlegt wurden, kehrt man feinen Sand in die Fugen und verschlemmt diesen.
Wichtig ist, dass unter den Platten kein Hohlraum entsteht!
  • Für Terrassen empfiehlt es sich, die Platten in Beton zu legen. Dazu ist nicht viel Beton nötig. Eine dünne Schicht, die den Boden bedeckt, reicht aus.
  • Die darauf liegenden Platten sind stabiler und die Randplatten neigen nicht so schnell dazu sich zu lösen.
  • Die Fugen jedoch sollten, um das Abfließen des Wassers zu garantieren, nicht mit Beton, sondern mit Sand gefüllt werden.
  • Eine spätere Begrünung der Fugen mit kurzem Gras oder Moos kann ein gutes optisches Mittel ergeben.
Um später die Platten zu pflegen, wird oftmals ein Hochdruckreinigungsgerät eingesetzt. Diese sind ohne Bedenken einzusetzen. Man sollte jedoch darauf achten nicht alle Fugen auszuspülen. Mit dem Hochdruckgerät sollte grundsätzlich sehr vorsichtig umgegangen werden.

Steinplatten - Schritt für Schritt zum Gartenweg verlegen
  • Auswahl der Platten: Polygonalplatten wirken sehr rustikal, alle geraden Platten passen gut zu modernem Design
  • Plattengröße: Je kleiner die Platten sind, desto leichter ist die Verlegung, desto mehr Arbeit macht aber das Verfugen
  • Auswahl der Randsteine passend zu den Steinplatten
  • Berechnung der benötigten Menge und Bestellung 
  • Festlegung eines günstigen Lagerplatzes für die Paletten mit den Platten
  • Steinplatten als TerrassenbelagPlatten auf Verschmutzungen durch die Transportverpackung untersuchen und ggf. reinigen
  • Mutterboden auf dem Gartenweg in Tiefe der Tragschicht (15 bis 20 cm je nach geplanter Belastung) ausheben 
  • Tragschicht (Kies-Sandgemisch oder Schotter) einbringen
  • Tragschicht verdichten und abziehen, dabei auf genügend Gefälle in Richtung Garten achten (Minimum 2,5 %)
  • Randsteine nach Vorschrift des Herstellers verlegen
  • Verlegebett von einigen Zentimetern Sand (2 - 5 cm, Körnung 0 - 2 mm) aufbringen
  • Verlegebett verdichten und gerade abziehen 
  • Platten nach jeweiliger Verlegevorschrift verlegen, dabei eine gleichmäßige Fugenbreite (Minimum 1 Zentimeter) einhalten 
  • Frisch verlegte Platten mit einem Gummihammer festklopfen, je nach gewählten Platten einzeln oder nach einigen Stück
  • Ergeben sich beim Anklopfen Höhendifferenzen, werden diese mit Sand ausgeglichen
  • Wenn die Verlegung abgeschlossen ist, kann die Verfüllung der Fugen angegangen werden
  • Möglich ist die feste Verfugung mit einem Mörtelmaterial oder Verfugung mit ungebundenem Material (Sand, Quarzsand, Körnung 0 - 2 mm)
  • Nach der abschließenden Reinigung können die Steinplatten noch imprägniert werden

Obwohl die grundsätzliche Vorgehensweise immer ähnlich ist, müssten Sie sich natürlich vor der Verlegung genau erkundigen, was der Hersteller zur Verlegung genau dieser Platten sagt. Bei jeder Art Steinplatte gibt es besondere Tricks, deren Befolgung dafür sorgt, dass Ihr Gartenweg wirklich schön wird.