Polygonalplatten verlegen & verfugen - Tipps

Polygonalplatten verlegen & verfugen - Tipps

Je natürlicher der Garten wirken soll, desto mehr muss bei der Gestaltung der Gartenwege überlegt werden. Was passt noch zu einem natürlichen Garten? Was sieht einfach nur künstlich aus? Polygonalplatten sind für alle Gärten, die sehr naturbelassen wirken sollen, eine gute Wahl, um Wege und die Flächen vor dem Haus zu gestalten.

gartenweg2 flWas ist eine Polygonalplatte?

Polygonalplatten sind Natursteinplatten, die aus Sandstein, Kalkstein oder Quarzit bestehen können. Sie werden aus Naturstein gebrochen und sehen damit

nach der Verlegung sehr natürlich aus. Es gibt Polygonalplatten mit bruchrauen Oberflächen, aber auch solche, deren Oberflächen glatt gesägt wurden.

Verlegung von Polygonalplatten vorbereiten

  • Polygonalplatten in kleinem  Format sind besonders handlich und erleichtern das Verlegen erheblich. Die Platten werden üblicherweise mit Fugenbreiten von mindestens 10 Millimetern verlegt, das hat optische Gründe und ergibt eine schöne Kantengeometrie. 
  • Die Polygonalplatten werden liegend auf Paletten geliefert. Zwischen die einzelnen Platten werden als Schutz vor Transportschäden Kunststoffabstandhalter oder Gitternetze gelegt. Wenn dieser Schutz Flecken oder Abrieb hinterlässt, ist das kein Grund zur Besorgnis, diese Beeinträchtigungen verschwinden bei vollständiger Austrocknung und Benutzung der Flächen von selbst.
  • Polygonalplatten sind nur für eine Belastung durch Fußgänger vorgesehen. Sie werden üblicherweise im wilden Verband verlegt, also ohne ein Muster. Die Ränder werden durch Zuschneiden der Platten angepasst, die sehr harten Platten lassen sich mit Diamantsägen problemlos trocken oder nass zuschneiden. Wenn im Außenbereich verlegt wird, erfolgt die Verlegung meist im Sandbett. 

Polygonalplatten im Sandbett verlegen

  • Zunächst tauschen Sie den vorhandenen Mutterboden gegen ein Kies-Sandbett oder ein Schottergemisch aus. Wie dick die Schicht werden muss, richtet sich nach der späteren Belastung, mindestens 15 – 20 Zentimeter sollten es sein. Die Tragschicht muss wasserdurchlässig sein, damit Regenwasser ablaufen kann.
  • Diese Tragschicht wird nun sorgfältig verdichtet und höhengerecht abgezogen. Achten Sie dabei auf ein ausreichendes Gefälle vom Gebäude weg, es sollte mindestens 2,5 % betragen. So wird Staunässe vermieden, die zu  Frostschäden auf der Fläche und zu Ausblühen auf den Platten führen kann
  • Die Außenränder der Verlegefläche werden jetzt mit einer geeigneten Einfassung eingefasst. Dann wird das Bett, etwa 3 Zentimeter Sand von einer Körnung von 0 bis
    2 mm, aufgetragen. Anschließend wird das Bett höhengerecht abgezogen. 
  • Die Polygonalplatten werden nun einzeln verlegt. Die ersten drei Platten werden passend zusammengelegt, mit Fugen von mindestens 10 Millimetern. An den Winkelnterrasse-verlegen3 fl werden jeweils die nächsten drei Platten mit den spitzen Seiten eingefügt, und so wird die ganze Verlegung wie ein Puzzle fortgeführt. Jede Platte wird mit dem Gummihammer angeklopft. Stimmt die Höhe nicht, können Sie das mit dem Sand, den Sie auch für das Bett verwendet haben, ausgleichen. Anklopfen reicht, die Platten sollten nicht mit der Rüttelplatte abgerüttelt werden.
  • Wenn die Fläche fertig verlegt ist, müssen die Fugen gefüllt werden. Sie können eine feste Verfugung mit Epoxidharz-2-Komponetenmörtel vornehmen, diese verhindert ein Auswaschen oder Ausfegen der Fugen. Auch Gras oder Unkräuter können nicht wachsen. Bei Fugenbreiten von bis zu 10 Millimetern und Verlegung im Sandbett werden jedoch Fugenfüllungen ohne Bindung empfohlen. Sie können Sand oder Quarzsand mit einer Körnung von 0 bis 2 Millimetern verwenden.  
  • Sie können Ihre Polygonalplatten in Normalfall

    einfach unter Einsatz von Wasser, Besen und Scheuerbürste (Schrubber) reinigen. Wenn es zu viel Verunreinigungen sind, kann ein normaler Terrassenreiniger helfen, bei organischem Schmutz auch ein Reiniger mit Bleichmittel. Der hilft auch dabei, dass Gerbsäureflecken von Blättern oder Früchten etwas schneller verschwinden, sie würden das aber auch von selbst tun. Ist viel Öl und Fett auf den Boden gekommen, können Sie auch einen Fettlöser unter das Wasser mischen. Bei sehr starken Verschmutzungen kann der Hochdruckreiniger helfen, am besten mit rotierender Terrassenbürste. Wenn sich Ausblühungen zeigen sollten, verschwinden diese in der Regel nach einiger Zeit von alleine. Hartnäckige Ausblühungen können eventuell chemisch entfernt werden, hier muss ein Fachmann befragt werden.
  • Sie dürfen auf keinen Fall säurehaltigen Ausblühentferner benutzen, er könnte den Steinen schwer schaden. Auch normale säurehaltige Reiniger können den Steinen schaden, dürfen also nicht angewendet werden. Auch auf Tausalz sollten Sie besser verzichten, eine Oberflächenveränderung unter Einfluss des Salzes kann nicht ausgeschlossen werden. 
  • Sie können ihre Polygonalplatten übrigens auch imprägnieren, dafür können handelsübliche Imprägnierungen für Bodenplatten eingesetzt werden.  Die Imprägnierung kann vor Verschmutzung schützen und aufgrund einer glatteren Oberfläche die Reinigung erleichtern. Es gibt Imprägnierungen, die völlig unsichtbar sind, manche Mittel bewirken auch eine Farbtonvertiefung.
  • Sollen die Polygonalplatten auf einem festen Untergrund im Außenbereich verlegt werden, empfiehlt sich eine Verlegung in Drainagemörtel. Wenn Polygonalplatten im Innenbereich verlegt werden sollen, erfolgt die Verlegung wieder anders, und zwar im Buttering Floating Verfahren.
  • Wenn Ihnen die Polygonalplatten zu unregelmäßig sind, gibt es heute ganz neue Entwicklungen auf dem Keramikmarkt. Es gibt zum Beispiel inzwischen große Platten, die sich für eine lose Verlegung auf Balkonen und Terrassen eignen. Mit diesen Neuentwicklungen ist es grundsätzlich möglich, in Haus, Terrasse und Garten das gleiche Bodenmaterial zu verlegen.