Gewächshaus bepflanzen

Gewächshaus bepflanzen

Der echte Gärtner mit Herz und Leidenschaft “scharrt bereits mit den Hufen”, wenn die Sonne sich etwas häufiger blicken lässt. Die vielleicht nicht so begeisterten Anverwandten reagieren meist eher gelassen:

gewaechshaus-giessen fl“Bleib ruhig, es gibt noch Minusgrade nachts!” Davon will sich der echte Gärtner irgendwann nicht mehr aufhalten lassen, dann wird ein Gewächshaus aufgestellt. Wann und wie sollte man nun dieses Gewächshaus bepflanzen?

Wann kann man ein Gewächshaus bepflanzen?

Kommt drauf an - und zwar darauf, ob das Gewächshaus beheizt ist oder

nicht. In einem beheizbaren Gewächshaus kann theoretisch immer alles gepflanzt werden, wenn Sie auch noch für ausreichend künstliches Licht sorgen. Die wenigsten Gärtner haben allerdings den Ehrgeiz, solcherart die Natur nachzuahmen - auch unter dem Gesichtspunkt des Energieverbrauchs ein ökologisch eher fragwürdiges Vorhaben.

Ein Gewächshaus ohne Energieverbrauch kann frühestens bepflanzt werden, wenn die Sonne eine solche Kraft hat, dass der Wärmespeichereffekt der Verglasung für das Wachstum der Pflanzen genutzt werden kann, wenn aber sicher kein starker Bodenfrost mehr zu befürchten ist.

Die meisten Gärtner warten, bis sich die nächtlichen Temperaturen auf ein Niveau über 5 Grad eingependelt haben, also in den meisten Gegenden Deutschlands auf jeden Fall bis Mitte April. Dann können unempfindlichere Gewächse wie Radieschen und Kohlrabi ins Gewächshaus, die vertragen im Zweifel auch einen winzigen nächtlichen Kälteschock. Auch die Balkonblume des Jahres 2012, die Pelargonie, kann schon ins Gewächshaus gepflanzt werden, sie soll sogar besonders üppig und abgehärtet werden, wenn sie leichtem Frost ausgesetzt wurde.

Die meisten Gewächshäuser sollen jedoch dabei helfen, die Pflanzen zum reichlichen Fruchtansatz zu bewegen, die sich bei uns eigentlich überhaupt nicht so wohl fühlen. Weil sie in ihrer Heimat viel mehr Wärme gewohnt sind und auf jede kalte Wetterlage zwischendurch recht geschockt reagieren. Dazu gehören z. B. Tomaten, Paprika und natürlich auch alle Chili-Sorten. Diese Pflanzen sollten deshalb erst nach den Eisheiligen ins Glashaus gesetzt werden, die am 15. Mai mit dem Gedenktag an Sophie von Rom (“Kalte Sophie”) enden.

Wenn Sie es sehr eilig haben, Ihre frostempfindlichen Pflanzen ins Gewächshaus zu bekommen, können Sie das Auspflanzen schon wagen, wenn in Ihrer Gegend nur noch gelegentlich nächtliche Fröste zu befürchten sind, während die Tagestemperaturen im Gewächshaus
schon recht angenehm sind. Dann brauchen Sie aber eine Gewächshaus-Heizung, die bei plötzlichen Temperaturabfällen verhindert, dass der reiche Erntetraum auf nächstes Jahr verschoben werden muss.

Allgemeine Regeln zum Betrieb eines Gewächshauses

gewaechshaus7 flInhaber recht kleiner Gewächshäuser neigen häufig dazu, die Gewächshaus-Pflanzen in ziemlich geringen Abständen zu setzen, um den vorhandenen Platz möglichst gut auszunutzen. Meist ist das keine sehr gute Idee, jede Pflanze braucht eben Raum und Luft für eine optimale Entwicklung, auch im Gewächshaus. Weniger ist hier also mehr, wie so oft.

Besonders wichtig ist im Gewächshaus die ausreichende Belüftung, hier gibt es ja keinen Wind, der regennasse Blätter trocknet und Wärmestaus verhindert. So entsteht in einem Gewächshaus schnell eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, die z. B. schnell Pilzkrankheiten wie echten oder falschen Mehltau entstehen lässt.

Auch können - im Sommer in der

Mittagshitze - in einem Gewächshaus ohne ausreichende Belüftung mühelos Temperaturen über 40 Grad aufkommen, die auch Wärme liebende Pflanzen einem schnellen Ableben zuführen. Sie sollten also eine gut funktionierende Belüftung einplanen und je nach zu erwartender Außentemperatur eventuell mit Ventilatoren den Luftaustausch fördern.

Auch im Gewächshaus sollte der Boden vor der Aussaat oder Pflanzung gut vorbereitet werden. Sie sollten also alle Unkräuter entfernen, die den Winter überstanden haben, den Boden lockern und neue Komposterde aufbringen, die leicht eingearbeitet wird. Dann wird der Boden noch ausreichend befeuchtet, wenn das notwendig ist. Während der Saison sollten Sie immer für einen gut durchlüfteten Boden sorgen, außerdem muss der Boden regelmäßig mit der Hacke gelockert werden.

Pflanzenauswahl für das Gewächshaus

Sie können in Ihrem Gewächshaus die Ernte früher Gemüsesorten zeitlich vorverlegen, z. B. von Radieschen oder frühen Salatsorten. Oder Sie verkürzen sich die Wartezeit auf die ersten Wärme liebenden Pflanzen, bei denen bei Anbau im warmen Gewächshaus zugleich mit reicher Ernte zu rechnen ist. Zu diesen Wärmeliebhabern gehören Tomaten, Gurken, Zucchini, Bohnen, Basilikum und diverse Blütenpflanzen wie Dahlien, Begonien, Margariten, Enzianbäumchen und Wandelröschen.

Dabei sind jeweils die besonderen Bedürfnisse der einzelnen Pflanze zu beachten. Tomaten z. B. lieben Wärme und Feuchtigkeit an den Wurzeln, der obere Teil der Pflanze sollte aber nicht nass werden. Gurken brauchen einfach Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit. Paprika verträgt vieles, nur kein kaltes Wasser. Wenn die Gewächshaus-Pflanzen nicht bedürfnisgerecht gehalten werden, sind sie anfälliger gegen Krankheiten und Schädlinge.

Pflege der Pflanzen

duengen-gewaechshaus-tomaten flDie Pflanzen im Gewächshaus werden am besten mit im Gewächshaus vorgewärmten Gießwasser gegossen, Leitungswasser würde ihnen einen Kälteschock versetzen. Die Bewässerung und sonstige Behandlung der einzelnen Sorten richtig sich nach den speziellen Anforderungen der einzelnen Pflanzensorten.

Eine Besonderheit des Gewächshauses ist dann nur noch, dass Sie sehr genau auf Anzeichen für Krankheiten und Schädlingsbefall achten müssen. Diese können sich nämlich unter den im Gewächshaus herrschenden Bedingungen auch bei optimaler Pflege sehr gut verbreiten, schnelle Gegenmaßnahmen sind also wichtig.