Alles über Kürbissamen: aussäen und nach der Ernte trocknen

Kürbissamen werden zunächst in Töpfen mit Anzuchterde gesätIm Herbst liegen sie wieder in den Gemüseauslagen der Geschäfte, die schmackhaften Kürbisse. Etwa 700 Sorten gibt es, und wer wissen will, was bei ihm auf den Tisch kommt, der sät die Samen im Frühjahr selbst aus, um im Herbst eine reichhaltige Kürbisernte zu erhalten. So kann jeder Hobbygärtner die Kürbissamen nach der Ernte trocknen und diese somit für eine neue Aussaat nutzen. Natürlich ist hier auch das Naschen der Kürbiskerne durchaus erlaubt,

denn diese sind nicht nur schmackhaft sondern auch gesund.

Kürbissamen trocknen

Wenn ein Kürbis im Herbst verzehrt wird, dann sollte der Hobbygärtner auch bereits an das nächste Jahr denken. Die Kürbissamen werden in Speisen nicht verwertet und in der Regel entsorgt. Doch wer sie über den Winter trocknet, hat im nächsten Frühjahr wunderbare Samen, die im Herbst eine reichhaltige Ernte an Kürbissen bringen können. Bei der Trocknung sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • Kürbissamen vom restlichen, für Speisen verwertbarem Fruchtfleisch, trennen
  • die Fasern, welche die Kerne zusammenhalten, so gut wie möglich entfernen
  • dann an einem warmen, trockenen Ort zum Trocknen verbringen
  • hierfür sind eine warme südliche Fensterbank oder ein warmer Keller, vorzugsweise der Heizungskeller ideal
  • auch ein Trockenspeicher kann für die Kürbissamen genutzt werden
  • darauf achten, dass die Kürbissamen nicht übereinander "stapeln" sondern gut ausgebreitet liegen, so können sie schneller trocknen
  • hierzu kann ein Ofenblech genutzt werden
  • ist kein günstiger Platz zum Trocknen vorhanden, können die Kerne auch über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel über Nacht, in den Ofen bei etwa 60° C gegeben werden, dann geht es schneller
  • nach dem Trocknen die Kerne in Papiertüten (kein Plastik) geben und an einem trockenen Ort bis zur Aussaat verwahren
Tipp: Wer von den getrockneten Kürbissamen naschen möchte, kann dies ohne Gefahr. Noch besser schmecken die Samen nach dem Trocknen leicht in der Pfanne angeröstet und mit Salz bestreut. Da bereits ein Kürbis viele Samen hervorbringt, müssen nicht alle für eine Aussaat verwendet werden sondern können durchaus auch vernascht werden.

Standortansprüche

Vor der Aussaat muss der Hobbygärtner den geeigneten Platz für sein Kürbisfeld finden. Denn alle Kürbisarten, zu denen auch die Zucchini gehören, benötigen Kürbissamen können auch aus geernteten und getrockneten Früchten gewonnen werdenviel Platz, um sich in Bodennähe ausbreiten zu können. Kürbisse sind Bodenkriecher, die gar nicht in die Höhe sondern entlang des Bodens ihre Triebe bilden. Die weiteren Ansprüche der Kürbispflanzen an den idealen Standort sehen wie folgt aus:
  • hell und sonnig
  • gut gedüngt mit Kompost
  • wenig Wasser, ansonsten kann es zu Fäulnisbildung an den Trieben und Blättern kommen
  • ein Mindestabstand um die einzelnen Pflanzen von etwa zwei Quadratmetern ist ideal
  • entsprechend der später gewünschten Pflanzenzahl kann die Größe des benötigten Beetes errechnet werden
Tipp: Verteilen Sie getrocknetes Gras auf dem Boden um die Kürbispflanzen herum! Dies verhindert zum einen, dass es an warmen Tagen zu schnell zu einem Wasserverlust kommt, der Boden kann besser speichern. Zum anderen hat Unkraut zwischen den Kürbispflanzen keine Chance zu wachsen.

Vorkultur im Topf

Die Aussaat der Kürbissamen im Topf hat den Vorteil, dass dies wetterunabhängig geschehen kann, da die Töpfe an einem warmen Ort zum Keimen verbracht werden können. So können diese auch bereits im Februar ausgesät werden.

Bei der Aussaat im Topf sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • Anzuchterde mit etwas Sand mischen und in kleine Töpfe geben und in jeden Topf jeweils zwei bis drei Kürbiskerne einsetzen
  • wenig wässern
  • an einen warmen, hellen Ort stellen
  • ideal sind für die Keimung etwa 20 bis 25 °C
  • beginnen die Samen zu keimen, an einen kühleren aber dennoch hellen Ort verbringen
  • nach den Eisheiligen im Mai die Setzlinge nach draußen ins Beet auspflanzen
Tipp: Will der Hobbygärtner vor der Aussaat seiner Samen wissen, ob sie auch keimfähig sind, gibt es hierfür einen einfachen Test. Die getrockneten Kürbiskerne werden für etwa 6 bis 7 Stunden in kaltes Wasser gelegt. Die Samen, die nach oben an die Oberfläche steigen,
können verwertet werden, denn sie sind keimfähig. Auf die Aussaat der restlichen Samen kann verzichtet werden.

Aussaat im Freiland

Die Kürbissamen können auch direkt im Beet ausgesät werden. Der ideale Zeitpunkt hierfür ist der späte April. Damit die Keimlinge keinen Frostschaden in der Zeit der Eisheiligen nehmen, sollte das Beet mit einer Folie abgedeckt werden. Ansonsten ist folgendes zu beachten:
  • den Boden mit Kompost und Sand zur besseren Durchlässigkeit vorbereiten
  • Kürbissamen etwa 15 mm tief in die Erde setzen
  • um Frostschäden bei der gesamten Ernte zu vermeiden, können die Samen auch unterschiedlich tief in die Erde gesetzt werden
  • so überleben die tiefer gesetzten Samen besser einen Frosttag, beginnen aber auch später zu keimen und sich zu entwickeln
  • über die Aussaat eine Plastikfolie spannen, die gerade auch in einem kalten, regnerischen Frühling vor zu viel Nässe schützt
  • nur in sehr trockenen Perioden zugießen
  • Folie im Mai nach den Eisheiligen entfernen, damit sich die Keimlinge besser entwickeln können.
Vorgezogene Kürbispflanzen sollten im Mai ins Beet ausgepflanzt werdenTipp: Werden die Samen in unterschiedlicher Höhe in den Boden eingesetzt und gibt es keine Frostschäden, so verlängert sich die Ernte im Herbst. Der Grund: Die Pflanzen wachsen unterschiedlich schnell.

Ernte

Kürbisse werden meist gleichzeitig im Herbst reif zur Ernte. Werden bereits im Sommer die ersten kleinen, noch zarten Früchte geerntet, können damit schmackhafte Gerichte auf den Tisch gebracht werden. Später im Herbst, wenn alle Kürbisse groß geworden sind, werden diese geerntet. Doch die reifen Früchte haben eine feste Schale und müssen nicht direkt nach der Ernte verzehrt werden. Sie können daher bis in den Winter hinein an einem trockenen, dunklen, nicht zu warmen Ort, wie etwa einem Keller für den späteren Verzehr gelagert werden. Auch lässt sich das Kürbisfleisch für eine  spätere Verwertung gut einfrieren. Tipp: Wer viele Pflanzen gesetzt hat, kann auch bereits im Sommer die Blüten der Kürbisse ernten. Sie sind ebenfalls sehr schmackhaft und vor allem in der griechischen Küche in vielen Gerichten zu finden.

Fazit der Redaktion

Wer einmal einen Kürbis im Handel gekauft hat, um diesen zu verwerten, sollte die Kürbiskerne nicht entsorgen. Diese können getrocknet und im nächsten Frühjahr im eigenen Garten wieder ausgesät werden. Trocknen, Aussäen und die Pflege der Kürbispflanzen ist relativ einfach und auch von ungeübten Hobbygärtnern durchaus machbar.  Wer daher genügend Platz in seinem Garten hat, kann viele verschiedene Sorten von Kürbissen im Frühjahr aussäen und sich an einer reichhaltigen Ernte ab dem Sommer bis weit in den Herbst erfreuen.

Wissenswertes zu Kürbissamen in Kürze

Aussaat
  • Kürbisse sind bekanntlich ein Herbstgewächs. Also werden die Samen zu Beginn eines Jahres ausgesät.
  • Es ist hier wichtig zu wissen, dass Kürbissamen viel Wärme brauchen, um zu keimen.
  • Um sie vorzukultivieren, sollte man sie im April in kleine Töpfe mit Erde aussäen und sie bei etwa 20 °C stehen lassen.
  • Es dauert etwa eine Woche, bis die ersten Keime entstanden sind.
  • Nach drei bis vier Wochen sollten die Keimlinge dann groß genug geworden sein, um sie in größere, einzelne Töpfe umzusiedeln.
  • Erst wenn kein Frost mehr kommt, können die Keimlinge nach draußen gepflanzt werden.
  • Spätestens Mitte Juni sollten die Keimlinge allerdings nach draußen umgepflanzt sein.
  • Wenn sie noch später ausgesetzt werden, gibt es nur noch minimalste Erträge.
  • Wenn die Kürbisse direkt ins Freiland gesät werden sollen, sollte dies zu Anfang bis Mitte Mai geschehen, nach der Frostperiode.
  • Allerdings ist dies recht riskant, wenn es doch noch mal frostig werden sollte.
  • Beim Säen sollte darauf geachtet werden, dass die spitze Seite des Kürbissamens nach unten zeigt, denn hier wird die Wurzel sprießen.
  • Außerdem sollten die Samen nicht zu tief in die Erde gesetzt werden. Rund 1,5 cm sollten ausreichend sein.
  • Da Kürbisse sehr groß werden, brauchen die Samen einen entsprechenden Abstand zueinander.
  • Zwar gibt es zwischen einzelnen Arten Unterschiede beim Ranken, dennoch sollte pro Pflanze ein bis zwei Quadratmeter eingeplant werden.

Tipp: Beim Saatgut handelt es sich hier übrigens um sogenannte Ölsaaten (ähnlich wie die Sonnenblume). Das bedeutet, dass die Samen sich ungefähr fünf Jahre lang gut zum Säen eignen. Älteres Saatgut wird oft unregelmäßiger keimen und schlechtere Erträge einbringen.

Denken Sie beim Kauf daran: Kürbissamen gehören zu den ÖlsaatenAuspflanzen
  • Sobald die Keimlinge groß genug sind und das Wetter beständig frostfrei bleibt, kommen sie in den Garten oder auf das ausgewählte Feld.
  • Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen genügend Platz haben, denn besonders Gemüsekürbisse sind sehr große und schwere Pflanzen.
  • Kürbisse wachsen sehr schnell, daher kann man an den mehr oder weniger großen Ranken bald eine Blütenbildung feststellen.
  • Die Blüten der Kürbisse sind sehr groß und von gelber Farbe. Außerdem sind sie gern von Hummeln und Bienen umschwärmt.
  • Schnecken lieben Kürbisse übrigens, daher sollte für einen ausreichenden Schneckenschutz gesorgt werden.
  • Der Boden für eine Kürbispflanzung sollte immer schwer sein. Komposthaufen eignen sich übrigens sehr gut, um Kürbisse darauf zu pflanzen.
  • In Trockenperioden sollten die Kürbispflanzen gegossen werden, damit es gute Erträge gibt.
  • Wer keinen Komposthaufen zur Verfügung hat, wird die Kürbisse später düngen müssen.
  • Hauseigener Kompost ist prinzipiell ausreichend, es sind aber auch spezielle Dünger im Handel erhältlich.
Ernte
  • Die ersten Kürbisse können - je nach Zeitpunkt der Aussaat - schon Ende August geerntet werden.
  • Allgemein sollten die Kürbisse zwischen September und November geerntet werden, also noch vor dem ersten Frost.
  • An der leuchtenden Farbe und dem holzigen Stiel kann man erkennen, ob ein Kürbis erntereif ist oder nicht.
  • Wer immer noch nicht sicher ist, ob der Kürbis reif ist, sollte einfach mal dagegen klopfen: Bei einem hohlen Geräusch steht der Kürbis in voller Reife.