Erntezeit von Kürbissen - so ernten Sie Kürbis richtig

Kürbisse sollten nur voll ausgereift geerntet werdenLängst haben sie im Hobbygarten Kultstatus erlangt, die ebenso imposanten, wie dekorativen Kürbisse. Die leuchtend gefärbten und mitunter dramatisch geformten Früchte bestechen mit überzeugenden Attributen. Ohne nach anspruchsvoller Pflege zu verlangen, versprechen sie kulinarische Freuden, fungieren als geschmackvolle Dekoration und dienen kreativen Laternenschnitzern als Gestaltungsmedium. Die gesamte Bandbreite an Vorzügen entfalten die Früchte freilich nur, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und fachgerecht hereingeholt werden. Lernen Sie hier, den perfekten Start der Erntezeit von Kürbissen

zu ermitteln. So ernten Sie Kürbis richtig.

Erntereife ermitteln

Die Witterungsverhältnisse diktieren maßgeblich den Beginn der Erntezeit von Kürbissen. Verlief der Sommer in normalen Parametern, ist ab Ende August oder Anfang September mit den ersten ausgereiften Früchten zu rechnen. Es wäre so einfach, in dieser Hinsicht nach dem Kalender vorzugehen. Das Datum dient hingegen einzig der Orientierung. Letzte Gewissheit verschaffen Sie sich mithilfe folgender Prüfverfahren:
  • der Kürbis weist keine grünen Stellen mehr auf
  • der Fruchtstiel ist hart und weitgehend verholzt
  • die Schale lässt sich mit dem Fingernagel nicht einritzen
Tipp: Letzte Klarheit hinsichtlich der Erntereife verschafft der klassische Klopftest. Einfach mit den Knöcheln auf den Kürbis klopfen und lauschen. Schallt es hohl und dumpf, kann die Erntezeit beginnen.

Fachmännisch ernten

In Anbetracht des imposanten Erscheinungsbildes, wird kein Hobbygärtner die Glazéhandschuhe hervorholen, um einen Kürbis zu ernten. Tatsächlich erfordert die Ernte immerhin ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl, denn bereits minimale Beschädigungen der Schale verursachen Fäulnis und dienen Pilzsporen oder Schädlingen als Angriffsfläche. Darüber hinaus stellt der Fruchtstiel eine Schwachstelle dar als potenzielle Infektionsstelle.  Je weiter seine Verholzung zum Zeitpunkt der Ernte fortgeschritten ist, desto geringer ist die Gefahr, dass sich hier Bakterien und Viren Zugang zum Inneren der Frucht verschaffen. So ernten Sie Kürbis richtig:
  • idealerweise herrscht trockenes Wetter ohne prallen Sonnenschein
  • mit einem frisch geschärften und penibel desinfizierten Messer den Kürbis abschneiden
  • Große Kürbisse bereitet man am besten auf die Ernte vor, damit sie die volle Qualität erreichenalternativ eine geschliffene, saubere Gartenschere verwenden
  • die Hälfte des Fruchtstiels verbleibt an der Frucht
Diese Kriterien für die sachgemäße Ernte gelten für Speisekürbisse und Zierkürbisse gleichermaßen. Je ausgereifter und unversehrter, desto delikater im Genuss bzw. länger die Haltbarkeit. Tipp: Unterlegen Sie einen Kürbis im Beet rechtzeitig mit einer Platte aus Styropor oder Holz. Bereiten Sie der Frucht schon frühzeitig den Weg zur Premiumqualität.

Nachreife

Frostigen Temperaturen dürfen Kürbisse nicht ausgesetzt werden. Erfrierungen verursachen unappetitliche, wässerige Stellen auf der Schale. Kündigt sich ein vorzeitiger Wintereinbruch an, werden alle unreifen Früchte geerntet. Da diese mit der Fähigkeit zur Nachreife ausgestattet sind, wird trotzdem kein Exemplar verloren gehen. So funktioniert die einfache Prozedur:
  • nach der Ernte den Kürbis an einen trockenen, warmen Ort verbringen
  • dort auf Styropor, Holz oder Wellpappe lagern für 3 bis 4 Wochen
  • die Frucht alle paar Tage ein wenig drehen
  • vorzugsweise den Kürbis in einem Netz an die Decke hängen
Unter den beschriebenen Bedingungen wird die weiche Schale des unreif geernteten Kürbisses verhärten, während zugleich das Fruchtfleisch die erhoffte feste Konsistenz annimmt. Achten Sie während dieser Phase streng darauf, faulende Früchte sogleich zu entsorgen. Eine Phase der Nachreife ist grundsätzlich für alle Kürbisse empfehlenswert, deren Samen als Saatgut für die Vermehrung dienen. Selbst

wenn diese Früchte im ausgereiften Zustand geerntet werden, wirkt sich eine Nachreife förderlich auf die spätere Keimfähigkeit der Kürbiskerne aus.

Lagern

Die Sorte bestimmt die Haltbarkeit von Kürbissen.
Die Frist dehnt sich aus, je länger die Früchte nach der Ernte im Freien verbleiben können. Spätestens vor dem ersten Frost müssen sie umsiedeln in einen trockenen, dunklen Lagerraum. Sofern keine Nachreife erforderlich ist, sollte die Quecksilbersäule zwischen 12 und 15 °C pendeln. Kühlere Temperaturen schränken die Haltbarkeit deutlich ein. In der Garage dürfte es somit rasch zu kalt werden, selbst wenn sie frostfrei ist. Im Schlafzimmer auf dem Kleiderschrank beispielsweise dürfte sich der Kürbis eines langen Lebens erfreuen, sofern er nicht zuvor verspeist wird. Angeschnitten ist die Lagerzeit innerhalb von 2-3 Tagen vorbei, wenn die Frucht im Kühlschrank aufbewahrt wird. Alternativ frieren Sie einen zerteilten Kürbis ein, was freilich seine Verwendung in der Küche einschränkt. Aufgetautes Fruchtfleisch nimmt keine feste Konsistenz mehr an.

Trocknen

Liefert die Erntezeit eine Fülle besonders dekorativer Zierkürbisse, möchte jeder Hobbygärtner die Naturschönheiten für eine möglichst lange Dauer konservieren. Gleiches gilt, wenn sich der mächtige Halloween-Kürbis in eine atemstockende Gruselmaske verwandelte oder eine geheimnisvoll flackernde Laterne. Da die Meisterstücke über einen hohen Wassergehalt verfügen, sind sie in erster Linie bedroht von Schimmel und Fäulnis. Demnach verfolgt die optimale Konservierung das Ziel, dem Prachtstück soviel Feuchtigkeit wie möglich zu entziehen. Geschieht dieser Prozess zu schnell, bilden sich unschöne Dellen auf der Schale, der Kürbis schrumpelt und die Form geht verloren. Das Trocknen im heißen Backofen kommt somit nicht infrage. So trocknen Sie Ihre schönsten Kürbis-Exemplare, ohne dass sie schrumpfen:
  1. Die Frucht sorgfältig waschen mit warmer Seifenlauge.
  2. Mit klarem, kaltem Wasser gründlich nachspülen und trocken reiben.
  3. Einsprühen mit Reinigungsalkohol oder einem Haushaltsreiniger.
  4. Sommer- und Winterkürbisse haben verschiedene Ernte-ZeitenAm luftigen, kühlen Platz auf eine Unterlage legen.
  5. Während der folgenden Zeit alle 2 Wochen drehen.
  6. Kleine Faulstellen abschaben mit einer stumpfen Klinge.
Wahlweise hängen Sie den Kürbis auf in einem Baum, an einem Zaun oder im Netz auf dem Dachboden. Abhängig von der Sorte und Größe, ist der Vorgang nach 6 bis 12 Monaten abgeschlossen. Die Spezialisten unter den Kürbis-Schnitzern beginnen erst im Anschluss an den Trockenvorgang mit ihrer Arbeit, was zusätzlich zur Haltbarkeit des Kunstwerkes beiträgt.

Deutlich schneller und zugleich riskanter trocknen Sie Kürbisse, deren äußere Schale zuvor mit einem Messer abgeschabt wurde. Luftig und warm sollte der Lagerplatz sein, wo die Frucht alle 2 Tage gewendet wird. Diese Vorgehensweise ist insbesondere mit dem Wagnis behaftet, dass die verletzte Hülle Pilzsporen und Schädlinge als willkommenen Zugang zum Inneren der Frucht dient. Das Einsprühen mit Reinigungsalkohol wirkt sich hier ebenfalls prophylaktisch aus gegen einen Befall. Als effektive Versiegelung eines getrockneten Kürbisses haben sich Wachs und Schellack erwiesen.

Fazit der Redaktion

Sendet der herannahende Herbst Anfang September seine ersten Signale, fällt der Startschuss für die Erntezeit von Kürbissen. Jetzt sind Augenmaß und ein gutes Gehör gefragt, um die tatsächliche Reife festzustellen. Vollständig durchgefärbt sollte die Schale sein und verbunden mit einem verholzten Stiel. Erklingt es dann mittels Klopftest hohl aus dem Fruchtinneren, kann die Ernte beginnen. Damit sich hier keine Fehler einschleichen können, sollte sich jeder Hobbygärtner damit vertraut machen, wie ein Kürbis richtig zu ernten ist.

Häufige Fragen zur Kürbis-Ernte

Wann erntet man die Kürbisse im Garten am besten? - Irgendwann im Herbst ist es dann soweit: die Kürbisse sind reif und können geerntet werden. Aber: Woran erkennt man eigentlich die Reife? Zum Beispiel durch darauf klopfen: Wenn er hohl klingt und beim Druck mit dem Finger nicht nachgibt, ist er reif. Man erkennt die Reife ebenfalls an verholzten Stielen oder einer sehr harten Schale. Außerdem haben Kürbisse zum Zeitpunkt der Reife eine leuchtende Schale. 

Wann werden Sommer- und Winterkürbisse geerntet? - Zu unterschiedlichen Zeiten: Sommerkürbisse schon relativ schnell nach dem Aussäen, das kann also auch im Sommer der Fall sein. Wintersorten werden klassisch im Herbst geerntet. Falls es viel regnet während der Reife, ist es sinnvoll, die Früchte von unten gegen Fäule zu schützen - also den Boden trocken zu halten mit Holzbrettern oder Styropor. Aber Achtung! Wer die Kürbisse zu früh erntet, muss auch einen Aromaverlust in Kauf nehmen. Wenn die Früchte nicht mehr wachsen, ist das kein Zeichen für Reife! Vor dem ersten Frost jedoch muss definitiv geerntet werden  sicherheitshalber kann man den Ertrag dann noch ein paar Wochen im Warmen nachreifen lassen - das funktioniert ganz gut.

Kürbisse, die man nicht sofort verwerten kann, sollten gut gelagert werdenWie lagert man Kürbisse richtig? - Falls es sich um eine Winterkürbissorte handelt, hält sie sich im kühlen Keller einige Monate lang. Frost verträgt die Frucht nicht zu viel Wärme über längere Zeit hinweg ebenfalls nicht. Ein paar Wochen im Wohnzimmer vielleicht als Herbstdeko, nimmt einem der Kürbis jedoch nicht übel. Bei einer Lagerung im Keller wäre es optimal, die Früchte in Netzen an der Decke aufzuhängen - so bleiben sie rundum trocken und können nicht faulen. Aber auch die Lagerdauer variiert von Sorte zu Sorte: Die Sorte Early Butternut verträgt eine monatelange Lagerung, ohne dass ihre wertvollen Inhaltsstoffe Schaden nehmen.

Tipp: Kürbis ist übrigens richtig gesund! Das Einlagern lohnt sich also. Er liefert viel Kalium und Ballaststoffe und es lohnt sich, mal verschiedene Kürbisrezepte auszuprobieren. Am nährstoffreichsten ist der japanische Hokkaido-Kürbis. Er beinhaltet jede Menge Vitamine.