Trüffel selbst anbauen - geht das?

Trüffel selbst anbauen - geht das? Was bis vor einigen Jahren noch als völlig unmöglich galt, ist inzwischen Realität geworden: Unter bestimmten Bedingungen kann man tatsächlich auch im eigenen Garten Trüffel (zumeist Perigord- oder Burgundertrüffel) kultivieren - besser gesagt, deren Wirte. Denn die unterirdisch lebenden Pilze gehen eine Symbiose mit bestimmten Bäumen und Sträuchern ein, und sind ohne diese schlicht nicht Lebensfähig.
Wer sich also mit dem Gedanken trägt, den hohen Preisen für Trüffel aus dem Weg zu gehen, kann diesen Weg durchaus gehen - muss allerdings viel Geduld und ein ganzes

Bündel wichtiger Voraussetzungen mitbringen. Dabei geht es weniger um finanzielle Aspekte - Trüffel brauchen jedoch Zeit um zu gedeihen, und ganz bestimmte Voraussetzungen. Dazu gehört ein entsprechendes Klima: Die Durchschnittstemperatur sollte im Sommer zwischen 17 Grad Celsius und 40 Grad Celsius liegen, im Winter jedoch im Durchschnitt nicht unter -5 Grad Celsius liegen. Langanhaltender Frost (weniger als -10 Grad Celsius über mehrere Tage hinweg) kann die Trüffel sogar ernsthaft schädigen.

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Auch der Boden muss entsprechend Vorbereitet werden. Lockere, durchlässige kalkhaltige Böden, die leicht alkalisch eingestellt sind, bieten für die meisten Trüffelarten die besten Voraussetzungen zum Wachsen. Saure oder tonhaltige Böden sind hingegen kaum bis gar nicht geeignet. Eine Untersuchung der Bodenverhältnisse im Labor ist empfehlenswert. Auch gehört die nötige Menge Wasser dazu - Besonders in der ersten Zeit, aber grundsätzlich immer bei längeren
Trockenperioden muss gegossen werden. Gebieten, in denen besonders aromatische Kräuter gedeihen wird nachgesagt, sie seien auch Trüffelfreundlich. Hier in Deutschland bietet sich vor allem die Kultivierung der Burgundertrüffel an, die auch natürlicherweise hier in Deutschland vorkommen.

Inzwischen kann man auch im Internet junge Bäumchen bestellen, deren Wurzelwerk mit Trüffelsporen infiziert wurde. Besonders der Herbst empfiehlt sich als Pflanzzeitpunkt, da die Pflanze dann bis zum Frühjahr Zeit hat, sich zu verwurzeln - um dann kraftvoll wachsen zu können. Die Anpflanzung im Frühjahr ist zwar auch möglich, jedoch ist mit einem wesentlich höheren Pflegeaufwand auch in den Folgejahren zu rechnen.
Ein weiterer wichtiger Faktor sind andere Pilze, die mit den Trüffelsporen konkurrieren können. Daher sollten die neuen Trüffelbäume möglichst weit vom Wald oder anderen Laub- oder Nadelbäumen entfernt gepflanzt werden. Obstbäume sind ungefährlich, da diese über andere Pilzkulturen verfügen. Als Trüffelbäume werden hauptsächlich bestimmte Eichenarten, aber auch Haselnusssträucher verwendet. Einer kombinierten Anpflanzung wird dabei ein erhöhter Ertrag nachgesagt, jedoch ist die Kultivierung der Haselnuss mit einem erhöhten Arbeitsaufwand verbunden - Im Herbst müssen Laub und Äste entfernt werden, da diese den Boden säuern, was sich negativ auf die Trüffel auswirkt.

Beachtet man diese Punkte, pflegt seine Pflanzen über mehrere Jahre hingebungsvoll, und verfügt über eine gewisse Portion Glück, kann man sich nach einigen Jahren auf die Suche nach Trüffeln machen - entweder mit einem Trüffelhund, mit Hilfe der Trüffelfliege, oder aber allein durch gute Beobachtung können die unterirdischen Verstecke der Trüffel aufgespürt werden. Von großflächigem Umgraben rund um den Baum ist abzuraten, da dies zukünftige Ernten vernichten kann. Beim Anbau von Burgundertrüffeln besteht in Deutschland noch eine weitere rechtliche Besonderheit: Dieser Trüffel steht hierzulande unter Naturschutz, daher ist der Verkauf oder die Weitergabe der Trüffel verboten

- sie müssen die Trüffel also selbst verzehren.