Trockenmauer anlegen
Gartengestaltung - Steingarten

Trockenmauer anlegen

Schon im Mittelalter wurden in den Weinanbaugebieten Südwestdeutschlands mit Hilfe von Trockenmauern steile Weinberge terrassiert und vor dem Abrutschen bewahrt. Heute sind jedoch viele dieser wertvollen Lebensräume für Pflanzen, Insekten und Eidechsen verschwunden. Ein guter Grund, sie als nützliches und dekoratives Gestaltungselement im Garten einzusetzen.

ImageFür eine Trockenmauer werden die Steine locker trocken (ohne Mörtel) aufgeschichtet. Geeignet sind Natursteine wie Kalk- oder Sandstein, Travertin, Muschelkalk, Gneis und Kalkstuff. Um stabil zu stehen, muss die Mauer vom Fuß bis zur Krone etwa 15 Prozent nach innen geneigt sein. ...
Modellierte Steine können senkrecht übereinander gebaut werden. Bis zu einer Höhe von 40 cm braucht die Mauer kein Fundament.

Bei der Bepflanzung müssen Sie auf die Himmelsrichtung der Mauerseiten achten. Wärmeliebende Pflanzen sind auf der Südseite richtig, auf der Nordseite gedeihen solche, die Schatten vertragen. Die für Trockenmauern geeigneten Pflanzen sind zum Beispiel:

Adonisröschen (Adonis amurensis)      Standort: sonnig             Höhe: ca.   30 cm
Veilchen (Viola odorata)                       Standort: halbschattig    Höhe: ca.   10 cm
Sandkraut (Arenaria montana)              Standort: sonnig             Höhe: ca.     8 cm
Schaumblüte (Tiarella wherryi)            Standort: halbschattig     Höhe: ca.   20 cm
Scharfgarbe (Achillea ageratifolia)       Standort: sonnig             Höhe: ca.   20 cm
Silberwurz (Dryas octopetala)              Standtort: sonnig            Höhe: ca.   10 cm
Perlpfötchen (Anaphilis triplinervis)    Standort: sonnig             Höhe: ca.   20 cm
Steinbrech (Saxifraga cortusifolia)       Standort: halbschattig    Höhe: ca.   30 cm
Seidelbast (Daphne cneorum)               Standort: sonnig             Höhe: ca.   30 cm
Berberitze (Berberis verruculosa)         Standort: halbschattig    Höhe: ca. 100 cm

Anleitung:

1.Die fertig modellierten Tuffsteinblöcke sind etwa 37 x 27 x 11 cm groß. Mit einer Diamantsäge lässt sich dieser poröse Stein gut auf die erforderlichen Maße zurechtschneiden.

2.Die Steine müssen so aufgebaut werden, dass die senkrechten Fugen nicht übereinander liegen. Für kleinere Zwischenräume sägt man die passenden Steine zurecht.

3.Die Pflanzfläche wird größer, wenn die Steine der oberen Lage an den Kanten mit einem Meißel abgeschlagen werden. Der Innenraum der Mauer wird mit Schotter, kleinen Steinen und Erde aufgefüllt.

4.Schon während des Maueraufbaus sparen Sie locker über die Seitenflächen aus. In diese füllen Sie zuerst etwas Erde, dann setzen Sie die gründlich gewässerten Pflanzen ein und füllen die Zwischenräume mit Erde aus.

5.Auf der Mauerkrone ist viel Platz für Pflanzen. Wenn die Mauer breiter gebaut wird, kann man auf die (größere) Pflanzfläche auch Zwergsträucher setzen. Wichtig: Gut wässern. Der modellierte Vulkantuffstein kommt aus Italien. Dieser Stein ist bei Natursteinfirmen oder beim Landschaftsgärtner erhältlich.

6.Der Gneis wird mit Setzer (Meißel) und Fäustel bearbeitet, für eine mauer aus Bruchsteinen müssen die Steine passend ausgesucht und gegebenenfalls eingepasst werden. Die senkrechten Mauerfugen sollten möglichst nicht übereinander liegen.

7.Die Mauerkrone wird mit Stauden, Gräsern und Kleingehölzen bepflanzt. Unterschiedlich große Steine werden wie ein Puzzle zusammengesetzt.

8.Zwischen die Mauerwände füllt man Erde ein. Dazu fügt man reichlich Schotter und Steine, die für gute Durchlässigkeit des Bodens sorgen. Damit die einzelnen Mauersteine fest sitzen, verkeilt man sie mit passenden Bruchstücken.

9.Die Fugen werden schon während des Maueraufbaus mit Erde gefüllt und bepflanzt. Die Pflanzen müssen vor und nach dem Setzen sowie bei langer Trockenheit gegossen werden.
 

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