Goldfische im Teich - Krankheiten und Pilzbefall

Goldfische gibt es in vielen ZuchtformenDer Goldfischteich stellt für viele Naturfreunde das Highlight des eigenen Gartens dar. Noch dazu sind Goldfische sehr pflegeleicht und erreichen häufig ein hohes Alter. Umso besorgniserregender ist es, wenn eines oder mehrere der Tiere plötzlich erkranken.

Ursachen für Krankheiten

Der Ausbruch einer Goldfischkrankheit kann viele Gründe haben, häufig treffen auch mehrere Ursachen aufeinander bis es schlussendlich zu einem Krankheitsbefall kommt. Die wichtigsten Gründe sind hierbei:
  • Stress durch Betriebsamkeit
  • Überfütterung oder ungeeignetes Futter
  • Befall durch Bakterien, Viren, Würmer oder

    Pilze
  • falsche Bepflanzung des Teiches
Näher erläutert bedeutet das, dass Goldfische in ihrem Biotop Platz und Ruhe brauchen. Zu viele Fische in einem zu kleinen Teich führen zu Kämpfen und diese zu Verletzungen. Auch durch den Menschen sollten die Fische so wenig Stress wie möglich erfahren. Ein zu häufiges Hantieren innerhalb des Teiches verursacht hauptsächlich Schaden.

Goldfische sind, was die Fütterung betrifft, sehr genügsam. Ist mal kein Fischfutter zur Hand, so reichen ihnen vorübergehend auch Haferflocken oder Brotkrumen. Lediglich bei zu viel Futter oder bei einer billigen Futtermarke ist Vorsicht geboten!
Parasiten leben in jedem Teich und sind unvermeidbar. Dennoch kann die Anzahl durch eine sorgfältige Wasserüberwachung reduziert werden. Eine gute Wasserqualität ist die Grundlage für eine gesunde Fischpopulation, da der Befall durch Parasiten zu den häufigsten Krankheitsursachen gehört.

Die Flora des Teiches ist mindestens genauso wichtig wie die Bewohner im Wasser. Wasserpflanzen liefern den Goldfischen Nährstoffe, die ihnen sonst weder auf natürlichem noch auf künstlichem Weg zugeführt werden können. Zu viele Pflanzen sorgen dagegen für einen Sauerstoffüberschuss und begünstigen wiederum den Bakterienhaushalt. Hier muss eine gesunde Balance gefunden werden.
Auch ein zu rascher Wechsel der Wassertemperatur kann die Fische anfälliger für Krankheiten machen. Gerade im Frühjahr lässt sich dieses Phänomen oft beobachten. Aufgrund der steigenden Temperaturen vermehren sich die Einzeller und Bakterien, gegen die die Fresszellen in der Schleimschicht der Fische noch keine Chance haben, da sie durch die Winterruhe im Sparmodus arbeiten. Das Immunsystem ist noch schwach und die Goldfische stecken sich schneller an.

Die wichtigsten Krankheiten

Ähnlich vielfältig wie die Ursachen sind auch die Krankheitsbilder bei Goldfischen. Zu den am häufigsten auftretenden gehören:
  • Grieskörnchen-Krankheit
  • Flossenfäule
  • Taumelkrankheit
  • Kiemenfäule
  • Egelbefall
  • Bauchwassersucht
Goldfische tummeln sich in einem gepflegten Teich Die Grieskörnchen-Krankheit lässt sich leicht diagnostizieren. Der betroffene Fisch wird dabei von kleinen, weißen Pünktchen überzogen. Verursacher dieses Pilzbefalls ist das Wimperntierchen, ein Erreger, welcher die Kiemen zerstört. Dabei entsteht ein Juckreiz, weswegen der Fisch sich an festen Gegenständen reibt und merklich an Gewicht verliert. Wenn sich der Parasit vom Goldfisch löst und auf den Teichboden fällt, vermehrt er sich dort rasend schnell und infiziert weitere Fische.

Auch die Flossenfäule wird durch einen Erreger übertragen, den Saprolegnia. Eine ebenfalls mögliche Ursache ist eine zu große Fischpopulation oder verunreinigtes Wasser. Das Krankheitsbild äußert sich durch Entzündungen an der Schwanzflosse, die nach und nach abfällt. In den meisten Fällen bleibt nur ein kleiner Stummel zurück.

Die Taumelkrankheit gehört zur gefährlichsten Fischkrankheit im
eigenen Teich. Verursacht wird sie in den meisten Fällen durch billiges Fischfutter. Die darin enthaltenen Pilze bilden im Fischdarm Bakterien, die den gesamten Körper besetzen.

Diese Krankheit ist hoch ansteckend, besonders über den Fischkot.

Ein besonders hartnäckiger Pilzbefall an den Kiemen wird als Kiemenfäule bezeichnet. Grund dafür ist häufig eine zu große Fischpopulation gekoppelt mit einer zu stark gestiegenen Wassertemperatur. Die Pilze sind leicht an der gelb-braunen Farbe zu erkennen. Betroffene Goldfische schnappen auch auffallend häufig nach Luft.

Der Fischegel kann sich besonders gut in schlammigen und mit Unkraut überwucherten Teichen einnisten. Dort befällt er dann die Goldfische, indem er sich an ihnen festsaugt und tiefe Stichwunden hinterlässt. Die befallenen Fische neigen zu auffälligem Verhalten.
Die Bauchwassersucht wird durch eine Vireninfektion hervorgerufen und äußert sich durch einen extrem aufgeblähten Fischbauch und hervortretende Augen. Häufig wird sie durch zu hohe Temperatur- und Sauerstoffschwankungen hervorgerufen. Hier kann man mit Vitaminfütterung und einer Bestandsverkleinerung entgegenwirken.

Was tun, wenn die Goldfische krank werden?

Die Behandlungsmöglichkeiten und -Maßnahmen sind von Krankheit zu Krankheit unterschiedlich. Grundsätzlich ist es bei den meisten Fischkrankheiten ratsam, die Ansteckung zu unterbinden und erkrankte Fische in Quarantäne zu isolieren. In vielen Krankheitsfällen kann ein kupferfreies Breitband-Arzneimittel eingesetzt werden. Dieses hat keine Nebenwirkungen und hemmt Entzündungen. Bei Pilz- und Bakterienbefall hilft Malachit Grünchlorid oder Malachit Grünoxalat mit Formalin. Bei der Desinfektion von Hautverletzungen sind antiseptische Mittel von Vorteil. Hat sich ein Parasit tief in den Körper vorgearbeitet, kann Formalin Linderung verschaffen.

Dennoch kann in manchen Fällen, wie beispielsweise bei der Taumelkrankheit und der Grieskörnchen-Krankheit, nur die komplette Vernichtung der Fischpopulation helfen. Danach muss das Wasser komplett abgepumpt und das Teichbecken desinfiziert werden.

Krankheiten vorbeugen

Bei regelmäßigen Wasseruntersuchungen kann den schlimmsten Krankheiten erfolgreich vorgebeugt werden. Wichtig sind folgende Werte:
  • pH-Wert
  • Temperatur
  • Nitratgehalt
  • Wasserhärte
  • Sauerstoffgehalt
  • Verschmutzungsgrad
Goldfische sind die beliebtesten TeichfischeAuch der Sauerstofffilter im Teich muss regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gewartet werden. Eine regelmäßige Kontrolle des Fischkots auf Bandwürmer und deren Eier ist ratsam, damit eine eventuelle Ansteckung bereits im Keim erstickt wird. Der Fischbesatz sollte konstant gehalten werden, um eine Überpopulation und Platzprobleme zu vermeiden.

Wissenswertes zu Goldfischen in Kürze

Goldfische sind im Gartenteich leicht zu halten. Bei leichter Zufütterung, Überwachung der Wasserwerte und des Befindens der Tiere sollten sich sehr viele Krankheiten im Vorfeld vermeiden lassen. Kommt es doch einmal dazu, ist eine schnelle Diagnose vonnöten, um das passende Medikament oder eine notwendige Maßnahme einzuleiten.
  • Der Goldfisch gehört zu den Karpfenfischen und kann bis zu 35 cm lang werden.
  • Die speziellen Zuchtformen sind meist etwas kleiner.
  • Wie bei allen Fischen dient auch dem Goldfisch seine Schwimmblase als Auftriebsorgan.
  • Die Nahrung nimmt der Fisch meistens am Boden ein und zerkleinert sie mit seinen Schlundzähnen.
  • Ein Goldfisch kann Farben sehen und besitzt ein sehr gutes Gehör.
Der Goldfisch stellt kaum Anforderungen an seine Umgebung und das macht ihn nicht nur äußerst pflegeleicht, sondern begründet auch die Tatsache, dass der Goldfisch ein bedeutendes Versuchstier ist. Mit ihm werden psychophysische Experimente gemacht. Man kann den Goldfisch in verschiedenen Zuchtformen bekommen, so zum Beispiel in Gold, Silber, Rot, Schwarz, Weiß, Orange und auch in Gelb und Blau. Bekannte Formen des Goldfisches sind der Schleierschwanz, der Teleskopfisch und das Blasenauge.

Die Fische selbst und auch das Futter kann man in jeder Tierhandlung bekommen. Hierbei gibt es Flockenfutter, Granulatfutter oder auch speziell auf die Fischart zugeschnittene Futtermischungen, die alles enthalten, was die Fische brauchen. Fragen Sie am besten in Ihrer Tierhandlung nach oder informieren Sie sich im Internet.

Den Winter kann der Goldfisch ruhig im Teich verbringen (siehe Überwinterung des Goldfisches), so lange dieser tief genug ist und man Sorge dafür trägt, dass er nicht durchfriert. Hierfür gibt es zum Beispiel auch spezielle Styroporvorrichtungen, die man auf das Wasser legt. Kann man den harten eisigen Winter nicht verhindern, sollte man die Fische solange im Aquarium halten bei Zimmertemperatur, was allein schon wegen der Größe der Tiere nicht unbedingt zu empfehlen ist. Besser wäre auf jeden Fall ein genügend großer Gartenteich.