Erbsen, Gartenerbsen-Anbau - Aussaat und Pflege

Erbsen anbauenErbsen als Beilage zu den unterschiedlichsten Gerichten oder einfach Roh gegessen, direkt von der Staude gepflückt. Was gibt es Köstlicheres? Erbsen müssen aber nicht unbedingt aus dem Tiefkühlregal stammen. Der Eigenanbau ist so unkompliziert und einfach und kann sogar im Balkonkasten erfolgreich durchgeführt werden. Mit dem richtigen Know-How steht den selbst geernteten Gartenerbsen im kommenden Sommer nichts mehr im Wege.

Grundsätzliches zum Anbau und Standortbedingungen

Der Anbau der Erbse erfolgt zwischen Mitte März und Mitte April mittels Direktsaat. Ein Vorziehen der

Pflanze ist nicht notwendig. Ein tiefgründiger, mit Humus angereicherter Boden, ist die ideale Voraussetzung für eine ertragreiche Ernte. Wer nur einen Balkon zur Verfügung hat, kann die Erbse sogar im Balkonkasten ziehen. Da der Boden hier nicht so tief ist, wird der Ernteertrag allerdings etwas klein ausfallen. Für einen Naschbalkon liefert die Erbse allerdings sogar auf kleinstem Raum einige schmackhafte Schoten. Zu nass darf der Boden allerdings nicht sein, weder im Balkonkasten noch im Beet. Erbsenstauden gehören zu den unkomplizierten und äußerst robusten Gemüsepflanzen. Sie kommen mit sämtlichen Witterungsbedingungen gut zurecht, auch direkte Sonneneinstrahlung schadet ihnen nicht. Die Aussaat erfolgt direkt ins Beet, wobei der optimale Abstand zwischen den Samen etwa 5 Zentimeter beträgt. Werden mehrere Reihen ausgesät, sollte dazwischen ein Abstand von 40 Zentimeter eingehalten werden. Im Anschluss an die Aussaat wird eine wenig Erde darüber gestreut und diese leicht angedrückt.

Pflegehinweise bis zur Ernte: Rankhilfe, Kompost und Bewässerung

Wenige Tage nach der Aussaat beginnen die Samen zu keimen und kleine grüne Pflänzchen werden an der Erdoberfläche sichtbar. Diese sind ein beliebtes Futter für vorbeifliegende Vögel. Um die Keimlinge zu schützen, legt man am besten ein Vlies oder auch ein grobmaschiges Netz darüber. Wenn die Pflanzen eine Wuchshöhe von etwa 10 Zentimeter erreicht haben, kann das Vlies wieder entfernt werden und stattdessen eine Rankhilfe in die Erde gesteckt werden. Hierfür eignen sich am besten Reisig oder dünne Holzstäbe, die im nächstgelegenen Wald gesammelt werden können. Erbsen mögen kein Metall, da ihre Fangarme daran leichter abrutschen und diese bei Kälte zu kalt werden und bei Hitze zu heiß. Holz ist außerdem kostenlos und passt zur natürlichen Umgebung wunderbar dazu. Ist das Rankgerüst aufgestellt, kann die Standfestigkeit der Pflanzen mittels anhäufen von etwas Erde noch unterstützt werden. Gedüngt werden muss die Erbse nicht, lediglich etwas Kompost ab und an bietet den Pflanzen genügende Nahrung für ihr Wachstum. Das Unkraut rund um die Pflanzen sollte regelmäßig entfernt werden. Durch das Herausziehen des Unkrauts wird auch gleichzeitig die Erde etwas aufgelockert, was der Erbse ganz gut tut. Gegossen sollte sparsam werden. Meist reicht der frühlingshafte Regenguss aus. Es sollte auf jeden Fall nie zu viel gegossen werden, da die Erbsenpflanze ein Übermaß an Nässe nicht verträgt und in der Folge absterben würde.

Krankheiten und Schädlinge

Mehltau ist eine häufige Krankheit der Erbsenpflanze. Wird der Reihenabstand bei der Aussaat gut eingehalten, kommt diese Krankheit allerdings selten vor. Eine Mischkultur, mit beispielsweise Salat, Mangold oder Kohlrabi in der Nähe, unterstützt die Erbsenpflanze und bewahrt sie vor dem Mehltau. Auch Schädlinge mögen die Erbsenpflanze ganz besonders gerne. Dazu zählen die Erbsenblattlaus, der Erbsenkäfer sowie der Erbsenwickler. Leider sind diese Schädlinge eine echte Plage.

Ist die Erbsenpflanze von Larven befallen, sollte sie
unbedingt zur Gänze entfernt werden, damit die Nachbarstauden nicht davon berührt werden können.

Ernte und Vermehrung der Gartenerbse

Erbsen sind einjährige Pflanzen. Das bedeutet, dass sie jedes Jahr neu ausgesät werden müssen. Nach der Blüte im Mai und Juni, dauert es nur noch maximal vier Wochen bis zur Ernte. Wer junge und zarte Erbsen am besten frisch verzehren möchte, sollte mit der Ernte nicht allzu lange warten. Denn nur die jungen Früchte schmecken süß und saftig. Erbsen haben den Vorteil, dass die Häufigkeit der Ernte die Fruchtproduktion ankurbelt. Also, umso mehr geerntet wird, desto mehr wächst nach. Etwas reifer geerntete Früchte eignen sich sehr gut zum Verkochen und können je nach Sorte auch eingefroren oder getrocknet konserviert werden. Die überreifen Früchte lässt man für die Aussaat im Folgejahr trocknen. So hat man gleich Saatgut für die kommende Gartensaison aus eigener Zucht. Im Anschluss an die Erntezeit werden die Pflanzen kurz abgeschnitten und die Wurzeln in der Erde belassen. Diese sorgen für eine gute Stickstoffversorgung des Bodens und bereiten diesen für das nächste Jahr optimal vor. Nach zwei oder drei Erntejahren sollte der Standort allerdings gewechselt werden und das alte Erbsenbeet für die folgenden sechs bis acht Jahre nicht mehr mit Gartenerbsen bepflanzt werden.

  Das ist eine Test-Infobox.



Wissenswertes zu den Erbsenarten

Grundsätzlich wird zwischen drei Arten von Erbsen unterschieden:
  • Schal- oder Palerbse
  • Markenerbse
  • Zuckererbse
Die Samenkörner der Schal- oder Palerbse sind glatt. Diese werden gerne als Trockenerbsen in der Küche verwendet. Die Aussaat dieser Erbsenart kann gerne schon etwas früher stattfinden, da sie als die frostresistente Erbsenart bekannt ist. Dementsprechend wird sie auch schon früher Reif als andere Sorten. Wird sie zu spät beerntet, schmecken die Früchte mehlig. Markenerbsen haben einen süßlichen Geschmack, können aber im getrockneten Zustand nicht mehr in der Küche weiterverarbeitet werden. Das reife Korn erkennt man an dem leicht geschrumpften Zustand. Sie sind die Lieblingssorte für Tiefkühl- oder Konservenware aus dem Supermarkt. Der süßliche Geschmack der Zuckererbsen macht diese Gartenerbsen-Art besonders beliebt. Sie gilt als extrem zart und saftig und kann mit samt der Hülse verspeist werden.

Fazit

Erbsen lassen sich sehr leicht und unkompliziert selbst anbauen. Generell gilt, je mehr Platz die Pflanze zum Wachsen hat, desto sicherer und erfolgreicher ist der Ertrag. Auch Krankheiten können so vermieden werden. Da frische Gartenerbsen auf dem Markt mittlerweile zur Seltenheit geworden sind, gehört diese dankbare Gemüsepflanze in jeden Garten. Wer schon Erfahrung mit der Erbse im eigenen Beet gemacht hat, wird sie nicht mehr missen wollen.
 
Pflege-Tipps
  • Aussatzeit ist von Mitte März bis Mitte April.
  • Am beliebtesten sind Markenerbsen, während Pal- oder Schalerbsen seltener angebaut werden.
  • Unbedingt ratsam ist die Aussaat von Zuckererbsen, denn die findet man später im Angebot der Gemüsegeschäfte nicht so häufig.

Erbsen ranken am besten an einem Maschendraht oder an trockenen Zweigen hoch, die man in die Beetreihen steckt. Der Abstand zwischen den Reihen sollte 60 - 70 cm betragen. Buscherbsen wachsen dagegen vergleichsweise niedrig und benötigen nicht unbedingt eine Stütze. Als Reihenabstand genügen hier 30 - 40 cm. Platzsparend ist der Anbau in Doppelreihen mit je 20 cm Abstand. Die Samenkörner legt man 8 - 10 cm auseinander. Ungewöhnlich ist die Saattiefe von 5 cm.

Nach dem Säen sollte man das Beet mit einer Folie abdecken, denn Vögel naschen gern von der Erbsensaat. Sobald die Jungpflanzen 10 cm hoch sind, werden sie angehäufelt, um die Standfestigkeit zu erhöhen. Wenn die Beete mit viel Kompost versorgt werden, ist eine Zusatzdüngung unnötig. Überflüssig sind auch Pflanzenschutzmaßnahmen.

Mehltaubefall verhindert man durch ausreichende Reihenabstände und Bevorzugung von nicht zu sehr geschützten Lagen. Empfehlenswert ist die Mischkultur mit Salat, Kohlrabi, Möhren, Rettich und Mangold, die ebenfalls im April gesät werden.

Frühe Sorten sind nach knapp drei Monaten erntereif, späte Sorten nach höchstens vier Monaten. Man sollte Erbsen möglichst jung pflücken, denn dann bieten sie den besten Geschmack. Nach der Ernte werden die Sträucher kurz über den Boden abgeschnitten, das Wurzelwerk bleibt in der Erde und tragen hier zur Anreicherung mit Stickstoffdünger bei.