Steppenkerze, Eremurus - Pflanzzeit, Pflanzen und Pflege

Steppenkerzen stammen aus Asien, fühlen sich in unseren Breiten aber sehr wohlEine kreative Gartengestaltung kommt ohne dominante Blickfänger nicht aus. Die imposante Steppenkerze ist wie geschaffen für diese Aufgabe. Stolz reckt sie sich mannshoch gen Himmel, verleiht Staudenrabatten und Heckensäumen ländlichen Charme. Finden Sie hier heraus, wie es um die richtige Pflanzzeit, erfolgreiches Pflanzen und gelungene Pflege bestellt ist.

Steppenkerze, Eremurus - Pflanzzeit, Pflanzen und Pflege

In einer schöpferischen Pflanzenkomposition dürfen prächtige Solitäre, wie die Steppenkerze nicht fehlen. Mit ihrem mächtigen,

mannshohen Erscheinungsbild scheinen sie hoheitsvoll ein Bad in der Menge zu nehmen, umringt von dekorativen Pflanznachbarn im Staudenbeet. Ebenso eindrucksvoll kommen Eremurus vor der dunklen Kulisse dichter Gehölze zur Geltung. Darüber hinaus versprühen sie ländlichen Charme im klassischen Bauerngarten. Hat Sie jetzt die Neugierde gepackt, hinsichtlich praktischer Details zu Pflanzzeit, Pflanzen und Pflege, finden Sie hier alle wichtigen Informationen.

Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae)
  • Gattung Steppenkerzen (Eremurus)
  • Ausdauernde, krautige Blütenstaude
  • Beheimatet in den asiatischen Hochebenen bis 3.000 Meter
  • Wuchshöhe 80 bis 250 cm
  • Weiße, rosa oder gelbe Blüten von Mai bis Juli
  • Winterhart bis -18 °C
  • Trivialnamen: Steppenlilie, Lilienschweif, Kleopatranadel
Mehr als 45 Arten tummeln sich in dieser eindrucksvollen Gattung. Diese liefern die Basis für die Züchtung zahlreicher Hybriden, die mit immer neuen Farbnuancen überraschen.

Pflanzzeit

Das Zeitfenster für die Pflanzzeit öffnet sich im April und bleibt es den ganzen Sommer hindurch. Dieser Umstand ermöglicht schöpferischen Hobbygärtnern eine flexible Gestaltung ihres Pflanzplans. Die besten Aussichten für ein zügiges Anwachsen bestehen im sich erwärmenden Boden im Mai.

Standort

Damit die Steppenkerze ihre majestätische Schönheit in vollem Umfang entwickeln kann, wird der Standort mit Bedacht ausgewählt. Die folgenden Bedingungen sollte die Blütenstaude vorfinden:
  • sonnige, möglichst windgeschützte Lage
  • nährstoffreiches Erdreich, humos und tiefgründig
  • Auf Grund ihrer Größe sollten Steppenkerzen etwas windgeschützt stehenfrisch, gerne lehmig-sandig, ohne Gefahr von Staunässe
  • vorzugsweise kalkhaltig mit einem pH-Wert größer 8
Natürlich bietet eine adulte Eremurus so manchem Windstoß tapfer die Stirn. An allzu windexponierten Standorten sollte gleichwohl von Beginn an eine Stütze eingeplant werden, beispielsweise in Form eines stabilen Bambusstabes.

Pflanzen

Damit die Knollen zügig ihre Wurzeln ausbreiten, wird das Erdreich vor dem Pflanzen fachgerecht vorbereitet. Sämtliche Steine und Wurzeln werden beseitigt sowie alles Unkraut gründlich gejätet. Das Pflanzloch weist das doppelte Volumen des Wurzelstocks auf. An der Grubensohle beugt eine Drainage aus Kies, Splitt, Sand oder Blähton der Gefahr von Staunässe wirksam vor. Je schwerer und dichter die Scholle, desto tiefer reicht die Drainage in die Erde. Der Aushub wird angereichert mit Kompost und Hornspänen, um optimale Startbedingungen zu gewährleisten. Setzen Sie die Jungpflanze nun ein, darf das Auge nicht tiefer als 15 cm unter der Erdoberfläche liegen. Nachdem die Steppenkerze angegossen wurde, schützt eine Mulchschicht aus Grasschnitt, Kompost oder Pferdedung die Pflanzstelle vor Erosion, hält die Erde warm und gibt konstant wertvolle Nährstoffe ab. Tipp: Damit raues Drainagematerial die Knolle nicht verletzt, kommt ein wasser- und luftdurchlässiges Stück Gartenvlies darüber.

Gießen und Düngen

Im Hinblick auf die Wasser- und Nährstoffversorgung stellt die Steppenkerze keine sonderlichen Ansprüche. Solange sie nicht dauerhafter Trockenheit oder Staunässe ausgesetzt wird, gedeiht sie über viele Jahre hinweg am gewählten Standort zuverlässig.
  • regelmäßig gießen mit normalem Leitungswasser
  • die Verwendung von kalkarmem Regenwasser erfordert wiederholtes Nachkalken
  • die

    Erdoberfläche sollte zwischen den Wassergaben antrocknen
Von April bis zum Ende der Blüte erhält die Eremurus alle 14 Tage eine Dosis reifen Kompost, vermischt mit Hornspänen. Wahlweise verabreichen Sie im Frühling und im Sommer einen Langzeitdünger. Den recht hohen Nährstoffbedarf deckt zudem eine Portion Pferdedung oder Stallmist ab und zu.

Schneiden

Der verwelkte Blütenkopf wird im Herbst abgeschnitten, sofern keine Selbstaussaat der Staude erwünscht ist. Zu bedenken ist dabei, dass die Samenstände zu dieser Jahreszeit sehr zierend wirken. Stängel und Blätter verbleiben idealerweise bis zum ersten Frost. Bis dahin zieht die Knolle alle Nährstoffe ein, um sich für den Winter zu rüsten. Zugleich legt die Kleopatranadel auf diesem Weg bereits eine Energiereserve an für den Austrieb im nächsten Jahr. Tipp: Das Laub einer Steppenkerze wird schon früh im Jahr langsam unansehnlich. Eine geschickte Anordnung geeigneter Pflanzpartner verbirgt das Laub, sodass der Betrachter einzig die
herrliche Blüte wahrnimmt.

Überwintern

Ausgestattet mit einer robusten Winterhärte, bedarf die Steppenkerze im Grund keiner gesonderten Schutzmaßnahmen. Erfahrene Hobbygärtner verlassen sich nicht Steppenkerzen lassen sich durch Teilung des Wurzelstocks vermehrendarauf, sondern breiten im späten Herbst eine dicke Schicht aus Stroh, Reisig, Lauberde oder Kompost über der Pflanzstelle aus. Diese Decke bleibt während des frühen Austriebs liegen, damit Spätfröste keinen Schaden anrichten.

Vermehren

Teilung: Die sternförmigen Wurzelstöcke einer Eremurus bieten sich an für die unkomplizierte Vermehrung durch Teilung. So funktioniert es:
  • im August den gesamten Wurzelstock vorsichtig ausgraben
  • dabei besonders auf die brüchigen Wurzelstränge und die empfindlichen Knospen achten
  • mit dem Spaten in zwei oder mehr Segmente zerteilen
Ohne lange Verzögerung werden die Wurzelstücke am neuen Standort eingesetzt. Zuvor sollte das Erdreich gründlich aufgelockert und gesäubert werden. Am Ende sollten die Knospen etwa 15 bis 20 cm unter der Erde liegen, gebettet auf einer Drainage aus scharfem Sand oder Kies.

Aussaat

Die Vermehrung mittels Samen stellt etwas höhere Ansprüche an den Erfahrungsschatz des Hobbygärtners, weil es sich um Kaltkeimer handelt. Mutter Natur schützt spät blühende Stauden mit einer Keimhemmung davor, mitten im Winter Sämlinge zu entwickeln. Um diese Hemmschwelle zu überwinden, müssen die Samen einem mehrwöchigen Kältereiz ausgesetzt werden, der den natürlichen Wechsel der Jahreszeiten simuliert. Pfiffige Freizeitgärtner bedienen sich hierzu ihres Kühlschranks.
  • Das Saatgut mit feuchtem Sand in eine Plastiktüte geben und fest verschließen.
  • Für 4 bis 6 Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks deponieren.
  • Regelmäßig auf den Feuchtigkeitsgehalt prüfen und nach Keimblättern Ausschau halten.
  • Keimlinge sogleich aussortieren und in nährstoffarmes Substrat setzen.
Während einer Übergangsphase von einer Woche, stellen Sie die Sämlinge auf am dunklen Platz bei 12 °C. In der Folge platzieren Sie die Anzuchtgefäße auf der warmen, halbschattigen Fensterbank. Hier werden sie konstant feucht gehalten, während sich weitere Blattpaare bilden. Ist ein Topf vollkommen durchwurzelt, pflanzen Sie die jungen Steppenkerzen um in handelsübliche Blumenerde. Wichtig zu beachten ist, dass Eremurus stets ein ausreichend breites Pflanzgefäß erhalten, damit sich der sternartige Wurzelstock unbehindert ausbreiten kann. Ab einer Wuchshöhe von 30- 40 cm werden sie ausgepflanzt ins Beet. Tipp: Die Steppenkerze macht auch als Schnittblume in der Bodenvase eine gute Figur. Alleine oder in Gemeinschaft mit Orientalischem Mohn und der Bart-Iris.

Fazit

Die Steppenkerze ist eine prachtvolle Blütenstaude, die sich meterhoch in den Himmel streckt. Wie riesige Leuchtraketen dominieren Eremurus in Staudenrabatten, am Gehölzrand, während sie unermüdlich blühen von Mai bis Juli. Selbst die herbstlichen Samenstände verstehen sich auf eine dekorative Wirkung. Um in den Genuss dieses ländlichen Charmes zu gelangen, ist nur wenig Pflege erforderlich. Die Steppenkerze sollte nicht austrocknen und regelmäßig gedüngt werden. Hinsichtlich der richtigen Pflanzzeit gibt sich die Blume flexibel, denn gepflanzt werden kann sie den ganzen Sommer hindurch. Wer sich die extravaganten Solitäre an mehreren Bereichen des Gartens wünscht, vermehrt die Steppenkerze kurzerhand mittels Teilung des Wurzelstocks.

Unter den vielen Arten der Steppenkerze finden sich auch viele farbkräftige BlüherWussten Sie schon? - Steppenkerzen bilden jedes Jahr einen neuen „Seestern“. Dieser bringt die Blüte im folgenden Jahr hervor. Deshalb ist es wichtig, dass das Laub assimiliert. Dazu braucht es Sonne und reichlich Nährstoffe. Dafür optimal ist eine dicke Schicht verrotteter bzw. kompostierter Kuh- oder Pferdemist.

Steckbrief
  • Blütezeit: Mai bis August mit langen aufrechten Blütenkerzen bestehend aus kleinen Blüten in Gelb, Rosa, Rot, Orange oder Weiß; blüht von unten her auf
  • Belaubung: riemenförmige blaugrüne Blätter, die nach der Blüte absterben und einziehen
  • Wuchs: horstartiger Wuchs; fleischige Wurzeln breiten sich seesternförmig aus
  • Höhe: je nach Art und Sorte 80 bis 200 cm
  • Standort: sonnig warm; nährstoffreicher, tiefgründiger, lockerer, trockener Boden; verträgt ständige Nässe nicht
  • Pflanzzeit: Herbst; bei festem Boden vorher 3-5 cm dicke Sandschicht einarbeiten; Wurzeln 15-20 cm tief pflanzen; Pflanzabstand 6cm; kann auch aus frischen Samen auch gesät werden
  • Schnitt: abgestorbene Blätter und Blütenrispen entfernen
  • Partner: Stauden, die die Lücke der eingezogenen Blätter verdecken
  • Vermehrung: Teilung nach der Blüte oder frischen Samen aussäen
  • Pflege: nur bei anhaltender Trockenheit wässern; im Frühjahr Gabe von Kompost oder Langzeitdünger
  • Überwinterung: benötigt Schutz vor Winternässe und Frost
  • Krankheiten/Probleme: Wurzeln sind sehr empfindlich und fangen bei anhaltender Nässe leicht an zu faulen; Wurzeln sind auch spröde und brechen leicht ab
Besonderheiten
  • Wird auch Kleopatra-Nadel genannt
  • Gute und haltbare Schnittblume
Arten
  • Lilienschweif (Eremurus bungei) - Höhe 100 cm. Blüht von Juni bis August in strahlendem gelb. Zwiebelumfang 9cm. Kommt auch mit halbschattigem Platz gut zurecht. Kommt natürlich in West- sowie Zentralafrika vor
  • (Eremurus robustus) - Höhe 220cm. Beeindruckt mit rosafarbenen Knospen die weiß aufblühen
  • (Eremurus x isabellinus) - Höhe 200cm. Blüht in gelb, rosa, orange, rot oder weiß blühend
Sorten (Auswahl)
  • Kleopatra: Höhe 120 cm; blüht von Mai bis Juli in Orange
  • Perfecta: Höhe 130 cm; blüht in strahlendem Gelb
  • Ruiters-Hybriden: Höhe 150-200 cm; Mischung aus von Mai bis Juni blühenden Pflanzen in weiß, rot, orange, gelb und rosa
  • Himalaja-Steppenkerze (Eremurus himalaicus) – 100 bis 250 cm hoch, weiß blühend, Blütezeit Juni, kommt im Himalaja bis 3.600 m Höhe vor
  • Aitchison-Steppenkerze (Eremurus aitchisonii) – 100 bis 200 cm hoch, blüht rosa mit gelbem Grund, Blüte im Mai, wächst in Höhen zwischen 1.000 bis 3.000 m
  • Steppenkerzen sind stolze Gewächse, die auch mit ihren Blüten überzeugen könnenBuchara-Steppenkerze (Eremurus bucharicus) – 80 bis 100 cm hoch, blüht blassrosa mit einem schmutzig purpurnen Nerv, blüht im Juni, mag feinerdiges Substrat
  • Kaufmann-Steppenkerze (Eremurus kaufmannii) – 70 bis 100 cm hoch, Blüte weiß und am Grund gelb, Blütezeit von Juni bis Juli, gedeiht auf Feinerde- und Schotter-Hängen
  • Milchweiße Steppenkerze (Eremurus lactiflorus) – 55 bis 80 cm hoch, Blüte milchweiß mit gelbem Schlund. Blütezeit Mai, manchmal schon April, mag steinige Berghänge
  • Riesen-Steppenkerze (Eremurus robustus) – 100 bis selten 300 cm hoch, Blüte hellrosa, am Grund gelb, Blüte im Juni, mag Höhen zwischen 1.600 und 3.100 m
  • Ansehnliche Steppenkerze (Eremurus spectabilis) – 75 bis 200 cm hoch, Blüte blassgelb, oftgrün überlaufen, Blütezeit Juni/Juli, mag Halbwüsten