Sonnentau-Pflanze, Drosera rotundifolia - Pflege-Tipps

SonnentauIm Gartencenter oder Fachhandel ziehen fleischfressende Pflanzen, wie der Sonnentau, immer wieder neugierige Blicke auf sich. Viele schrecken allerdings vor der vermeintlich schwierigen Pflege der Drosera rotundifolia zurück oder lassen es auf einen Versuch ankommen, bei dem das Gewächs meist sehr schnell eingeht. Denn die Kultur der Sonnentau-Pflanze ist an sich nicht schwierig, erfordert jedoch das entsprechende Maß an speziellem Wissen. Worauf dabei zu achten ist, erfahren interessierte Hobbygärtner im Folgenden.

Standort

Der rundblättrige Sonnentau benötigt einen möglichst vollsonnigen Standort mit

hoher Luftfeuchtigkeit. Ein Fenster gen Süden ist ideal. Außerhalb der Küche und des Badezimmers ist die Luftfeuchte bei der Kultur im Haus oftmals zu gering, weswegen die Unterbringung in einem Zimmergewächshaus ratsam ist. Auch ein dekoratives Glas ist als Alternative sinnvoll. Bei der Standortwahl muss aber zusätzlich beachtet werden, dass der Sonnentau Zugang zu Insekten für die Nährstoffversorgung benötigt. Die Kultur im Zimmer ist daher nicht rundum optimal. Ein Standort im Freien, beispielsweise auf dem Südbalkon, einen vollsonnig platziertem Kübel oder sogar im entsprechend aufbereitetem Beet empfiehlt sich schon durch die Notwendigkeit der Düngung. Hier geht der Sonnentau optisch allerdings schnell unter. Ein Glas, ein offenes Aquarium oder eine Schale auf Balkon oder Terrasse sind daher die bessere Wahl.
 
Substrat

Das natürliche Vorkommen des Sonnentaus beschränkt sich auf Torfmoosteppiche und Moore, dementsprechend sollte das Substrat beschaffen sein. Gut geeignet sind Mischungen aus:
  • Hochmoortorf
  • Rinde
  • Perlite
  • Quarzsand
Wer dieses nicht selbst mischen möchte, sollte auf Karnivorenerde, also Substrat für fleischfressende Pflanzen, setzen. Diese bereits fertigen Mischungen finden sich im Fachhandel oder auch online. Ob selbst zusammengestellt oder fertig gekauft, bei dem pH-Wert sollte auf Werte zwischen 3 und 7 geachtet werden. Zudem sollte die Erde kalkfrei und nährstoffarm sein sowie über gute wasserspeichernde Eigenschaften verfügen. Als Alternative zum Torf kann daher auch Kokosfaser als Basis eingesetzt werden.

Tipp: Viel Substrat ist für den Sonnentau nicht nötig, da die Wurzeln vorrangig zur Verankerung und Stabilisierung und nicht zur Versorgung der Pflanze dienen.

Gießen und Düngen

SonnentauObwohl der Sonnentau seine Wurzeln kaum zur Nährstoffversorgung einsetzt, sondern sich damit hauptsächlich verankert und stabilisiert, sollte das Substrat stets nass gehalten werden. Damit ist weder Tropf- noch Staunässe gemeint, das Wasser sollte also zumindest ablaufen können. Beim Gießen darf aber gern schwemmend vorgegangen werden. Auch ein Tauchen des Topfes ist möglich, wobei das Substrat so lange unter Wasser bleibt, bis keine Luftblasen mehr aus ihm aufsteigen. Danach wird der Topf zunächst so platziert, dass das Wasser aus der Erde abtropfen kann. Erst dann darf das Pflanzgefäß der Drosera rotundifolia wieder in den Übertopf oder das Zimmergewächshaus gestellt werden.  

Tipp: Wie auch beim Substrat kommt es bei dem Gießwasser auf Kalkfreiheit an. Verwendet wird daher Regenwasser oder weiches Leitungswasser.

Der rundblättrige Sonnentau hat einen sehr geringen Nährstoffbedarf und reagiert empfindlich auf reichhaltigen Boden. Eine Düngung über das Substrat
ist daher denkbar ungünstig. Gänzlich ohne Nährstoffe geht es allerdings nicht. Bei der fleischfressenden Pflanze muss die Versorgung allerdings auf etwas ungewöhnlichem Wege sichergestellt werden und zwar durch Insekten. Fliegen und Obstfliegen, Mücken

und andere fliegende oder laufende Lästlinge versorgen die Drosera rotundifolia über die Blätter mit den benötigten Stoffen. Dazu muss es dem Gewächs natürlich ermöglicht werden, diese zu fangen. In der warmen Jahreszeit sollte der Sonnentau daher entweder ins Freie gestellt oder aber in einem Raum platziert werden, in dem Insekten vorhanden sind. In der Küche neben den Obstkorb oder im Garten nahe des Komposthaufens sind sinnvolle Standorte. Wer dies nicht gewährleisten kann, sollte aller paar Wochen ein oder zwei Fliegen fangen und diese in das Zimmergewächshaus setzen. Sind diese Insekten zuvor der Fliegenklatsche zum Opfer gefallen, können sie direkt auf den klebrigen Blättern platziert werden.
    
Überwinterung

SonnentauAb Herbst begibt sich Sonnentau in die Ruhephase und benötigt dann keine Düngung mehr. Vollkommen austrocknen darf er nicht, dass Gießen kann aber ebenfalls reduziert werden. Dazu sollte berücksichtigt werden, dass Drosera rotundifolia an sich zwar bis zu etwa -23°C frosthart ist, in kleinen Pflanzgefäßen aber nur bedingt. In Kübel, Blumentopf oder Glas sollte der rundblättrige Sonnentau daher nicht im Freien überwintert werden. Stattdessen sollte er im Herbst ins Haus verbracht und hier hell aber kühl und frostfrei stehen. Wurde der Sonnentau ins Beet gepflanzt, kann er hier jedoch problemlos auch während der kalten Monate verbleiben. Ein zusätzlicher Schutz ist dann nicht nötig. Im Frühjahr darf er ab einer Temperatur von etwa 18°C wieder an den gewohnten Standort verbracht werden. Die zur Überwinterung gebildeten Überwinterungsknospen treiben dann erneut aus und zeigen ihre charakteristische Optik.

Alternative zur Überwinterung

Der Sonnentau geht bei gleichbleibend hoher Temperatur und möglichst viel Helligkeit nicht zwingend in die Winterruhe über. Bei einem ganzjährigen Standort im Wohnzimmer oder Bad kann auf die gesonderte Überwinterung also verzichtet werden. Auf Dauer günstig ist dieses Vorgehen jedoch nicht, da die Winterruhe regenerierend und verjüngend auf das Gewächs wirkt.
 
Vermehrung

Die Vermehrung des Sonnentaus kann über Samen und Blattstecklinge erfolgen. Etwas einfacher und schneller geht die Vermehrung über Blattstecklinge. Dabei empfiehlt sich das folgende Vorgehen:
  • 1. Als Untergrund dient Karnivorenerde oder ein ähnliches Gemisch, auf dem ein Moos - beispielsweise Sphagnum - angesiedelt wird.
  • 2. Ist das Moss nach einigen Wochengut angewachsen und breitet sich aus, ist der Untergrund bereit für die Vermehrung der Drosera rotundifolia.
  • 3. Im frühen Sommer, nach dem der Sonnentau wieder kräftig ausgetrieben hat, werden zwei bis drei Blätter von der Basis abgeschnitten.
  • 4. In das Moos werden kleine Schnitte oder Einstiche gemacht, die eine ausreichende Größe für die Blattstängel aufweisen. Die Blätter werden etwa einen Zentimeter tief in das Substrat eingesteckt.
  • 5. Bei dem Einstecken muss äußerst vorsichtig vorgegangen werden, damit es hierbei nicht zu Schäden an den Pflanzenteilen kommt. Nach dem Einstecken wird das Substrat gut durchfeuchtet. Das Gefäß wird wiederum hell und verhältnismäßig warm gestellt.
SonnentauDie Blätter selbst werden nach einiger Zeit absterben, bilden dabei jedoch Brutknospen aus. Aus diesen Brutknospen entstehen wiederum neue Pflänzchen. Die Vermehrung aus Samen ist wie bereits erwähnt ebenfalls möglich, erfordert aber etwas mehr Geduld. Da sie Frost zur Aktivierung benötigt, muss die Saat zunächst für etwa einen Monat im Kühlschrank gelagert werden. Die winzigen Samen werden im Anschluss auf der Karnivorenerde ausgebreitet, jedoch nicht mit dem Substrat bedeckt. Der Boden wird stets feucht gehalten, der Standort sollte hell und warm sein. Auch bei optimalen Bedingungen kann es jedoch sechs Wochen dauern, bis sich die ersten Keime des Sonnentaus zeigen.

Verschnitt

Auch bei absterbenden Blättern ist es beim Sonnentau nicht nötig, zur Schere zu greifen. Verwelkte Pflanzenteile dürfen direkt auf der Erde verrotten. Stören sie die Optik zu sehr, können sie abgezupft werden.

Fazit

Mit dem richtigen Wissen ist die Kultur des Sonnentaus recht einfach möglich und erfordert keinen allzu großen Aufwand. Besondere Aufmerksamkeit muss allerdings dem Substrat und Standort zukommen, da es bei diesen Faktoren häufig zu Pflegefehlern kommt.