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Baldrian - Anbau, Ernte, Verwendung

Der Baldrian (Valeriana officinalis) wird auch genannt Augenwurz, Hexenkraut, Dreifuß, Marienwurzel und Tollerjan. Insgesamt umfasst diese Pflanzenart rund 150 verschiedene Arten, die von Stauden bis Halbstraucharten reichen. Er wächst hauptsächlich in Europa, ist aber auch in ...



wenigen Gebieten Nord- und Südamerikas verbreitet. Der heimische Baldrian wächst an Weg- und Waldrändern und wird ca. 50 cm bis 1 Meter hoch. Der Name wird vom lateinischen valere abgeleitet und bedeutet kräftig, gesund. Der deutsche Name soll von Baldur, der Sohn des Odins und der Frigga stammen. Baldrian hat als Heilpflanze schon seit Alters her einen guten Ruf. Der heilkräftigste Teil der Pflanze ist die Wurzel. Sie riecht jedoch sehr unangenehm, stark ranzig, wenn sie ausgegraben wird.

Anbau und Ernte
Baldrian sieht wunderhübsch im Staudengarten aus. Seine hohen, schlanken Stängel, die weiße bis rosafarbene Blüten und gefiederte Blätter haben, riechen zudem sehr gut. Ab April beginnen die Blütenstiele zu wachsen und erreichen mitunter eine Höhe von bis zu 2 Meter. Die Pflanze blüht im Juli / August, und die hohen, sich sanft im Sommerwind wiegenden Gesellen sehen putzig aus, wie sie so keck über den andern Pflanzen thronen. Der Duft der Blüten zieht Katzen nahezu magisch ...



an, darum heißt der Baldrian auch Katzenkraut. Baldrian ist eine mehrjährige Pflanze, sie entwickelt viele wuchernde Ausläufer. Baldrian wächst dennoch sehr langsam. Am besten sät man ihn im Frühjahr in einen Saatkasten und zieht ihn unter Glas. Dann, wenn die Nachtfröste vorbei sind, pflanzt man ihn im Abstand von 60 cm aus. Die Pflanze liebt es sonnig und leicht feucht. Man erntet die Wurzelstöcke des zweiten Jahres. Erst die Wurzelfasern entfernt werden, bevor man die Wurzel trocknen kann.

Verwendung, Heilkunde
Baldrian beruhigt die Nerven und verhilft zu einem gesunden Schlaf. Eine Abkochung der Wurzel wirkt gegen nervöse Kopfschmerzen und zur Nervenstärkung. Trinkt man einen Baldriantee etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen, mehrere Tage hintereinander, so fördert er den natürlichen Schlafrhythmus. Der Baldrian ist ein heilsames Kraut, sollte aber nicht über einen längeren Zeitraum hinweg genommen werden. Durch zu hohe Dosen kann es zu Nebenwirkungen kommen, Lethargie und Kopfschmerzen. In Salbenform, aus Wurzeln und Blätter, heilt Baldrian Wunden und Hauterkrankungen. Baldrian kann aber durchaus Psychopharmaka ersetzen, denn er hilft bei vielen psychosomatischen Erkrankungen. Da Baldrian nicht müde macht, kann er auch bei Prüfungsangst eingesetzt werden, er hat eine angstdämpfende Wirkung. Baldrian macht nicht süchtig, jedoch bei höheren Dosen über längere Zeit, kann es durchaus zu Entzugserscheinungen wie Unruhe, Schlaflosigkeit und Delirium kommen.

Baldriantee bei Schlafstörungen
Zwei Esslöffel der getrockneten und geraspelten Wurzel auf 1 Tasse Wasser geben, 20 Minuten in einem Emailletopf mit Deckel köcheln. Abkühlen lassen, abseihen, wieder erhitzen, nach Bedarf mit Honig süßen und trinken.

von Gabriele Sinzig-Freese



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