Borretsch (Borago officinalis)Der zu den Raublattgewächsen zählende Borretsch ist ein wahrer Geheimtipp unter den heimischen Gartenkräutern. Seine blauen, sternförmigen Blüten sind nicht nur schön anzusehen, er kann auch auf vielfältige Weise für Küche und Hausapotheke eingesetzt werden � ist also ein richtiger Alleskönner. Eines der wichtigsten Kennzeichen der bis zu 80 cm hohen, im Mittelmeergebiet heimischen, Pflanze sind ihre großen, weichen Blätter, die mit Borsten besetzt sind. Und auch der Geruch ist charakteristisch: Er erinnert stark an den Duft von Gurken. Dabei ist der Borretsch in Pflege und Anforderungen relativ anspruchslos: Von April bis Juni kann man
ihn direkt ins Beet aussäen, gut mit Erde bedeckt wird der Dunkelkeimer dann bald die ersten Triebe zeigen. Der Boden sollte feucht und humos sein, auch kalkhaltige, sandige Lehme verträgt er gut und fühlt sich an sonnigen wie auch halbschattigen Standorten so wohl, dass seine Samen im nächsten Jahr unzählige Nachkommen bilden werden, insofern man diese nicht vor dem endgültigen ausreifen entfernt. Allerdings sollte er nicht zu eng gesät werden, da er sonst für Mehltau und Läuse anfällig wird. Als Düngung für den Borretsch eignet sich herkömmlicher Kompost und ab und an etwas Brennnesseljauche. Noch dazu hat der Borretsch eine äußerst positive Wirkung auf den Boden, in dem er wächst, denn er eignet sich hervorragend zur Gründüngung. Seine verzweigten, langen Wurzeln machen die Erde feinkrümelig und gar und reichern sie mit Mineralien an. Und auch die umstehenden Pflanzen der Mischkultur, insofern es Erdbeeren, Gurken, Kohl, Dille, Tomaten, Sonnenblumen, Zucchini, Sellerie, Mangold oder Porree sind, werden sich über den Borretsch als Nachbarn freuen. Nur mit Rucola und Petersilie verträgt er sich gar nicht gut. Borretsch in der Küche:Seine Verwendung in der Küche ist breit gefächert: Der gurkenähnliche Geschmack der jungen Blätter verfeinert Salate, Dips und Majonäsen, man gibt ihn fein gehackt in Kräuterbutter und Omelett, bereitet die Blätter mit Spinat oder Mangold zu oder friert die essbaren Blüten dekorativ in Eiswürfeln ein. Heilwirkung:Die im Öl der Borretschsamen enthaltene Gamma-Linolensäure hilft bei sensibler Haut und Neurodermitis, außerdem birgt Borretsch frisch viel Vitamin C, Kalium und Calcium in sich. Als Tee ist er hilfreich bei Nervosität, Husten, Nierenentzündungen oder Rheuma und wird auch zur Blutreinigung verwendet. Tipp: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sich bei der Ernte der Blätter empfiehlt, Handschuhe zu tragen, da die Borsten zu Hautreizungen führen können. von Karin Fasching
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