Estragon - Anbau, Pflege und Verwendung

EstragonBeim Anbau gilt es zu bedenken, dass der Estragon (Artemisia dracunculus) ein Sonnenliebhaber ist. Das Gewürz gedeiht deshalb besonders gut an sonnigen, warmen Plätzen. Auch im Halbschatten gedeiht die Staude aber noch gut. Wichtig ist vor allem eine nährstoffreicher, humushältiger Boden und eine gute, regelmäßige Bewässerung - Staunässe muss jedoch vermieden werden.

Für den Anbau sollte eine großzügige Fläche eingeplant werden. Die Staude wird mindestens 60cm hoch, kann aber auch über 1,40m hoch werden. Ein Platz von etwa 1m² Grundfläche und etwa 2m

Höhe muss deshalb zum Anbau der Pflanze zur Verfügung stehen.

In unserer gemäßigten Klimazone kann man den Estragon nicht säen, sondern er wird durch Schösslinge vermehrt. Diese setzt man im Abstand von etwa 40cm ein.

Arten von Estragon und deren Merkmale

Generell werden zwei verschiedene Estragonarten unterschieden:

Französischer Estragon
  • Aroma: leichte Anisnote, lieblich
  • für Speisen geeignet
  • nicht winterhart
Russischer Estragon
  • herber im Geschmack
  • weniger zum Würzen geeignet
  • in unserer Region winterhart
Estragon-PflanzeDas echte "Küchenkraut" kann leicht von der russischen Zierpflanze unterschieden werden: Ein frisches Blatt des Estragons zwischen den Fingern verreiben - die französische Variante verströmt einen angenehm würzigen, anis-, oder fenchelartigen Duft, während der russische Estragon aufgrund der fehlenden ätherischen Öle keinen Duft verströmt. Die Blätter des russischen Estragons sind zudem etwas breiter.

Pflege

Damit der Estragon (vor allem der französische) sein volles Aroma entfaltet, empfiehlt es sich ihn während des Wachstums zu düngen. Auch eine Mischkultur mit Gurken kann empfohlen werden. Bis die anfänglich zarte Pflanze genug Kraft hat, um selbst gegen Unkraut zu bestehen, muss das Estragonbeet regelmäßig gejätet werden. Um der Pflanze Stabilität zu geben, kann die Pflanze mit Schnüren, an in der Erde festgesteckte Stöcke gebunden werden. Auch durch einen Staudenring kann das Auseinanderfallen der einzelnen Triebe verhindert werden.
Um das Blattwerk zu verdichten, können regelmäßig die Stängel ausgelichtet werden. Hierbei werden auch die weißen Blüte am Ende des Stiels entfernt.

Getrocknete, alte Stängel werden im Herbst auf etwa 10-15cm zurückgeschnitten und vor Frost geschützt. Bei guter Pflege und Wachstumsbedingungen hat man lange
Freude an der mehrjährigen Pflanze. Die Verjüngung der Pflanze kann durch eine Teilung der Triebstecklinge oder der Wurzelstöcke geschehen. Der russische Estragon hingegen kann in manchen Fällen auch durch Samen vermehrt werden.

Die Estragonpflanze wird nicht selten von Blattläusen heimgesucht. Bei Lausbefall sollten Insektenlarven zur Vertilgung eingesetzt werden. Wird der Estragon als Gewürzpflanze verwendet, ist der Einsatz chemischer Hilfsmittel ohnehin nicht möglich.

Verwendung in der Küche

Estragon kann auf vielfältige Weise in der Küche genutzt werden. Das Gewürz verfeinert Geflügelgerichte, Fleisch, Fisch, Kürbisgerichte, Saucen und Salate. Besonders mediterranen Gerichten verleiht der Estragon eine besondere Note. Estragon stellt auch einen Hauptbestandteil der berühmten, französische Sauce Bearnaise dar. Die Blätter, Stängel und das blühende Kraut können für den Gebrauch in der Küche mehrmalig während des Jahres geerntet werden. Möchte man ein besonders intensives Aroma, empfiehlt es sich bis Mai/Juni mit der Ernte abzuwarten. Denn vor der Blütezeit entwickelt der französische Estragon eine kräftige Würze. Das frische Kraut in Weinessig eingelegt ergibt einen schmackhaften Estragonessig. Da das getrocknete Kraut einen Großteil der ätherischen

Öle verliert, sollte der Estragon immer möglichst frisch verwendet werden.

Estragon schmeckt vorzüglich zu Grünem Salat und anderen rohen Gemüsesalaten. Auch kann man Estragonessig herstellen, indem man frisches Kraut in Weinessig einlegt. Dieser Essig ist dann besonders für feine Salate geeignet. Mit Estragon kann gebratenes Fleisch, Geflügelgerichte und Fisch gewürzt werden. Er gibt auch locker aufgeschlagenen Saucen eine feine und elegante Würze und ist für Kürbisgemüse eine köstliche Zutat. Estragon gilt als das einzige, traditionelle deutsche Küchengewürz, das die Römer noch nicht kannten und verwendeten.

Estragon im TopfWissenswertes

Estragon, (Artemisia dracunculus), ist eine Korbblütlerpflanze und somit mit dem Wermut verwandt. In Südeuropa wächst Estragon auch als Wildpflanze uns soll ursprünglich aus dem fernen Osten nach Europa gekommen sein. Mit seinem charakteristischen Geschmack ist Estragon eines der besten Küchenkräuter, und sollte deshalb in keinem Kräuterbeet fehlen. Handelsüblicher Estragon stammt meist aus landwirtschaftlichem Anbau. Die Pflanze breitet sich durch Ausschlag der Wurzelstöcke aus, und hat schmale, glänzende Blätter. Die kleinen, runden und eher unscheinbaren Blüten öffnen sich selten völlig.

Anbau und Ernte

Estragon bracht einen sehr sonnigen, gut bewässerten Platz in guter Gartenerde. Er mag Dünger während der Wachstumsperiode um sein volles Aroma entfalten zu können. Da er sich in gemäßigten Klimazonen nicht säen lässt, vermehrt man ihn durch verwurzelte Schösslinge. Man setzt sie in Abständen von ca. 30 Zentimeter und sollte alle vier Jahre die Pflanze im Frühjahr teilen und in frische Erde pflanzen. Estragon ist eine mehrjährige krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 60 bis 120 Zentimeter. Im Herbst werden die freistehenden Pflanzen zurück geschnitten und vor Frost geschützt. Man kann sie mit Laub oder Stroh abdecken. Estragon wächst aber auch gut in Töpfen und Pflanzentrögen, diese können dann im Winter ins Haus gestellt werden. Verwendet werden das blühende Kraut, junge Triebspitzen und Blätter, sie können mehrmals m Jahr geerntet werden. Die Sammelzeit der Blüten ist von Mai bis Juli.