Fenchel, Foeniculum vulgare - Anbau und Pflege

Geerntete Fenchelsamen zur Verwendung in der KücheDer Foeniculum vulgare oder auch einfach Fenchel ist eine Pflanze, die in drei unterschiedlichen Varianten als Gemüse, als Gewürzpflanze oder auch Süßfenchel oder als Wildpflanze, auch Bitterfenchel genannt, zu finden ist. Allen Arten gemeinsam ist, dass sie nutzbar sind - sowohl in der Küche als auch in der Heilkunde.

Aussaat

Die Vermehrung des Foeniculum vulgare ist sehr einfach und auch für unerfahrene Hobbygärtner umsetzbar. Die Pflanze wird durch ihre Samen vermehrt. Ab Februar können die

Samen in Blumentöpfen vorgezogen werden. Wichtig ist für die Vorzucht nur ein warmer Standort im Haus. Ab Mai können die kleinen Pflänzchen dann ins Freiland ausgesetzt werden. Wer es noch bequemer haben möchte, sät den Foeniculum vulgare gleich direkt ab Mai ins Freiland.

Standort

Der Foeniculum vulgare ist eine zweijährige Pflanze. Allerdings hat man bei einmaliger Anschaffung der Pflanze keine Probleme, dauerhaft mit dieser Pflanze im Garten versorgt zu sein, denn sie versamt sich sehr gut. Als Standort im Freiland schätzt der Foeniculum vulgare besonders stark humus- sowie auch nährstoffreiche Böden, um besonders gut zu gedeihen. Der Foeniculum vulgare hat auch keine Probleme mit kontinuierlicher Sonneneinstrahlung, da er sonnige Standorte besonders schätzt und an diesen auch in der Natur häufig angesiedelt ist. Auch vollsonnige Plätze, die für andere Pflanzen weniger förderlich sind, verträgt diese Pflanze problemlos. Als Substrat ist ein ganz normaler Gartenboden geeignet, der allerdings gut durchlässig sein sollte und keine Staunässe bildete. Ist der Boden nicht durchlässig genug, kann er für die Pflanze mit normalem Sand durchsetzt werden. Der ideale Standort bietet ...
  • viel Sonnenlicht
  • humus- und nährstoffreichen Boden
  • ein durchlässiges Substrat, in dem sich keine Staunässe bildet
Pflanzen

Das Pflanzen vom Foeniculum vulgare ist sehr einfach und völlig unkompliziert. Der Foeniculum vulgare ist eine alte und sehr ursprüngliche Pflanze mit mediterranem Hintergrund, die allerdings auch in unseren Breiten sehr gut gedeiht. In Mitteleuropa ist die Pflanze auch in verwilderter Form zu finden. Um den Foeniculum vulgare anpflanzen zu können, benötigt man lediglich einen Standort mit viel Sonneneinstrahlung. Dazu sollte die Pflanze schon nach dem Ziehen der Samen in einem mäßig trockenen, aber nährstoffreichen Boden angepflanzt werden. Um ein besonders gutes Gedeihen zu erreichen, ist ein basenreicher Lehm- oder Lössboden ideal. Deshalb sind auch besonders häufig in verwilderter Form Schuttunkrautgesellschaften, Weinbergsränder oder halbruderale Magerrasen vom verwilderten Foeniculum vulgare besiedelt. Die Ernte des Foeniculum vulgare kann dann zwischen Juni und September stattfinden. Soll die Pflanze in einem Kräutergarten angepflanzt werden, dann ist es wichtig zu wissen, dass sie zur Familie des Dills gehört. Wichtig ist deshalb, diese beiden Pflanzen nicht zu nah beieinander anzupflanzen, denn durch die Kreuzbestäubung verlieren beide Pflanzen ihr typisches und anisartiges Aroma.

Schnitt

Jeweils nach der Blüte oder aber im sehr frühen Frühling vor dem Beginn des Austriebs, also von Anfang Februar bis März, kann der Fenchel auf eine Handhöhe zurückgeschnitten werden. Ein guter und regelmäßiger Schnitt kräftigt die Pflanze und bringt bei der Gemüsepflanze größere Früchte hervor. Der Schnitt sollte schräg erfolgen, damit Regenwasser an der Schnittstelle leicht abtropfen kann. So ist die Pflanze auch am Anschnitt vor Staunässe und damit Pilzbefall geschützt. Tipp:
Ganz einfach ist die Regel, dass man beim Schnitt des Foeniculum vulgare so tief wie möglich schneidet, dabei

aber niemals tiefer als bis maximal 1 1/2 cm oberhalb vom letzten frischen Austrieb schneidet.


Gießen

Der Foeniculum vulgare ist eine Pflanze, die ausreichende Wasserversorgung benötigt. Allerdings nimmt die Pflanze gelegentliche leichte Trockenheitsperioden auch nicht übel, dass sie insgesamt sehr robust ist. Wird die Pflanze gegossen, sollte man aber unbedingt darauf achten, dass der Foeniculum vulgare nicht im Stauwasser steht, denn das schätzt der Fenchel überhaupt nicht. Wird schon beim Anpflanzen auf einen durchlässigen Boden geachtet, dann ist der Foeniculum vulgare auch beim Gießen sehr unkompliziert. Es ist übrigens auch völlig unproblematisch, die Pflanze von oben zu gießen und damit die Blüte selbst zu benetzen. Ausreichende Wasserzufuhr sowie das Mulchen mit Stroh helfen im Sommer auch bei sehr
hohen Temperaturen das Austrocknen wie auch das sogenannte Schossen der Pflanze, zudem wird so die Ausbildung besonders großer Pflanzen gefördert.

Düngen

Die Düngung des Foeniculum vulgare sollte schon vor dem Anpflanzen beginnen. Das Aufbringen von etwas Hornmehl sowie Kompost ist eine ideale Basis für das Gedeihen des Foeniculum vulgare. Grundsätzlich hat der Foeniculum vulgare einen mittelmäßigen Nährstoffbedarf. Optimal ist ein Standort des Foeniculum vulgare in zweiter Reihe vor genannten Vorfrüchten, die eine organische Düngung erhalten. Hier bekommt der Foeniculum vulgare die perfekte Menge an Dünger.

Krankheiten/Schädlinge

Findet man an der Foeniculum vulgare Honigtau, Gallen oder aber gekräuselte Blätter, dann ist ein Befall durch Blattläuse sehr wahrscheinlich. Hilfreich ist dann ein Insektizid, das aber nur dann zur Anwendung gelangen darf, wenn die Pflanze ausschließlich Dekorationszwecken dient. Die biologische Behandlung der Pflanze, die auch in der Küche Verwendung findet, sollte mit Schlupfwespen oder räuberischen Mücken erfolgen. Bringt die Pflanze plötzlich stark welke oder sogar fahlgrüne Verfärbungen hervor, dann ist ein Pilzbefall sehr wahrscheinlich. Dieser wird in der Regel durch Staunässe verursacht, auf die diese Pflanze sehr empfindlich reagiert. Hierbei sollten befallene Pflanze sofort entfernt werden, damit sie die anderen Pflanzen nicht mit dem Pilz anstecken. Zur Vermeidung des Pilzbefalls sollte unbedingt auf die Vermeidung der Staunässe sowie das Überdüngen vermieden werden.

Sind Fraß- oder Schleimspuren zu finden, ist ein Schneckenbefall sehr wahrscheinlich. Eine regelmäßige Bodenbearbeitung sowie eine gute aber mäßige Wässerung stabilisieren die Pflanze. Die Schnecken selbst sollten in den Abendstunden von der Pflanze abgesammelt werden. Keinesfalls sollten gegen die Schnecken spezielle Pestizide genutzt werden, da diese die Nutzung der Pflanze in der Küche nicht mehr möglich machen. Einen Befall von Schnecken und Blattläusen kann man schon durch eine richtige Anpflanzung verhindern, wenn nämlich eine Anzucht der Samen anstelle des direkten Aussäens ins Freiland erfolgt. Diese Anzucht bringt ganz nebenher auch hochwertigere Ernten hervor. Häufigste Schädlinge/Erkrankungen vom Fenchel sind ...
  • Blattlausbefall
  • Pilzbefall
  • Schneckenbefall
Überwintern

Ab Oktober sollte das Beet mit dem Fenchel zum Schutz vor Frost abgedeckt werden oder aber die Knollen angehäufelt werden.

Häufige Fragen
  • Wie kann ich den Foeniculum vulgare als Heilpflanze nutzen? - Aus den Blüten des Fenchels lassen sich Tees kochen, die sowohl für den Magen-Darm-Trakt hilfreich sind und beispielsweise Blähungen reduzieren. Dazu kann der Tee als natürliches, hustenstillendes Heilmittel angewandt werden.
  • Warum ist der Fenchel auch als Gemüse so gesund? - Der Foeniculum vulgare verfügt über sehr viele ätherische Öle. Dazu sind im Fenchel sowohl Kieselsäure wie auch Mineralsalze und Stärke, zudem die Vitamine A, B sowie C enthalten. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Fenchel liegt bei 247.3 mg pro 100 g Frischgewicht.
Wissenswertes zu Fenchel in Kürze

Pflege
  • Die Jungpflanzen brauchen viel Platz, mehr als rund 10 Pflanzen sollten Sie pro Quadratmeter nicht setzen.
  • Die nährstoffhungrigen Jungpflanzen werden in kompostangereicherte Erde gesetzt.
  • Sie sollten pro Saison ein oder zwei Mal mit Brennnesseljauche als Flüssigdünger verwöhnt werden.
  • Der Boden sollte gut kalkhaltig sein und feucht gehalten werden.
  • Sie können den Fenchel draußen im ersten Monat abdecken, wenn Sie in einer kälteren Gegend zuhause sind, unter Vlies bekommt er mehr Wärme ab.
  • Fenchel gedeiht meist sehr gut, wenn Sie ihn als Folgefrucht von Erbsen oder Kartoffeln anpflanzen.
  • Fenchel ist mindestes zweijährig und zeigt im ersten Jahr nur eine Blattrosette, die der Entwicklung der Knolle dient.
  • Erst im Folgejahr entwickelt sich daraus der Spross entwickelt. Wenn er im zweiten Jahr wieder austreibt, können Sie dann mit der Ernte beginnen.
Verwendung
  • Ernten können Sie mehrfach, beginnend mit den ersten Blättern.
  • Die Blätter, vor allem das feine Kraut an der Spitze, können bis in den Herbst immer wieder geschnitten werden.
  • Wenn Sie Fenchelsamen ernten möchten, brauchen Sie mehr Geduld: Die Samen in den Dolden sind etwa Ende September erntereif.
  • Die Fenchelknollen kommen zuletzt dran, im Herbst werden sie etwas angehäufelt, je nach Pflanzzeitpunkt kann zwischen Anfang Oktober und Anfang Dezember geerntet werden.
  • Wenn dann bereits Frost zu befürchten ist, sollten Sie den Fenchel mit einer dünnen Schicht Laub gegen Kälte schützen (leichten Nachtfrost hält er aber aus).
  • Fenchel lässt sich gut einfrieren, sowohl die Knollen (geputzt, gewürfelt und blanchiert) als auch die Blättchen (fein gehackt, ev. mit etwas Wasser in der Eiswürfelform).
Heilwirkung?
  • Bei Husten ist Fencheltee mit Honig z.B. ein hilfreiches Mittel, aber auch bei Kopfschmerzen und Bauchschmerzen kann man sich mit Fenchel behelfen.
  • Babys gibt man Fencheltee gegen Bauchschmerzen und Blähungen. Achtung: Hier sollte man lieber auf Kinderfencheltee aus dem Handel zurückgreifen!
Der Garten-Fenchel wird übrigens in verschiedenen Varietäten verkauft, die besonders als Gemüse geeignet sind (fleischige Blätter), oder mehr dazu gedacht sind, als Gewürz oder zu Heilzwecken genutzt zu werden.