Pimpinelle, Sanguisorba minor - Anbau im Garten

Die Pimpinelle gehört botanisch zur Familie der Rosengewächse oder auch Rosaceae und ist als Würzpflanze sehr aromatisch, hat einen kühlen Geschmack, der leicht an Gurken erinnert. Das ist aber noch längst nicht alles, was diese Pflanze bieten kann, denn auch für die Gesundheit kann die Pflanze sehr gut genutzt werden und als Tee-Aufguss beispielsweise entgiftend auf den Organismus wirken. Die an sich wild wachsende Pflanze kann auch im eigenen Garten kultiviert werden.

Medizinische Wirkung

Die Pimpinelle wirkt blutreinigend, entzündungshemmend, schleimlösend, harntreibend und ist als Tee aufgegossen gut geeignet bei Sodbrennen, Müdigkeit, Blähungen

und Durchfall. Die Wurzel der Pimpinelle hilft hervorragend bei Husten und findet sogar in der Schulmedizin gegen Asthma Verwendung. Außerdem ist die Pimpinelle in der Heilkunde ein bewährtes Mittel bei Grippe oder Halsentzündungen. Der Tee der Pimpinelle-Wurzel wirkt auf den Körper nach längerer Medikamenteneinnahme oder Schadstoffbelastung positiv entgiftend. Zudem liefert die Pimpinelle gerade in der kalten Jahreszeit viel Vitamin C.

In der Küche

Die Blätter der Pimpinelle schmecken kühlend und erinnern an den Geschmack von Gurken. Die Pimpinelle ist eines der klassischen sieben Kräuter, die in die Frankfurter Grüne Soße hineingehören. Bei gekochten Speisen wird die Pimpinelle erst nach dem Garvorgang in das Gericht gegeben, um das frische Aroma zu erhalten. Aber auch als Gewürz in Salaten, Quark und Kräuterbutter sowie in frischen Suppen und Gemüse oder aber einfach auf dem mit Butter bestrichenen Brot schmeckt diese Pflanze sehr gut. auch in der Hamburger Aalsuppe sowie der Neunstärke-Suppe ist sie eine klassische Zutat. Zudem ist die Pimpinelle auch für die Zubereitung von Kräuteressig sowie erfrischenden Sommerbowlen sehr gut geeignet.

Steckbrief
  • Die Pimpinelle ist eine mehrjährige, sogenannte perennierende, Pflanze, die in unserer Region frosthart ist und deshalb ideal für die Gartenkultur geeignet ist.
  • Die Pflanze wird 20 bis 40 cm hoch, wächst aufrecht und ist horstbildend.
  • Die Blütezeit ist von Juni bis Juli, wobei die Pflanze grünlichbraune bis rötlichbraune Blüten ausbildet.
Allgemeines zur Haltung im Garten

Die Pimpinelle ist sehr anspruchslos und gedeiht auch auf nährstoffarmen und kalkreichen sowie an mäßig trockenen Standorten sehr gut. Wird das Kraut auf einem nahrhaften und feuchten Boden herangezogen, ist der Geschmack des jungen Krautes sehr mild und zart mit einem Hauch von Gurken- oder Gurkenschalengeschmack.

Pimpinelle (Sanguisorba minor) im Kräutergarten

Die Pimpinelle kann im Frühjahr oder Herbst ausgesetzt oder als Setzling in der Gärtnerei gekauft werden. Befindet sich die Pimpinelle einmal im Garten, erfolgt die Vermehrung eigenständig. Die Pimpinelle wächst im Kräutergarten als Staude und der Hobbygärtner sollte die alten Pflanzen regelmäßig entfernen und für die sich selbst aussäenden Nachwuchspflanzen Platz schaffen, zumal die alten Blätter von Altpflanzen auch ungenießbar sind. Werden sie nicht entfernt, verkümmern die Altpflanzen von allein. Die Pflanze ist einjährig und Verwendung finden ausschließlich die zarten Blätter der Pflanze.

Idealer Standort

In der Natur wächst die Pimpinelle auf trockenen und sonnigen Wiesen, entstammt ursprünglich dem Mittelmeerraum. Diese trockene und sonnige Lage ist aber nicht optimal, wenn die Pflanze als  aromatisches Küchenkraut genutzt werden soll, denn dann ist ein leicht feuchter und nährstoffreicher, kalkhaltiger Boden sinnvoller für das Aroma. Sowohl im Halbschatten als auch in der vollen Sonne gedeiht die Pimpinelle, sie sollte aber bei letzterem Standort zugunsten des zarten Aromas nicht austrocknen. Die Pimpinelle schätzt beim Standort ...
  • einen feuchten und nährstoffreichen Boden
  • kalkhaltiges Substrat
  • alkalische Böden
Pflege

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Die Pimpinelle ist in der Pflege anspruchslos. Am besten gedeiht sich an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Am liebsten ist der Pimpinelle ein kalkhaltiger, gut durchlässiger und relativ nährstoffreicher Boden, der feucht, allerdings nicht nass ist. Als Substrat sollte normale, durchlässige Erde ausgewählt werden. Kalkhaltige und alkalische Böden schätzt die Pflanze besonders. Wichtig ist es, den Boden für die Pimpinelle nicht austrocknen zu lassen und der Pflanze eine regelmäßige Wässerung zukommen zu lassen. Für besonders intensives Wachstum ist ein humoser Boden ideal sowie auch die Einarbeitung von Kompost und organischen Düngern wie beispielsweise Hornspäne im Frühjahr. Es sollte ein regelmäßiger Schnitt der Blütenstände stattfinden, weil nur die Blätter in der Küche genutzt werden können. Die Pimpinelle ...
  • darf nie ganz austrocknen
  • benötigt organische Düngungen für gutes Wachstum
  • sollte regelmäßig einen Schnitt der Blütenstände erhalten
Ernte

Die Ernte der zarten Blättchen der Pimpinelle kann fortlaufend bis in den Herbst erfolgen. Eine Trocknung der Blättchen ist auch möglich, der feine, besondere Geschmack verschwindet dann aber. Auch einfrieren oder in Öl oder Essig einlegen kann man die Blättchen. Ein besonders gutes Aroma lässt sich durch das Einlegen der Blättchen in Zitronensaft erzielen. Für die Verwendung in der Küche werden nur die laufend neu ausgebildeten frischen und jungen Blättchen verwendet, denn die älteren Blätter werden hart und zudem
ungenießbar. Innerhalb der Naturheilkunde und für diese Zwecke erfolgt die Nutzung der gesamten Pflanze einschließlich der Wurzeln. In diesem Fall wird das blühende Kraut nach der Trocknung verwendet.

Vermehrung

Die Vermehrung kann wahlweise durch die Aussaat von Samen oder aber durch eine Teilung der Pflanze im Frühjahr oder Herbst erfolgen. Die Aussaat oder das Aussetzen von Setzlingen sollte sofort an dem endgültig ausgewählten Standort erfolgen, denn eine Korrektur des Standortes der Pimpinelle nachträglich ist schwer möglich, weil die Pflanze lange Pfahlwurzeln ausbildet, die bei einem Versetzen beschädigt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Die Pimpinelle ist recht robust und gegen Krankheiten und Schädlinge eher unanfällig. Nur dann, wenn die Pflanze geschwächt ist, haben der Falsche Mehltau als Pilzkrankheit sowie die Blattläuse eine Chance, die Pflanze zu befallen. Einen Befall mit Falschem Mehltau erkennt man an braunen Flecken, die sich an den Blättern ausbreiten. Dieser Befall kann durch eine ständige Bewässerung von oben, also über die Blätter, gefördert werden. Die Bekämpfung des Befalls mit Falschem Mehltau kann durch Fungizide erfolgen, allerdings beeinträchtigt das die Nutzbarkeit der Blätter in der Küche. Sinnvoller ist Vorbeugung durch eine Bewässerung von unten und zudem dem Schutz der Pflanze gegen zu intensive Niederschläge. Die Blattlaus kann mit handelsüblichen, besser aber natürlichen Mitteln erfolgen, damit die Pimpinelle noch als Küchenkraut verwendet werden kann. Gestärkt werden gegen Schädlingsbefall und Krankheit kann die Pflanze durch eine regelmäßige Düngung mit Komposterde.

Krankheiten der robusten Pflanze lassen sich vermeiden durch ...
  • Wässerung der Pflanze von unten
  • Schutz vor intensiven Niederschlägen auf die Blätter
  • Kräftigung der Pflanze durch regelmäßige Düngung mit Komposterde
Häufig gestellte Fragen
  • Wie gesund ist die Pimpinelle eigentlich? - Im Mittelalter wurde der Pimpinelle sogar eine Wirkung gegen die Pest nachgesagt. Das darf bezweifelt werden, dennoch ist das Kraut reich an ätherischen Ölen, Bitterstoffen sowie Harzen und Vitamin C. In der Küche kann die Pimpinelle somit neben gutem Geschmack auch viele positive Eigenschaften für die Verdauung und das Immunsystem mitbringen. In der Naturheilkunde wird das Kraut auch sehr gern gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt und sogar in der modernen Schulmedizin hat die Pimpinelle inzwischen als bewährtes Mittel zur Linderung von Asthmabeschwerden Einzug gefunden. Auch bei Neigung zur Frühjahrsmüdigkeit wird die Pimpinelle in der Schulmedizin und in der Naturheilkunde inzwischen gleichermaßen eingesetzt.
  • Ist die Pimpinelle eine heimische Pflanze? - Ihren Ursprung hat die wilde Pimpinelle in Asien. Aber auch in Südost- sowie Mittel- und Westeuropa war die Pflanze schon vor Jahrhunderten bekannt. Heute erfolgt der Anbau der Pimpinelle fast nur noch rundum den Frankfurter Raum, weil sie dort als Zutat für die Grüne Soße ein Klassiker ist.
Wissenswertes zur Pimpinelle in Kürze

Schon im Mittelalter fand man die Pimpinelle, die damals häufig als Bibernelle bezeichnet wurde, in zahlreichen Gärten. Sie erfreute sich insbesondere im elisabethanischen England einer großen Beliebtheit als Würzpflanze. Aber auch der bekannte Jacobus Theodorus Tabernaemontanus wusste bereits um die Würzkraft der Pimpinelle, die heute fast schon zu den vergessenen Kräutern zu zählen ist. Ebenfalls wurde die Pimpinelle in jener Zeit in der Naturheilkunde sehr stark verwendet. Sie sollte sogar die Pest heilen können. Aber auch bei Herzerkrankungen, Beschwerden mit Blase und Nieren wurde die Pimpinelle gerne eingesetzt. Durch den hohen Vitamingehalt und die adstringierenden Eigenschaften wird ihr ebenfalls eine positive Wirkung nachgesagt, was Entzündungen der Haut angeht.

Verwendung
  • Die Pimpinelle kann auch heute noch wunderbar in der Küche verwendet werden. Dafür kommen jedoch nur die ganz jungen Blätter in Frage.
  • Sie werden in Eier- und Quarkspeisen verarbeitet, verleihen aber genauso Salaten, Mayonnaise oder Kräuterbutter den letzten Schliff.
  • Damit die Pimpinelle in der Küche verwendet werden kann, sollte sie im eigenen Garten gesät werden.
  • Sie lässt sich als Würzkraut nicht konservieren und muss direkt nach dem Pflücken verarbeitet werden.
  • Idealerweise werden die frischen jungen Blättchen stetig gepflückt. Ältere und härtere Blätter sollten dagegen nicht verwendet werden, sie gelten als ungenießbar.
Aus diesem Grund sollten auch die Blütenstände alsbald entfernt werden, da man für die Verwendung als Gewürz ohnehin nur die frischen Blätter benötigt.
In der Naturheilkunde wird das gesamte, noch blühende Kraut mit der Wurzel eingesetzt. Es wird für die Verwendung getrocknet und kann anschließend als Tee innerlich oder als Tinktur äußerlich angewendet werden.

Anbau
  • Ausgesät werden kann die Pimpinelle bereits im März oder April.
  • Am besten geeignet ist ein Standort im Freiland oder auf der grünen Wiese im eigenen Garten.
  • Aufgrund der langen Pfahlwurzel, die die Pimpinelle ausbildet, lässt sich die Pflanze später nur unter großem Aufwand bzw. gar nicht versetzen.
  • Deshalb sollte sie direkt am endgültigen Bestimmungsort ausgesät werden.
  • Im Grunde genommen ist die Pflanze als solche recht anspruchslos. Dennoch sollte man darauf achten, sie an einem sonnigen Standort auszusäen.
  • Trockene und magere, sowie sonnige Wiesen sind der bevorzugte Standort der Pimpinelle, wo sie von Zeit zu Zeit sogar wild auftritt.
  • Die Sonne ist auch verantwortlich dafür, dass die Pimpinelle ihr Aroma besonders intensiv ausprägt.
  • Ist der Boden noch dazu kalkhaltig und humusreich, gedeiht die Pflanze besonders gut.
Achtung: Sie kann sich jedoch schnell zu einem lästigen Unkraut entwickeln, wenn die Blütenstände nicht rechtzeitig entfernt werden. Denn dann beginnt die Selbstaussaat der Pimpinelle. Je nach Bodenbeschaffenheit wird die Pflanze unterschiedlich groß. Eine sehr dünne Bodenschicht bringt beispielsweise in der Regel nur sehr kleine Pflanzen hervor. Ist die Bodenschicht dagegen recht dick, so kann die Pimpinelle eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen.