Schnittlauch blüht - ist er noch essbar?

Schnittlauch entwickelt violette, kugelige BlütenWarum man Schnittlauch nicht mehr ernten und essen sollte, wenn er blüht, ist nicht klar. Fest steht, dass sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Dabei ist Schnittlauch, ein Gewächs aus der Gattung der Lauche, sehr lecker. Der frische, etwas scharfe Geschmack gibt Salaten, Soßen, Broten und Kräuterquark den richtigen Biss. Die Blüte des Schnittlauchs ist meist lila, kann aber auch pink, magentarot oder weiß sein - das ist abhängig von der Sorte. Und sie ist nicht nur essbar, sondern sehr

lecker.

Viele Schnittlauch-Sorten essbar

Schnittlauch ist ein klassisches Küchenkraut, das in der französischen Küche zu den fines herbes gezählt wird. In Deutschland sind Frankfurter Grüne Soße, Kartoffelbrei, Frikadellen, Quarkbrot und Salatkräuter ohne Schnittlauch undenkbar, und an vielen anderen Gerichten ist der feine Lauch auch lecker. Verwendet werden die kleinen Röhrchen, die über der Erde wachsen - die Wurzeln nicht. Die Blüten der Pflanzen sehen aus wie kleine Bällchen oder Wattebäusche, sie bestehen aus Hunderten feiner, farbiger Röhrchen, die wie eine Kugel nebeneinander angeordnet sind und viel Blütennektar enthalten. Daher wird Schnittlauch auch als Zierpflanze im Garten und zur Dachbegrünung in der Stadt eingesetzt. Und es gibt sehr viele verschiedene Arten, die sich nicht so sehr im Geschmack, sondern vielmehr in der Farbe der Blüten unterscheiden. Manche blühen in helleren rotvioletten Tönen, tendieren ins Rosarot bis hin zu Blassrosa. Und es gibt sogar Züchtungen mit weißen Blüten. Essbar sind alle, Röhrchen und Blüten.

Vor der Blüte ernten

Wie alle Kräuter ist auch der Schnittlauch im Frühjahr vor der ersten Blüte am aromatischsten. Wenn die Pflanze blüht, braucht sie Kräfte für die Ausbildung der Blüte und verliert etwas an Aroma. Essbar sind die oberirdisch wachsenden Röhrchen aber auch während und nach der Blüte noch, und frisch verwendet fällt der Unterschied kaum auf. Allerdings sollte man beim Schneiden vorsichtig sein: Die holzigen, harten Stiele der Blüten sehen zwar aus wie die Röhrchen, schmecken aber einfach nur bitter. Sie sollten eher nicht gegessen werden. Die Blüten selbst sind roh essbar, sie sind im Salat sehr lecker und verzieren den Nachtisch oder die Süßspeise.

Blüten schmecken gut

Den Schnittlauch nur vor der Blüte zu ernten, ist reine Verschwendung. Denn die robusten Pflanzen blühen in milden Jahren von März bis Oktober durchgehend - die Erntezeit würde sich auf den späten Februar beschränken. Schnittlauchblüten schmecken leicht frisch, wie die Röhrchen des Lauchs, aber nur schwach. Sie sind nicht so stark aromatisch. Allerdings kommt viel Süße dazu, denn die Blüten enthalten viel Nektar. Diese natürliche Süße setzt einen Kontrast zum eher scharf-frischen Geschmack des Schnittlauchs und macht im Salat einfach nur Spaß.

Vom Schnittlauch werden die langen Halme geerntet und verwendetInsekten heraus schütteln und reinigen

Die Blüten werden am besten morgens früh gepflückt, wenn die Sonne noch nicht zu stark scheint. Wie die meisten Kräuter haben auch Schnittlauch und -blüten dann das meiste Aroma. Frühmorgens sind auch noch relativ wenige Insekten unterwegs, das macht die Sache einfacher - denn Schnittlauchblüten ziehen Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere blütenliebende Insekten an. Die Insekten sollten vor Verwendung in der Küche vorsichtig aus den Blüten herausgeschüttelt werden, hartnäckige kleine Käfer klaubt

man mit dem Finger herunter. Blüten werden nicht gewaschen vor dem Verzehr! Trockene Stellen und Unreinheiten werden vorsichtig mit den Fingern entfernt. Es ist wichtig, dass die Blüten in einem sauberen Umfeld und nicht direkt am Straßenrand angebaut werden. Bio-Erde, Bio-Samen und biologische Düngung garantieren, dass das Küchenkraut wirklich mit Genuss verzehrt werden kann. Der holzige Stiel wird vor der Verwendung entfernt, er schmeckt bitter.

Verwendung in der Küche

Im Salat sehen Schnittlauchblüten nett aus, sie schmecken auch gut. Zusammen mit Gänseblümchen, Kleeblüten und Kresseblüten ergänzen sie Blattsalate. In der Suppe geben Schnittlauchblüten Würze und Süße zugleich, sie sehen gut aus und passen in jede Suppe, in die auch frischer Schnittlauch passt. Die Blüten können ganz oder kleingezupft verwendet werden. Wer die Schärfe von Schnittlauch nicht so mag, das Aroma aber schon, wird die Blüten lieben - denn die sind aromatisch, ohne die übliche Schärfe zu zeigen.

Für Kräuterbrote und -brotaufstriche sind die Blüten ebenfalls geeignet, sie lassen sich überall da einsetzen, wo der Schnittlauch frisch auch verwendet werden kann. Und
die Blüten sehen wirklich ungewöhnlich aus, Frankfurter Grüne Soße mit lila Sprengseln gibt es nicht so oft. Die kleinen, fest geschlossenen Knospen des Schnittlauchs können ebenfalls geerntet und gegessen werden. Sie werden wie Kapern eingelegt und auch genauso verwendet. Dafür sollten sie aber noch sehr klein und wirklich fest geschlossen sein.

Gründe, die gegen das Blühen sprechen

Wenn Pflanzen eine Blüte und anschließend Samen entwickeln, kostet sie das sehr viel Kraft, die an anderer Stelle fehlt. Kräuter sind, wenn sie einmal zu blühen anfangen, also weniger aromatisch, die Blätter wachsen nicht mehr nach oder wachsen sehr viel langsamer, schmecken nicht mehr so intensiv. Das kann man verhindern, indem man Blütenstände abschneidet, sowie sie sich bilden - also noch als kleine Knospe. Beim Schnittlauch geht das natürlich auch, der treibt sogar nach einem Kahlschlag wieder aus. Wer also das sanftere Aroma des blühenden Schnittlauchs nicht mag, muss die Pflanze gar nicht blühen lassen. Für die Blüte spricht allerdings, dass so Samen gewonnen werden können, aus denen neue Pflanzen wachsen - der Schnittlauch kann vermehrt und der Pflanzenbestand verjüngt werden. Außerdem sind die Blüten, wie bereits erwähnt, essbar (wenn auch nicht von jedem geliebt), und sie sind für Insekten wirklich wichtig. Gerade in der Stadt kann ein blühender Schnittlauch auf dem Balkon eine echte Augenweide sein.

Häufig gestellte Fragen
  • Treibt der Schnittlauch nach der Blüte wieder normale Röhrchen? - Ja, tut er. Schnittlauch treibt immer wieder neu aus, wenn bei beginnender Blüte also nicht nur die Blütenstängel, sondern alles abgeschnitten wurden, ist das kein Problem. Umgekehrt kann nach der Blüte auch alles abgeschnitten werden, und die Pflanze treibt wieder aus.
  • Die Blüten bilden zum Teil schon Samen aus. Ist das noch essbar? - Die Samen sollten eher nicht gegessen werden, die schmecken nicht so besonders gut. Junge Blüten, die noch keine Samen entwickelt haben, sind sehr viel besser - und natürlich die Röhrchen, die keine Blüten tragen. Die Samen sollte man eher ausfallen lassen und neue Pflanzen heranziehen.
  • Was macht den Schnittlauch bei der Blüte so anders? - Wenn eine Pflanze blüht, ändert sich der Hormonhaushalt der Pflanze. Kurz vor der Blüte werden Kräfte gesammelt, um die Knospe anzulegen, die Blüte auszubilden. Die Zusammensetzung der Lauchöle ändert sich - und die Lauchöle sind es, die dem Schnittlauch seinen Geschmack geben. Manche Menschen mögen Schnittlauch übrigens am liebsten direkt vor der Blüte - wenn er am schärfsten ist.
Wer Schnittlauch selbst sät, muss wissen, dass er Lichtkeimer istWissenswertes zu Schnittlauch in Kürze

Blüte
Beim Schnittlauch ist es kein Problem, wenn er erst geerntet wird, wenn sich bereits Blüten gebildet haben. Selbst die Blüten sind essbar und können als Dekoration für Salate und andere Speisen verwendet werden. Geschmacklich unterscheiden sie sich kaum von den grünen Halmen und sehr schön sehen sie beispielsweise in einer Suppe aus.
  • Der Schnittlauch blüht ab dem Frühsommer mit recht hübschen violetten Blüten.
  • In diesen Blüten reifen später die Samen, durch die sich der Schnittlauch selbst aussät.
  • Lässt man die Blüten stehen, wächst daher an der gleichen Stelle auch im folgenden Jahr wieder Schnittlauch.
Soll der Standort verändert werden, ist es aber auch möglich, die Samen abzusammeln, sie bis zum nächsten Frühling kühl und dunkel aufzubewahren und dann wieder auszusäen.
  • Wenn die nächste Aussaat direkt ins Freiland erfolgen soll, ist dies ab April möglich.
  • Übers Jahr hinweg können die Samen aber auch in einem Topf auf der Fensterbank ausgesät und die Pflanzen dort vorgezogen werden.
Steigerung der Ernte
Pflanzen kostet es immer viel Energie, Blüten und Samen zu bilden. Wer daher keinen Wert auf die Blüte legt und auch keine Samen gewinnen möchte, sollte die Blütenstände entfernen, damit die gesamte Energie der Pflanze in das Wachstum der Blätter geht. Dadurch wird die Ernte letztendlich gesteigert, sodass eventuell im Herbst noch genügend Halme übrig sind, die als Wintervorrat eingefroren werden können. Sie werden am besten schon vor dem Einfrieren klein geschnitten und verlieren bei dieser Art Lagerung nur wenig ihres Aromas. Um sich im Winter mit frischem Schnittlauch zu versorgen, ist es aber auch möglich, die Pflanze auszugraben und auf einer Fensterbank im Haus weiter zu kultivieren.
  • Besonders viel Schnittlauch lässt sich auch dadurch ernten, dass die Halme immer knapp über dem Boden abgeschnitten werden.
  • Wenn das Unkraut zwischen den Pflanzen regelmäßig entfernt wird, sorgt dies für eine bessere Nährstoffzufuhr und wiederum für einen höheren Ertrag.
  • Schon etwas ältere Schnittlauchpflanzen können aber auch im Frühjahr geteilt werden.
  • Sie bilden häufig kleine Nebenzwiebeln, die von der Mutterpflanze abgetrennt und an einem anderen Standort wieder eingepflanzt werden können.
Aussäen
  • Bei der Aussaat ist zu beachten, dass Schnittlauchsamen Lichtkeimer sind.
  • Dies bedeutet, dass die Samen für die Keimung Licht benötigen und daher nicht mit Erde bedeckt werden dürfen.
  • Stattdessen werden sie einfach auf die Erde gelegt und nur leicht angedrückt.
  • Bei den Schnittlauchsamen ist wie bei anderen Samen darauf zu achten, dass die Samen wie auch die Topferde immer leicht feucht bleiben.
  • Am einfachsten gelingt dies mit einer Sprühflasche, denn beim Gießen werden die Samen leicht weggeschwemmt und die Erde meist zu nass.
Verarbeitung
  • Schnittlauch passt besonders gut zu Quark und Frischkäse oder in Rührei.
  • Seine Halme werden am besten frisch gegessen oder nur kurz in den Speisen erwärmt, damit sie ihr Aroma behalten.
  • Von den Blütenständen sollten jedoch nur die Blüten selbst oder die sich gerade öffnenden Knospen verwendet werden.
  • Die Stiele der Blüten haben keinen sonderlich guten Geschmack.