Alten Kirschbaum schneiden - Anleitung zum Verjüngen

Rückschnitt an einem KirschbaumUnverschnitten wachsen Kirschbäume so hoch hinaus, dass nur noch Stare Freude an den spärlichen Früchten haben. Dann ist es höchste Zeit zum Verjüngen also zurück schneiden. Auch beim alten Kirschbaum von zwanzig oder mehr Jahren ist das selten ein Problem.

Im Gegenteil: Eine zu dichte Krone verringert die Erträge und begünstigt Pilzinfektionen. Allerdings sollten Sie dabei einiges beachten.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Schneiden?

Wie gesagt gibt es keine offizielle Altersbegrenzung für das Verjüngen. Doch

ein etwas in die Jahre gekommener Kirschbaum verlangt, dass Sie beim Schneiden sensibel vorgehen. Zu jähe Eingriffe schaden ihm und schmälern die Ernteerträge. Dennoch sollte jährlich zur Säge gegriffen werden. Wann genau geschnitten werden sollte ist allerdings umstritten. Viele Obstbäume verlangen einen gründlichen Winterschnitt. Selbst beim Kirschbaum ist das möglich. Obwohl die Verjüngung im Winter der häufigste Weg beim Obstschnitt ist, hat er gegenüber dem Sommerschnitts einige Nachteile.

Durch den Winterschnitt wachsen an der Krone von Obstbäumen so genannte Wasserschosse: wilde Triebe, die steil nach oben sprießen. Für den Baum sind sie nutzlos. Sie nehmen den Kirschen das Licht. Insbesondere Süßkirschen profitieren eher vom Sommerschnitt nach der Erntezeit. Sauerkirschen etwas später. Die sommerliche Wundheilung verläuft sehr schnell. Der Sommerschnitt kann den Winterschnitt aber auch ergänzen. Die wilden Triebe können dann einfach abgerissen werden ("Sommerriss"). Handeln Sie bevor die Triebe verholzen! Das Triebwachstum lässt sich im Sommer noch effektiver stoppen: Kürzen Sie Äste und Triebe bis zum nächsten Fruchtansatz. Die Kirschen profitieren später von mehr Licht.

Die ungünstigste Zeit für den Schnitt am Kirschbaum ist der Herbst. Die Wunden heilen schlecht. Die Niederschlagsmengen sind hoch und das Risiko von Baumkrankheiten ist erhöht.

Vorbereitung und kleine Ökonomie des Kirschbaumschnitts

Was erwarten Sie? Ja, das Schnittverhalten sollte maßgeblich davon abhängen, wie die Entwicklung des Kirschbaums im nächsten Jahr, in den nächsten Jahren, verlaufen soll. Schneiden Sie stark zurück, dann dürfen Sie im Folgejahr mit einem starken Wachstum rechnen. Allerdings werden dann weniger Blütenknospen ausgebildet - ihr Fruchtertrag sinkt quantitativ. Dafür werden die Kirschen größer sein. Wer sich sehr zurück hält, nimmt ein schwächeres Wachstum in Kauf. Dafür werden mehr Blütenknospen wachsen. Die Ernte wird reich. Jedoch werden die Kirschen recht klein sein. Blüten- und Fruchtansatz gehen am Bedeutendsten zurück, wenn gar kein Rückschnitt erfolgt.

Ästhetische Vorlieben und sinnvolle Eingriffe spielen beim Schnitt gleichermaßen eine Rolle. Betrachten Sie den Baum genau und fantasieren Sie ein genaues Bild davon, wie die Kirsche hinterher aussehen soll. Es sollte dennoch nicht beliebig geschnitten werden.

Das Hauptziel besteht darin, die Krone insgesamt zu verkleinern. Außerdem sollten Blätter und Frucht tragende Triebe etwa im Gleichgewicht sein. Manche Seitenäste wachsen ins Baum-Innere. Sie werden zuerst entfernt. Herabhängende Äste sind stark zu kürzen.
Grundsätzlich gehört auch alles abgetrennt, was steil nach oben schossert. Und manchmal müssen auch sehr kräftige Äste weichen, wenn die Krone so lichter wird. Einige Pflanzenteile sollten Sie allerdings verschonen: die Bukett-Triebe. Denn diese schenken Ihnen bei der nächsten Ernte die meisten Kirschen. Sie erkennen sie als kürzeren Seitentrieb, angeordnet wie ein Quirl.

Astscheren und Teleskop-Astscheren sind wichtige Werkzeuge beim KirschbaumschnittDas

sind die Grundregeln. Aber was wird benötigt? Nur eine Säge und Armkraft? Um Ihren Kirschbaum fachgerecht zu verjüngen, müssen Sie sich das richtige Werkzeug und Hilfsmittel zurecht legen:
  • eine hochwertige Astsäge (Bügelspannsäge) und Astschere,
  • stabile Leiter,
  • eine Hippe (kleines scharfes Baummesser) oder Rindenschrapper,
  • Desinfektionsmittel und
  • Wundschutzmittel für Pflanzen
Stärkere Äste absägen: So gehen Sie vor

Vor der Arbeit sollten alle verwendeten Schnittflächen desinfiziert werden. Sonst sind Infektionskrankheiten am Baum möglich. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit:
  • Entfernen Sie alle Zweige vom ausgewählten Ast mit der Astschere. Diese könnten später Probleme bereiten, den Zugang erschweren oder den Gärtner auf der Leiter mitreißen.
  • Dann entscheiden Sie, wo der Schnitt angesetzt wird. Am besten wäre es, Triebe knapp über einer Knospe zu kürzen, so dass die Schnittfläche schräg nach unten zeigt.
  • Kürzen Sie ausschließlich an zum Kronenrand weisenden Knospen. Doch oft ist die Wahl eingeschränkt. Sie werden das Astwerk also nicht auf eine ganz bestimmte Knospe zurück schneiden können.
  • Sie setzen dann entweder über einer günstigen Verzweigung an oder vor einem Astring. Den Astring erkennen Sie als etwas verdickte Ansatzstelle eines Astes. Ihn dürfen Sie keinesfalls mit abschneiden! In ihm lagern Reserven, die später Wundheilung und Wachstum erleichtern.
  • Bestenfalls besteht zwischen ihm und der Schnittstelle ein Abstand von etwa 20 Zentimetern. Versuchen Sie zu verhindern, dass der Ast nach unten hin abbricht. In vielen Fällen reißt er dann auch gleich Stammrinde und Holz mit ab.
  • Die großen Wunden, welche daraus entstehen, verheilen nur sehr schlecht. Das gelingt, wenn von unten angesetzt wird. Es sollte von unten bis zur Mitte gesägt werden. Dann setzen Sie oben an - leicht zur Astspitze hin versetzt.
  • Sägen Sie entweder ganz durch oder bis der Ast sich ohne Schwierigkeiten abbrechen lässt. Den verbliebenen Stummel sägen Sie ab. Für die Wundränder nehmen Sie die Hippe zur Hand. Das kleine Baummesser eignet sich bestens, um die Ränder zu glätten.
  • Zu guter Letzt ist die Sägestelle mit Wundschutzmittel aus dem Fachhandel zu bestreichen. Dies gilt für alle Wunden, die größer als eine Euro-Münze sind.
Damit Kirschbäume so schön blühen, sollten sie gezielt zurückgeschnitten werdenWissenswertes zum Kirschbaumschnitt

Einen Kirschbaum im Garten zu haben, hat zahlreiche Vorteile: frisches Obst direkt daheim zu haben, sich über einen großen Schattenspender im Sommer freuen zu können und last but not least auch noch die Optik, durch welche der Kirschbaum den heimischen Garten bereichert. Doch ein Kirschbaum kann auch zum Problem werden. Zum Beispiel, wenn es sich um einen alten Kirschbaum handelt und man sich als Haus- und Gartenbesitzer fragt, ob der Jahrzehnte alte Baum, der womöglich schon zu sehr auf das Nachbargrundstück ragt, denn geschnitten werden kann ohne dadurch bleibende Schäden zurück zu behalten.

Selbst bei alten Kirschbäumen ist ein alljährlicher Rückschnitt sinnvoll. Im Gegensatz zu vielen anderen Obstbäumen, die am besten in der Vegetationspause geschnitten werden (Winterschnitt), vertragen Kirschbäume den Sommerschnitt besser. Sie erholen sich schneller und bedanken sich zur nächsten Ernte, je nach Schneideverhalten, mit Knospenwachstum oder dickeren Kirschen. Gerade beim alten Kirschbaum, müssen Äste sachgemäß abgetrennt werden. Halten Sie die Wunden klein und versorgen Sie sie gut. Das Ergebnis: ein ertragreicher und ansehnlicher Baum.

Die Vorgehensweise sollte folgendermaßen aussehen: Die Krone wird verkleinert und ausgelichtet, vor allem ältere Äste müssen dabei entfernt werden, während junge Äste bestehen bleiben sollten. Häufig gehen vor allem Laien bei alten Kirschbäumen etwas zu zaghaft ans Werk, wenn sich noch viele Triebe am Baum befinden und sich der Gartenbesitzer auch an die hier beschriebenen Regeln hält, kann im Grunde nichts schief gehen und es können auch ein paar mehr Äste abgeschnitten werden.

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