Japanische Schirmtanne, Sciadopitys verticillata richtig pflegen

gymnosperm plant 1632236Wie die Schirmchen auf einem Coktailglas sehen die Nadeln der Japanischen Schirmtanne aus. Als Solitär im Garten oder auch in einem Kübel kultiviert kann sich der dekorative Nadelbaum erst so richtig entfalten. Die ersten Lebensjahre entwickelt sich die Pflanze eher strauchartig. Erst nach etwa 10 bis 15 Jahren wird sie dann zu einem säulenartigen Baum. Doch Sciadopitys verticillata stellt einige Ansprüche an den Hobbygärtner und ist manchmal nicht ganz einfach in der Pflege.

Standort

Den idealen Standort für die Japanische Schirmtanne zu finden, ist etwas

schwierig. Denn hierbei ist sie sehr anspruchsvoll. Gerne mag sie es sonnig bis halbschattig, im Winter sollte jedoch auf die direkte Sonneneinstrahlung verzichtet werden. Ebenso sollte die Tanne an einem windgeschützten Standort kultiviert werden. Allerdings kann sich dieses auch wieder etwas schwierig gestalten, da die Tanne auch keine sie direkt umgebenden höheren Gewächse mag. Daher ist der ideale Standort wie folgt zu wählen:
  • hell und sonnig
  • dennoch auf direkte Wintersonneneinstrahlung verzichten
  • vor einer Mauer oder in einer Ecke
  • dennoch weit genug weit entfernt
  • engt die Ecke ein, dann mag dies die Schirmtanne nicht
  • neben einem höheren Baum
  • dazwischen sollte genügend Platz bestehen
Tipp: Wer im Garten den idealen Standort für alle gewünschten Verhältnisse nicht bieten kann, kann die Schirmtanne auch in einem Kübel kultivieren, der auf einen fahrbaren Untersatz gestellt wird. So kann die Pflanze je nach den Gegebenheiten an den jeweiligen Standorten immer wieder einfach umplatziert werden.

Substrat & Boden

An das Substrat stellt die pflegeintensive Schirmtanne ebenfalls viele Ansprüche. Da diese vor allem die folgenden Merkmale aufweisen sollte, sind Rhododendronerde, Moorerde oder Torferde gut geeignet:
  • nährstoffreich
  • feucht aber durchlässig
  • kalkarm
  • sandig
  • entsprechend wird die vorhandene Gartenerde gemischt
  • in das Pflanzloch oder den Kübel kann aber auch direkt Rhododendronerde gefüllt werden

Gießen & Düngen

Die Japanische Schirmtanne muss nicht zwingend gedüngt werden. Wenn es jedoch zu einem Nährstoffmangel kommt, der sich an gelben oder braunen Nadeln leicht erkennen lässt, sollte gehandelt werden. Eine längere Trockenperiode verträgt die Schirmtanne jedoch gar nicht und muss daher regelmäßig gegossen werden, vor allem dann, wenn es über längere Zeit nicht regnet. Dies ist durchaus auch im Winter der Fall, bei einer längeren trockenen Kälte muss hier ebenfalls an frostfreien Tagen zugegossen werden. So treten auch bei einer Schirmtanne, die unter Trockenheit leidet, braune Nadeln auf. Gerne hat die dekorative Pflanze bei lang anhaltender Trockenheit auch eine Dusche von oben. Diese jedoch nur in den Abendstunden durchführen, damit es bei Sonneneinstrahlung nicht zu Verbrennungen kommt. Für das Gießwasser sollte jedoch nur kalkarmes Wasser verwendet werden, daher Idealerweise aufgefangenes Regenwasser nutzen. Beim Düngen aufgrund Nährstoffmangel sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • der April ist optimal für die Düngergabe
  • Kompost unterheben
  • Tannendünger oder Langzeitdünger für Tannen nutzen
  • Jauche über den Boden gießen
  • diese Dünger sind ideal geeignet
  • sie enthalten Stickstoff, Phosphor aber auch Zink und Eisen
Tipp: Gelbe Nadeln bei der Japanischen Schirmtanne können viele Ursachen haben. Warum gerade die eigene Tanne gelbe Nadeln bekommt, weiß der Hobbygärtner meist selbst am besten. Denn es kann neben dem Nährstoffmangel auch an einer Überdüngung, langer Bodentrockenheit oder zu viel Nässe liegen.

Pflanzen

Wurde der passende Standort für die Japanische Schirmtanne gewählt, kann gepflanzt werden. Im Handel werden die Tannen, wie viele andere Bäume auch, als Topfpflanze oder Ballenware angeboten. Sciadopitys verticillata kann das ganze Jahr über eingepflanzt werden, nur nicht an frostigen Tagen. Wurde die Ballenware gewählt, sollte hier jedoch eher die

Zeit über den Winter, von Oktober bis April, als Pflanzzeit gewählt werden. Dann wird wie folgt vorgegangen:
  • Erde ausheben und vorbereiten
  • das Pflanzloch doppelt so groß ausheben, wie Wurzelballen
  • Tanne in einen Topf mit Wasser setzen
  • auf den Boden des Pflanzlochs Drainage gegen Staunässe anlegen
  • Steine oder Tonscherben auf dem Boden verteilen
  • Schirmtanne aufsetzen
  • Erde rundherum einfüllen
  • darauf achten, dass der Stamm senkrecht gerade steht
  • Erde leicht andrücken und gut wässern
  • die ersten Tage immer wieder gut gießen
Tipp: Wurde Ballenware erworben, dann befindet sich rund um den Wurzelballen ein Tuch oder Netz, Dieses sollte beim Einsetzen aufgeschnitten werden. Allerdings kann es insgesamt in der Erde verbleiben, da es sich von selbst auflöst, da es aus natürlichen Materialien besteht, die sich nach einiger Zeit zersetzen.

Umpflanzen

Die Schirmtanne ist einige der wenigen Bäume, die ein Umpflanzen nicht übel nimmt. Ist der alte Standort also nicht mehr optimal für das Nadelgehölz, kann ein neuer gefunden werden. Die beste Zeit für das Umpflanzen sind der Herbst und Winter. Hier muss jedoch eine frostfreie Zeit gewählt werden. Im neuen Pflanzloch sollte den Wurzeln der Schirmtanne mehr Platz gegönnt werden.  Ansonsten wird genau wie bei der Pflanzung vorgegangen. Wird die Tanne am alten Standort ausgegraben, muss hier jedoch mit großer Vorsicht vorgegangen werden, damit der scharfe Spaten die Wurzeln nicht verletzt. Daher die Erde weit genug um den Stamm herum abstecken und ausheben.

Kultivierung im Kübel

Wer nicht genug Platz für die ausladende Schirmtanne im Garten hat, kann diese durchaus auch in einem Kübel kultivieren, denn die anmutigen Tannen werden sogar
als Bonsai gepflanzt und geschätzt. So kann sie sich ihrem Umfeld, und somit auch einem Kübel anpassen und wächst entsprechend langsamer, wenn sie sich mit ihren Wurzeln nicht ausdehnen kann. Gerade bei der Kübelhaltung ist vor allem auch der ideale Standort wichtig. Dieser sollte auf keinen Fall in der vollen Sonne sein, besser ist, der Kübel steht im Schatten, die Tanne an sich kann Sonne vertragen. Doch die Erde im Kübel mit direkter Sonneneinstrahlung trocknet viel schneller aus, was die Japanische Schirmtanne jedoch gar nicht verträgt. Bei der Kübelpflanzung sollte weiterhin noch auf folgendes geachtet werden:
  • über dem Abflussloch eine Drainage anlegen
  • so wird die gefährliche Staunässe vermieden
  • hierfür Tonscherben oder Steine über das Loch legen
  • hierüber Pflanzenvlies legen, damit keine Erde die Drainage verstopft
  • einen Teil vorbereiteter Erde einfüllen
  • Schirmtanne einsetzen, restliche Erde auffüllen
  • gut angießen
  • halbe Stunde danach überschüssiges Wasser aus Teller abgießen

Umtopfen

Umgetopft werden muss spätestens, wenn die Wurzeln der Pflanze nach oben herausschauen. Dann ist der Kübel zu klein geworden. Da es sich um einen Flachwurzler handelt, wachsen die Wurzeln nur in die Breite und bei Platzmangel nach oben. Doch Idealerweise wird der Japanischen Schirmtanne spätestens alle zwei Jahre ein neuer, leicht größerer Kübel gegönnt. Bei dem Umtopfen wird dann genauso vorgegangen, wie bei der Pflanzung im Kübel.

Schneiden

Einen Schnitt benötigt Sciadopitys verticillata in der Regel nicht. Denn sie hat einen sehr langsamen Wuchs und wächst vor allem sehr regelmäßig und dicht. Diese schöne von der Natur gegebene Wuchsform sollte daher keinesfalls durch einen Schnitt zerstört werden. Einzig, wenn das Nadelgehölz zu viel Platz einnimmt, kann es an den Seiten eingekürzt werden. Hierbei muss allerdings immer darauf geachtet werden, dass keine Löcher in den dichten Wuchs geschnitten werden. Diese wachsen unter Umständen nicht mehr zu.  Auch der Leittrieb sollte nie geschnitten werden.

Aussaat

Hobbygärtner, die bereits eine ältere Schirmtanne besitzen haben die Möglichkeit, hier die Tannenzapfen zu ernten. Diese bilden sich jedoch erst in späteren Jahren, junge Tannen geben noch keine Früchte. Die Zapfen werden für die Gewinnung der Samen vom Baum genommen und an einem warmen, trockenen Ort zum Austrocknen gelegt. Wenn sich die Zapfen öffnen, fallen die Samen von selbst heraus. Die Keimung ist eine langwierige Angelegenheit, daher muss hier viel Geduld mitgebracht werden. Bei der Aussaat wird dann wie folgt vorgegangen:
  • Töpfe oder Schalen mit Anzuchterde füllen
  • die Samen einstecken und leicht wässern
  • für die Keimzeit mit einer durchsichtigen Folie abdecken
  • hin und wieder lüften
  • Erde feucht halten
  • an warmen, hellen Ort stellen
  • erst nach 100 Tagen oder später zeigen sich die ersten Keimlinge
  • auch danach ist das Wachstum sehr langsam
  • erst auspflanzen, wenn die Tannen eine Größe von 5 bis 10 cm erreicht haben
Tipp: Wer keine Möglichkeit hat, die Samen der Schirmtanne selbst zu ernten, kann auch im gut sortierten Fachhandel nachfragen. Hier werden die Samen oft zum Verkauf angeboten.

Vermehren

Das dekorative Nadelgehölz kann ebenso durch Stecklinge vermehrt werden. Doch diese Methode ist oft nicht so erfolgreich. Wer jedoch etwas Geduld mitbringt, der kann Triebe seiner Japanischen Schirmtanne trotzdem für den Versuch der Vermehrung nutzen. Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • halbreife Triebe im Sommer auswählen
  • diese schneiden und in Anzuchterde stecken
  • Erde feucht halten
  • über die Stecklingen eine durchsichtige Folie ziehen
  • hell und warm stellen
  • haben sich Wurzeln gebildet, in ein größeres Gefäß umsiedeln
  • im Sommer nach Draußen stellen
  • ist der Baum groß und kräftig genug, kann ausgepflanzt werden

Überwintern

Die Schirmtanne ist in der Regel gut frostverträglich. Dennoch sollten ihre Wurzeln vor Frost im Boden geschützt werden. Hierfür eignen sich Mulch und im Herbst abgefallene Blätter von anderen Bäumen und Sträuchern. Diese werden nicht aufgerecht und entsorgt, sondern direkt um die Tanne herum auf der Erde verteilt. So ist die Erde vor einem Austrocknen im Winter sowie auch vor einen Frosteinzug geschützt. Wurde Sciadopitys verticillata im Kübel kultiviert, so sollte dieser im Winter an einen geschützten Ort verbracht werden. Der Kübel wird zudem mit Reisigmatten oder Pflanzenvlies umwickelt, auf die Erde kommt ebenfalls etwas Mulch. Wichtig ist vor allem, dass die Schirmtanne vor der Wintersonne geschützt wird, die sie nicht verträgt. So kann sie im Kübel an einen schattigen Ort verbracht werden. Steht der Baum im Gartenbeet, muss er einen Sonnenschutz erhalten, wenn dieser nicht natürlich gegeben ist, etwa durch Schatten von einem Haus. Hierbei kann wie folgt vorgegangen werden:
  • ist der Baum noch klein, reicht ein Sonnenschirm
  • auch die große Tanne verträgt kaum Wintersonne
  • hierfür in die Nähe gleichzeitig mit der Schirmtanne einen Baum pflanzen
  • es muss jedoch genügend Platz zwischen dem Baum und der Schirmtanne vorhanden sein
Tipp: In der Nähe der Schirmtanne in Sonnenrichtung kann auch ein schneller wachsender Baum gepflanzt werden, der der Tanne dann im Winter genügend Schatten spenden kann. Steht die Sonne in den Sommermonaten dann höher am Himmel, kann sie die Schirmtanne dennoch erreichen.

Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Durch Fehler in der Pflege, zum Beispiel Trockenheit, zu viel Nässe oder auch Nährstoffmangel können gelbe Nadeln auftreten. Dann muss der Hobbygärtner die Ursache finden, um dem entgegen zu wirken. Bei zu nassem Boden kann zudem eine Pilzkrankheit entstehen, die der Tanne gefährlich werden könnte. Ebenso kann es hierbei zu Wurzelfäulnis kommen, auch dann ist die Schirmtanne oft nicht mehr zu retten. Besteht ein Nährstoffmangel, kann es zu einer Chlorose kommen. Aber auch hier kann mit dem passenden Dünger entgegengewirkt werden. Leider sind auch Schädlinge bekannt:
  • in jungen Jahren tauchen Spinnmilben an der Tanne auf
  • diese können mit speziellen Insektiziden aus dem Handel bekämpft werden
Fazit

Wer sich die dekorative Japanische Schirmtanne im Garten kultivieren möchte, der benötigt vor allem ein wenig Zeit für den Pflegeaufwand. Besonders der Standort ist wichtig, um dem Baum das beste Umfeld zu bieten. Hieran stellt sie viele verschiedene Ansprüche, die vielleicht gar nicht alle gemeinsam erfüllbar sind. Wer dennoch nicht auf dieses Schmuckstück verzichten möchte, kann die Tanne auch einem Kübel kultivieren, der auf einen fahrbaren Untersatz gesetzt wird. So kann der Pflanze, je nach den Gegebenheiten, immer der ideale Standort zugesichert werden. Wer sich jedoch einmal für dieses dekorative Nadelgehölz entschieden hat, kann sich bei guter Pflege lange Jahre an einem schönen, anmutigen, immergrünen und dekorativen Baum erfreuen.