Hortensie Hydrangea Macrophylla® - Pflege, Standort, Schneiden, Rückschnitt

Hortensie Hydrangea Macrophylla® - Pflege, Standort, Schneiden, Rückschnitt

Hortensien sind seit vielen Jahren in deutschen Gärten nicht mehr wegzudenken; früher eine reine Bauerngartenstaude ist man sich heute bewusst, dass es sich um ein Gehölz handelt, welches einen ganz besonderen Charme versprüht.

Gartenhortensie

Die bekannteste Hortensienart ist die Gartenhortensie, botanisch Hydrangea macrophylla ssp. Macrophylla. Da sie meist kugelrunde Blütenbälle hervorbringt, wird sie auch Ballhortensie genannt und manch einer nennt sie Bauernhortensie; in Anlehnung an damals, wo es hauptsächlich eine Pflanze für den Bauerngarten war.

Es gibt so viele verschiedene Sorten,

dass hier für jeden das Richtige bei ist. Je nach Sorte wird sie 60 bis 300cm hoch und kann locker 250cm breit werden.

Blüten

Die Gartenhortensie blüht von Juni bis September, manche Sorten auch bis weit in den Herbst hinein. Sie bilden meist ballähnlich runde, aber auch nach unten abgeflachte, halbrunde Blütenbälle aus vielen kleinen, tellerförmigen Einzelblüten. Diese großen, barock anmutenden Blütengebilde können je nach Sorte bis zu 30m groß werden. Vor allem dünne Triebe sollten dann gestützt werden, da solche Blüten schwer werden und die Triebe abknicken können. Manche Sorten weisen mittlerweile auch tellerartig angeordnete Blütenstände auf.

Die Blüten welken an der Pflanze, sie fallen nicht ab. Auch vertrocknet sind sie hübsch anzusehen, daher am besten als winterliches Accessoire an der Hortensie belassen und erst im Frühjahr entfernen. Dabei sollte man vorsichtig vorgehen, da sich die neuen Knospen immer direkt unterhalb der alten Blüten bilden.
Hortensienblüten sind dankbare Schnittblumen; in der Vase sind sie lange haltbar. Vor allem sind aber auch die verwelkten Blüten als Trockenblumen beliebt.

Blaue Hortensienblüten gibt es von Natur aus nicht, sie werden durch einen besonderen Boden hervorgerufen und nehmen im normalen Boden schnell wieder ihre ursprüngliche Farbe in rosa oder weiß an. Düngt man jedes zweite Mal hingegen mit einem speziellen Hortensiendünger für blaue Blüten, kann man sie erhalten.

Standort

Die Gartenhortensie fühlt sich im Halbschatten am Wohlsten. Perfekt ist ein Standort, wo sie morgens oder abends Sonne abbekommt, vor der heißen Mittagshitze jedoch geschützt ist.

Prinzipiell kann sie auch als Zimmerpflanze fungieren, allerdings werden die meisten Sorten dafür zu groß.

style="font-weight: bold;">Rückschnitt

Die Gartenhortensie braucht nicht geschnitten zu werden, sie gedeiht auch ohne Rückschnitt bestens.
Allerdings ist sie bei Bedarf schnittverträglich. Wenn einzelne Triebe stören oder manche so dünn und schwach sind, dass sie die schweren Blüten nicht halten können, können sie getrost entfernt werden. Selbst einen bodennahen Rückschnitt verträgt die Gartenhortensie und treibt dann willig neu aus.

Allerdings muss man dann dieses Jahr auf Blüten verzichten, da diese nur an 2-jährigen oder älteren Trieben gebildet werden. Als Ausnahme ist hier die neue Sorte Endless Summer® zu nennen, welche auch an einjährigen Trieben blüht und somit auch nach einem Rückschnitt Unmengen an Blüten hervorzaubert.
Da die Art ein wenig frostempfindlich ist, sollte ein Rückschnitt erst im Frühjahr erfolgen, wenn die Spätfröste vorbei sind und keine Gefahr mehr darstellen.

Wuchs

Die Gartenhortensie wächst straff aufrecht, verzweigt sich eher wenig. Da dies der natürliche Wuchs der der Pflanze ist, kann man dem auch nur schwer beikommen. Selbst ein Rückschnitt

regt die Verzweigung nur sehr bedingt an, der etwas sparrige Wuchs bleibt.

Die Art wächst schnell und regeneriert sich daher selbst nach radikalem Rückschnitt sehr rasch wieder.

Überwinterung

Auch wenn der deutsche Name Gartenhortensie etwas anderes vermuten lässt, ist diese Art nicht sicher winterhart. Harte Winter übersteht sie draussen nur mit Winterschutz und auch in milden Gegenden ist sie für eine schützende Laubschicht oder etwas Reisig durchaus sehr dankbar.

Gerade ältere Pflanzen sterben allerdings auch in sehr kalten Wintern nur selten komplett ab, in der Regel erfrieren eher einzelne Teile der Pflanze.

Wer ganz sicher gehen möchte, lässt die Gartenhortensie bei ca. 5 Grad Celsius frostfrei in einem hellen Raum überwintern. Dafür ist es ratsam, sie bereits ab September ins Haus zu holen. Nur nicht mit in die beheizte Wohnung nehmen, die trockene Heizungsluft verträgt sie nur sehr schlecht. Zudem benötigt sie ihre Winterruhe mit etwas Kälte. Erst ab Februar kann sie in die beheizte Wohnung geholt werden, wo sie dann schon frühzeitig zu blühen beginnt. Diese Blühphase dauert bis ca. Mai an, dann hört die Pflanze entweder ganz auf zu blühen, oder es bilden sich nur noch vereinzelt Blüten. Das ist dann der rechte Zeitpunkt, sie wieder Auszupflanzen. Für den besseren Start sollte sie dabei bis auf ein paar Zentimeter über das alte Holz eingekürzt werden (altes Holz ist dunkel) und sie braucht dann ganz besonders viel Wasser und Nährstoffe.

Pflege

Hortensien sind Starkzehrer, benötigen während der Wachstumsphase viel Wasser und Nährstoffe. Dabei sollte der Boden nie austrocknen, alle vier Wochen benötigt sie speziellen Hortensiendünger.
Im Winter wird hingegen nur sehr wenig gegossen, gedüngt wird gar nicht.

Die Gartenhortensie mag etwas sauren Boden, gerne Moorerde. Aber sie kommt auch mit dem normalen Gartenboden zurecht, wenn man sie ausreichend mit Nährstoffen versorgt.