Hortensien - die neuen Drogen zum Rauchen?

Hortensien - die neuen Drogen zum Rauchen?

Brandaktuell, aber nicht neu: Hortensienklau in Deutschland. Bereits seit 2003 kommt es in regelmäßigen Abständen in diversen Bundesländern zu einem mysteriösen Verschwinden von Hortensientrieben.

Vor allem junge Triebe sind beliebtes Diebesgut

Hauptsächlich im Frühjahr schlagen in einigen Teilen unseres Landes Banden zu, welche sich der frischen Triebe annehmen. Aber auch im Sommer und frühen Herbst kann man beobachten, dass Hortensiensträucher ihrer Blüten und Blätter samt der neuen Triebe beraubt wurden.

Nicht etwa die ganze Pflanze verschwindet, das

alte Holz und die Wurzeln verbleiben bei den geplagten Gartenbesitzern. Daher hat man die anfängliche Vermutung, es handele sich bei den Dieben um Pflanzenliebhaber die der bestimmten Hortensie habhaft werden wollten, schnell wieder verworfen.

Organisiertes Verbrechen?

Doch rein aus Spaß an der Freude scheint das Beschneiden der Pflanzen nicht zu passieren, es wirkt doch sehr organisiert, wie die entsprechenden Banden vorgehen.

Es werden selten nur einzelne Pflanzen gewählt oder auch nur ein einziger Garten, meist sind es ganze Straßenzüge oder Häuserviertel, die plötzlich ohne Hortensienblüten dastehen. Auffällig ist dabei vor allem, dass viele Betroffene berichten, ihre Gärten seien von der Straße aus nicht einsehbar. Somit kann man beim einfachen Vorbeigehen auch nicht erkennen, ob sich dort Hortensiensträucher befinden.

Da die meisten Überfälle zudem des nachts bzw. in den frühen Morgenstunden stattfinden, müssen die Täter bereits vorher genau gewusst haben, wo sie die Opfer der Begierde finden können. Sie müssen die Tatorte schon im Vorfeld ausgekundschaftet haben.

Dafür spricht auch, dass selbst die Hortensien gekappt wurden, welche etwas versteckter in den Gärten waren und nachts unmöglich gesehen werden konnten. Zudem ist es vor allem im  zeitigen Frühjahr, wo noch keine Blüten und noch nicht mal viele Blätter sichtbar sind, schwierig, eine Hortensie als solche zu erkennen.

Und warum das Ganze?

Bereits 2003, als es die ersten
Überfälle zu beklagen gab, wurden Vermutungen angestellt, welchen Grund manche dafür haben, den Pflanzen ihre Triebe zu klauen.

Und man kam überein, dass es nur einen logischen Grund gibt: Jugendliche trocknen die Triebe, Blätter und Blüten der Hortensien, um sie dann zu rauchen. Ähnlich wie Cannabis. Auch die Wirkung soll eine Ähnliche sein.

Befragte Jugendliche berichteten nach dem Rauchen von Schwindelgefühlen, die ihnen den Eindruck des Fliegens vermittelten. Durch den Genuss sollen sie in einen Art Rauschzustand wie nach dem Konsum anderer Drogen versetzt werden.

Es gibt keine wissenschaftliche Erklärung

In den vergangenen Jahren haben immer wieder einige Wissenschaftler versucht, eine logische Erklärung für die von den Rauchern beschriebenen Symptome zu finden, doch es scheint keine zu geben.
Nicht, dass man sich diesbezüglich nicht bemüht hätte, denn man möchte ja schon gerne wissen, mit welchem pflanzlichen Feindbild man es zu tun hat. Schließlich muss man dann entsprechend reagieren und beispielsweise den Anbau der Pflanzen verbieten.

Doch so sehr sich renommierte Wissenschaftler auch bemühten: sie fanden nichts. Nichts, was uns Aufschluss darüber geben könnte, weshalb Jugendliche berichten, vom Rauchen getrockneter Hortentriebe high zu werden.

Blausäure als Rätsels Lösung

Das Einzige, was gefunden wurde, waren Spuren von

Blausäure, welche durch das Rauchen getrockneter Hortensienteile frei gesetzt werden. Blausäure ist nun hochtoxisch, der Mensch stirbt bei Genuss schnell daran.

Beim Rauchen von Hortensienzigaretten bilden sich im Körper Zyanidverbindungen, die daher tödlich sein können. So eine Vergiftung ruft ebenfalls wie der Konsum von Hasch und Marihuana ein Gefühl des Schwebens mit intensivem Schwindel hervor und so gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Jugendlichen ihre Vergiftungserscheinungen ganz einfach falsch deuten und als Rauschzustand nach Konsum von Drohen empfinden.

Entwarnung

Eine holländische Zeitung spricht bereits von Hortensie, die tödliche Droge, allerdings scheint dies doch ein wenig übertrieben. So unschön der Diebstahl auch für die Hortensienbesitzer ist, bislang scheint der Konsum noch keinem Jugendlichen ernsthaften Schaden zugefügt zu haben.

Und so organisiert die Banden auch vorgehen mögen, scheinen sie doch eher klein zu sein und bislang gibt es keinerlei Hinweise dafür, dass es einen Handel mit Hortensientrieben gibt oder geben wird.

Vermutlich haben viele Jugendliche auch längst begriffen, dass Hortensien keine wirklichen Rauschzustände auslösen und einem das Gefühl des Fliegens vermitteln können. Vielmehr greift Blausäure das zentrale Nervensystem (ZNS) an und kann auch schnell zu dauerhaften Störungen wie Gedächtnisverlust führen.