Frauenhaarfarn, Venushaar - Standort, Pflege und Vermehren

FrauenhaarfarnAdiantum, der Frauenhaarfarn oder das Venushaar genannt, liebt einen feuchten schattigen Platz. Die Blattschmuckpflanze zeichnet sich durch glänzende Blattstiele aus, die eine schwarzbraune Farbe haben. Die Blätter sind klein und rundlich. Sie sitzen an filigranen Stilen dicht an dicht an den Wedeln der Pflanze. Das Venushaar ist frostempfindlich. Es kann in unseren Breiten nur im Zimmer gehalten werden. Im Sommer verträgt es einen schattigen Platz im Garten. Im Laufe der Zeit entwickelt sich die Pflanze zu einem kleinen Busch.

Arten


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Adiantum raddianum ist die bekannteste Art unter den grazilen Farnen, die sich in zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Blattschmuckfarben gliedern. "Goldelse" zeigt eine goldgelbe Färbung der Wedel. "Billant Else" zeichnet sich durch kräftigen Wuchs aus. "Scutum Roseum" zeigt eine rötliche Färbung junger Blätter. "Fragrantissimum" wächst sehr filigran. AHA! Wassertropfen perlen an den Wedeln des Frauenhaars ab. Das ist etwas Besonderes unter den Farnen!

Standort

Der optimale Standort für den Frauenhaarfarn, der auch Venushaarfarn genannt wird, ist im Zimmer. Er ergibt sich aus der natürlichen Umgebung des Farns. Der Regenwaldbewohner Adiantum raddianum liebt es warm und feucht. Der Standort sollte schattig bis halbschattig sein. Günstig sind Temperaturen ab 18 °C. Von essenzieller Bedeutung ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Farn darf aber nicht mit einem Sprühnebel angesprüht werden. Besser ist das Aufstellen eines Luftbefeuchters oder einer mit Wasser gefüllten Schale in der Nähe der Pflanze. Der Frauenhaarfarn verträgt auch keine Zugluft.

Tipp: Den Frauenhaarfarn wegen fehlender Luftfeuchtigkeit niemals auf einem Fensterbrett über einem Heizkörper aufstellen.

Pflege

FrauenhaarfarnDer Frauenhaarfarn muss regelmäßig gegossen werden. Dazu eignet sich lauwarmes entkalktes Wasser. Seine Blätter dürfen beim Gießen nicht benetzt werden, sonst werden erst die Blattadern braun und später die kompletten Wedel, bevor der Wedel abstirbt. Während der warmen Jahreszeit wird der Farn neben regelmäßigen Wassergaben aller zwei Wochen gedüngt. Dazu eignet sich handelsüblicher Flüssigdünger, der ins Gießwasser gegeben wird. Ab September werden die Wassergaben langsam wieder reduziert. Bei kühleren Temperaturen im Winter ist darauf zu achten, dass sich auf der feuchten Erde kein Schimmel bildet.

Tipp: Mit einer automatischen Bewässerung wie der Hydrokultur ist die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr garantiert. Alternativ hilft auch ein feuchtes Kiesbett als Unterlage für den Blumentopf.

Vermehren

Ältere Pflanzen des Venushaares werden durch Teilung vermehrt. Dazu wird der Wurzelstock ausgegraben und in zwei oder mehrere gleichmäßig große Teile geteilt. Jeder Wurzelstock sollte nach der Teilung mindestens noch ein Auge für den Neuaustrieb besitzen. Als Pflanzsubstrat eignet sich Blähton, ein Orchideensubstrat oder eine Einheitserde mit hohem Wasserspeicheranteil. Früher war Torf der optimale Wasserspeicher. Um die
natürlich vorkommenden Moorlandschaften durch den Torfabbau nicht noch mehr zu zerstören, ist Kokosfaser ein gleichwertiger Ersatz. Kokosfasen können mehr als das Doppelte ihres ursprünglichen Gewichtes an Wasser speichern. Kokoserde als enormer Wasserspeicher ist als Substrat oder in Brikettform in unterschiedlichen Verpackungseinheiten erhältlich.
AHA! Die Verwendung von Kokosfasern schützt die Umwelt!

Vermehren durch Sporen


Der Vorgang, bis ein neuer kleiner Farn aus Sporen entstanden ist, dauert rund ein Jahr und erfordert viel Geduld und eine extrem

saubere Arbeit. Zur Vermehrung wird ein Wedel, der an der Unterseite mit Sporen besetzt ist, ausgewählt. Um zu erkennen, ob die Sporen reif sind, werden die braunen Kapseln leicht mit dem Finger berührt. Wenn die Sporen reif sind, dann ist ein feiner Staub zu erkennen. Das Blatt wird nun von der Mutterpflanze abgetrennt, in einen Briefumschlag gesteckt und an einen warmen Ort gebracht. Nach rund zwei Tagen sind die meisten Sporen aus ihren Kapseln in den Umschlag gefallen. Die Sporen aus dem Briefumschlag werden nun gleichmäßig auf ein Gefäß mit steriler Anzuchterde verteilt. Das Gefäß wird luftdicht mit einer Folie verschlossen.

Tipp: Blumenerde lässt sich in der Mikrowelle sterilisieren.


FrauernhaarfarnDazu das Pflanzgranulat in ein geeignetes Gefäß geben und bei 800 W bis 900 Watt vier bis fünf Minuten erhitzen. Noch warm wird die sterilisierte Erde in das Pflanzgefäß gegeben und sofort, um die Sterilität zu gewährleisten, mit Folie abgedeckt. AHA! Nach rund drei Wochen zeigen sich die ersten Anzeichen des Erfolges durch einen grünen moosartigen Belag. Die typische Wuchsform des Farns entwickelt sich aus diesen Vorkeimen. Nach weiteren Monaten sollten erste zarte Pflänzchen erkennbar sein.

Tipp: Durch die Abdeckung mit der Folie erhalten die jungen zarten Kulturen genügend Luftfeuchtigkeit. Durch eine kleine Öffnung in der Folie wird Schimmelbildung vorgebeugt. Auch auf eine ausreichende Höhe achten!

Sind die kleinen Farne fünf bis sechs Zentimeter hoch, dann dürfen sie das erste Mal schwach gedüngt werden.

Schneiden


Braune Wedel des Frauenhaarfarns werden kurz über der Erde abgeschnitten. Der Farn treibt bei warmen Temperaturen schnell wieder neue Wedel aus.

Krankheiten


Die größten Feinde des Venushaares sind trockene Luft, fehlende Feuchtigkeit und kühle Temperaturen. Sind alle diese Ansprüche erfüllt, dann entwickelt sich der Frauenhaarfarn prächtig. Schädlinge wie Blattläuse, Schildläuse, Thripse oder Wurzelfäule lassen sich auf Pflegefehler zurückführen. Sie können mit Insektiziden bekämpft werden.

Ein Venushaarfarn für draußen


Der aus dem Himalaja stimmende Frauenhaarfarn Adiantaceae ist winterhart. Bis zu -17 °C benötigt der Farn keinen Winterschutz. Er gedeiht an lichten halbschattigen Stellen, unter Gehölzen oder auf Steinanlagen. Er eignet sich auch als Kübelpflanze. Der winterharte Farn wird bis zu 15 cm - 40 cm hoch, bis zu 60 cm breit und wächst leicht überhängend bis kriechend. Er ist ein mehrjähriger attraktiver Bodendecker. Seine dekorativen Blätter sind hellgrün. Das Wachstum ist langsam. "Imbricatum" ist eine kleinbleibende Form des Frauenhaarfarns für den Garten. Sie wird satt 50 cm nur rund 20 cm hoch.

Boden

  • gut durchlässig, kalkarm

Standort

  • schattig bis halbschattig, feucht
Verwendung
  • Solitärpflanze
  • Steingarten
  • Gruppen
  • Gehölzrand
Häufig gestellte Fragen

FrauenhaarfarnWo wächst der Frauenhaarfarn in der Natur?


Der Farn kommt im Regenwald, in den Tropen und fast auf allen Kontinenten vor.

Auf was sollte beim Kauf geachtet werden?


Der Farn sollte kompakt gewachsen sein. Gelbe Blätter weisen auf einen Mangelzustand hin. Die Stiele dürfen keine Knicke haben. Die Wedel sollten 25 cm bis 40 cm lang sein.

Woran scheitert die Kultivierung des Frauenhaarfarns am häufigsten?

Fehlende Luftfeuchtigkeit ist der häufigste Pflegefehler.

Welche Art wächst am besten in Ampeln?

A. caudatum hat besonders lange Wedel, die in Ampeln sehr gut zur Wirkung kommen.

Eignet sich der winterharte Farn für eine Begrünung von Schattenplätzen im Garten?


Ja, durch die ansehnlichen Farnwedel und die hellgrüne Farbe werden auch Schattenplätze attraktiv.